Schlechtere Konzentration durch Elvanse Einstellung

Hallo,
kennt das jemand von euch? Dass ihr euch ohne das Medikament besser konzentrieren könnt/konntet? Elvanse (30mg) hat bei mir eine positive Wirkung auf das Emotionale und das Reizfiltern, wahrscheinlich auch auf die Organisation. Aber das Lernen z.B. scheint mir ohne leichter zu fallen. Und andere Dinge wie ausdauernd in diesem Forum z.B. zu schreiben, spannender ;D…

Ich fand das Problem in dieser Kolumne „Die ADHS-Kolumne, Folge 4 – Auf fehlende Chemie ist Chemie keine schlechte Antwort“

ganz gut beschrieben. Dort zwar für Ritalin, aber das Grundthema bleibt - m.E. - mit einigen subtilen Schwankungen: Mir scheint Konzentration eine Kulturtechnik, lernbar, aber auch lernbedürftig. Und für mich noch schlimmer: Vermeidung - Prokrastination - ist auch nicht direkt beeinflussbar durch Medikation. Gerade bei später Diagnose mit jahrelanger schlechter Erfahrung rund um Selbstwirksamkeit ist da vieles, was umgelernt werden will und immer wieder neu versucht werden muss.

Die Medikation kann eben die Grundlage bereiten und in die Lage versetzen, es zu lernen. Aber die Schauklappen auf genau das richtige Thema sind m.E. eher Hollywood oder Honeymoon. Ich bin da bescheiden geworden.

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Huhu @Klari
Interessanterweise habe ich das bei Elvanse auch eher so, wie du es beschreibst. Mit Medikinet war lernen, fokussieren, prokrastinieren schon besser.
Aber Elvanse ist in vielen Bereichen mMn überlegen und deshalb bleibt es „mein“ Medikament, auch wenn ich mich manchmal aufraffen muss :grin:

Gestern zum Beispiel: ich habe zwecks Überstundenabbau erst gg 10:00 angefangen zu arbeiten und Elvanse auch erst um 10:00 im Office genommen. In der 1. Stunde, bis die Wirkung einsetzte, konnte ich fokussiert an meinen Tabellen arbeiten, war für die anderen da, wenn sie Fragen hatten. Als nach ca 1 Std die Elvanse Wirkung einsetzte, war ich mehr bei den Kollegen und habe ihnen geholfen als an meinem eigenen Rechner :smile: ich war top in der sozialen Interaktion, äussere Reize wie Geräusche Telefone Drucker haben nich überhaupt nicht gestört, ich konnte jedem Wort meiner Kollegen folgen, musste kaum nachfragen, wir hatten zudem viel Spass & gelacht, das war schon toll! Aber die eigenen Themen habe ich dann in den Nachmittag prokrastiniert :face_with_peeking_eye:

Insoweit, ich weiss genau was du meinst :grin:

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Danke, das ist ein interessanter Text :-).

Ja, genau das.

Da muss ich für mich abwägen. Durchweg positive Wirkung, vor allem auf negative Gedankenschleifen und geistige und körperliche innere Ruhe und ich denke auch das Abarbeiten von Routineaufgaben und Switchen zwischen Aufgaben klappt viel stressfreier. So würde ich das Medikament nicht missen wollen. Ich muss nur schauen, dass ich den Kram, den ich erledigen muss (wie lernen) mit schlechterer Konzentration durch das Medikament hinbekomme. Zur Not in den wirkungsfreien Pausen :sweat_smile:-es wäre blöd, wegen des Medikamens durch Prüfungenzu fallen, die ich ohne bestanden hätte… Vielleicht tut sich da nich ein wenig bei der Konzentration, wenn die endgültige Dosierung feststeht…

Hm, der erste Impuls war, dem vehemment widersprechen zu wollen. Habe mir heute gedacht, dass ich mal wieder einen Tag ohne auskommen möchte, zumal ich recht strukturiert in den Tag gekommen bin. Aber gerade jetzt merke ich, dass ich keine Prioritäten gesetzt bekomme, alles irgendwie wichtig bzw. unwichtig ist und die mangelnde Produktivität zu Frust führt. Wenn es so bleibt, ist der Tag gelaufen. Von daher probiere ich es erstmal mit ner halben Dosis (25mg). Mich auf eine Sache konzentrieren zu können, bedeutet für mich auch, einen Überblick zu bekommen und Prioritäten setzen zu können. Und ausblenden zu können was mich ablenkt. Mph war etwas besser darin, an einer Arbeit dran zu bleiben, die schon von vornherein gut strukturiert war und mir eher etwas stupide vorkam, z.B. Berichte schreiben. Elvanse hat für mich den Vorteil, dass ich besser herauszoomen kann, die Arbeit in einem größeren Kontext sehe und kreativer sein kann. Mir kommt das sehr entgegen. Bei Mph war deutlicher zu spüren, wann die Wirkung einsetzte (Schalter an) und aufhörte (Schalter aus). Bei Elvanse sind die Übergänge fließender. Mph wirkt expliziter, Elvanse allgemeiner, somit näher am Leben (finde ich). Allerdings liegen meine Mph-Erfahrungen auch schon fast 15 Jahre zurück und es war damals noch unretadiert. Elvanse hilft mir, mein Umfeld zu strukturieren und in diesen Strukturen kann ich mich dann besser auf Einzelheiten konzentrieren, weil ich, aus einem strukturierten Umfeld heraus, auch einfach mehr Lust darauf habe.

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Habe den Artikel nun gelesen. Hätte ich ihn vorher gelesen, wäre mein Kommentar redundant gewesen. :slightly_smiling_face:

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Ach was. Die Vögel im Wald hören auch nicht redundanzbedingt auf zu singen, nur, weil sie nicht mehrfach ausgezeichneter Vogel/Kolumnist des Jahres sind.

Woher weißt du ob es redundant/ nicht redundant ist, was die Vögel zwitschern? Und woher weißt du, dass es die Vögel auch so sehen? Los! Fakten!! :wink:

Dr. John Dolittle und ich, wir sind … Tut mir Leid. Darf nicht weiter ins Detail gehen. Beratungsgeheimnis. Schweigepflicht. Aber wenn Du Dich beim nächsten Waldspaziergang konzentrierst…, dann hörst auch Du den Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist. Und der erzählt es Dir dann, nahe einer Lichtung.

Nils Holgerson hätte mich als Experte zwar mehr überzeugt, aber gut. Montag kaufe ich mir ne Lichtung und dann werden wir sehen…hören… :ear:

Best Lichtungen in life are free. Es gibt da aber viel zu tun, gerade an Montagen. Manche neurodiverse Nachtigallen zwitschern voller Selbstzweifel, sie hätten lieber als Omelette enden sollen. Haben Trill immer nur mit JodS11 Körnchen bekommen. Dabei hätte es BtM gebraucht.

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Amen. Würde ich genau so unterschreiben. Nur nervig beim Elvanse ist das langsame Anfluten und trotzdem morgens die klebrigen Äuglein auseinander kriegen :wink: