Soziale Phobie

Hallo liebe AD(H)S Betroffene,

ich melde mich als ehemaliges Mitglied des Andersweltler Forum und habe heute ein spezielles Anliegen, mit der Hoffnung, etwas Hilfe zu bekommen.
Ich selber nehme Esci 10mg und Elvanse 50mg und funktioniert super.

Mittlerweile bin ich einige Jahre mit meiner Freundin zusammen und ihr Zustand wird immer kritischer… bereits vor unserer Beziehung hatte sie ihren kompletten Freundeskreis verloren und ist eine sehr schüchterne Person, die ich mit folgenden Symptomen beschreiben möchte sie mit folgenden Symptomen beschreiben (soziale Phobie???):

  • Sie hat keinerlei Hobbys oder Interessen mehr, denen sie nachgeht… wenn sie nicht arbeiten geht, dann liegt sie den ganzen Tag im Bett und schaut TV (abgesehen von Aktivitäten mit mir)
  • Aus meiner Sicht meidet sie bewusst Aktivitäten mit anderen Leuten (die sie kennt und mag), da sie oft nicht weiß wie sie sich sozial einbringen soll und vor allem was reden soll zudem kommt sie schnell in ein Tief und denkt, dass sie allen die Stimmung versaut (was teilweise schon vorgefallen ist)
  • In ihrem Leben gibt es nur ihre Familie und mich
  • Sie traut sich nicht mit anderen Menschen zu reden, auch wenn sie diese bereits etwas länger kennt
  • Es kommt sehr häufig vor, dass sie wegen der kleinsten Kleinigkeit massive Stimmungsschwankungen bekommt und dann gar nicht mehr Ansprechbar ist
  • Oft ist sie traurig und niedergeschlagen, bekommt zudem bei gewissen Situationen sehr schlimme Migräne (bei Stress, wenn es Laut wird z.B. Geburtstage oder Partys)

Alles was in meiner Macht liegt habe ich bereits ohne Erfolg mit ihr versucht.

Letzte Woche haben wir alle möglichen Neurologen abtelefoniert, die ersten Termine gibt es ab Juni. Wir brauchen wirklich dringend Hilfe, der Hausarzt wird vermutlich helfen. Dennoch wollte ich mal eure Meinung hören, was ihr ggf empfehlen könnt. Sie möchte das Thema schnellstens angehen und ist sowohl für eine therapeutische als auch medikamentöse Therapie offen, was vermutlich die beste Lösung wäre, da sie dermaßen unglücklich ist und es ihr immer schlechter geht.

Denkt ihr dass zb Elvanse ihr helfen könnte, etwas offener, weniger ängstlich etc zu werden? Esci in Tropfen ? Am besten ein Medikament, wo keinen Spiegel aufbaut. Sie benötigt vermutlich eine sehr geringe Dosis da es noch nicht komplett ausartet, aber ohne wird sie es nicht schaffen.

Ich bin über kurze Rückmeldungen dankbar, auch wenn es hier nicht das richtige Forum ist!

Hat sie denn ADHS, wegen Elvanse?

Möglicherweise könnte etwas helfen, das sowohl gegen Depression als auch gegen soziale Phobie wirkt. Allerdings kenne ich nichts, was keinen Spiegel aufbaut und erst mittelfristig wirkt.

Wie wäre es mit Ansetzen beim Verhalten: TV aus, dafür raus an die Sonne z.B.?

Je nachdem, wie akut es ist, könnte auch ein Klinikaufenthalts sinnvoll sein. Das kann auch der Hausarzt einleiten…

Über Medikation kann dir hier niemand etwas sagen, schon gar nicht ohne Diagnose. Denn das ist alles nur Spekulation.

Das klingt nach Depression und ich finde auch, dass dein Hausarzt deine Freundin in eine Akutklinik einweisen sollte.

Sorry hab es zwei mal gepostet.
Nein sie ist abgesehen von der sozialen Phobie kerngesund… sie hat wie gesagt die oben genannten Symptome und hat keinerlei Lust oder Kraft irgendetwas mit anderen Menschen in der Außenwelt zu unternehmen, egal was, egal welche Idee ich habe. Hab wirklich alles versucht, Vereine, Sport, Partys alles

Ich denke auch, das klingt sehr nach Depression. Ab zum Hausarzt und weitere Maßnahmen besprechen.

Wenn sie kein ADHS hat, kommt Elvanse nicht infrage.


Ganz kurz und brutal:
Hände weg von Eigentherapie mit Stimulanzien! u.U. können dadurch Depressionen verstärkt werden. Bitte bezieh mit ein, dass es sich dabei um eine ernsthafte und potentiell tödliche Erkrankung handelt.
Und Hände weg von Eigendiagnosen. Das klingt alles nicht stimmig - da muss ein Experte ran. Du kannst keine soziale Phobie von einer manifesten Depression unterscheiden. Oder gibt es die Diagnose bereits?

