Suche Unterstützung

Liebe Community,

mein Name ist Logan bin verheiratet und habe ein Kind. Bei mir wurde ADS diagnostiziert als ich in der Grundschule war. Hatte damals Ritalin genommen aber wurde recht schnell abgesetzt war damals ja noch eher unbekannt und meine Eltern waren damit überfordert bzw. haben glaube auch wenig Unterstützung von außerhalb bekommen.

Ich muss zugeben ich hatte eine schlimme Jugend scheiss Schulzeit, mit 15 in die Lehre und dort einen richtig schlimmen Ausbildungsbetrieb. Bin immer mit Leuten zusammen gekracht hab mich nie gewehrt weil mir bei Streitigkeiten nie die richtigen Worte eingefallen sind wenn dann abends wenn ich Inruhe über die Situation nachgedacht hab.

Hatte schlimme Alkohol und Drogenprobleme soziemlich alles genommen was es gegeben hat. Habe irgendwann die Kurve bekommen bin in eine große Baufirma gegangen mit 24 und arbeite seit dem auf Montage. Dort wird viel getrunken zu Feierabend aber das ist für mich bis jetzt in Ordnung gewesen.

Vor 4 Jahren hab ich meine Frau kennen gelernt. Haben geheiratet ein Kind bekommen Haud gebaut die ganze Palette eigentlich sollte ich komplett glücklich sein. Muss zugeben ich hab das mit dem ADS komplett vergessen das ich das hab Bzw nicht ernst genommen weil ich immer dachte das ist eine Kinder oder Jugend Krankheit.

Bis meine Frau mich vor ein paar Monaten darauf angesprochen hat. Ich bin sehr oft verplant oder verwirrt vergesse Sachen was ihr das zusammen leben mit mir natürlich sehr schwer macht. Hatte Alltags Depressionen, falls jemanden das was sagt ein Gedanken Karussell ständig den Kopf voll mit zigtausend verschiedenen Sachen.

Sie hatte mir eine Internet Seite gezeigt wo wirklich alle ADS Symptome bei erwachsenen auf mich zu getroffen haben.

Ich hab mich dazu entschlossen es anzugreifen und mir Hilfe zu suchen. Gerade für meine Tochter. Mein Job ist sehr anstrengend arbeite 240-300 Stunden Monatlich bin in ganz Europa auf Montage. Ich dachte immer das diese antriebslosigkeit einfach daher kommt das ich soviel arbeite.

mein Arzt hat mir Methylphenidat 20mg verschrieben die nehme ich jeden Morgen und es geht mir sehr gut ich bin motiviert ich kann endlich mit Menschen kommunizieren ich fühle mich nicht mehr angegriffen wenn mir einer blöd kommt ich hab endlich nach 32 Jahren Spaß am Leben ich mag mich selbst.

Aber so gut wie es mir tagsüber geht so schlecht geht es mir am Abend. Fühle mich dann wieder leer ausgelaugt ist das normal wenn man sich auf das Medikament einstellt? Ich nehme es jetzt seit 4 Tagen aber wenn ich mir so die ganzen Nebenwirkungen durchlese hab ich ehrlich gesagt Angst in der Psychiatrie zu landen.

Ich bin eigentlich gar nicht der Typ Mensch der seine Probleme im Internet postet aber ich würde mich freuen wenn sich hier jemand findet dem es genauso ging wie mir vielleicht mit ein bisschen Rat zur seit stehen kann.

Wenn ihr bis hier her gekommen seit danke schon mal für die Aufmerksamkeit.

Einen schönen Abend!

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Hallo @Logan und herzlich Willkommen im Forum.
Ich finde es super, dass du dir Hilfe gesucht hast um für deine Familie da sein zu können.

Aber sag mal, 240 bis 300 Stunden im Monat… sind ein bisschen viel, oder nicht?

Frage: du nimmst 20mg Medikinet Adult (also die retardierte Form), richtig?
Bei den wenigsten Menschen wirkt es den ganzen Tag. Bei manchen sogar nur ein paar Stunden. Häufig braucht man dann noch eine zweite Dosis.

