Totale Erschöpfung bei Erwachsenen

Hallo zusammen

In meinem Leben ging einiges schief (die meisten kennen das wohl), dennoch konnte ich eine sehr gute berufliche Karriere aufbauen. Nun mit 34 konnte ich nicht mehr vom Bett aufstehen, es war / ist komplett fertig. Meine Energie die endlos erschien ist weg, dann stellten sich noch Angst- und Panikatacken ein.

Da ich sehr ein regulierter Mensch bin und meine Emotionen sehr früh, sehr gut kontrollieren gelernt habe, werde ich nicht laut oder weinerlich. Meine Ärzte nehmen mich deshalb wahrscheinlich nicht ernst, obwohl ich ihnene sage das es mir sehr schlecht geht und das nun schon ein halbes Jahr lang. Davor ging es mir auch nicht wirklich gut, ich war im absoluten Dauerstrzustand auf allen Ebenen, aber ich habe funktioniert.

Leider weiss ich nicht mehr weiter, ich bin total erschöpft, nicht mal mehr depressiv oder traurig, nur noch einfach müde und total am Ende.

Kennt das jemand, wenn ja, was kann man da tun? Im Moment bin ich dabei alles was ich mir sehr mühsam aufgebaut habe zu verlieren.

Danke und Gruss

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Hallo und herzlich willkommen!

Ich kenne das auch, bei mir kam auch mit Anfang/ Mitte 30 eine fette Depression oder Burn out und seitdem kämpfe ich leider sehr mit Erschöpfung. Jetzt mit den Adhs Medis ist es deutlich besser, leider habe ich gelegentlich noch Perioden, wo ich extrem erschöpft bin.

Bei welchen Ärzten warst du, Hausarzt oder Psychiater? Ich würde dir raten eine spezialisierte Praxis/ Klinik zu finden, wo du die Diagnose machen kannst. Oder hast du bereits eine Diagnose?

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Hallo @Angekommen
das klingt nach einer fetten Depression/ Burnout. Das ist akut!
Eine Ursache könnte im Zitat versteckt sein. Das solltest Du verändern, wenn es Dir möglich ist. Natürlich erst, wenn Du aus dem Loch heraus bist. Sicher gibt es Ursachen dafür, dass Du begonnen hast, Deine Gefühle abzukapseln. Es ist aber leider keine Dauerlösung.

Du kannst mit Deinen Symptomen 116117 anrufen und um Hilfe bitten, wenn Dir Deine Ärzte nicht helfen. (Echt krass!)
Ansonsten gibt es weitere Notfallnummern, die Du anrufen kannst, wie die telefonische Seelsorge.

Hier ist die Notfallnummer bei Depression: 0800 011 77 25

Ich selbst bin chronisch erschöpft seit meiner Jugend. Das hat sich seit dem Burnout verstärkt. Jetzt wude ADHS diagnostiziert und durch die Medikamente erhole ich mich langsam. Mit Mitte 40 bin ich in den Burnout gerast, eine Erfahrung die hier viele gemacht haben. Fühlt sich genau so an, wie Du beschreibst. Deine Hülle versucht weiter zu funktionieren und es geht Dir immer schlechter.

Liebe Grüße :mending_heart:

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@allmighty, vielen Dank für deine Antwort. Ich war immer wieder beim Azt und Psychiater, die haben aber nur zugeschaut.

Plötzlich hatte ich auch Allergien entwickelt usw. Die Anzeichen waren alle da.

Ja, die Diegnos wurde als Kind gestellt. Dann nichts mehr. Kennt jemand ein guten Spezialisten? Egal wo in Europa.

