Ritalin bei 7 Jährigem

Hallo zusammen,

durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen.

Bei meinem Sohn wurde eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert. Er ist 7 Jahre alt. Wir haben zuerst mit Medikinet gestartet wobei er ein ausgeprägtes Gewaltverhalten an den Tag legte was nicht mehr händelbar war. Allgemein sind die Tage eher ein von Stunde zu Stunde gehangel.
Nach Rücksprache mit der Ärztin sind wir nun umgestiegen auf Ritalin 20mg. Ich weiß nicht warum aber ich habe absolute Bauchschmerzen damit. Ich bin mir unsicher ob das wirklich der richtige Weg ist… man sagt dem Medikament ja doch einiges nach, evtl liegt es auch daran…

Würde mich über Erfahrungsberichte anderer freuen. Zum Austausch…

Liebe Grüße
Sarah

Hallo Sarah,

erst einmal ein herzliches Willkommen von mir. Schön, dass du uns gefunden hast. Ich selbst habe Ritalin eine ganze Zeit lang genommen, allerdings die „adulte“ Version. Bei mir hat es wirklich gut geholfen, aber nach einer Weile (merere Jahre wenn ich mich richtig erinnere) kamen Nebenwirkungen hinzu - vielleicht war es aber auch eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten. Grundsätzlich habe ich aber gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings kenne ich mich mit den Diagnoseschlüsseln nicht aus und weiß nicht so genau, ob es einen Unterschied zwischen „Hyperkinetischer Störung des Sozialverhaltens“ und „ADHS“ gibt - vielleicht kann jemand was dazu sagen?

Ich denke mal, es werden dir sicher noch ein paar andere User antworten, die das Medikament schon in jungen Jahren bekamen oder selbst Kinder mit ADxS haben …

Lg, Daydreamer

Hallo Sarah, willkommen hier im Forum :winken

Was man so hört ist oft nicht mehr als Hörensagen und Clickbait…

Wichtig ist zuallererst mal die richtige Dosierung zu finden.
Zuviel oder zu wenig ist gleichermaßen schlecht.

Mph ist ein sehr erprobter Wirkstoff. Natürlich gibt es auch bei Kindern non-Responder, bzw. muss die Diagnose sehr sorgfältig erfolgen. Aber im Falle einer erfolgreichen Medikamentierung werdet ihr merken wie sehr der Druck wegfällt. Im Übrigen empfiehlt sich auch immer gleich bei den Eltern nach AD(H)S zu schauen, da das ganze zu ca. 70% genetisch veranlagt ist.

Liebe Grüße, Felix

Was sagt man dem Medikament denn nach?
Ich bin selbst noch ziemlicher Anfänger in der Beziehung aber was ich weiß ist, das bei jedem Mensch die Medi. anders wirken.
MHP ist bei Kindern Medi Nr.1, habe ich hier gelernt,

Huhu,

vielen Dank erstmal für die nette Begrüßung:)

@Daydreamer mein Sohn hat quasi ein kombiniertes Störungsbild. Einerseits erfüllt er das Symptombild von ADHS und andererseits die Störung des Sozialverhaltens.

Den Wirkstoff MPH verträgt er an sich sehr gut, deshalb wurde von Medikinet auf Ritalin umgestellt. In der Hoffnung das er besser über den Tag kommt & die Gewalt bei ihm nachlässt.

@f_luxus ja das hoffe ich. Ich hatte mal eine Mitschülerin damals die war völlig neben der Spur sobald sie Ritalin nahm. Möglich das dies auch einfach haften geblieben ist. Was bedeutet den non responder?
Sein Erzeuger hat ebenfalls ADHS, wurde allerdings nie behandelt. Dementsprechend verlief sein Leben eher abwärts, bis heute noch.

Wir sind noch recht frisch mit allem dabei. Ist alles nicht so einfach sowohl für meinen Sohn auch als für uns als Familie. Es war immer mehr als schwierig, dabei möchte ich ihm ja nur helfen.