Wie fühlt sich das genau an? Es könnte nämlich auch ein Rebound sein. Das heißt, wenn das Medikament aufhört zu wirken, verstärkt sich erst mal die ADxS-Symptomatik bzw. man nimmt diese viel deutlicher wahr als sonst.

Meiner Erfahrung nach endet die Wirkung bei MPH (also Medikinet adult und Ritalin adult) immer ziemlich abrupt und dann kann es schon mal passieren, dass man sich so fühlt wie du es beschreibst…

Das sollte man meiner Meinung nach bei Medikamenten grundsätzlich vermeiden. Also die Nebenwirkungen zu lesen, meine ich. Denn die schreiben da alles rein was in dem Zusammenhang mit dem Medikament jemals aufgetreten ist und daher ist es unwahrscheinlich, dass man aufgrund dessen gleich in der Psychiatrie landet.

Hat denn dein Arzt was dazu gesagt, wird das Medikament irgendwann aufdosiert oder über eine zweite Dosis nachgedacht?

ich hoffe das hilft dir ein wenig weiter.

Lg und schönen Abend
Daydreamer

Hey Daydreamer,

Danke für deine schnelle Antwort.

Zum Thema Arbeit es ist tatsächlich so arbeite im Ausland 6 Tage Woche a 12 Stunden und bei größeren Projekten auch manchmal mehr. Muss aber dazu sagen es wird jede Minute vergütet sagen wir’s so ich kann vom Lohn sehr gut leben und es ist eigentlich keine Belastung eher langweilig.

Richtig genau das Medikament nehme ich aber es soll doch eigentlich den ganzen Tag über wirken also bis zu 12 Stunden oder nicht? Darf man sich da selber rantasten also mit einer zweiten Dosis oder nur nach Absprache mit dem Arzt?

Wenn ich ehrlich bin habe ich mit dem Arzt sogut wie gar nicht darüber gesprochen. Meine alte Hausärztin ist in Rente die hatte mir mit 25 Jahren Ritalin Adult 20mg verschrieben weil ich eine relativ schwere Fortbildung hatte und sonst durch die Prüfungen gerasselt wär. Aber sie hatte es mir nicht auf Dauer verschrieben.

Hab jetzt einen neuen Hausarzt dem ich die damalige ADS Diagnose mit gebracht hab der mir jetzt halt das selbige Medikament wie damals verschrieben hat weil es mir ja geholfen hatte.

Bin ich da zu blauäugig sollte ich das lieber in Verbinfunh mit einem Psychologen machen?

Ich weiß das dass alles ziemlich naiv ist aber ich kann mir Krankheit und ewig lange Therapien nicht leisten. Ich muss den Kredit bezahlen meine Frau ist in Elternzeit. Natürlich würde es irgendwie gehen aber ich hab mich jahrelang hoch gearbeitet ich verdien sehr gut das möchte ich nicht verlieren dafür war der Weg zu steinig. Habe halt Existenz Ängste für meine Familie und mich.

Es fühlt sich so an wie wenn man von extacy/Mdma runter kommt. Ich sag mal emotional ausgelaugt ist glaube ich das passende Wort. So wie ich mich sonst teilweise den ganzen Tag gefühlt habe. Vielleicht ist es deswegen so erschreckend für mich wenn man wieder dieses Gefühl bekommt.

