Soziales Anecken bei ADHS, Impulsivität, soziale Inkombatibilität mit dem Umfeld

jegliche Erfahrungsberichte und Anekdoten sind in dem Thread jederzeit willkommen…

Hey,
bei mir ist das erst seit kurzem ein wirkliches Thema, einfach, weil meine Sozial"phobie", in Form von starker Zurückhaltung und Angst vor Fehlern, mich vor unpassendem Verhalten bewahrt hat. Seit kurzem ist die Soziale Angst größtenteils verschwunden - ziemlich krass für mich, ich kenne die eigentlich schon seit der Grundschule! Wenn ich keine Angst habe und mich sicher fühle, verhalte ich mich sozial allerdings oft recht merkwürdig.

Zum Beispiel Leute unterbrechen, das passiert mir so oft und tut mir dann auch ziemlich leid… aber noch häufiger ist es so, dass ich einfach mir irgendwas rausplatze und gar nicht merke, dass das gerade nicht zum Thema oder zur Stimmung passt. Gestern im Hörsaal zum Beispiel: ich will einer Kommilitonin etwas ziemlich Unwichtiges mitteilen, drehe mich um, sie geht aber gerade und ich checke erst nicht, dass sie geht und dass ich mich verabschieden sollte… Oder, auch gestern, platze heraus, dass ich meinen Prof getroffen habe und er sagte, dass ich die einzige 1,0 in einer der schwierigsten Klausuren geschrieben habe. Das hätte ich lieber für mich behalten sollen, wahrscheinlich hat das meiner Freundin eher die Stimmung vermiest, weil sie genauso viel gelernt hat wie ich und nicht so gut war. Aber im „Dinge für mich behalten“ bin ich echt nicht so gut. Oder auch wenn ich über meine Neuroleptika oder sonstwas rede - ich weiß eigentlich, dass mein Gegenüber damit nichts anfangen kann, aber mich zurückhalten bei Themen, die ich gerade spannend finde, ist einfach total anstrengend.

Naja, jedenfalls kenne ich seltsames Sozialverhalten von mir zur Genüge. Im Grunde gehört es zu meiner Identität, dass ich eine Exzentrikerin bin. Aber ich merke auch, dass mir Fehler aufgrund der geringeren sozialen Angst nun weniger ausmachen und ich aufpassen muss, dass ich mich unter Kontrolle habe und nicht mit allem gleich rausplatze :slight_smile:

Anecken tu ich trotzdem relativ selten, ich bin meist sehr freundlich und zugewandt. Außer als ich letztens eine Person frage musste, woher ich sie kenne und sie sagte „Ist das dein Ernst??“ - da habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt, ich habe einfach ein lausiges Gedächtnis für Menschen manchmal… oder auch für Dinge, die Menschen passiert sind oder was sie gemacht haben. Das kommt dann häufig so rüber, als sei ich nicht interessiert oder würde nicht zuhören oder wäre selbstzentriert (stelle ich mir zumindest vor).

Hey,

das kenne ich auch und verorte das derzeit unter dem Stichwort Rejection Sensitive Dysphoria - ich fand diesen Podcast ziemlich erhellend als Einstieg, ist halt leider (wie so vieles Material) auf Englisch.

Mir fällt es z.B.auch ziemlich schwer Freundschaften zu halten.Einerseits durch mein leicht exzentrisches Verhalten und weil ich mich manchmal stark zurück ziehe.

Ich habe auch soziale Ängste, jeh weniger ich unter Menschen bin desto stärker. Wenn ich in einem Umfeld bin wo ich akzeptiert und geschätzt bin wird genau das Gegenteil daraus. Ich blühe total auf.

Da ich nicht so funktioniere wie neurotypische Menschen stößt mein Verhalten oft auf Ablehnung. Da ich ein Träumer Typ bin, konnte ich mich in der Schule schlecht verteidigen und war ein perfektes Opfer. Ich bin eher sensibel und emphatisch.

„Mir fällt es z.B.auch ziemlich schwer Freundschaften zu halten.Einerseits durch mein leicht exzentrisches Verhalten und weil ich mich manchmal stark zurück ziehe.

Ich habe auch soziale Ängste, jeh weniger ich unter Menschen bin desto stärker. Wenn ich in einem Umfeld bin wo ich akzeptiert und geschätzt bin wird genau das Gegenteil daraus. Ich blühe total auf.“

Geht mir genauso!!
Sobald ich merke, die Leute sind falsch oder reden schlecht über andere/mich, dann mache ich dicht und kann mich nicht mehr wohl fühlen…