Viele Grüße:)

@Sniper ich würde das an dieser Stelle lieber nicht aufzählen, da es idR keinen Mehrwert hat.
Das Medikament wird seit Jahrzehnten verschrieben.
Alles weitere steht im Beipackzettel.

Ich nehme Mph mit Unterbrechungen seit 16 Jahren und das einzige was ich wirklich nicht empfehlen kann ist, nach langer Einnahme von jetzt auf gleich aufzuhören, da das u.U. dazu führt dass man sehr instabil wird. Hab ich hinter mir…

@Sarah non Responder heißt dass die Medis nicht wirken.

Zu deiner Mitschülerin: Vielleicht war sie falsch eingestellt oder auch falsch diagnostiziert. Was genau meinst du denn mit „neben der Spur“?

Liebe Grüße :slight_smile:

@Sniper hast du etwa gelöscht? Kann die „Aufzählung“ nicht sehen…

@f_luxus achso danke für die Erklärung, kann gut sein das dies auch erwähnt wurde. Aktuell fallen zu viele Infos in den Gesprächen an, einiges fällt dann hinten runter bei mir.

Darf ich dich fragen wie es für dich ist mit MPH und ohne? Wie es anfühlt.
Bei meinem Sohn es zu hinterfragen ist schwierig aufgrund seines Alters.

Naja sie war zwar super intelligent hat aber immer recht blöde Sachen gemacht, grade in der zwischenmenschlichen Ebene, unvernünftig gehandelt & war heftig verträumt als ob sie eben „high“ wäre. Könnte auch daran liegen das sie noch andere Substanzen zu sich genommen hat.Muss auch dazu sagen das ich sie auf der Abendschule kennengelernt habe, also eben im Erwachsenenalter.

Also high werden von Ritalin… Das macht man nicht freiwillig. Kein angenehmes Gefühl.
Überdosierung äußert sich durch Herzklopfen und bei mir durch Rededrang, kaltschweiß, Unruhe und ggf. verstärkter Ängstlichkeit. Ich hab anfangs öfter mal versehentlich die doppelte Menge genommen.

Ohne mph bin ich persönlich leichter kränkbar, schweife ab, komme von Kuchenbacken auf Arschbacken (assoziiative Denkmuster), vergesse Termine, bin tollpatschig, habe ein extrem schlechtes Arbeitsgedächtnis, missverstehe mein Umfeld und speichere Dinge falsch ab und bin dann wiederum sehr empört wenn jemand meine Erinnerung anzweifeln will. Ich bin außerdem emotional viel bedürftiger und erlebe jede Form von Ablehnung als Höllenqual.

@Sarah Wo würdest du dich selbst denn auf dem ADHS Spektrum einschätzen?
Sagen wir 0 = gar kein ADHS 10=Schwerbehindert wegen ADHS. Ich selbst gebe mir eine 6, mit 3 hätte ich wahrscheinlich keine Diagnose und mit 4 hätte ich mit meinen weiteren Ressourcen wahrscheinlich Führerschein und Abitur schon mit 18-19 geschafft… nur mal so zur Orientierung. Ist natürlich sehr individuell. 0 Gibt es eigentlich so gut wie nicht erfahrungsgemäß.

Hallo @Sarah und herzlich willkommen!

Wieviel Mediket hat dein Sohn genommen und wie oft am Tag?

Kamen die Aggressionen kurz nach der Einnahme oder eher als das Medikinet nachgelassen hat?

Ich persönlich bin mit Medikinet leider nicht klar gekommen aufgrund des Rebounds ( die Wirkung nach Ende der Wirkung).

Mit Ritalin komme ich dagegen gut zu recht.

Wenn dein Sohn mit Ritalin nicht klar kommen sollte, könnte er Attentin versuchen. Für mich eigentlich das beste Medi, leider nur für Kinder zugelassen.

