Reizdarm und ADHS

Guten Abend

Ich habe ein Starkes ADHS seit meiner Kindheit und in der letzten Zeit auch einen Reizdarm der irgendwie mit der Ernährung die ich vorher hatte irgendwie im Zusammenhang steht. Aber ich hatte auch schon Artikel gelesen wonach ADHS auch ein Auslöser für ein Reizdarm Beschwerden sein kann.
Ich merke leider auch was Typisch bei ADHS ist, dass ich manchmal damit zu Kämpfen habe dass sich die Gedanken wie ein Karussell drehen und man sich das schlimmste ausmalt und dann die Symptome oft noch heftiger machen, durch die Ernährung kann man ein wenig steuern aber das Gedankenkarussell bleibt und je tiefer es ging ums öfter kamen danach auch Panikattacken Zuhause was leider sehr belastend sein kann.

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Hallo,

nimmst du ADHS Medikamente?

Nein ich hatte gegen mein ADHS noch nie Medikamente genommen ist bis jetzt auch ohne gegangen, eben nur sind tinitus, Reizdarm , Neurodermitis als Krankheiten hinzugekommen ohne das man dabei wirklich eine Erklärung finden konnte.

Das klingt aber nicht nach „bis jetzt auch ohne gut gegangen“… findest du nicht?

Symptome = Stress = höhere Wahrscheinlichkeit auf stressbedingte weitere Probleme. Jedenfalls bei mir! :slight_smile:

Auch das Gedankenkarussel, von wem du sprichst, ist ja furchtbar anstrengend. Hast du denn einen (guten) Psychiater? Was hat dich bisher davon abgehalten, Medikamente auszuprobieren?

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Wurde bis jetzt nicht für nötig befunden welche befunden von Ärzten manche stellten auch die adhs Untersuchungen in Frage wo sich damit nicht auskannten.
Also hast du diese Sachen auch?
Ja das Gedankenkarussel ist mega belastend da es auch manchmal in panick Attacken geendet hatte aber wenn die Symptome vom Reizdarm weniger wurden konnte ich es auch eher wieder stoppen welche zu haben. Ja werde bald einen Therapieplatz haben mal sehen was die meinen werden.

Was die Ärzte sagen, ist ja die eine Sache. Die sind ja nicht in deinem Körper und Kopf!
Leidensdruck können die nicht festlegen.

Ich hab diverse Probleme aufgrund der lange nicht diagnostizierten ADHS, ja!

Ich würde dir raten, dich vielleicht etwas über die Medikation zu informieren und dann nochmal zu überlegen, ob du das nicht mal ausprobieren solltest! Es ist kein Allheilmittel, aber eine immense Belastung für viele Menschen :slight_smile:

Ist Leider so und auch Belastend da man das gefühl hatte man wäre ein Simulant aber meine Vergesslichkeit zb keine Namen, Alter, Geburtsdaten zu merken ist nicht normal auch mein Zeitgefühl usw. einiges konnte ich sicher selbst durch eigene Strategien beheben aber kostet viel Energie.
Und ja das mit den Medikamenten überlege ich mir noch aber ich hatte auch schon gelesen das Methylphenidat auch die Gehinrstruktur ändern wenn man sie zu lange nimmt.
Oder einer der Nebenwirkungen von Elvanse könnte noch mehr durchfall sein das mir leider schon der Reizdarm schon mehr als genug beschert.
Ja nur hatte ich meine ADHS Diagnose seid dem 6 Lebensjahr nur wurde mir nie was darüber mittgeteilt.
Auch wahr es damals so schlimm das man nicht mal ein iq test durchführen konnte wegen der ablenkbarkeit.

Sehe jetzt erst: Entlastung! Es ist eine immense Entlastung :smile:

Verstehe dich da gut, ich habe vorher ja auch 10000 Strategien versucht und es hat einfach nur Kraft und Energie geraubt!
Zu der veränderten Hirnstruktur kann ich nichts sagen, vielleicht @UlBre ?

