Verloren im Therapeuten-Dschungel

Hallo ihr Lieben,
aktuell bin ich irgendwie etwas verloren was die Therapie meiner Depression bzw. ADHS betrifft. Ich habe von meiner Psychologin eine Liste bekommen mit Therapeuten, die sie empfiehlt und die auf meine Problematik eingehen können. Dass es schwierig wird einen geeigneten Therapeuten zu finden und die Wartelisten lang sind ist mir ja absolut klar, aber ich erhalte nur Absagen. Und nicht weil es keine Kapazitäten gibt sondern weil keiner sich so richtig mit ADHS bei Erwachsenen auskennt (sind alles Verhaltenstherapeuten). Da ich auch noch nie eine Therapie gemacht habe frage ich mich jetzt wie das ganze abläuft. Wie sieht das bei euch aus? Aktuell wiegt die Depression schwerer als mein ADHS. Möchte schon beides zusammen angehen, da die Depession sicherlich aus der späten Diagnose ADHS rührt. Wie sieht so eine Verhaltenstherapie aus? Konzentrationsübungen, Impulskontrolle, Entspannungsübungen?
Weiß grade echt nicht weiter und an wen ich mich wenden kann…

Ich kenne mich mit VT nicht persönlich aus, hatte aber bezüglich ADHS mal einen Gruppentherapieplatz in Aussicht, den meine Krankenkasse dann nicht übernehmen wollte (weil sich das mit meiner psychodynamischen Einzeltherapie gekreuzt hätte).
Da wurde mir sowas wie Ausstauch und PSychoedukation versprochen… wie das genau abläuft, habe ich dann leider nicht erfahren dürfen.
Vielleicht ist so eine Gruppe aber eine Art Zusatztoption, wenn man schonmal einen VT-Platz hat oder leichter zugänglich, als ein Einzeltplatz. Falls es sowas in deiner Region gibt.

Ansonten habe ich noch folgenden Tip: das Kostenerstattungsverfahren.
Auch hier habe ich keine persönlichen Erfahrungen, aber immer mal wieder davon gehört.
Die Krankenkassen können private Therapieplätze bezahlen, wenn du nachweisen kannst, dass es akut ist und du trotz Bemühungen keinen Termin in Aussicht gestellt bekommen hast.
Hier ist ein Link mit Infos dazu Infos und Tipps zu Kostenerstattung bei Psychotherapie | therapie.de

Vielleicht ist es dann sogar etwas leichter jemanden zu finden, der:die auf ADHS spezialisiert ist.
Ich meine, dass das sogar teilweise für (Tages)klinikplätze gilt. Also dass es sich zumindest lohnt bei der KK nachzufragen, weil im Einzel- oder Härtefall auch da die Kasse Privatplätze übernehmen kann.

Danke dir für deine Nachricht. Akut ist tatsächlich wie gesagt eher meine jahrelange Depression. Sicherlich eben ausgelöst durch die unerkannte ADHS, habe die Diagnose erst vor 6 Monaten bekommen.
Aktuell komme ich mit Medikinet wirklich gut zurecht und kann meinen Arbeitsalltag und auch mein Privatleben besser organisieren und bin allgemein entspannter. Allerdings helfen die Antidepressiva nur bedingt und daher müsste ich die Therapien wohl eher getrennt von einander angehen. Denke bei ADHS ist eine Gruppentherapie schon sinnvoll. Mal schauen…

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@KopfChaotin Gruppen Therapie kann sehr interessant sein, kommt halt darauf an wie gut die Gruppe zusammen arbeitet und der:die Therapeut* das ganze organisiert und managt.
Adhs und Depression zu trennen halte ich persönlich nicht für sinnvoll, da ja die Depression in der Regel aufgrund der Schwierigkeiten durch das Adhs entstanden sind. Nach meiner eigenen Erfahrung war es für mich persönlich besser beides zusammen anzuschauen, heisst beides gemeinsam anzugehen.
Sorry habe den Text nachträglich noch mal bearbeitet.

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Gerade in Deinem Fall würde ich unbedingt einen auf ADS spezialisierten Therapeuthen suchen. Bei mir wurde eine schwere rezidivierende Depression (falsch?) diagnostiziert und ich wurde 25 Jahre diesbezüglich behandelt. Vor einigen Monaten erst kam die Diagnose ADS. Eine normale Verhaltenstherapie (gegen Depression) bringt garnichts. Ich habe 7 (!) davon gemacht. Ich würde deshalb ausschließlich einen ADS-Therapeuten suchen, auch wenn das länger dauert etc. Vielleicht hilft für eine ganzheitliche Betreuung der Besuch einer Klinik-Ambulanz, die sich auch mit ADS auskennt.

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