Mir hat ein User hier folgende Reihenfolge gegeben.

MPH Nr 1,
Elvanse, Attentin Nr. 2,
Guanfacin Nr 3
Atomoxerin (Agakalin) Nr 4

So steht es wohl in den Richtlinien für Ärzte.

Hallo @Sarah und herzlich willkommen,

wenn deine damalige Mitschülerin es genommen hat und es hat diese Auswirkungen gehabt


dann hätte es ja das Gegenteil gemacht von dem was es sollte! Denn das wäre die Beschreibung einer heftigen unbehandelten ADHS.

Mag sein, dass sie so daneben war, obwohl sie Ritalin nahm, oder sie nahm es gar nicht regelmäßig oder in einer falschen Dosis.

Ähnlich möchte ich in Bezug auf deinen Sohn fragen - wurde er gewalttätig durch das Medikament oder war das schon vorher da und das Medikament hat nicht gut genug geholfen? Es könnte auch sein, dass der Rebound (=Rückstoß) zu hart war, das sagt man wenn die Wirkzeit plötzlich vorbei ist.

Ich habe meine ADHS an meine Kinder vererbt, und beide bekamen früh Medikamente, mit vier bzw. mit fünf Jahren fingen sie an, und es war bei beiden sehr gut. Allerdings bekamen sie eine sehr geringe Dosis, aber dafür ein paarmal am Tag.

Mein Kleiner wurde zu ruhig und teilnahmslos von Methylphenidat, mit Attentin wurde es besser. Bei mir selbst und bei meinem großen Sohn wirkt(e) Methylphenidat sehr gut.

@f_luxus ich kann das schlecht beurteilen was genau sie zu dem gemacht hat, Bzw ihr Verhalten…bei mir blieb halt eben die Verbindung zu Ritalin haften :see_no_evil:

Danke für deine ehrliche Antwort dazu, wir erleben hier ähnliches nur wesentlich ausgeprägter da er sich überhaupt nicht regulieren kann. Wutausbrüche, ständiges rumgehappel, keine Aufmerksamkeit, er ist auch überhaupt nicht aufnahmefähig, soziale Ebenen sind ein absoluter Kampf, absolutes provozierendes Verhalten,selbst die „normalsten“ Regeln der Welt kann er einfach nicht umsetzen obwohl er sie weiß… Ich müsste zu zweit ausholen aber ich wollte es mal anschneiden.

Also ich habe keine ADHS aber wenn ich mich selbst bewerten würde wäre das bestimmt zwischen 2&3. Kann schlecht abschalten, muss immer was zu tun haben kann aber auch sein das ich so meine Probleme kompensiere:joy:

@allmighty hallo erstmal :relaxed:
Mein Sohn bekam zu Anfang 5mg Medikinet, da stellten wir allerdings keinerlei Veränderung fest, eine Woche später gingen wir auf 10mg hoch. Man merkte eine leicht verbesserte Konzentration in gewissen Situationen sobald das Medikament Nachlass (nach kurzer Zeit) kam die Nebenwirkung mit der Aggression. Er hat anderen Kindern sehr weh getan bis hin zur blutigen Lippe. Sobald ihm etwas nicht passte schlug er sofort zu.
Die Gewaltbereitschaft war zwar vorher schon präsent aber kam sehr selten vor, da schreite und weinte er einfach ohne Ende.
Nun sind wir seit dieser Woche bei Ritalin angekommen, er ist allerdings gerade bei Oma, die berichtete aber das es äußerst ruhig abläuft. Nur essen möchte er nicht, er sagt ganz klar er hätte keinen Hunger :confused:

@Falschparker noch einmal zur ehemaligen Mitschülerin, im Endeffekt lässt sich da nur wild spekulieren aber wie oben schon erwähnt blieb dies bei mir in Verbindung mit Ritalin haften. Ich denke von den Gedanken sollte ich einfach loslassen und schauen was meinem Kind hilft und gut tut um sich zurechtzufinden.