Die Nebenwirkungen sind aber in der Regel nur zu Beginn der Eindosierung da und verschwinden dann, also sind kein Dauerzustand.
Ich denke mir da: lieber 2 Wochen so eine Nebenwirkung, als dauernd wegen den Symptomen einen hohen Stresspegel der dann weiteres negativ beeinflusst.

Aber ich kann nur für mich sprechen! :slightly_smiling_face:

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Methylphenidat wird inzwischen seit über 70 Jahren eingesetzt. Es gibt nur wenige Medikamente, die schon so lange im Einsatz sind. Wenn es Langzeitschäden gäbe, werden diese inzwischen längst offenbar gewonnen. Es gibt viele Studien, aber keine fand langfristige Schäden.

Veränderungen gibt es immer. Alles was dein Leben beeinflusst, verändert auch dein Gehirn. Jede relevante Erfahrung, schon Ernährungsumstellungen.
Unter ADxS.org findest du zu MPH viele Infos, auch dazu. Vergleiche die Nachteile bitte mit den Folgen eines unbehandelten ADHS (Kapitel: Folgen): Eine durchschnittlich um mehrere Jahre verkürzte Lebenserwartung zum Beispiel.

Ob ADHS-Medikamente bei dir positiv wirken, vielleicht sogar in Richtung Reizdarm, musst du ausprobieren. Das ist leider zu individuell, als dass man für eine einzelne Person eine spezifische Voraussage machen kann.

Ich hatte auch jahrzehntelang Magenprobleme die mit MPH sofort weg gegangen sind, noch bevor ich eine andere Wirkung gespürt habe mit der Initialdosis. Hat also bei mir definitiv damit zu tun gehabt ich vermute eben auch, dass es einfach der dauerhafte Stresszustand ist.

Die Hoffnung hatte ich auch, ist leider nicht in Erfüllung gegangen.
Ich fürchte das ist ein ziemlich komplexes Thema.
Mein BFF hat seit mindestens 10 Jahren Magenprobleme UND ne ADHS Diagnose, bei dem sind die Magenprobleme leider auch nicht einfach weggegangen.
Der hat im Gegensatz zu mir auch noch 100 andere Sachen probiert unter anderem ein sehr strenges Essensregiment.

Ich hab mit „Lunatask“ ne App gefunden, die Habit-Tracker/TodoList/Journalling in einem anbietet und damit seit ein paar Monaten angefangen zu tracken wie oft ich Pantoprazol nehme.
Wenn ich rechtzeitig merke, das „was im Anzug“ ist, kann ichs damit abwenden, wenn ichs zu spät merke ist es damit dann wenigstens am nächsten morgen weg.

Aber bisher bestätigt sich, was ich auch schon befürchtet hatte:
Keinerlei klare Zusammenhänge zu erkennen.
Weder führt erhöhter Stress zu mehr Magenproblemen, noch irgendeine Dosis Medikamente zu mehr oder weniger Problemen.

Essen würde ich mal kategorisch ausschliessen als Problem, ich bin ein sehr unflexibler Esser und esse daher selten was anderes, da gibts recht wenig Schwankungen und auch die haben keinen erkennbaren Wert.

Ich schliess nicht aus, dass ich nicht noch genauer tracken könnte da, aber bisher ist das einzige was ich relativ sicher mit Magenproblemen in Zusammenhang bringen kann:
A) Zuwenig Schlaf (spätestens nach zwei Tagen hintereinender weniger als 6h).
B) Reisen (auch Kurztrips in eine zwei Stunden entfernte Grosstadt).

Aber sonst führt beispielsweise Stress auch nicht zuverlässig DIREKT zu Magenproblemen.

Kann sein, dass das längerfristig dann besser wird mit Medikation und wenn noch mehr Tools und Strategien dazukommen und funktionieren, aber ganz so einfach ist es auf jedenfall nicht, weniger Stress=weniger Magenprobleme.

Ich habe eine so bunte Sammlung an Diagnosen gesammelt, dass ich mich wahrscheinlich besser von empirischen Gesundheitstipps aufgrund von Selbstmedikations-Experimenten fernhalten sollte. :sweat_smile:
Aber vielleicht bringt es ja trotzdem jemanden etwas.

