MPH und Zeitgefühl

Das ist jetzt eher ein halbgares Thema, aber ich glaube, da ein Problem zu erkennen:

Seit knapp einem Monat bekomme ich unretardiertes MPH, 5mg morgens, 5mg mittags.
Wobei ich gerne etwas mehr nehmen würde, 7,5mg oder an manchen besonders vernebelten Tagen auch mal 10mg. Aber mein nächster Arzttermin ist in etwa einer Woche und ich teil mir ein, was noch im Blister ist.

Im Großen und Ganzen tut das Medikament, das was es soll und ist auch eher nebenwirkungsarm. Es gibt aber auch Tage, da habe ich das Gefühl keine Wirkung zu spüren.

Was mir jetzt aber aufgefallen ist: mein Zeitempfinden ist ein bisschen gestört.
Das ist etwas, für das ich ohne Medikation eigentlich ein gutes Gefühl habe. Ich komme zwar zuverläsig ein paar Minuten zu spät zu jedem Treffen, aber nie so, dass damit dann wirklich ein Schaden entsteht oder Pläne über den Haufen geworfen werden müssen. Und ansonsten verschätze ich mich gerne mal, was den Zeitaufwand einer Aufgabe angeht.
Aber Termine und Zeitfenster waren nie ein Problem.

Jetzt ist es mir letzte Woche passiert, dass ich an einem Tag zwei Mal eine Stunde zu früh irgendwo aufgetaucht bin und es echt kaum fassen konnte. An anderen Tagen ging die Zeit so schnell vorbei, dass ich dann plötzlich aufspringen und loshasten musste, um pünktlich bei einer Besichtigung zu sein. Da hatte ich mich vielleicht zu sehr fokussiert?
Aber ganz klar merke ich: Ich empfinde das Vergehen der Zeit anders.

Dazu kommt, dass ich gerade unter einem ziemlichen Stress durch Uni und Umzugspläne stehe. Das tut sicher seinen Teil, obwohl ich das mit dem Medikament besser zu verkraften scheine.
Aber Stress hatte ich natürlich schon öfter, da bin ich nicht so ins Schwimmen gekommen mit der Uhr.
Das einzige, was wirklich neu ist, ist das MPH.

Für mich stellen sich jetzt folgende Fragen:

Ist das normal und korrigiert sich das vielleicht nach längerer Einnahme wieder?

Ist das MPH richtig dosiert oder gar ein bisschen zu wenig? Und würde sich die Zeitordnung durch mehr oder öfter wieder regeln? Oder lieber … naja weniger … oder was anderes.
Macht Retardierung da einen Unterschied?

Oder könnte es doch einfach anspannungsbedingt sein und wegen meines subjektiven Gefühls alles „besser zu verkraften durch Medikament“ merke ich vielleicht nicht so gut, wenn ich meine Grenzen überschreite?

Mit 2 mal 5mg unretardiert täglich bist du einfach unterversorgt… eigentlich sollte die Dosis auch wöchentlich erhöht werden. Wenn du morgens sagen wir um 7 Uhr 5mg nimmst, ist die Wirkung (ich gehe mal von mir aus) spätestens um 10 halb 11 vorbei… nimmst du dann um 12 erst nach, hält es bis um 3 halb 4. So hast du über den halben Tag einen Flickenteppich aus Wirkung, Rebound und keine Wirkung… und abends stehst du eh ‚ohne‘ da. Das Ziel der Eindosierung, nämlich sich an den Wirkstoff generell und auch an den ‚neuen‘ Kopf gewöhnen zu können… wird durch dieses hin und her mE nur unnötig in die Länge gezogen :?

Du solltest mit deinem Arzt beim nächsten Termin mal über eine vernünftige Tages-Abdeckung reden… vielleicht 20mg retardiert morgens und mittags (entspricht je 2×10mg unretardiert) und vielleicht 10mg unretardiert für den Abend!?
Das wäre für mich auf jeden Fall der nächste logische Schritt… aber ich bin nur ein Typ aus dem Internet. Entscheiden muss das natürlich dein Arzt mit dir zusammen, ich denke das ist klar :wink:

Liebe Grüße, derTypausdemInternet ::sunglasses:

Ich vermute mal, dass sich das wieder einrenkt, wenn du dich an das MPH gewöhnt hast, dann ist das das „Neue Normal“.