Für den Übergang gibt es meist psychologische Beratungsstellen zB. der Landkreise oder der Kirchen, das kostet meist nicht viel aber man ist ersteinmal in einigermaßen guten Händen.

Im Notfall: zB. <LINK_TEXT text=„https://www.psychiatrie.de/gemeindepsyc … hilfe.html“>Krisen-/Notfallhilfe: Psychiatrienetz</LINK_TEXT> oder <LINK_TEXT text=„http://www.depressionen-depression.net/ … ummern.htm“>Notfallnummern bei Depressionen und anderen psychischen Notfall-Situationen</LINK_TEXT>
Wenn du den Eindruck hast, dass nichts mehr geht gibt es auch die Möglichkeit der Selbsteinweisung.

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure schnelle und kompetente Hilfe… der Hausarzt hat uns zum Psychiater und Psychotherapeuten geschickt mit zwei Pberweisungsscheinen, wir sollen morgen bei der 116117 anrufen.
Ihr hattet recht, er hat auch den Verdacht auf eine Depression… aber spricht man wirklich schon von einer Depression, wenn sie schlagartig Stimmungsschwankungen hat und eher sehr sehr menschenscheu ist ? Sie denkt auch oft sie sei dumm, z.B. wenn wir es von Fortbildungen haben… dabei ist sie eine sehr intelligente junge Frau…

Oder ist die Depression eine Folge der sozialen Abschottung, da sie so oft enttäuscht wurde ?

Und vor allem frag ich mich eins: hilft wirklich eine Therapie auf die Schnelle ? Sie braucht jemand oder etwas der sie schnell aufpäppelt und ihr mit der Zeit hilft, wieder zurück ins Leben zu finden und es mit 21 Jahren zu genießen.
Ps: mobbing war früher auch ein Thema in der Schule, davon war sie betroffen

Ja, war lediglich ein Gedanke, ein dummer… gegeben hätten ich ihr sowieso niemals etwas

Nein es gibt keine Diagnose, auf dem Schein steht aber Depression a.v /v.a?!

Grüße
Vollchaot

Eine Depression lässt sich ganz bestimmt nicht auf die Schnelle behandeln. Jemanden mit einer solchen Depression kann man nicht einfach „aufpäppeln“. Es ist schon einmal gut, dass ihr eine Überweisung zum Psychiater habt, der sie dann, je nach Diagnose, auch direkt in eine Klinik einweisen kann.

Das war eher so gemeint, dass sie meiner Meinung nach mit einem Medikament begleitet werden soll, da so eine Therapie vermutlich min. 1/2 dauert und auch nicht sofort anschlägt. Der Dok meinte aber sie brauche das nicht, da sie keine Schlafstörungen oder Panikattacke hat… das Gespräch ging keine 10 Minuten

Es ist schon seltsam, manchmal ist sie so fröhlich und dann gibts wieder Momente wo eben gar nichts geht. Wenn sie andere Leute trifft, z.B. Verwandte von mir oder meinem Freundeskreis, aber auch ehemalige Freunde von ihr, dann kommt da nicht mehr als ein hallo und es folgt ein Monolog. Sie fragt nichts zurück oder dergleichen.

Wenn ich mit ihr etwas unternehme hat sie oft Spaß, mit mir redet sie viel… und auf einmal sagt sie gar nichts mehr und sitzt da als wäre jemand verstorben… warum weiß sie oftmals selber nicht.

Natürlich ist sie ein anderer Charakter Typ als ich, ich kann mich mit jedem über Gott und die Welt unterhalten… sie ist eher ruhiger und muss nicht im Mittelpunkt stehen… aber so sehr verschlossen gegenüber anderen ist für mich sehr bedenklich.

Habt ihr Ideen wie ich sie stärken kann? Meditieren hilft akut etwas.

Hmmmh wie meditiert sie den oder wie meditiert ihr?

Im Insight Timer ist auch was aus dem MSC, also Achtsamkeits basierte Selbstfürsorge. Das ist ja was Kostenloses, aber ich habe die App ja nun schon fast jedem hier empfohlen… meine Psychiaterin empfahl mir eben genau diese App und allgemein MSC Kurse. Die Selbstliebe, Liebende Güte Sachen, Metta und teilweise ähnlich…

Aber das Wichtigste ist jetzt wirklich, dass sie schnell in die Hände von Profis kommt! Gut, dass Ihr dran seid!

Mein Tipp ist eher mal jetzt zum Ausprobieren bis dahin oder für später mal…

Alles Gute Euch!!

Klingt auf jeden Fall, als wäre es eine akute depressive Episode. Und die verschwindet leider nicht mal so eben…

Allerdings könnten die heftigen, plötzlichen Stimmungsumschwünge abhängig von der Situation auch ein Hinweis auf ADHS sein, ebenso der exzessive Bildschirmkonsum, das miserable Selbstwertgefühl, das Mobbing in der Schule, die Abneigung, mit anderen über irgendwas zu sprechen (Smalltalkphobie).