Also zu erst wollte ich anmerken, dass PPIs (Pantoprazol, Esomeprazol etc.) entgegen mancher ärtztlicher Meinung sehr wohl indirekt abhängig machen (bzw. einen „Gewöhnungseffekt“), besonders bei Langzeit-Einnahme, dafür sind sie auch nicht gemacht.
Bei mir hat das Absetzen auch einen sehr starken „Rebound“ verursacht, nicht sofort, aber im Verlauf von ca. einer Woche immer stärker. Es hat bestimmt zwei Monate gedauert, bis ich einen stärkeren Einfluss von Nahrungsmitteln auf meinen Magensäuregehalt gespürt habe und ich habe das nur mit sehr viel basischem Pulver irgendwie unter Kontrolle halten können.
Das dauert einfach ein paar Wochen, bis man da mit Sicherheit sagen kann, ob etwas anderes wirkt oder nicht, da sich eben der Körper erst mal auf den fehlenden Magensäureblocker einstellen muss.

Meine Kollektion besteht aus Reflux-Ösophagitis, chronischer Gastritis, Morbus Crohn und Fructose-Malabsorption, was mir über 12 Jahre lang eine tägliche Einnahme von Pantoprazol/Esomeprazol (PPI) beschert hat. Dann nehme ich noch Thyroxin wegen einer Schilddrüsen-Störung und erst kürzlich eben Ritalin gegen das ADHS.
PPIs soll man ja eigentlich nicht so lange einnehmen, aber die Ärzte haben mir gesagt, es wäre eben eine Abwägung zwischen den Langzeit-PPI-Folgen und den Langzeit-Ösphagitis-Folgen, nämlich Speiseröhrenkrebs.

Ich wollte aber trotzdem von dem PPI weg kommen und jemand hat mir dann Trinkmoor empfohlen, dabei bin ich eigentlich gar nicht der homöopathische Typ.
Ein Glas davon am Morgen hat dann den Säureblocker aber tatsächlich ersetzen können, wenn ich dazu noch ein bisschen auf die Ernährung geschaut habe. In akuten Fällen half dann auch noch Basica-Granulat.
Ist halt einfach beides etwas basisches, dass die Säure im Magen ausgleicht und dann vielleicht doch ein bisschen weniger giftig als die Langzeit-PPI-Einnahme.

Eine Ernährungsberatung, die ich wegen der Fructose-Malabsorbtion aufgesucht habe hat mir dann empfohlen, sehr viel mehr Ballaststoffe zu essen und auf Rohkost zu verzichten. Natürlich auch auf Fructosehaltige Lebensmittel.
Da ich mir im Büro nicht jeden Tag eine Gemüsepfanne kochen kann, hab ich mir angeschaut, was so ziemlich die meisten Ballaststoffe in kompakter Abmessung hat und bin auf den Trick mit den in Öl eingelegten Artischocken gekommen :v:
Wenn ich nach einer Mahlzeit 3-4 davon esse, dann komme ich auch ohne Basica und Heilmoor aus, das sind aber nicht nur die Ballaststoffe meiner Meinung nach, die Artischocke macht noch weit mehr und auch das Öl spielt dabei wahrscheinlich eine Rolle, dazu kann man sich viele Theorien im Interent durchlesen. War aber wie gesagt eigentlich ein klassischer Fall von Serendepidität, den ich wärmstens empfehlen kann.

Das war jedenfalls die symptomatische Behandlung meines anscheinend chronisch zu hohen Magensäuregehalts, mit dem ich das recht gut unter Kontrolle hatte in den letzten Jahren.

Das Methylphenidad hat mir dann aber jetzt noch die Ursache genommen, es wird einfach nicht mehr so viel Säure produziert. Ich denke das hat bei mir schon sehr viel mit diesem permanenten Stresszustand zu tun, kann aber auch in Zusammenhang mit der Schilddrüse stehen, die ja auch irgendwie die Magensäureproduktion steuert. Wenn mein Thyroxin falsch eingestellt ist, dann spüre ich das sofort in Magen und Darm.

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Das klingt bisschen so, als ob das bei dir quasi Dauerzustand war.

Ich bin zwar froh, dass es das bei mir ist, aber auf ne Art würde es eben das „troubleshooting“ deutlich leichter machen.