Und da du unretardiertes MPH morgens und mittags nimmst, bist du sicher dass der Abstand stimmt? Oder hast du zwischendrin eine Lücke? Falls ja, hast du vormittags eine Zeit mit Wirkung, dann wieder eine ohne, dann wieder eine Zeit mit und dann wieder eine ohne, und damit mehrmals ein Nachlassen der Wirkung („Rebound“).

In meiner Erfahrung ist das ziemlich typisch für einen Rebound, dass das Zeitempfinden verrückt spielt.

Also: Den ganzen Tag kein Medikament - das ist zwar schlecht, aber man weiß woran man ist, schließlich sind wir das ganze bisherige Leben schon so.

Den ganzen Tag mit Medikament, und zwar in der richtigen Dosis und ohne Lücken, das ist optimal.

Aber eine Berg- und Talfahrt ist stressig und verwirrend.

Sehe es ähnlich wie @Falschparker , dass evtll. nicht konkret am Medikament liegt sondern ehr an dem Rebound und plötzlich wieder ohne.

Ich hatte da auch zu Beginn so spannende Momente , vor allem Dinge die ich ohne überlegen konnte und plötzlich dazu was überleget und dann gar nichts mehr wusste. Auch dass ich mal in was verpeilter war, was sonst funktionierte. Das spürte sich wirklich so an wie als ob meine Gehirn in diesen Phasen zwischen neu und alt hin und her zwitschte und dann nicht wußte was nun richtig ist.

Das hat sich alles mit der Zeit gegeben.

Danke an all euch Typen aus dem Internet!

Ohne das Lesen hier im Forum, wär ich vermutlich nie drauf gekommen, dass die Frequenz bei vielen höher und auch, dass die Dosis bei mir insgesamt noch sehr niedrig ist. Und auch vom Rebound hatte ich vorher noch nichts gehört.

Wenn ich mich richtig erinnere, war der Neurologe von einer Wirkzeit von um die 4-5 Stunden ausgegangen. Ich sollte selbst rumexperimentieren, ob ich zwei Dosen am Tag brauche und auch wann und wie viel. Aber alles im Rahmen von 5-10mg. Das habe ich auch gemacht, so groß war der Spielraum aber nicht, nachdem ich rausgefunden hatte, dass zwei mal täglich einen guten Effekt hat. Die Tabletten reichen nur gerade so bis zum nächsten Termin. An Wochenenden oder wenn ich nichts zu tun habe, hat mir der Neuro Pause vom Medikament empfohlen. Und die letzte Woche war damit eine Art Wiedereinstieg, nachdem ich ein paar Tage nichts genommen hatte.

Da mein ADS aber auch als nicht so heftig eingestuft wurde, wurde mir MPH mehr als reines Bedarfsmedikament verschrieben, quasi für Notfälle und stressige Prüfungsphasen. (Irgendwas daran erscheint mir irrsinnig blöde, als würde mir der Neuro quasi genau so MPH verschreiben, wie es Neurotypische zum Doping vor der Klausur benutzen wollen.)
Auf jeden Fall bin ich mir unsicher, wonach ich Fragen kann und darf. Mir steht da aber auch immer noch die eigene Unsicherheit über die Echtheit meines ADS im Weg. Und irgendwas an den Tabletten scheint ja auch zu fuktionieren, nur noch nicht so ganz optimal.

Und muss man nicht ein bisschen in Kauf nehmen, am Abend wieder etwas dulli im Hirn zu werden, weil man zu Gunsten des Schlafes nichts mehr nachlegt? Oder schafft ihr das komplett zu vermeiden? Und wie schlägt sich das dann auf das Familien- oder Sozialleben nieder?
Mir fehlt zumindest zur Zeit am Ende eines Uni oder Arbeitstages alles an Kraftreserven für soziale Interaktionen. Doch das mag ebenfalls an der Schieflage aus Medikamentenwirkung, Rebound und ausgelassenen Tagen liegen?

Aber das, was mit Medikament funktioniert, will ich eigentlich nicht mehr missen. Ich habe gerade das erste mal richtiggehend Erfolgserlebnisse im semi-wissenschaftlichem Arbeiten. Und ich wage es kaum, das auszuschreiben: Ich habe sogar Spaß am Lernen und Recherchieren und Strukturieren (mit Fußnoten!).