Mit dem Arzt bin ich verblieben das ich schauen soll wie es mir auf Dauer damit geht.

steht zwar so im Beipackzettel trifft aber für die allermeisten Menschen nicht zu. Realistischer sind 6 Stunden, vielleicht 7. Bei manchen wirkt es auch nur 4 Stunden (Schnellverstoffwechsler, ist aber wieder eine andere Geschichte).
Ich würde das in Absprache mit dem Arzt machen. Denn: wenn du es 2x am Tag nimmst, halten die auch nur halb so lang und du brauchst schneller ein neues Rezept. Wie der Arzt dann darauf reagieren würde weiß ich natürlich nicht…

ich würde es mal ansprechen. Was würdest du denn sagen, wann dieses „ausgelaugt“-Gefühl wieder kommt? Also nach welchem Zeitraum? Das würde ich mir notieren und den Arzt dann nach einer weiteren Dosis fragen.
72h pro Woche zu arbeiten finde ich schon hart - aber wenn das arbeitsrechtlich passt und du damit klar kommst, ist das ja okay…

Ja das mit den 12 Stunden ist auch stark abhängig ob du was dazu isst und wie dein Stoffwechsel so läuft.

Anfangen könntest du mit der Eindosierungshilfe um deinem Arzt auch was belastbares geben zu können.

Ansonsten halt noch fernhalten von Koffein und nicht wundern wenn sich die Wirkung irgendwann verändert.
Am Anfang läuft immer alles wie von selbst und dann stellt sich der Körper auf das Medikament ein.

Hey @Logan :heartpulse:lich willkommen erstmal!

Also die Wirkung über 12 Std ist ein Mythos, ganz klar.
Mit medikinet habe ich 2x (bei bedarf 3x) täglich eine Tablette gebraucht und das ist den Ärzten auch bekannt.

Keine Sorge, du landest nicht in der Psychiatrie, ganz sicher nicht. Es ist lediglich der Kontrast von der guten Wirkung morgens zu dem „echten“ und ungefilterten ADHS am Nachmittag/ Abend.

Die Lösung ist eine weitere Tablette nach einigen Stunden. Sprich das mal bei deinem Arzt an!

Alles wird gut, du bist genau auf dem richtigen Weg :blush:
Ich wünsche dir & deiner kleinen Family alles Liebe und Gute :tada:

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@Daydreamer Also das Gefühl kommt das erste mal zwischen 15-16 Uhr dann gehts wieder und ab 19 Uhr ist es dann komplett da bis ich schlafengehe. Das was die Arbeitszeit angeht hast du recht.

@Fomoshlo Ist Koffein so schlimm? Ich habe schon relativ viel Kaffee getrunken die letzten Tage weil ich selbst verständlich mit dem Alkohol aufgehört habe seit dem ich das Medikament nehme (abends 3-4 Bier früher). Das mit der Eindosierungshilfe werde ich mir gleich anschauen danke!

Lea danke für die lieben Worte!

und wann nimmst du das Medikinet adult morgens? Hat dein Arzt dir gesagt, dass man zu der Einnahme essen sollte, dass die Retardierung richtig funktionieren kann?

Ja Koffein interferiert mit der Wirkung.

https://adhs-forum.adxs.org/t/medikinet-retard-eindosierung-fragen/10624/6?u=fomoshlo

Ja hat er ich war leider noch nie ein großer frühstücker und zwinge mir ein Brot rein ist das zu wenig? Ich nehme es je nachdem zwischen 6-8 Uhr.

das kann ich dir leider nicht beantworten, da ich selbst Medikinet adult nicht lang genommen habe, hab es nicht vertragen.

Ja das erklärt dann so einiges genau dieses Zittern habe ich. Danke für den link!

Wie zeigt sich das wenn man ein Medikament nicht verträgt wenn man fragen darf? Ich hab selbst nie Medikamente gekommen bin da echt planlos was die ganze Sache angeht.

also in meinem Fall hatte ich bei Medikinet adult permanente Kopfschmerzen bis hin zur Migräne und keine Wirkung. Bei Ritalin Adult war es eine Zeit lang gut, dann bekam ich einen erhöhten Puls und Kreislaufprobleme…
Also die Nebenwirkungen waren nicht tragbar.

Nehme inzwischen Attentin…

Also bei mir ist auch immer wieder mal Migräne angesagt, aber ob das nur vom Medikament kommt kann ich auch nicht so richtig einschätzen.

Da ist dann eben die Tabelle eine gute Hilfe.