Er wurde gerade eingeschult, am zweiten Tag kam schon seine Klassenlehrerin auf mich zu und berichte das sie ihn schon 3,4 mal ermahnen musste und fragte mich im selben Atemzug was er denn überhaupt genau hätte. Da war ich schon ein wenig verdutzt da der Schulleiter über sämtliche Vorgehen Bescheid weiß.

Naja ich erklärte es ihr und sie schaute mich dann genau entspannt und meinte, da sie es ja jetzt weiß sie auch damit anders umgehen könnte, wenn es zu heftig wird schickt sie ihn einfach raus damit er Dampf ablassen kann und um über den Schulhof rennen zu können.

Hoffe habe jetzt nichts vergessen

Achso M hat das Medikinet immer morgens zum Frühstück genommen genauso wie das Ritalin nun.

@Sarah

Wenn der Arzt deinem Kind Ritalin verschrieben hat, dann probiere es damit, wenn es denn hilft! Wenn nicht, bleiben die Nebenwirkungen und dann würde ich es lassen.
Aber es dauert wohl manchmal bis man die richtige Dosierung gefunden hat.

Wie ausführlich war denn die Diagnostik?
Wurde die ordentlich gemacht oder hat er nach 10 Minuten gesagt bekommen, ja, er hat ADHS.

Ich kann dein Bedenken verstehen, besonders bei einem 7 jährigen Kind.

Mein Start in die Schulzeit war auch sehr schwer. Ich war sehr sehr unruhig und hatte ebenfalls soziale Probleme.
Damals wurde bei mir nichts diagnostiziert. Ich habe es aber auch geschafft. Mit Medikamenten vllt besser…? Wer weiß?

Da du vom „Erzeuger“ sprichst und von „deinen Problemen“. Wie sieht das Familienleben zu Hause aus?
Kinder projizieren die Probleme/den Streit, den es daheim gibt nach außen. Auch mit so einem Verhalten, wo dann gesagt wird, dass das ADHS ist.

Ich will nur sagen, dass man nicht allein die ADHS betrachten kann sondern auch das Kind, das auf sein (kaputtes?) Umfeld mit Stress reagiert…?
So war es eben auch bei mir. In meiner Einschulzeit haben sich meine Eltern ständig gestritten, wir hatten kaum Geld (manchmal fehlte das Essen) und diesen Stress habe ich eben mitbekommen und in der Schule abgelassen.

Das wurde bei mir erst besser, nachdem ich 1* sitzen geblieben bin und dann eine private Nachhilfelehrerin bekommen habe. Dadurch war ich fast nicht mehr zu Hause und das war gut. Meine Mutter war sehr bemüht, aber eben mittellos.

Es blieb aber sehr schwierig mit mir in der Nachhilfe, ich habe gerade so die Kurve bekommen.

PS: diagnostiziert bin ich noch nicht, ich habe nur den Verdacht.

Ich wünsche Euch beiden viel Glück!

@Irrlicht das hab ich nun öfters schon gehört. Wir arbeiten ja eng mit der Ärztin zusammen, aktuell müssen wir einmal die Woche hin. Ich denke so lässt sich das gut einstellen.

Wir sind mit M seit seinem 4 Lebensjahr bei einer Psychiaterin, wurde von der Kinderärztin dorthin verwiesen. Die Dame hat uns zuerst nicht für voll genommen. Nach einiger Zeit dann eine über Wochen lange Diagnostik durchgeführt mit dem Ergebnis das es wohl darauf hinauslaufen wird er hätte ADHS aber man könnte in dem Alter ja eh nichts machen.
Als sich die Probleme immer mehr häuften drängte ich auf weitere Untersuchungen. Nur schmetterte sie uns immer wieder ab und so wechselten wir ins ZIP. Zum ersten mal in all den Jahren wurden wir ernst genommen & es wurde eine erneute Diagnostik durchgeführt. Wir fühlen uns dort sehr gut aufgehoben.