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Dein letzter Abschnitt gefällt mir richtig! :anfeuer

Nein, du musst keine Zweifel haben. Es ist schon richtig, du hast wohl eher leichte ADHS. Das heißt aber nicht unbedingt, dass du deswegen MPH „nach Bedarf“ und nicht am Wochenende nehmen solltest.

Ich glaube, dein Arzt hat noch nicht so viel von MPH und der dadurch verbesserten Wahrnehmung verstanden. Richtig beobachtet, er sieht es eher als eine Art Doping. :wink:

Natürlich, man kann MPH so nehmen. Aber das sollte dann die Entscheidung des- oder derjenigen sein und nicht eines Arztes der damit geizt.

Und vor allem erst nach vier bis sechs Monaten täglicher Einnahme, dann kann man auch einschätzen wie es bei einem wirkt und wie man es nehmen möchte. Aber eben nicht vorher, dann ist es nur schwer möglich sich an den Wirkstoff zu gewöhnen.

Und ja, es gibt das Gerücht, genauer gesagt sagen das die Hersteller selbst, unretardiertes MPH wirke vier Stunden (und Retardkapseln acht Stunden). Berichte in diesem oder dem Vorgängerforum sprechen eher von zweieinhalb bis drei (bzw. bei Retardkapseln fünf bis sechs) Stunden. Ist bei jedem/r anders, muss man ausprobieren.

Hallo theunfedmind

Ich bin Ratte und nehme seit 14 Tagen Elvanse adult 30
Habe mit einer kapsel tgl begonnen und hatte auch das Gefühl das wäre ausreichend.

Nach einer Woche sls ich mich etwas andie Wirkung des Medis auf meinen Körper gewöhnt hatte ist mir dann aufgefallen das ich genau wie du sagst so gegen 16:00 bzw 16:30 du beschreibst das gut etwas dulli im Kopf war.Und ich bekomme dann auch wieder meinen bekannten Rededurchfall.

Zunächst habe ich mir gar nichts dabei gedacht bis man mich im Selbsthilfeforum darauf hinwies das ich ruhig mal gegen späten Mittag eine 2.Tbl einehmen sollte und das habe ich auch getan.Mein Psychater hat mir das gleiche geraten
Und ich war überascht wie gut das war.
Mit einer tbl.hatte ich nachmittags häufig Kopfschmerzen die habe ich nun nicht mehr.

]


Ob es „normal“ ist, kann ich nicht beurteilen, aber durchaus sagen, dass es bei mir ähnlich ist (Medikinet Adult - Retadiert).

Ich hab Tage (an den es „gut“ läuft im Zusammenhang mit Depris, MPH & Tagesstruktur), da bemerke ich schon den wesentlich besseren „Fokus“ auf einzelnen Aufgaben, dadurch geht die Zeit aber auch (gefühlt) deutlich schneller vorbei. D.h. wenn ich dann zum Beispiel keine Erinnerung am Smartphone/Google Assistent (Lautsprecher) eingerichtet haben, kann es durchaus vorkommen, dass ich so „fokussiert“ bin, das ich Termine auch mal verpasse. :see_no_evil: Manchmal fühlt es sich so an, als hätte der Tag (abzüglich der Nacht/des Schlafs) nur noch 6 bis 8 „aktive“ Stunden anstatt 12 Stunden in denen ich etwas „schaffen“ kann. :smiley:

Aktuell bin ich wieder in einer etwas „zähen“ depressiven Episode… Da ist es genau das Gegenteil…
Zwar ist die Wirkung vom MPH nach wie vor da & auch spürbar, tagsüber hab ich nicht ganz so viel Chaos im Kopf, aber das Zeitgefühl ist „völlig aus der Bahn“. Da fühlt sich z.B. das Schreiben eines solchen Beitrages schon mal gerne an, als würde ich da eine volle Stunde dran sitzen. Liegt sicherlich aber natürlich auch an der gesamten „Lethargie“ durch die Depris. Insgesamt hab ich dann ein etwas „wirsches“ Zeitgefühl in diesen Phasen. :man_shrugging:

Das mit der „Angespanntheit“ kann auch auch bestätigen…
Ich bin, seit ich Medikinet nehme, natürlich deutlich „entspannter“ (innerlich) & somit etwas „ausgeglichener“ und „schieße“ da bei manchen Aufgaben schon manchmal etwas übers Ziel hinaus. Das macht sich dann natürlich in dem „Zeitproblem“ bemerkbar, aber auch, dass ich manchmal Abends schon ganz schön „geschafft“ bin. Gefühlt wird das aber inzwischen auch „besser“ und pendelt sich langsam wieder auf ein „erträgliches“ Niveau ein…

P.S.: Und das ist jetzt gar nicht direkt an den Threadersteller gerichtet und auch gar nicht böse gemeint… Aber ich finde es recht „anstrengend“ in fast jedem Thread (bei dem es irgendwie um eine Medikation geht), gleich mal „zig“ Verbesserungsvorschläge & Ratschläge zur Dosierung/Einstellung/Einnahme zu lesen. Das ist ja sicherlich ganz lieb gemeint, aber m.E.n. ist -sofern nix auf arg „grobe Fehler“ bei der Einnahme hindeutet- das Einstellen gerade bei einem ADS bzw. den Medikationen eine sehr individuelle Sache und läuft nur selten in irgendwelchen Rastern ab… Aber das sind nur meine 2 Cents dazu… :wink:

Wir wünschen uns eben alle, die Welt zu verbessern. :lol:

Oft kann man eben erstaunlich was verbessern, wenn man an der Medikation dreht. Vielleicht gibt es nicht so oft „grobe Fehler“, aber viele kleine.

Danke euch nochmal, ich war gestern beim Neuro und der war vollkommen kooperativ. Ich habe ihm meine Wunschdosis gesagt, also eigentlich mindestens 7,5 bis 10 mg pro Einnahme, bei zwei Mal am Tag. Oder sowas wie 10-5-5 und dann habe ich auch mal Retardiet in den Raum gestellt. Nachhause gegangen bin ich mit 20mg Medikinet retard adult.
Habe ich heute zum ersten Mal ausprobiert und das Einsetzen der Wirkung hat ein bisschen gewummst, danach war es sehr angenehm und gleichmäßig. Der Rebound ist aber schlimm. Oder ich vermute, dass das was ich da gemerkt habe oder immer noch merke Rebound ist. Nach dem einen Tag kann ich mir nicht so einen Reim drauf machen. Ich hab zumindest auch gerade krassen Stress und reale Ängste, die die nahe Zukunft betreffen.

Mir ging es aber heute Abend dann so schlecht, wie lange nicht mehr und das ganze gipfelte in einer somewhat Panikattacke wegen akuter Reizüberflutung. Die versuche ich hier auch gerade mit dem Schreiben zu lindern.
Ich wohne an einer sehr stark befahrenen Straße in der Innenstadt und alle Vollspacken rasen hier mit ihren Autos und Motorrädern durch und hupen sich gegenseitig an, weil ja auch überall Feierstimmung herrscht, jetzt da Corona wieder verdrängbar ist.
Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe nur noch flennen können wie ein Kleinkind, das weder Mittagsschlaf noch Essen hatte und von den Eltern zuletzt aus der Kita abgeholt wurde.
Ich habe vorhin eine Stunde im dunklen Bad verbracht, um wieder klar zu kommen, weil das der einzige Ort ohne Fenster und Lärm ist. Aber sobald ich zurück in mein Zimmer gegangen bin flossen beim ersten Geräusch wieder Tränen.
Ich bin immer noch maßlos überreizt und brauche eigentlich einfach mal eine Nacht richtig guten Schlaf. Aber weil ich in diesem Tunnel aus Heulen und Hyperventilieren und Verzweiflung und stickiger Hitze bei geschlossenem Fenster bin, schließt sich der Teufelskreis.
Partner angerufen, aber am Ende haben wir uns nur angemault. Freund*innen angeschrieben, aber niemanden erreicht. Ich hab sogar versucht die Telefonseelsorge anzurufen, aber alle Leitungen dicht. Dann meine Eltern, um einen Schlafplatz zu bekommen, irgendwo, wo es leiser ist. Aber die schlafen natürlich längst.
So schlimm ging es mir zuletzt als Schülerin und in dieser Drecksstimmung bin ich jetzt auch irgendwie noch enttäuscht von mir, nicht bessere Coping-Strategien zu haben und dem Reinsteigern immer wieder Anheim zu fallen.