Wenn du es selbst hast, ist es naheliegend, dass sie es auch hat. Man findet sich bekanntlich blind. Nur mal so für den Hinterkopf…

Hey vollchaot, willkommen zurück :slight_smile:

Freut mich, dass du mit deiner Medikation so gut klar kommst… dann hat sich das rumprobieren ja gelohnt. :wink:

Was deine Freundin angeht, ich halte @Addy_Haller 's Intension für gar nicht so abwegig, also das du mit dem Problem vielleicht hier im genau richtigen Forum bist!? Hat sie mal den Test hier gemacht? @UlBre hat den übrigens mitlerweile uA um eine Fremdbeurteilungsfunktion ergänzt, dann könntest du auch einen für sie ausfüllen…

Wie glücklich ist sie denn mit ihrer Arbeit?

Liebe Grüße

Hallo Vollchaot,

schön, Dich wieder zu lesen !

Was Du von ihr beschreibst klingt für mich wie ne Angststörung, die komorbid eine Depression mit rumschleppt
Dem kann natürlich auch ein AD(H)S zugrunde liegen. Der AD(H)S-Symptomtest deckt sich inzwischen über 95 % der bestehenden ärztlichen AD(H)S-Diagnosen. Trotzdem ist das nur ein Screening.

ich arbeite gerade an Differentialdiagnostik-Onlinetests für Angst und Depression. Aber auch wenn die schnell fertig sind, nützen sie erst was, wenn sie validiert sind, sprich, wenn genug Leute mit und ohne entsprechende Diagnose sie mal gemacht haben.

Grübelt sie ?
Hat sie Schlafstörungen ?
Hat sie ein typisches Stimmungstief am Tag ?

Nimmt sie, nehmt Ihr Vitamin D3 ?
Das ist eine der wenigen Sachen, die man recht gut auch ohne ärztliche Diagnose sagen kann: Wer Stimmungsprobleme hat und in unseren Breiten von Oktober bis Mai kein D3 einnimmt (das im Sommer durch Sonnenstrahlung gebildet wird), hat schon mal den ersten Fehler gefunden. AD(H)Sler betrifft das ganz besonders !

Beim Hausarzt Bluttest machen und gleich noch die anderen üblichen Verdächtigen abchecken:
Thyroxin
Magnesium
Eisen
Zink
B12
B6
D3

Mängel in diesen Segmenten kann der Hausarzt selbst beheben.
Unbedingt und als erstes machen ! Betrifft auch Dich ! Sollte eigentlich AD(H)S-Jahrespflichtprogramm sein.

Viele Grüße

UlBre

Hi, also sie hat kein ADHS?
Das könnte doch alles von ADS kommen, kommt mir bekannt vor.
Und die Vitamine können wirklich helfen, v.a. Vit D3 bei Depressionen, auch bei Menschen ohne ADHS. Und sonst mal Zink probieren.

Das mit dem ADS ist eine interessante Theorie… was sie nicht hat:

  • Ablenkbarkeit
  • schlafprobleme
  • Chaos in ihren bewussten Handlungen oder im Alltag
  • Konzentrazionsprobleme

Nun haben wir bereits am Donnerstag einen Termin beim Psychater, ging zum Glück alles relativ schnell. Bin dann gespannt was er sagt.

Vor allem über die Wintermonate ist ihr Zustand schlimmer geworden… werde auf jeden Fall sie zum Sport machen bringen und ihr die Idee mit Vitamin D3/Zink vorschlagen.

Für weitere Meinungen bin ich euch dankbar!
Grüße
Euer Vollchaot

ADS bei Frauen äußert sich völlig anders als bei Männern und erst recht anders als ADHS …

Ich meine, auf der Homepage des ADHS Deutschland einen guten Artikel zum Thema gelesen zu haben. Und es gibt auch Bücher zum speziellen ADS/ADHS bei Frauen.

Und mit Intelligenz und starkem Willen kann man doch erstaunlich viel kompensieren, allerdings zu einem hohen Preis und nicht beliebig lange…

Waren heute beim Neurologen und er hat es als sozial scheu und einer leichten Depression mit serotonin Mangel dargestellt. Er hat dann gesagt sie könnte ja mal Elvanse von mir probieren… 20mg… sollen wir das jetzt machen ? Zusätzlich hat er ihr Escitalopram 10 mg verschrieben aber in Kombination ist das keine gute Idee

Was haltet ihr davon wenn sie mal an einem freien Tag Elvanse ausprobiert und falls es wirkungslos ist dann esci anfängt ?

Was ist das für ein Neurologe, der ohne ADHS-Diagnose Elvanse verschreibt? Da hätte ich null Vertrauen, auch den Rest nicht, den er „diagnostiziert“ hat…

Ich kann mich Addy nur anschließen. Wie kann er euch mit der Medikation derart euch selbst überlassen?
Das ist schon grobe Fahrlässigkeit.

Und Elvanse einfach mal an einem Tag auszuprobieren funktioniert nicht, denn es dauert oft einige Zeit bis man die Wirkung spürt.