Neu und planlos bez. Medikinet

Liebes Forum,

ich bin neu hier und habe auch gleich ein akutes Problem. Dabei könnten mir Meinungen von Betroffenen sehr helfen.
Leider befinde ich mich aktuell als ADHS´ler mit zus. Angstproblematik und aktueller akuter Belastungsstörung in einer seltsamen Privatklinik, die gefühlt gar keine Ahnung von dem Thema haben und irgendwelche Verwirrspielchen mit mir spielen. Man fand es beispielsweise heute, also zu Samstag, eine gute Idee, die Medikinet Dosis, von 10 auf 20 (morgens und mittags) zu erhöhen. Medikinet war bei mir in der Vergangenheit nicht so der Knaller- laut Lehrbuch ist das bei einer kom. Angstproblematik auch nicht unüblich.
Nach der Einnahme am Morgen fühlte ich mich ziemlich weggeschossen und müde. Da ich ja in einer (zumindest preislich) super duper Klinik bin, habe ich höflich nachgefragt, ob ich kurz die Bereitschaftsärztin vor Ort zu der Thematik befragen dürfte. Diese ließ mir dann lediglich über den Pfleger ausrichten, dass „das in den nächsten Tagen besser werden sollte“. Völlig verunsichert habe ich dann auch noch die Mittagsdosis genommen und der Trip wurde erwartungsgemäß viel schlimmer. In der Zwischenzeit hatte sich wohl leider eine andere Patientin beschwert und hat mich dann zu dieser Ärztin, eine ziemlich verranzte Dame, die außerhalb ihres Wochenenddienstes wohl Klangschalen verkauft. Leider hatte ich schon ein paar Wortfindungsstörungen und konnte es nicht richtig beschreiben. Sie bot mir dann ganz schnell zwei Möglichkeiten an: Wenn es mir durch das Medikament nicht gut geht, käme ich umgehend auf „die Geschlossene“. Wenn das aber nur ein Irrtum war, sollte ich gehen und zukünftig besser meine Mitpatienten davon abhalten, den Mund aufzumachen.
Was meint Ihr dazu? Insbesondere auch die Medikinet-Erfahrenen?
Sorry, aber ich bin völlig fertig:(

Willkommen, @Snooks.

Klingt alles recht verstörend.

Kann tatsächlich sein, dass sich Dein Leidensdruck und eine Verunsicherung erstmal erhöhen mit einer Dosissteigerung. Martin Winkler beschreibt u.a. hier ADHS-Retardpräparate bei Erwachsenen - Blog ADHS-Spektrum … rwachsene/
ein Phänomen, das er „Kanalratten“ getauft hat. Da werden (gerade anfangs) unangenehme Zustände noch stärker wahrnehmbar… und ohne Aufklärung über den Hintergrund hält man das für eine Nebenwirkung.

Er schreibt:

„Bei den Retardpräparaten tritt nach Erreichen eines ausreichenden Wirkspiegels (häufig so 1 – 2 h nach Einnahme) bei einigen Patienten ein Phänomen auf, das ich „Kanalratten“ nenne. Plötzlich nimmt der Patient Ängste / Depressionen, bzw. eigentlich noch treffender Konfusionszustände bzw. Dissoziative Lücken wahr, die jetzt fälschlich als ADHS-Symptome bzw. Anzeichen eines Rebound-Effektes missdeutet werden. […]
Das sind diese „Kanalratten“ = Erlebnisse / Trauma / Dissoziative Phänomene aus der Vergangenheit der lebenslangen ADHS-Konstitution.“

Das ist unangenehm, würde aber wohl tatsächlich in den nächsten Tagen besser, insb. in einem Umfeld, das diese Kanalratten mit Dir betrachten und angehen kann.

Ich würde auch strukturell darauf vertrauen, dass eine Privatklinik Dich nicht grundlos als zahlenden Kunden an eine Klinik mit beschützender/„geschlossener“ Station verlieren will.

Die Erhöhung um 10 mg klingt jedenfalls nicht nach einem Kunstfehler. Vielleicht hast Du ja unter der Woche auch andere Ansprechpartner, die Dir sympathischer sind oder denen Du mehr vertraust.

Hallo @Snooks und herzlich willkommen,
Eine einmalige Erhöhung im Sinne von 20-10-0 ist nicht verkehrt, aber gleich auch die zweite Dosis zu erhöhen, kenne ich so nicht.