Jetzt nach dem Aufschreiben natürlich schonmal etwas klarer im Kopf.
Mal ganz davon abgesehen, ob jetzt mehr Stress oder mehr Medikinet daran Schuld war… Ich hab halt auch einfach viel zu wenig Schlaf und Nahrung intus. Ergo: ich bin das Kleinkind ohne Mittagsschlaf und Essen und habe mich selbst zu spät aus der Kita geholt :oops:

Hoffentlich hat das geklappt, und Du bist inzwischen zu etwas Ruhe gekommen.

Sind die 20 denn 2 x 10 oder 10 - 5- 5, so dass die Aufteilung und Tagesabdeckung klappt wie geplant? Oder nur einmal 20?

So oder so muss sich das so nicht wiederholen. Solche Dosierungsfindungs-Tage sind doch auch immer sehr anstrengend, weil alle Sinne überwach sind, um zu beobachten, was sich da so tut. Und Rebound-Sorgen können m.E. gerade am Anfang manchmal ein bisschen self-fulfilling prophecy sein. Wenn dann noch PMS-Nähe dazukommt oder sonstiger Stress,…

Effektive erste Hilfe finde ich oft, sich zu fragen, ob man mit der besten Freundin jetzt ernsthaft auch so sprechen würde (im Sinne von „nicht mal bessere Coping-Strategien, selbst schuld“, usw.). Oder was man der sagen würde, damit sie besser durch die Nacht kommt?

Und mittelfristig scheint als „food for the unfed mind“ ein Tipp von YouTube-Jessica wie gemacht: eine eigene Dopamin-Speisekarte. https://www.youtube.com/watch?v=-6WCkTwW6xg

Kann ja auch ein „Menu für Dein Dunkel-Restaurant“ dabei sein, wenn die Zeit im Bad heute geholfen hat. Oder ein paar Rezeptideen aus den Notfallkoffer-Empfehlungen wie <LINK_TEXT text=„https://www.parkland-klinik.de/fileadmi … tigung.pdf“>https://www.parkland-klinik.de/fileadmin/Parkland-Klink/Mediathek_pdf-Dateien/Parkland-Klinik__PLK-Flyer-Skills_zur_Krisenbewaeltigung.pdf</LINK_TEXT>, die man sich in besseren Zeiten zusammensuchen kann.

Für eine Freundin würdest Du nach so einer Nacht bestimmt eine schöne „Feed your mind and the rest will follow“-Speisekarte zaubern. Dann bist Du selbst eine extraschöne wert, die auch noch im Tunnel und im dunklen Bad die Blicke auf sich zieht.

Ein Gruß aus der Küche könnte übrigens auch ein kleiner Mini-Ventilator sein. Die gibt es ja schon für 10 Euro oder so. Sie bringen ein bisschen monotones weißes Rauschen und erleichtern mitunter wirklich das Atmen. Solange wir atmen, besteht noch Hoffnung. :slight_smile:

Hallo @theunfedmind ,
So ähnlich war der Rebound von Medikinet auch bei mir. Das war der Grund zu Elvanse zu wechseln.
Kannst du am Montag dein Doc erreichen und um Elvanse oder Ritalin bitten?

Ich habe von Ritalin absolut kein Rebound was die Stimmung angeht, von Elvanse sowieso nicht.

Warum ist dein Arzt nicht auf deinen Vorschlag mit dem unrethardierten Medikinet angegangen? Viele vermeiden so den Rebound.

Echt schrecklich wie es dir gestern ergangen ist, ich hoffe du konntest etwas schlafen und es geht dir heute besser.

Wenn es sich in der Wirkphase gut angefühlt hat, bist du schon mal ein gutes Stück weiter nur dass davor oder danach ist jetzt noch die Kunst, da dass passende zu finden.
Da gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Schau mal ob es heute wieder so ist. Hast du denn noch Tabletten da um die im Rebound zu nehmen?

Wenn dir dieser Ort hilft! Einfach den Effekt nutzen und länger drin bleiben. Viellicht gleich zu Begin vom Rebound mit einplanen, damit sich nicht alles gegenseitig verstärkt, denn meist ist die erste halbe Stunde im Rebound am schlimmsten. Könnte sein wenn du dadurch bist , dass es dann nicht mehr so heftig ist. Aber das kann natürlich nur ein Übergangslösung sein.


Ja da hast du recht, und ist nicht so einfach zu durchbrechen.

