Das ist halt am Ende der Unterschied, ob der Arzt sich pro Patient etwa 6 Minuten oder knapp 10 Minuten zeitnimmt.
Na ja aber wenn bereits jetzt zu viele Patienten da sind, muss man aussortieren. Und dann fliegen (wahrscheinlich, wie auf dem Artbeitsmarkt) die zuerst, die als letztes hinzukamen.
Es gibt wohl einen Bestandsschutz. Laufende Behandlungen dürfen zu Ende geführt werden.
Auf der anderen Seite gibt es keine oder schlechtere Möglichkeien mehr, Notfälle zu behandeln und auch dringende Fälle mit Code laufen dann wohl nicht mehr extra.
Meine Behandlung lief wohl unter Notfall/dringender Fall. Versuche jetzt, dort vor Jahreswechsel als „richtige“ Patientin unterzukommen…
Da wird einem nur noch schlecht, wie der Sozialstaat immer weiter demontiert wird.
Natürlich ist das alles erstmal nicht schön.
Aber alle Menschen müssen Abstriche machen - Patienten, Ärzte, Praxen, Kliniken.
Die Ursachen waren sehr vorhersehbar und lange bekannt:
- Durch medizinischen Fortschritt (gerade durch die vermeintlich von vielen dämonisierte Pharmabranche) in Technik u. Pharmazie hat die Lebenserwartung der Menschen erhöht. Das Lebensalter steigt - und gerade im hohen Lebensalter ist viel Medikation u. Behandlung notwendig, um diese erhöhte Lebenserwartung zu erreichen. Bei Personen, die (zu Recht) ihren Lebensabend als Rentner genießen und in der Rentenzeit nicht die hohen Einzahler in die Sozialsysteme mehr sind. Wir alle profitieren davon, wenn wir auch eines Tages so alt sind und sehr kostenintensiv behandelt werden. Das sollte man nicht vergessen
- Wir haben „Menschen geschenkt bekommen“. Und viele davon haben nicht die beste (oder überhaupt irgendeine) berufliche Qualifikation. Wir haben viele Menschen aus Krisengebieten bei uns aufgenommen. Diese Menschen brauchen oft besondere Fürsorge, weil sie traumatisiert hier ankommen, in ihrem bisherigen Leben kaum Gesundheitsvorsorge hatten (Beispiel: Zähne) und ihnen als Menschenrecht hier natürlich trotzdem von Tag 1 an medizinische Versorgung zusteht. Oft ohne dass sie dafür bisher in die Sozialkassen / Krankenkassen eingezahlt haben - und bei vielen auch, ohne dass sie nennenswert in diese Sozialsysteme zukünftig hier einzahlen werden.
Das kann man gut finden, dass kann man schlecht finden - es bleibt jedem selbst überlassen. Daher sind meine Hinweise auch ohne jede Wertung, sie sollen nur eine Feststellung der Realität sein.
Eines kann man aber nicht sagen: dass man es nicht hat hätte kommen sehen können, und dass man nicht an verschiedener Stelle davor gewarnt wurde, dass wir alle dafür einen Teil unseres Wohlstands abgeben und auf mehr Menschen im Land verteilen müssen.
Jeder kann auf seinem Wahlzettel abstimmen, wie man das findet und was man dagegen tun oder eben nicht tun möchte.
Da muss man sich, wie es manchmal so schön heißt „ehrlich machen“.
(Meine Meinung u. Einschätzung)
Es gibt nicht nur zwei Ursachen.
Das dermaßen verkürzt auf zwei stark behandlungsbedürftige Menschengruppen zu reduzieren, ist schon ziemlich zweifelhaft.
Einige weitere Gründe neben Demografie und Schutzsuchenden wären:
Es zahlen nur die niedrigen Einkommen ein, die höheren sind sogar in der Beitragshöhe gedeckelt.
Medikamentenkosten sind hier höher als sonstwo. Warum das die Mitgliedsstaaten nicht einheitlich regeln, will mir nicht in den Kopf. In Bulgarien verrecken die Menschen wegen der Preise und hier kollabieren die Krankenversicherungen.
Es gibt zuviele Allgemeinkliniken. Die sich dann mit Hüft-OPs über Wasser halten.
Die ambulante Versorgung und Prävention ist viel zu schwach.
Gesundheitsschädigende Produkte sind viel zu leicht erhältlich und lachhaft günstig, also übermäßiger Zucker, Alkohol, Tabak usw.
Der Zuschuss des Bundes an die GKVen sinkt.
Es gibt über 100 GKVen, reichen nicht wenige aus?
Ich könnte noch Stunden weiter machen, das Problem ist vielfältig und es wird knallhart von unten nach oben verteilt.
Jetzt den Schwachen die Schuld zuzuweisen, während es richtig professionelle Player gibt, die sich selbstbedienen, ist rechte Politik.