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Ich hatte bereits einige depressive Episoden und mit den Emotionen haben wir beide dasselbe Problem, also schreibe ich einmal, was mir herausgeholfen hat:

Wenn du einen Urlaub machen kannst, dann wäre das wohl erst einmal optimal. Momentan bist du vermutlich überreizt. Weiterer Stress führt zu mehr Erschöpfung. Ab und zu ist es besser, sich Ruhe zu suchen, Abstand zu gewinnen, dann kommt man auf bessere Lösungen.
Wenn das nicht möglich ist, versuche dir den Alltag so einfach wie möglich zu gestalten. Habe keine Erwartungen an dich, außer, dass du versuchst das zu tun, was eben noch im Bereich deiner Kräfte ist. Du darfst Fehler machen und auch schwach sein, das ist einfach nur menschlich, vor allem gerade in deiner Situation.
Versuche nicht zu sehr auf deine Ergebnisse in der Arbeit zu schauen, sondern versuche an der Tätigkeit, die du machst Spaß zu haben.

Allgemein gilt: Was würdest du für einen guten Freund tun, der in deiner Situation steckt?

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@Lupine , vielen lieben Dank für deine Hilfe. Ja ich denke es ist jetzt wirklich akut und sehr problematisch. Die sagen immer wieder ich soll in die Klinik, aber das würde mir nicht helfen und mich nur noch mehr stressen. Ich glaube mein Körper / Seele braucht jetzt einfach erstmal Ruhe bis ich wieder „Grundlast“ fähig bin.

Urlaub ist nicht möglich, ich mag nicht mal mein Zeug packen.

War jemand von euch in einer Klinik, hat das was gebracht?

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Hallo und willkommen hier.

Oh, das klingt echt nicht gut! Das klingt alles sehr nach eine ziemlich fiesen Depression.
Ja man verstellt sich, maskiert und versteckt einfach alles, bis man an einen Punkt kommt, wo alles anfängt nach und nach einzustürzen. So ging es mir leider auch. Bin jetzt 30 und habe das gleiche gerade durch. Bin jetzt aber auf dem Weg der Besserung und in Behandlung. Wenn das so akut ist, scheu dich nicht bei der nächsten klinik bei der es eine akutsprechstunde gibt zu melden! Die können dich nicht so schnell abweisen, wenn du dringend hilfe brauchst.

@nephilim, vielen Dank für dein Feedback.
Ja, dass ist es leider, ich wollte einfach nur ein Teil sein, meinen Teil dazu beitragen und akzeptiert werden. Und jetzt ist einfach Schluss.

Wie bist rausgekommen und ist jetzt alles wieder gut? Voll Belastbar?

Danke und Gruss

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Ich bin auf der warteliste und bin sehr gespannt was es bringen wird. Aktuell bin ich Ambulant und sehr zufrieden. Die Klinik ist auf adhs im erwachsenenalter spezialisiert und macht die Aufgabe gut, meiner Erfahrung nach.

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@Angekommen
in einer Klinik war ich nicht, allerdings hat mich meine Hausärztin erst einmal so lange wie möglich krank geschrieben. Zuvor hatte ich noch Urlaub genommen, das war aber umsonst, da es mir zu schlecht ging.

Ich hatte das Glück bereits in neurologischer Behandlung gewesen zu sein. Deshalb wurde mir dort zeitnah die Erschöpfungsdepression diagnostiziert und ich war insgesamt 9 Monate arbeitsunfähig. Davon habe ich 6 Monate fast nur im Bett zugebracht obwohl ich Mutter bin. Mein Partner musste alles abfangen.

Abschließend war ich in einer Rehaklinik, das hat mir sehr geholfen und ich wollte keine Besuche und möglichst wenig Kontakt mit der Außenwelt.

In einer Klinik musst Du Dich nicht um das Alltägliche kümmern und triffst auf Menschen, denen es ebenfalls geht wie Dir. Das ist ein Vorteil. Zudem kann die Einstellung auf Antidepressiva oder andere geeignete Medikamente unter Aufsicht erfolgen.

Wie geht es dir denn jetzt und wie viel Zeit ist schon vergangen? Magst du mir sagen wie die Klinik heisst oder hast du mir einen Tipp wo ich hin kann?