Höchstwarscheinlich auch zig Leute im Coronamaßnahmen"rebound", die von dem plötzlich alles wieder aktiv überfordert sind.

Das ist doch dein erster Vollrebound im Leben da kannst du nicht mal eben Copingstrategien anwenden, weil da oben plötzlich ein Neurotransmittergewitter war. Gegen Gewitter gibt es ja auch keine Strategiene , außer abwarten bis es vorbei ist.

Strategien kannst du jetzt doch jetzt erst entwicklen.

Beim nächsten mal Laptop mit aufs Clo und hier rein mit all dem Zeugs was in deinem KOpf schwirrt

Ich finde du hast den Zustand echt gut beschrieben und wenn das mal passiert haben auch die nettesten Eltern keine Chance , da müssen die dann durch :wink:

All das was du beschrieben hast könnte mich auch so überreizen.
Ich glaube es ist besser nicht seine Energie in Copingstrategien zu stecken wenn man schon in dem Zustand ist wo man es eh kaum schafft noch drauf zuzugreifen und dann noch mit sich selbst meckert weil man es nicht schafft.

Schau mal was du kurz vor Rebound tun könntest?

-Lieblingsessen
-Ohropax in die Ohren
-Noiscancelling Kopfhörer
-KOpfhörer mit Lieblingsmusik
-Direkt ins Bad
-Irgend einen Film/Serie die dich „wegbeamt“
-Mittagsschlaf
-Abtauchen ins WWW
-Ventilator ist auch eine gute Idee, weil er einen Körperreiz auslöst und dir im Sinne von Achtsamkeit vielleicht hilft dich auf den Körper zu fokusieren.

Aber das sollte kein Dauerzustand werden, sondern wenn überhaupt nur eine Übergangslösung und wenn das bis Montag nicht besser wird, wirklich den Arzt direkt anrufen.

Oh du Arme, das tut mir leid. :stirnkuss

Ja, der Rebound kann ziemlich heftig sein, wobei er einerseits vom Produkt abhängt - Medikinet Adult geht eben mit Vollgas los und bricht dann plötzlich ab - und andererseits vor Allem aber von der Dosis.

Eine 20-mg-Kapsel entspricht ungefähr 2x 10 mg unretardiert. Es würde den Rebound dämpfen, wenn du rechtzeitig vor Ende der Wirkung 2,5-5 mg unretardierte Tabletten nachnimmst. (Hast du noch welche? Und grundsätzlich solltest du natürlich Medis in einer bestimmten Dosis nicht nehmen weil wir das sagen, sondern weil dein Arzt es erlaubt.)


Also ich hatte ihm verschiedene Abstände und Ideen genannt und eben auch selbst die retardierte Version vorgeschlagen, weil ich das Gefühl habe, noch nicht genau abschätzen zu können, in welchen Abständen das unretardierte MPH am Besten funktioniert und ich fürchte, dass ich die regelmäßige Einnahme vergesse.
Da die unretardierte Version aber schonmal irgendwie funktioniert hat, haben wir uns auf den Versuch mit dem retardierten Preparat geeinigt und falls das nicht taugt, wissen wir ja immerhin, dass die Rückkehr zur unretardierten Medikation immer eine Option ist.


Das hatte er im Gespräch zumindest auch kurz angerissen. Ich habe da keine Weisung von ihm, aber dass das im Finetuning für manche gut ist und er mir das auch so verschreiben würde, hat er auf jeden Fall erwähnt.
Ich hab noch drei 5er Tabletten übrig, habe auch schon daran gedacht, das zu probieren.


Vielleicht rufe ich die nächsten Tage nochmal in der Praxis an.
Aber da ich von einem Tag, der auch einfach ein insgesamt antrengend war, nicht recht auf einen regelmäßigen Effekt schließen kann, warte ich nochmal ein paar Einnahmen ab.

Gestern musste ich zukunftsweisende Entscheidungen treffen, da habe ich es vorsichtshalber ausgesetzt.
Heute nochmal genommen, mal sehen wie der Abend wird. Zumindest sind die Grundvorraussetzungen bessere. Ordentlich ausgeschlafen und mit genug zu Essen.
Wobei das retardierte MPH nochmal mehr meinen Appetit unterdrückt als die unretardierten und ich muss mich richtig dran erinnern, dass Nahrung zu sich nehmen eine sinvolle Sache ist. Mag aber genau so gut der Hitze geschuldet sein.