Ich nehm Pantoprazol ja eben nicht regelmässig, irgendwas um du 1-2 mal pro Woche, mit mal grösseren und mal kleineren Lücken dazwischen.
Und manchmal nehm ichs eben „profilaktisch“, wenn ich das Gefühl habe, es ist was im Anzug, wo ich dann nicht 100% sagen kann, dass ich es dann wirklich benötigt hätte.

Grade das nervt halt aber auch, weils ist wie das Wetter und einem einfach immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen kann, egal was man macht…
Würde es immer kommen, wenn ich Stress hätte:
Stress reduzieren!
Würde es immer kommen, wenn ich das falsche Esse:
Essen ändern!

Ich hatte ne Weile mal gehofft auf sowas wie helicobacter schieben zu können, was ja durchaus eine regelmässikeit hat, aufgrund der Vermehrungszyklen oder so, aber das wars halt auch nicht.
Und jetzt wo ich das regelmässig tracke, seh ich halt auch, dass die Abstände einfach komplett irregulär sind.

Hmmmm das ist wirklich ungewöhnlich.
Stress tut natürlich nie gut und verstärkt alles irgendwie.

Also wenn du Nahrungsmittel wirklich ausschließen kannst, dann kann es auch am Stoffwechsel liegen, z.B. Darm arbeitet zu langsam oder zu schnell, hier ist die Schilddrüse ein üblicher Verdächtiger oder die Bauchspeicheldrüse. Oder der Blutdruck.
Das merkt man auch oft erst viele Stunden später und hat so viele Wechselwirkungen mit anderen Systemen, das es sehr schwer ist da einen Zusammenhang zu erkennen.

Oder hat es vielleicht etwas mit dem Trinken zu tun? Zu viel oder zu wenig, Kaffee, Fruchtsäfte etc.?

Vermutlich hast du wegen dem Heliobacter ja eine Spiegelung gemacht und Zöliakie wurde ausgeschlossen oder? Histaminintoleranz ist meistens eher eine Folge von einer Intoleranz oder Malabsorption und schwer zu diagnostizieren, wurde das mal probiert?

Auf meine Malabsorption bin ich selbst übrigens auch nicht gekommen, obwohl ich das mit Auslassversuchen lange probiert habe, also zum Beispiel eine Woche keine Kartoffeln, Milch, Süßigkeiten, Hefe und so weiter.
Ich hab gemerkt, das manche Nahrungsmittel mich müde machen und ich dann manchmal Stunden später oder sofort Symptome habe, bei Süßigkeiten war es irgendwie klar, die haben gleich Probleme gemacht, aber manche eben dann auch nicht.

Weil es eben sehr komplex ist, Fructose-Malabsorption heißt beispielsweise nicht unbedingt nur zu viel Fructose, es geht um das Verhältnis von hauptsächlich Glucose und Fructose, dann die Geschwindigkeit der Verarbeitung, also wie viel Ballaststoffe und Fett man dazu aufnimmt, manche Zuckeralkohole wie Sorbit verstärken das dann noch, dazu Stress.

So kann ein Stück Kuchen problemlos sein, wenn genug Fett dabei ist und andere Zuckerarten.
Aber zum Beispiel Pizzateig ist ganz schlimm, weil da die Verbindung Zuckeralkohol mit Hefe dazu kommt, Sorbit verstärkt das und so weiter.
Äpfel und Bananen sind ganz schlimm, dagegen ist eine Honigmelone oder eine Pflaume kein Problem.
Kurz gesagt, es ist extrem schwierig da drauf zu kommen, wenn man es nicht weiß, ähnlich wie bei ADHS.

Da hilft nur, einfach mal jeweils die Verdächtigen, also pure Fructose, Lactose, Sorbit, Lactase und so weiter morgens auf nüchternen Magen zu nehmen, dabei muss man aber wissen, wie man normalerweise darauf reagieren sollte, weil die meisten Menschen nach 60g purer Fructose auf nüchternen Magen zum Klo rennen, ich aber auch mit 20g keine Probleme habe.

Hast du mal so einen Malabsorptionstest gemacht?