Bezüglich Ärzten bin ich etwas desillusioniert. Das schlimme bis jetzt war eben das man mich eben NICHT abgewiesen hat, sondern troz Diagnose nicht auf AD(H)S behandelt hat…

Bei mir sind es jetzt dann auch 6 Monate. Meine Wohnung sieht total katastrophal aus. Und das mit dem Urlaub verstehe ich gut. In den ersten Wochen / Monate ging es mir so schlecht das ich teilweise Angst hatte im Bett zu verhungern weil ich nicht die Kraft hatte auf zu stehen.

Langsam geht es wieder aber ich bin weit entfernt von früher.
Wie geht es dir heute?

Sehr schön das du einen solchen Partner hast. Hoffentlich machst du dir keine Selbstvorwürfe, bei mir kommt das dann oft noch dazu.

Oh nein. Bei weitem nicht. Ich bin gerade erst am Anfang von allem. Die Diagnose habe ich auch erst vor gut 2 Monaten erhalten und bin jetzt in ambulanter Behandlung, solange ich noch nicht in die Klinik kann.
Es ist ein steiniger und langer weg. Und ich rechne nicht vor nächsten Sommer, bis ich wieder „halbwegs aufm Damm“ bin.

Aber… Es gibt hilfe. Scheu dich nicht. Es kostet viel Mut, Kraft und Überwindung, sich zu melden.

Ich bin mir sicher, dass du das auch schaffst. Ich drücke dir ganz feste und dolle die Daumen und wünsche dir viel Kraft und Erfolg. :heart:

Ohh das tut mir Leid. Ich wünsche dir ebenfalls sehr viel Kraft.

Das mit der Hilfe ist eben so eine Sache bei mir, dass letzte mal als ich Hilfe angenommen habe, hat es fast mein ganzes Leben ruiniert. Seit dem bin ich traumatisiert und sehr vorsichtig.

Leider gibt es viele Leute die einen ausnutzen und auch sehr viele die es zwar gut meinen, jedoch aufgrund von Unwissenheit trotzdem grossen Schaden anrichten. Darum erkundige ich mich nun auch selbst.

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Mir geht es mittlerweile wieder gut. Es sind seit dem Burnout fast 4,5 Jahre ins Land gegangen. Mein Partner ist immer noch an meiner Seite. Ja, er ist ein lieber Kerl. Selbstvorwürfe mache ich mir als Mutter. Das ist so ein furchtbares Gefühl, wenn man sich nicht mehr um das Liebste auf der Welt kümmern kann und will. Aber das ist jetzt deutlich besser.

Ich habe Antidepressiva bekommen und lange eingenommen. Die Depression war nach etwa 2 Jahren weg. In Therapie war ich die ganze Zeit. Ich hatte Glück gleich in gute Hände geraten zu sein. Gib bitte nicht die Hoffnung auf, dass Du keine guten Erfahrungen machst. Vielleicht kannst Du das auch äußern, wenn Du auf neue Ärzte/Therapeuten triffst und schildern, was Du zuvor erlebt hast.

ADHS Betroffene zu sein habe ich selbst heraus gefunden, nachdem mein Sohn mit ADS diagnostiziert wurde. Seit ich Ritalin nehme, ist alles leichter. Zudem wird die Ursache behandelt und nicht die Folgen allein.

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Also ums nochmal zusammen zu fassen, was ich jetzt raus lese:

  1. Dich hat man mit der Diagnose allein gelassen? Und keine weitere Behandlung vorgeschlagen?
    Also… So mal als meine persönliche Meinung. Da krieg ich persönlich nen Rappel, wenn ich das höre. Das geht einfach gar nicht! Du hast, gerade nach solch einer Diagnose, ein Anrecht auf eine adäquate Behandlung!