Den Ventilator hatte ich Vorgestern auch angemacht, war ohne gar nicht an Schlafen zu denken. Und Ohropax sowieso.

Ich war halt irgendwie schon vor dem Rebound komplett runter mit den Nerven, da hätte vermutlich nichts von den kleinen Goodies geholfen. Weil ja alle Reize zu viel waren.
Aber ich werde mich mal morgen mit Wassereis eindecken, das finde ich als kleinen Zuckerkick und als kühlenden Körperreiz meistens gut.
Und irgendein analoges Hobby müsste ich mir eh mal suchen. Seit dem Home-Studium und allen anderen Onlinemeetings, eignet sich der flirrende Bildschirm nicht mehr so gut zum runterkommen. Zeit mal wieder die Gitarre auszupacken und neue Seiten drauf zu ziehen.

Danke euch allen für die Tipps und das Mitgefühl <3

Dann könntest du es mit 2,5 mg sechsmal probieren. :wink:

Aber wie gesagt rechtzeitig. Wenn du weißt, der Rebound kommt um 16:30 (ist jetzt nur ein Beispiel), dann nicht erst diesen abwarten, sondern spätestens 16:00, besser 15:45 die (halbe) Tablette nachnehmen.

Hmm also so ganz das Wahre ist das mit dem Medikinet nicht…
Der Rebound war nicht nochmal so zerschmetternd, wie beim ersten Mal.
Dafür spüre ich nicht mehr viel vom Effekt. Und mehr Nebenwirkungen.

Nach der Einnahme ist mir flau as fuck und ich fühle mich seltsam fixiert. Komme dann ewig nicht in die Puschen, weil ich auf meinem Sofa hänge und der leichten Übelkeit nachspüre.
Energielevel wieder unberechenbar und die Konzentration auch eher underwhelming. Dass da etwas passiert, merke ich eigentlich nur an den Nebenwirkungen und daran, dass ich nach Wikungsende wieder anfange zu zappeln und mir auf die Lippen beiße und die Zähne zusammen und wenn dann noch irgendeine Zoomkonferenz ansteht, fühl ich mich, als würde ich explodieren müssen und alle Gespräche sind öde und nicht anregend genug.

Also oben tut sich zu wenig und überall sonst zu viel.

Ich gebe mir Mühe, zumindest eine Banane oder einen Müsliriegel zur Tablette zu essen. Aber direkt nach dem Aufstehen geht Essen für mich einfach nicht. Also warte ich immer an die zwei Stunden und dann muss das Medikinet noch anfangen zu wirken. Das entzerrt meinen Morgen irgendwie unnötig.
Außerdem ist mein Appetit danach für die nächsten Stunden ausgenockt.
Also eine Theorie ist jetzt, dass eine Banane bis um 16 Uhr zu wenig ist und deshalb das heftige Energietief kommt und auch der flaue Magen; vielleicht die Tablette deshalb nicht gut wirkt.

Bei den unretardierten hatte ich ein ähnliche unwohles Gefühl in den ersten paar Tagen. Ob das aufgehört hat, weil ich da rausgefunden hatte, dass kurz nach dem Essen besser funktioniert als zum Essen oder ob das eine Gewöhnungsfrage war, weiß ich nicht.
Die haben halt ziemlich schnell ihre Wirkung entfaltet und ich konnte gezielt noch auf den letzten Drücker was essen. Mit dem Abfall der Wirkung kam ein Hungergefühl und nach dem Mittagessen habe ich dann die nächste genommen.

Ist der Medi-Honeymoon schon vorbei?

Ideen, Tips und Mutmaßungen sind sehr willkommen!

Dass man nach einer gewissen Zeit einmal steigern muss ist bekannt. Außerdem ist mein Eindruck, dass man Medikinet Adult etwas reichlicher dosieren muss als unretardiertes MPH. Anders gesagt, Medikinet Adult 20 mg wirkt nicht genau so wie 2x 10 mg unretardiert.

Ich nahm in „Unretardiert-Zeiten“, also vor 2011, morgens 15 mg und zweieinviertel Stunden später nochmal 15 mg. Die habe ich dann ersetzt durch Medikinet Adult 40 mg, die Wirkung ist nach meinem Eindruck vergleichbar; die 30-er Kapsel reichte nicht.