Selbstmanagement / Regeneration

Guten Abend zusammen.

Ich fange einfach mal damit an, was mich zurzeit im Kopf beschäftigt.
Macht es Sinn mal(damit meine ich vielleicht alle 8 Wochen) gezielt einen Tag gar keine Medikamente zu nehmen und einfach so zu leben oder zu regenerieren wie man ist?
Der Gedanke dahinter ist, dass Stimulanzien klar machen und einen konzentrierter machen und konstanter an selektiven Aufgaben tüfteln lassen.
Wenn man X-Dinge im Alltag zu erledigen hat und immer fokussiert bei der Erledigung ist, sollte das Gehirn doch irgendwann dicht machen weil es nur am Arbeiten ist.

Hat jemand von euch schon so einen Tag eingelegt?
Wie war es?

Oder ist dieser Gedankengang reiner Unfug, da unser Gehirn sich einfach an die Zeit vor der Medikation erinnert, wo es anders war? (Schließlich hat man mehr Lebenszeit ohne Medikamente als mit verbracht.) :smiley:

Alle acht Wochen nur einen solchen Tag einlegen, halte ich für extrem ungesund und kann mMn geradewegs in den Burnout führen.

Stimulanzien haben die positive Eigenschaft, dass sie einen besser fokussieren und man alles mögliche plötzlich viel besser erledigt bekommt als früher. Aber das hat auch seine Kehrseite - das selbst gewählte Hamsterrad, in dem man dann wirklich alles mögliche erledigt.

Das Problem ist, dass ja eigentlich immer etwas zu erledigen ist - ein Fass ohne Boden. :evil:

Gesünder wäre mE, sich jeden Tag nicht zu überfordern, sondern auf genügend Regenerationszeit bzw. Freizeit zu achten - und das Leben nicht zur permanenten To-Do-Abarbeitung verkommen zu lassen, auch wenn das mit Stimulanzien regelrecht süchtig machen kann…

Das zu ist MPH ja nicht gedacht um es nur genau dafür zu nutzen sondern…

dass Stimulanzien klar machen und einen konzentrierter machen und konstanter an selektiven Pausen denkt und Ruhezeiten einbauen zu können.
und wenn man „zu viel“ Pausen macht und prokrastiniert einen gesunden Teil der X-Alltagsdinge selektiert und dann fokussiert bei der Erledigung ist,

Bei MPH geht es nicht nur um endlich dauerhaft „funktional“ zu sein sonder viel mehr um eine gesunde Selbstfürsorge und die Waage der Dinge zu finden.

Aber alle 8 Wochen mal einen Tag auslassen halte ich nicht für schlimm und sehe dadurch auch keine Gefahr . Ich versuche auch immer mal wieder ein tag oder mehrere Ohne
So einen Vergleich ob mit oder ohne kann einem auch noch mal mehr Sicherheit geben.

An einem Tag in der Woche sehe ich zu, das ich Abends aus der Wirkung bin, da ist Hobby angesagt was mit ADHS kreativer ist und da möchte ich mein ADHS frei und wild ausleben und in geselliger Runde ein Bierchen trinken. Die kennen mich doch schon seit urewiger Zeit so :wink:


Die 8 Wochen waren jetzt frei erfunden, ersetze 8 durch x. :smiley:

Heißt es etwa, dass du öfter Tage einlegst an denen du keine Medikation nimmst? Wie oft wäre das?

Ich finde, dass du die Erledigungsproblematik kurz plakativ und dennoch auf den Nagel getroffen genau ansprichst.
Leider ist es in dieser Gesellschaft oftmals ein Wettbewerbsproblem…

@Nelumba_Nucifera ich habe es in den fast 12 Monaten nur ein Wochenende, also samstags und sonntags, ohne Medikation probiert.
Es war mal was anderes, wobei die Medikationskonzentration dennoch vorhanden ist und man somit unterbewusst was von der Wirkung hat.?
Es ist mir nicht aufgefallen, aber zumindest habe ich es schon einmal irgendwo gelesen.

Ich hatte mich missverständlich ausgedrückt: ich würde zum Zwecke der Regeneration gar keinen Tag ohne Medis einlegen, sondern mit Medis für genug Regeneration sorgen.

Tatsächlich versuche ich an Tagen, an denen nichts ansteht und ich allein bin, ohne Medis auszukommen. Kommt leider nicht so oft vor… :lol:

Du bist einfach ein schlechter Mensch wenn du dein Leben nicht auf die Reihe kriegst. Werd erwachsen verdammt.

Hallo,

wenn die Medis richtig dosiert sind, sollten sie einem nicht nur dazu verhelfen, Dinge geregelt zu kriegen, sondern auch seine freie Zeit zu genießen. Das kann ich nämlich unmedikamentiert auch nur sehr beschränkt.

Erstmal verbessert das Medikament die Selbst- und Fremdwahrnehmung. Und gibt einem (mir jedenfalls) mehr Gelassenheit.

Ob man dann nur am Arbeiten ist liegt ja an einem selbst.

Das ist ja nicht gesagt. Mein kleiner Sohn nimmt MPH bzw. Attentin seit er 4 1/2 ist, d. h. für ihn stimmt das schon bald nicht mehr.

Und bei mir stimmt es zwar noch, aber da ich jetzt 16 Jahre MPH nehme, ist die Zeit ohne schon ziemlich weit weg.

Aber so sehr anders wird man ja auch nicht. Auch mit Medikament bin ich noch ADHS-ler.

@Addy_Haller
JA da hab ich dich mal komplett falsch herum verstanden :wink:

@texel
Meine Tage wo ich es mal auslasse sind nicht gezielt geplant, manchmal nehme ich es mir vor und lasse es dann doch sein. Also meist ist es eher spontan und geschieht so aus dem Bauch heraus und dann geht es auch. Hab manchmal wenn ich am kränkeln bin, oder meine Tage habe so eine inneres Gefühl was dann sagt: „Heute besser nicht!“ Dann ist mein Körper/Psyche scheinbar so mit anderen Dingen beschäftig das ADHS in den Hintergrund rückt.
Dies plötzliche „Nein“ kann mir auch bei einem Bierchen oder Kaffee passieren, so dass ich nach dem ersten Schluck den Rest in den Abfluss kippe, weil sich was dagegen innerlich blockiert.

Vornehmen tue ich mir wenn eher für Wochenenden und Urlaubszeit, habe manchmal schon auch den Wunsch das mein Körper mal ein paar Tage Pause machen kann von so einer Dauermedikation. Ist in mir trotzdem das Bedürfniss nach Medikation, dann lasse ich den Vorsatz halt sein.

Hab auch schon mal einige Zeit morgens auf der Arbeit auf MPH verzichtet, weil ich in der Phase irgendwie meine ADHS-Ressoucrcen benötigte und auf dem Weg dann mehr Selbstsicherheit hatte. Quasi im im Voll-ADHS mal eben die Lage checken und paar Dinge klarstellen und dann unter Medikation „gechillt“ weitermachen. :wink: Ich fühlte mich unter Medikation da wirklich wie verlangsamt und das notwendige, intutive spontane Reaktionen mir nicht mehr zur Verfügung standen.

Ich glaube nicht, dass dann noch groß Restwirkung vorhanden ist vielleicht eher Druck besser aufzupassen??? Spannend fand ich jedoch, dass ich mich zu ähnlichen Zeiten wie sonst an den Wirkphasenwechsel bei Adult erinner oder Zeiten wo der Rebound eintritt. Es fühlt sich dann ähnlich an.