Umstellung auf Elvanse erfragen

Hallo in die Runde,

Ich darf seit einer Woche 5mg MPH retardiert ausprobieren, nachdem ich das schon in der Kindheit einige Zeit nehmen durfte, aber dann die Behandlung von den Eltern gestoppt wurde. Die eindeutige Diagnose ist bei mir leider schon 15 Jahre her und aus der Kindheit, aber ich habe einige starke Verdachtsdiagnosen von früher und aus den letzten 5 Jahren; daher wurde mir eine probatorische Behandlung geraten bis ich mit einem Termin zur erneuten Diagnostik in ein paar Monaten rankomme.

Das funktioniert auch soweit sehr gut, ich habe keine Nebenwirkungen, es tut was es soll und per Fremdbeobachtung bekomme ich auch nur positives Feedback. (es ist halt recht gering dosiert, also noch nicht furchtbar viel Effekt)

Ich nehme das direkt nach dem Frühstück.
Leider funktioniert das mit der Retardierung eher weniger gut bei mir, ich denke mal eine lange Historie an nervösem Magen und Reflux dürfte dahinter stecken. Manchmal scheint es 2 Stunden lang zu wirken und dann wieder weg zu sein, manchmal reicht es aber auch bis in den frühen Nachmittag,
Außerdem ist es denke ich nicht furchtbar sinnvoll für mich MPH retardiert zu nehmen, wenn ich wieder säurehemmende Medikamente oder nur Reflux Gel brauche - weil das macht ja die Retardierung kaputt.

Meine Psychiaterin hat jeden Tag 30 Minuten offene Sprechstunde, meint ihr das lohnt sich doffiziellea vorbeizuschauen und meine Problematik zu schildern? Sollte man da Elvanse erwähnen, weil das denke ich sinnvoll zum ausprobieren wäre.
Oder nerve ich die damit nur und stehe dann am Ende ganz ohne Medikamente da?
Der nächste Termin wäre in 2.5 Wochen, also noch ein bisschen hin, aber die Woche danach ist die ganze Praxis erstmal 3 Wochen im Urlaub.

Huhu und Herzlich Willkommen :adxs_winy:

Grundsätzlich: natürlich darf man den Arzt fragen.

Ein offenes Verhältnis zum Behandler emfinde ich persönlich als eine Voraussetzung, um best möglich behandelt werden zu können.

Je mehr er/sie weiß, desto gezielter kann auf alles mögliche eingegangen werden, finde ich.

Um welches MPH Retard Präparat genau handelt es sich eigentlich?

Es gibt Ritalin Adult und Medikinet Adult.
Davon gibts dann wieder Generika / Kopien von anderen Herstellern.

  • Medikinet Adult muss tatsächlich mit Nahrung eingenommen werden und der pH-Wert spielt auch eine Rolle, damit die Retardierungstechnik funktioniert.

  • Ritalin Adult hingegen hat eine andere Zusammensetzung und folgt einer anderen Retardierungstechnik (SODAS). Es gilt als pH-unabhängig.

Schau gerne mal hier unter folgendem Punkt.
Da wird das Thema behandelt und die Unterschiede erläutert.

11.1.3. Veränderungen der Wirkung von MPH durch andere Medikamente

Im Text wird dann noch dies hier verlinkt und erklärts gut, finde ich:

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Oha, vielen dank, ich habe tatsächlich Medikinet Adult. Dann könnte es mit Ritalin Adult ja besser klappen.
Da ist es dann vermutlich sehr sinnvoll wenn ich mal zeitnah vorbeischaue und kurz anspreche, ob es vielleicht eine bessere Option für mich gibt.

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Da findet sich bestimmt eine Lösung.

Wenn du wegen Reflux etc. Bedenken hast, einfach ausdrucken, oder Links abspeichern und beim Doc ansprechen.

Dann könnte Ritalin Adult die bessere Wahl sein.

Bei Elvanse z.B. wäre es auch unabhängig von der Magensäure. Da es ein Prodrug ist und zunächst im Körper das Lysin abgespalten und dann der Wirkstoff über den Dünndarm ins Blut aufgenommen und umgewandelt wird, sollte es da auch keine Probleme geben.

Kürzlich noch gelesen, als es hier in einem anderen Beitrag um Elvanse + Magen Bypass ging :slight_smile:

Jetzt hast du ordentlich Gesprächsstoff für den nächsten Termin :grin::+1:t2:

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Ich wollte nochmal kurz Rückmeldung geben, wie das bei mir gelaufen ist.
Kurzfristig ist noch ein Termin frei geworden, und da habe ich dann offen meine Wünsche angesprochen.

Mir wurde die Wahl gelassen zwischen Medikinet und anderen Präparaten; Mit der Sicherheit dass ich jederzeit wechseln kann, hab ich mich für einen weiteren Versuch mit Medikinet entschieden. Ich bin jetzt bei 10mg + 5mg für eine Ganztagsabdeckung, und werde da jede Woche mal evaluieren ob ich in kleinen Schritten was verändern sollte.
Es war sehr beruhigend, dass mir gesagt wurde dass ich als Patient herausfinden muss was für mich funktioniert.
Schaut so aus als dürfte ich die Eindosierungsempfehlungen im Wiki durchstöbern.

Vielen Dank für das Zerstreuen meiner Sorgen hier :slight_smile:

Die Psychiaterin hat sich auch gefreut, einem Patienten schnell sehr gut helfen zu können.

Nur um mal ein Happy End an das ganze zu hängen :slight_smile:

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Gute Einstellung und genau so ist es auch :pray:t2::heart:

Wenn man da jetzt systematisch rangeht (was du ja tun wirst) und regelmäßig für sich dokumentiert, dürfte man das richtige Medikament + Dosis finden.

Mir hat das Finetuning sogar Spaß gemacht.
Habe noch nie so auf meinen Körper geachtet wie seit der ADHS Medikation.

Früher bei Antidepressiva und Angstlösern auch nicht. Da war nämlich überhaupt keine wirklich gute Körperwahrnehmung bei mir :see_no_evil:

Das „Kennenlernen“ und Beobachten unter Einfluss der Stimulanzien hat da definitiv geholfen, achtsamer zu sein. Kann sich wirklich lohnen :crossed_fingers:t2:

Tschakka. Jetzt gehts los :partying_face::drum:

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