  2. Du bist auf Leute reingefallen, die keine Ahnung hatten? Waren das Fachkräfte? Sprich Ärzte, Therapeuten und co? Wenn ja, kannst du bei adxs.org eine Angabe machen, welche Leute das waren und eine Bewertung abgeben. Somit können leute gewarnt werden, dass diese eben entsprechende Personen nicht aufsuchen.

  3. Naja Klinik empfehlen ist schwer… Ich weiß nicht wo du wohnst. Wohnortnah oder halt nah genug, dass du hin kommst, wäre da am Besten gelegen. Entweder du bittest bei adxs.org um Anlaufstellen in deinem Kreis, oder du begibst dich selbst auf die Suche.

  4. Danke dir. Es muss dir aber nicht leid tun. Ich bin recht zuversichtlich, dass es wieder wird. (Krone richten und so :wink:)

Das musst du nicht, du hast dich ja um sie gekümmert, in dem du dich um die gekümmert hast.

Medikamente und Antidepressiva habe/hatte ich. Es ist wohl nicht mal mehr eine emotionale Depression, ich glaube es ist eine seelische Depression mit Belastungsstörung.

Mitgeteilt habe ich alles. Unterlagen gibt es auch, verstanden werde ich dennoch nicht.
Im Moment ist es gerade sehr ernüchternd, im Moment habe ich Halbzeit und irgendwie sehe ich ganz realistisch nicht das es einfacher / besser wird.

Mein Gefühl ist es, dass 1/3 der AD(H)S-ler in Drogen untergehen, 1/3 geht ins Gefängnis und der letzte Drittel passt sich an und hat irgendwo zwischen 30 und 40ig dann eine schlimme Erschöpftdepression…

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Naja, das sehe ich nicht ganz so pessimistisch. Ich stecke aber auch nicht in Deiner Haut. Und mit einer Depression/Burnout fühlt sich alles genau so an. Irgendwie ohne Aussicht, hoffnungslos. Deshalb rappel Dich auf und versuche was. Tipps hast Du schon bekommen.

Und was ich zu den ADHSlern denke: viele wissen nicht, dass sie ADHS haben. Deshalb ist der Anteil im Knast und auf Drogen sicher etwas geringer :stuck_out_tongue_winking_eye:

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  1. Ja, also mein Hausarzt dachte wohl ich bin ja in Behandlung und konnte den Zusammenhang zwischen den Symptomen mit welchen ich bei ihm war wohl nicht erklären (ich ja auch nicht).

Ich selbst habe noch Witze gemacht als ich gesagt habe das ich total am Ende bin als „Wo ist nur das ADHS wenn man es braucht“…
Leider hatte ich mich nie damit auseinander gesetzt bis jetzt und nun wird mir alles klar. Ich hatte ein total falsches Bild von ADHS und dachte immer „Ja die Ärzte wissen ja Bescheid, die sagen schon wenn etwas nicht stimmt“.

  1. Leider nicht nur Ärzte…

  2. Ich werde mich damit sb nächster Woche auseinander setzten.

  3. Ja, nur für was frage ich mich. Ich werde ein Lebenöangs gegen meine Gene kämpfen müssen um einigermassen in diesem System platz zu finden und akzeptiert zu werden.

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Hmmh. 4. Punkt

Nein. Gegen das ADHS zu kämpfen ist kontraproduktiv. Du kannst nicht gegen etwas kämpfen, was mit deiner Art zu denken, fühlen, lernen, leben, lieben, erfahren eng verknüpft ist.
ADHS ist eine ganzeinheitliche komplexe Art und Weise, das Leben zu erfahren. Du kannst dich damit arrangieren und Kompromisse finden. Du hast stärken jnd schwächen, wie jeder auch. Wichtig ist zu lernen, dass du mit deinem ADHS umgehen kannst. Du kannst dir viele Techniken aneignen, dass du mit deinem Leben klar kommst.
Aber dagegen kämpfen funktioniert nicht. Im Gegenteil, wenn du es leugnest wird es sogar schlimmer!

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