Therapiestart Methylphenidat

Hallo in die Runde,

Das ist hier wahrscheinlich schon oft besprochen worden. Aber für jeden ist es ja anders.

Ich bin Mitte 40 habe jetzt eher durch Zufall meine Diagnose.
Der erste Verdacht war vor nem halben Jahr. Die Akzeptanz, dass es nur ADHS sein kann war vor 3 Monaten. Ab da wurden deine Symptome schlagartig schlimmer, weil ich bewusst oder unbewusst meine Coping Strategien runtergefahren habe.
Die erste (kleinstmögliche) Dosis Merhylphenidat habe ich vor 2 Tagen genommen.

Noch Anfang der Woche war noch ständig Kirmes in meinem Kopf und es hat sich ganz oft wie kurz vor der Eskalation angefühlt.

Und seit 2 Tagen fühle ich mich so entspannt, als ob ich 4 Wochen Urlaub allein auf einer Insel gemacht habe. Ruhe. Grundsätzlich sind alle Probleme in die ich so mit der Zeit gelaufen bin ja noch da. Aber das Eskalationsgefühl ist weg.

Ich frage mich, wie mein Leben gelaufen wäre ohne Dauerkirmes.

Ging es euch an diesem Punkt der Therapie auch so?
Hat sich das Ruhe Gefühl noch verändert?

Danke für euer Feedback.

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Ich glaube das ging/geht vielen so.
Bei mir war es nur ein kurzer Moment, weil die Dankbarkeit Antworten bekommen zu haben, mich besser zu verstehen , eine bessere Chance für die Zukunft zu haben, vermutlich durch das Wissen über ADHS und die Medikation aus BurnOut/PTBS raus gekommen zu sein überwog irgendwann. Doch vor allem war es so ein großes Seelengeschenk für mein Selbstwert und die Liebe zu mir selbst .
Ich struggel natürlich immer noch mit alle den vielen Dingen bekomme längst nicht alles so hin wie ich es mir erhofft hätte und doch ist so einiges besser geworden aber ich werte mich darin nicht mehr so ab.

Natürlich hätte ich die ein oder andere Erleichterung gerne schon viel viel eher gehabt , aber Adultes, ADHS bei Frauen hatte ja auch kaum einer auf dem Schirm und ADHS als Mädchen zu meiner Kinder und Jugendzeit schon mal gar nicht.

Ich bin mir auch ziemlich sicher , dass zu bestimmen Phasen meiner jungen Lebens, wegen diverser Baustellen eine Medikation nach hinten losgegangen wäre.

Und ich weiß auch nicht ob sich unter Medikation die Weichen auch so gestellt hätten zu dem Leben was ich jetzt führe und mit dem ich ja ansonsten zufrieden bin. ???

Und würde ich all die kleinen Abenteuer als Kind gehabt haben wenn alles in mir „braver“ geworden wäre ?

Das sind Sachen die ich nicht weiß ?

Ich weiß welchen Preis ich gezahlt hätte wenn es damals mit der Medikation nach hinten losgegangen wäre. Deswegen relativiert es sich .

Ich glaube mit einer früheren Diagnose hätte ich schon viele Jahre eher die Liebe zu mir selbst zurückgefunden , dass finde ich von all den Dingen im Rückblick am meisten Schade.

Oh ja und diesen Schalter gegen die Reizüberflutung den die Medikation umlegt an so manchen Stellen natürlich auch.

Aber hätte hätte Fahrradkette……

Es ist so ok so wie es ist , weil ich habe ja noch die Chance bekommen und dass ist mir viel wichtiger. vor allem weiß ich ja auch nicht ob ich nicht mit den ADHS Symptome trotzdem so wie es jetzt ist auch weiterhin konfrontiert wäre wenn ich schon früh die Diagnose bekommen hätte .
Weil bestimmte Dinge sind ja wie sie sind weil ADHS Diagnose bedeutet auch mit seinem ADHS leben zu lernen.

Lass dir die Zeit für deine Gefühle und den Rückblick und wenn du dich dort eher in der Auseinandersetzung mit dir und deinem Leben siehst ist es genau so richtig und wichtig .

Es gibt nicht den einen richtigen Weg , nur den , der für dich passt .

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