Müde, kraftlos und Ausgebrannt. Ich weiß nicht mehr wirklich weiter

Hallo zusammen,
ich bin 31 Jahre jung, Sozialarbeiter und habe in der Kindheit meine ADHS-Diagnose (aufmerksamkeitsdefizitär) bekommen. Nachdem ich in der Kindheit Medikamente bekommen habe wollte ich diese recht schnell nicht mehr nehmen. Anschließend war das ADHS in Ausbildung, Job und Studium kein Thema mehr. Mit wachsenden Herausforderungen und einigen schwierigen Situationen, habe ich mich vorletztes Jahr wieder mit der Thematik und mir selbst auseinandergesetzt. Seit letztem Jahr bin ich in der Behandlung mit Elvanse Adult. Die Dosis habe ich in Absprache mit meinem Arzt nach und nach gesteigert, sodass ich zurzeit bei morgens 70mg bin, gerade warte ich auf den medizinischen Befundbericht um eine Reha zu beantragen. Darüber hinaus kam letztes Jahr die Diagnose von Cluster-Kopfschmerzen hinzu. Dies ist ein weiteres Thema, was mich sehr beschäftigt. Jetzt zu meiner aktuellen Situation, die mich dazu bewegt in dieses Forum zu schreiben um ggfs. von euren Erfahrungen und Wissen zu profitieren.
Derzeit fühle ich mich unfassbar ausgelaugt und konstant müde. Ich starte jeden Tag in einem gefühlten Energiedefizit, fühle mich kraftlos und leer. Hobbys wie das Fußball spielen im Verein sind eine Herausforderung geworden. Dinge die mir Spaß machen wo ich die Arbeit auch zuzählen würden sind eine Belastung. Der Tag vor allem der Feierabend fühlt sich zu kurz an um mir etwas Schönes zu machen. Zum Training zu gehen kostet massive Überwindung oft sage ich auch ab obwohl mir das Training, wenn ich da bin guttut. Ich verschiebe das ins Bett gehen nach hinten, weil ich gefühlt ansonsten wenig Zeit für mich und meine Partnerin habe und brauche anschließend einen guten Anlauf um einzuschlafen. Auf der Arbeit bin ich viel „maskiert“ auch wenn meine Arbeitskolleg*innen von meinem ADHS wissen. Bei sozialen Events werde ich immer introvertierte und nehme weniger teil.
Ich möchte einfach mal wieder Energie haben. Ich habe das Gefühl in einer Spirale zu sitzen, die sich weiter nach unten dreht und keinen Ansatz zum anhalten zu finden. Ich möchte mich nicht mehr ausgebrannt fühlen.

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Hi @Pulle erstmal herzlich willkommen hier im Forum!

Das ist ja hat nicht so einfach alles…

Mir welcher Dosis Elvanse bist Du denn eingestiegen und wie schnell gibt die weitere Aufdosierung?

Und ab welcher Dosis traten denn so in etwa diese Kopfschmerzen auf?

Und hast Du irgendwann mal eine Weile kein Elvanse genommen? Wie war das so?

(Nicht, dass es evtl. alles zusammen eine Überdosierung sein könnte…? Manche Menschen brauchen nämlich auch weniger als 30mg Elvanse… )

Und wann lässt bei Dir die Wirkung von Elvanse nach? Merkst Du irgendeine besondere Müdigkeit mittags oder im frühen Nachmittag?

Vielen Dank :slight_smile:

Die Schmerzattacken traten tatsächlich vor den Medikamenten auf. Zu dem Zeitpunkt allerdings vom Hausarzt als Migräne benannt. Zum Cluster sehe bisher wenig Zusammenhang.

Eingestiegen bin ich mit 30mg. Die Erhöhung der Dosis lief innerhalb von einem Jahr also ca halbjährlich. Ich hatte jeweils das Gefühl nicht mehr die Wirkung wir zu Beginn zu haben. Die Müdigkeit kommt vor allem Mittags spätestens Nachmittags. Ich merke immer noch Teile der Wirkung aber nicht mehr so stark. Derzeit habe ich die Müdigkeit allerdings nahezu konstant mit wenigen Ausnahmen.