Wir leben Patchwork. Mein Mann habe ich vor 4 Jahren kennen und lieben gelernt. Ich würde echt behaupten wir haben das relativ klassische Familienleben. Uns gehts finanziell gut. Sein Erzeuger möchte mit M allerdings keinerlei Kontakt, er sieht meinen Mann als seinen Papa.
Klar gibts auch hier mal Meinungsverschiedenheiten.

Aber klar man sollte alles einmal betrachten und ich denke es ist schon was hängen geblieben bei ihm von damals. Nichts desto trotz war M schon seit seiner Geburt recht auffällig.
Ich liebe gar keine Frage also bitte nicht falsch verstehen.

@Sarah:
Herzlich Willkommen im Forum. Ich kann deine Bedenken sehr gut verstehen und ich finde deine Bedenken sehr nachvollziehbar und muss dich in die Richtung einfach mal „loben“, dass du den Mut und die Power aufbringst, dich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ich habe vor kurzen den Podcast ADHS Family bei Spotify gefunden und sehr interessiert die Folgen über die Medikamentation bei Kindern mit einigen Fallbeispielen angehört. Was mir auch sehr gefallen hat, war die Art und Weise, wie einfühlsam die Mutter eines Erwachsenen Kindes mit ADHS genau über die Sorgen und Bedenken, die in deinem Text mitschwingen, spricht und immer wieder für den „artgerechten“ Umgang mit den ADHS-Sprösslingen wirbt.

Welche Hilfe hast du? Der Weg in ein Forum ist schonmal super! Wie sieht es mit begleitenden Maßnahmen neben der Medikamentation aus?
Eventuell könnte Ergotherapie als Zusätzliches Behandlungs-Instrument hilfreich für deinen Sohn sein?

Wenn du an Erfahrungsberichten interessiert bist, ich zum Beispiel hatte nicht ein solches „Glück“ ohne die Diagnose durch meine Schulzeit zu gelangen. Ich bin inzwischen eher das, was man hochfunktional nennen würde, habe aber / und tue es teilweise noch, wahnsinnig darunter gelitten „dumm“ zu sein. „Falsch“ zu sein. Ich habe mich irgendwann damit identifiziert. Jegliche Therapie wurde mir verwehrt, mein Vater war der Meinung, Fachärzte würden alles nur noch schlimmer machen und ich erlebte völlig überforderte Eltern die mir aus Hilflosigkeit und Unwissenheit Steine in den Weg legten.

Klar, irgendwie kommt man durch, aber ich finde es wichtig, das ganze mal ganz nüchtern zu betrachten. Dein Kind hat eine Störung im Hirnstoffwechsel.
Der Erzeuger deines Kindes hat ADHS / unbehandelt. Du berichtest von einer Abwertsspirale. Kenn ich.
Somit stehst du vermutlich Alleinerziehend da? Scheiße! Das ist anstrengend. Es gibt Selbsthilfegruppen für Eltern, es gibt Elterntrainings… etc.pp Stell dir nen Team auf, such dir Hilfe. Die Beziehung zu deinem Sohn, ist die angeschlagen? Wenn ja, sprich mit jemanden der sich Auskennt (!).

Und wichtig! Lass dich von deinem Umfeld nicht beeinflussen,- Tipps bitte nur von Menschen die sich Auskennen!

Die Wut auf sein Kind, die Verzweiflung, Sorgen und die Anstrengung hab ich bei meinen Eltern sehr extrem gespürt, ich habe mich nicht sicher gefühlt und spätestens mit Eintritt in die Pubertät war meine ganze Familie ausgelutscht. Also pass schön auf deinen Energiehaushalt auf :wink:
Eins nach dem Anderen, informier dich in Ruhe, geb dem ganzen Zeit und Raum.