Und sie dürfen dich nicht in die Geschlossene einsperren, es sei denn du bist eine Gefahr für Andere oder dich selbst.

Allgemein finde ich die Aussage und Drohung der Klanglady sehr unverschämt. Sie müssen auf deine Bedürfnisse und Wünsche eingehen, besonders eine Privatklinik ist sehr daran interessiert sein Klientel zufrieden zu entlassen. Gehe am Montag zum Chef wenn sein muss und schildere die Situation.

Herzlich Willkommen @Snooks

Am liebsten würde ich, an Deiner Stelle, der Dame instinktiv die Klangschalen an den Kopf schmeissen.
Da diese impulsive Reaktion die Drohung Dich auf die „geschlossene“ zu überweisen extrem erhöhen würde, muss ich natürlich dringendst von solch heftigen Reaktionen abraten. :wink: :smiley:
Nein im Ernst, unglaublich Deine Geschichte. :ai

@Snooks ich würde meine Familie oder Partner informieren und mich auf keinen Fall bevormunden lassen.
Ich wünsche Dir das alles in Ordnung kommt. :slight_smile:

Klingt merkwürdig.
Ich würde aber grundsätzlich davon ausgehen, dass es dort niemand böse mit dir meint und dich absichtlich in die Irre führen will.Wozu auch?

Es kann schon mal dauern, bis man sich in einer Klinik gut verstanden und angekommen fühlt. Das muss sich zurechtruckeln, gibt dir und der Klinik da ein bisschen Zeit.

Als Tipp kann ich dir die Pflege vorschlagen. Die sind immer vor Ort und Ansprechpartner wenn es Krisen gibt.
Also nicht gleich die Ärztin verlangen, sondern mit deinen Sorgen zur Pflege gehen.

Dass der Termin mit der Ärztin so negativ war könnte unterschiedlich einzuordnen sein.
Vielleicht sie hat einen schlechten Tag, vielleicht musste sie zum x-ten Mal am Wochenende einspringen, und sie glaubt sie wird gemobbt und kriegt sich einfach nicht mehr so geregelt, dass sie solche Termine mit der erforderlichen Empathie hinbekommt?
Oder vielleicht war das was sie gesagt hat grundsätzlich im grünen Bereich nur kam es bei dir unfreundlich und bedrohlich an, weil du vorher schon auf sie nicht gut zu sprechen warst?
Das mit der Mitpatientin verstehe ich nicht ganz: hat die dich zu ihrem Not-Termin unangekündigt mitgeschleppt? Vielleicht war die Ärztin dann einfach überrumpelt, weil sie sich normalerweise Zeit nehmen muss, um sich auf einen Termin vorzubereiten?
Es gibt so viele Möglichkeiten

Auch dazu empfehle ich die Pflege: besprich dort diesen Arzttermin und frage die Pflege, wie du das einschätzen sollst. Frage die Pflege, was dort in der Klinik an Austausch unter Mitpatienten üblich ist. Und auch ob die Ärztin immer so schroff ist.
Also: Reality-Check.

Was kam denn beim Arzttermin bezüglich der Medikation raus? Sollst du es weiternehmen wie geplant? Wenn ja und du dich davor fürchtest: auch da empfehle ich die Pflege. :sonne

Was ich dazu meine - dass die Dame ein ruhiges Wochenende haben möchte und du ihr lästig warst.

Mach dir nicht allzu viele Gedanken, das lohnt nicht. Ab Montag hast du ja wieder deine gewohnten Ärzte/innen, die (hoffentlich) wissen was sie tun.

Herzlich willkommen im ADXS-Forum! :juhuu

Hallo @Snooks ! wink

Also ich finde, dass diese Klinik gar nicht geht!
Denn, wenn jemand ein Problem mit seiner Dosis hat und diese das dann einfach mehr oder minder IGNORIEREN, sind sie einfach unfähig!
Du hast doch dort auch sicherlich Gespräche mit einem Therapeuten/ einer Therapeutin!
Vielleicht kannst du dir ja über ihn/sie Gehör verschaffen?

Und überhaupt würde ich mal sagen, was ja auch eigentlich offensichtlich ist, dass du mal ein anderes Medikament ausprobieren möchtest!
Denn ein Arzt MUSS auf die Bedürfnisse seiner Patienten eingehen! Das ist seine Pflicht!!

Schreib mal bitte, wie es dir die nächsten Tage geht und ob du mit dem Medikinet jetzt bessre klarkommst! (Denn es könnte auch die Einstellungsphase sein.)