Auf der ADxS. org Seite sind unter dem Menüpunkt Behandlung auch therapeutische Ansätze verzeichnet.
Dann gibt es noch die ADHSpedia. de und hier im Forum findest du auch viele Threads zu dem Thema.

Ich sag mal gute Nacht. Viel Erfolg auf deinem weiteren Weg.

gegen „immer wieder mal“ habe ich ja nichts einzuwenden. Bei mir waren aber Kopfschmerzen täglich da die sich oft zur Migräne gesteigert haben…

Vielen Dank euch für die tips und die netten Worte das hat mir viel Kraft gegeben.

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Achtung, dass kann auch der Anfang eines Ausbrennens (Burnout) sein. ADHSler geben grundsätzlich gerne Vollgas (100%) im Job - für ADHS-Verhältnisse sogar mehr, da sie mehr als andere kompensieren müssen (Überstunden, mehr Konzentration, mehrfache Kontrollen). Also sind wir eigentlich bereits bei 110%.

Dann bleibt für das Privatleben häufig nix (0%) übrig. Und mit den Medikamenten geben nicht wenige ADHSler auf die 100% gerne wieder noch ein paar Prozente darauf, womit sie am Ende über den 110% liegen. Wenn di Medikamente nachlassen, wirken sie sich noch mehr ausgelaugt
Es ist im Berufsleben erwiesen, dass 80% absolut reichen um nicht in Schwierigkeiten zu gelangen.

Wichtig ist, dass du bei diesen langen Arbeitstagen genug isst. Mit dem Medikament kann sich nach einigen Tagen auch ein Gefühl entwickeln, dass jeglicher Appetit fehlt.

Durch das fehlende Koffein des Kaffees kann es bei dir jetzt evtl morgens bereits zu Kopfschmerzen kommen, vor allem wenn Kaffee (wie typisch for ADHSler) dein Lebenselixier war. Kaffee-Entzug ist doof.:grinning:

Wichtig ist auch, dass du dich über ADHS informierst und auch deine Frau miteinbeziehst. Das hilft auch ihr, dich besser zu verstehen und da kann man dann eher mal lachen, statt negative Gefühle aufzubauen. :smile: Wenn man erstmal weiß, was das Problem ist, findet man eher Lösungen, auch technische Lösungen wie wenn man nicht mehr weiß, wo die Schlüssel liegen oder den Einkaufszettel wieder auf dem Küchentisch liegen lässt… (hier: Schlüsselanhänger der mit Smartphone zu orten ist und gemeinsame digitale Einkaufslistenapp auf dem Smartphone).

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Hallo @Logan,
deine Probleme würde ich nach dem Überfliegen deiner Beiträge als (für unsere Verhältnisse) vom Schweregrad her zwischen gering bis mittel einstufen.

Aber selbst wenn die Probleme schwerer wären - du hast einen ganz großen Vorteil **, um den dich viele andere Betroffene beneiden - einen Menschen, der dich versteht, der dir hilft, der an deiner Seite steht, der sich um dich sorgt: Deine Frau. Mir scheint, das ist eine tolle Frau.

Wenn man zusammensteht, sind selbst die schlimmsten Krisen nur halb so schlimm.

** Mir ist grad kein anderes Wort eingefallen. Keinesfalls will ich damit einen Menschen versachlichen.

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@Faultier

Hatte keines falls vor mich als schwerwiegender Fall darzustellen vielleicht hat es auch ein bisschen an der Medikamenten Einstellung und dem Start meiner Therapie gelegen das ich so stark emotional geschrieben hab ist eigentlich auch überhaupt nicht meine Art falls es so rüber gekommen ist tut mir das leid ich denke dem Großteil hier hat es bestimmt schwerer damit als ich. Ja da gebe ich dir recht ich bin froh das ich sie hab und Verständnis von ihr bekomme danke für die netten Worte.

@Pedro

Ich sag mal es ist jetzt im Wechsel gewesen ich merke zwar das die Wirkung nachlässt aber es geht mir im Großen und Ganzen gut auf jeden Fall besser wie wo ich gar nichts genommen hab.

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