Kannst du vielleicht mal etwas über deinen Jungen erzählen?
Was mag er? Wofür brennt er?

Und noch ein kleiner Tipp von Mutti zu Mutti:
Jeden Tag - EINE STUNDE Qualtitätszeit mit dem Kind. Sprich:
ER darf bestimmen WAS gespielt wird und WIE gespielt wird und solange keiner Verletzt wird oder Wertgegenstände kaputt gehen, OHNE REGELN!
Den ganzen Tag REGELN REGELN REGELN! Den ganzen Tag DAS DARFST DU NICHT und SO IST DAS FALSCH…
Bestimmt gibt er sich sehr viel Mühe, das ist frustrierend und anstrengend. Da kann man schonmal aggressiv werden :wink:

Mach ich bei meinem Kind so:
Ich: Hey, ich hab jetzt ne Stunde Zeit, sollen wir spielen?
Kind: Au ja.
Ich: Wo?
Kind: Im Kinderzimmer
Ich gehe also mit Kind ins Kinderzimmer und dann lasse ich meine Mutter-Attitüde draußen an der Türklinke hängen und verwandeln mich vom Nein-Horn zum Ein-Horn. :wink:
Meistens sitzen wir dann 5-10 Minuten blöd in der Gegend rum, ich strenge mich sehr an nichts vorzugeben. aber dann tauchen wir ab und selbst ich habe Spass dabei, ein Einhorn zu sein und es sind schon wirklich lustige Situationen entstanden.

Ganz liebe Grüße
PS: Mein Kind ist 5 und ich kann mit 99 % Sicherheit sagen, dass ihr Hirn auch anders arbeitet als andere Hirne. :wink:

@Sarah Das hört sich aber doch erstmal alles soweit gut an. Funktionales Umfeld, es wird sich gekümmert.
Wie sieht es mit einem Integrationshelfer aus?
Wäre das auch eine Option?

Bzgl. Erzeuger: Vielleicht sollte man dem in einem guten Moment auch mal Stecken dass es ihm besser gehen würde wenn er sein ADHS behandelt…

Hi

Ich kann dir einfach generell raten, nur auf Fachpersonen und selbst Betroffene zu hören. Alle anderen haben eigentlich da nicht mitzureden. Also im Internet sehr vorsichtig sein, wer was über Ritalin schreibt. Und mit Fachperson meine ich keinen Hausarzt, sondern Leute die auf AHDS spezialisiert sind und jahrelange Erfahrung haben.

Grundsätzlich macht Ritalin nicht abhängig und ist sehr sicher. Es gibt auch keine Folgeschäden.
Es spricht nichts dagegen, Ritalin auszuprobieren. Wenn es hilft, ist es gut, wenn nicht, kann man jederzeit wieder damit aufhören.
Wichtig ist aber, dass man die richtige Dosis findet und man diese einige Zeit beibehält. Ich würde auch langsam hochdosieren, damit sich der Körper etwas daran gewöhnen kann und man es nicht plötzlich wieder verwirft, nur weil man bisschen Zuviel auf einmal genommen hat.

Ich finde es ausserdem sehr wichtig, dass man sein Kind in die Entscheidung mit einbezieht. Es gibt so viele Eltern, die ihrem Kind z.B. Ritalin verweigern und das Kind dann nicht mehr bei Freunden eingeladen wird, weil es „schwierig“ ist. Das kann im Erwachsenenalter grosse Probleme nach sich ziehen.

Ich würde alles tun, damit es einen gesunden Umgang mit gleichaltrigen pflegen kann und seine sozial Kompetenzen ausbilden kann. Alles was verpasst wird, kann oft nicht mehr nachgeholt werden. Vor allem wenn es sich um seit Jahrzehnten und millionenfach erprobten und wirksamen Medikamente wie Ritalin handelt.

(Aber natürlich muss man Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen wie bei jedem Medikament sorgfältig abwägen)

Hat er denn Spaß an Bewegung, an Sport?