Die Pausen von elvanse kann ich nicht genau benennen, da ich in der Zeit Cluster Medikation mit hochdosierten Cortison nehmen musste.

der Text könnte zu ca. 90% von mir sein. Ich würde in jedem Fall mal mit der Dosis runter gehen. Ich war auch bei allen möglichen Dosierungen, aber 70mg waren auf jeden Fall too much und die Symptome wurden währenddessen, vor allem aber danach krasser (Rebound). Mich würde interessieren, was passiert wenn du kein Elvanse nimmst für einige Tage. Das habe ich auc hmehrfach gemacht. Ich bin dann meistens EXTREM müde, antrieblos, teilweise depressiv, muss aber nicht sein… mit 30mg und dann langsam hochgehen könnte da wieder etwas Energie zurückkommen, aber auch ich habe das was du beschreibst: vieles ist Belastung/Herausforderung (auch das was eher Spaß macht), soz. Interaktion laugt aus, Einschlafen wird hinausgezögert, hast du unregelmäßigen Schlaf? Ist bei mir leider echt katastrophal aktuell: 1-2x gar nicht o. sehr wenig schlafen, dann wieder sehr viel schlafen und dann auch so „nur“ 3-4x die Woche 7-8h Schlaf, was ich wenig finde. Schlaf, Ernährung, Sport sind sehr wichtige Säulen.

Ich halte es aber auch nciht für sinnvoll, dass dein Psychiater in so langen Abständen hochdosiert hat. Normalerweise macht man das etwa alle 4-6 Wochen und nicht alle 6 Monate. Es kann durchaus sein, dass du oft unterdosiert warst: „Ich hatte jeweils das Gefühl nicht mehr die Wirkung wir zu Beginn zu haben. Die Müdigkeit kommt vor allem Mittags spätestens Nachmittags. Ich merke immer noch Teile der Wirkung aber nicht mehr so stark. Derzeit habe ich die Müdigkeit allerdings nahezu konstant mit wenigen Ausnahmen.“

Was merkst du neben der verstärkten Müdigkeit und Energielosigkeit an Wirkung, wie ist es dann genau nachmittags und abends. Merkst du da (wie ich) mehr ADHS-Symptome, Rastlosigkeit/Sprunghaftigkeit/Zwanghaftigkeit, Prokrastination (letztlich auch Schlafengehen/Abschalten…)?

Was auch sein könnte, ist, dass eben Elvanse einfach gar nicht Deinen ganzen Tag anständig abdeckt, wenn Du sich schon relativ früh ermüdest. Diese 12-14 Stunden werden definitiv habt oft nicht erreicht.

Es gibt ja hier so einige, die zweimal am Tag Elvanse einnehmen, dann aber die erste Dosis u.U. deutlich reduziert und die zweite auch wieder.

Ganz wenige Ärzte machen das mit gutem Gewissen, aber so langsam spricht es sich herum, dass Elvanse nicht bei jedem lang genug wirkt.

Im Forum sind sogar zwei drei Leute, die Elvanse dreimal nehmen. ZB statt der Tagesdosis 60mg dann 3x 30mg…

Mein neuer Arzt schlug mir das auch vor, aber dann kann ich leider nicht mehr schlafen.

Ich nehme morgens Elvanse 15mg und mittags dann 10mg und nachmittags zweimal Attentin. Attentin mag aber auch nicht jeder Arzt verschreiben, ein es eigentlich für Kinder zugelassenen ist.

Stattdessen kann man auch mit MPH anstückeln…

Man muss auch wissen, dass Elvanse immer noch bis zum nächsten Tag eine gewisse Restwirkung hat, sodass es sich leicht aufsummiert. Am dritten Tag ist das dann „stabil“ - siehe hierzu auch in der Suchfun unter „Steady State“.

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genau das ist oft das Problem. Habe z.B. gestern auch mal eine 2. Portion genommen und es waren nur 20mg und es war am späten Nachmittag. Das war wohl zuviel, denn ich war dann stundenlang was aufgedrehter/fahriger und konnte erst spät nachts schlafen, aber immerhin :smiley: Attentin scheint mir da auch auf jeden Fall besser als 2. Gabe (schnell und kurz wirkend) zu sein.

Ich finde Elvanse auch echt tricky, dieser Aufbau über Tage führte bei mir nicht selten zu Problemen, wenn ich zuviel Elvanse genommen habe.

Viel Erfolg dir @Pulle

Evtl wäre es hilfreich, die erste Dosis um die Menge der zweiten Dosis zu reduzieren und die zweite etwa eine Stunde, bevor die Müdigkeit immer auftritt, einzunehmen …

Ansonsten ist es eben durchaus möglich, dass ein Verlängern mit einem anderen Mittel erst den Tag abdeckt.

Check mal mit Deinem Arzt!

Alles Gute!

Andernfalls kommst du womöglich nie aus der Erschöpfung und dysfunktional empfunden Verhaltensweisen heraus…