Verzweiflung nach Auswertungsgespräch der Diagnostik

Hallo meine lieben,

ich bin eben auf dieses Forum gestoßen und wollte Mal nach eurem Input fragen. Mein Name ist Nathalie. Ich bin 31. Ich selbst bin nicht diagnostiziert, habe bei mir selbst aber schon etwas länger den Verdacht, dass eine Form von ADHS vorliegen könnte. Sämtliche Fragebögen zur Ersteinschätzung unterstützen diesen auch, zur offiziellen Diagnostik kam es bisher aber noch nicht.

Ich habe 2 Töchter. Hier geht es jetzt um meine große, jetzt 10 Jahre alt. Schon im Kindergartenalter hatte sie eine Zeit in der sie extreme Wutausbrüche hatte. Alles was Gedult erforderte oder Frustration verursachte, endete in der Regel in emotionalen Ausbrüchen die so weit gingen, dass sie mich blutig gekratzt hat. In den Kindergarten ging sie sehr ungern. Sie bekam damals dann auch Ergotherapie weil sie motorisch in der Kita etwas auffällig war.

Als es Richtung Schule ging, hatte sie mit dem Umstieg Recht große Probleme. Viel Bauchschmerzen, sie wollte nicht gehen und hatte Angst vor der Schule. Irgendwann kristallisierte sich heraus, dass dies viel auch mit der damaligen Klassenlehrerin zutun hatte. Mit der fühlten sich 90 Prozent der Schüler aus der Klasse nicht wohl und nachdem die Klassenleitung gewechselt hat, hat sich auch diese Problematik etwas gelegt. Schule war immernoch nicht so der Favorit, aber wir kamen zurecht. Leistungstechnisch ist sie in der Schule echt gut. Hat sogar eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen zur Versetzung. Wir haben uns dann aber, aus Angst vor dem großen Leistungsdruck, für eine Gesamtschule entschieden.

Jetzt aber zu unserer aktuellen Problematik. Seit etwa einem Jahr sind die emotionalen Ausbrüche wieder öfter und intensiver geworden. Bis hin zu dem Punkt, dass sie mich wirklich körperlich verletzt hat Währenddessen und meltdown ähnlich wirkt wie ein komplett anderer Mensch. Danach sagt sie auch meist, dass sie garnicht weiß was da gerade los war und sie das selbst nicht will aber da einfach nicht mehr raus kommt wenn sie einmal drin ist. Meist nach der Schule, wenn dann Kleinigkeiten das Fass zum überlaufen bringen oder vor der Schule, wenn sie dann Zusammenbrüche bekommt weil sie nicht in die Schule will. Laut ihrer Aussage, Aussagen der Lehrerin und anderen aus ihrem Schulalltag gibt es keine Situationen wie Mobbing oder ähnliches. Ihre Aussage zum Thema warum Schule doof ist: „Da ist es immer so laut und ich hab keine Lust auf die Sachen die ich da machen muss und das nervt einfach alles.“ Und die Auslöser für diese Ausbrüche sind auch meist fern von Schulthemen. Als wenn das Frustfass einfach schon voll war und dann eine nach außen wirkende Kleinigkeit es einfach zum kompletten Kollaps bringen.

Generell ist sie gefühlt mit allem was sie tut auf der Suche nach Dopamin. Ständig sämtliche Medien konsumieren wollen, welche möglichst kleine Aufmerksamkeitsspanne fordern, ungesunder Kram zum naschen, alles was schnell stimuliert ist ihr Freund. Wenn etwas laut und voll ist, scheint das für sie schnell reizüberflutend zu sein. Als wir auf ihren Wunsch zb zu ihrem Geburtstag chinesisch essen gegangen sind, wurde sie ab einem Punkt regelrecht panisch weil sie schnell nach Hause wollte weil ihr schlecht wurde und plötzlich einfach alles zu viel war. Sobald wir raus waren, war alles wieder gut. Am liebsten ist sie einfach in Ruhe Zuhause.

Durch diese starken Wutausbrüche fanden wir uns auch schon Notfallmäßig in der KJP Klinikambulanz wieder für Gespräche. Beide Psychiaterinnen äußerten den Verdacht adhs und legten uns eine Testung nah. Dann ging die Suche los nach einem Platz zur Diagnostik. Elends lange Wartelisten, „Melden sie sich in 4 Monaten nochmal“, bis dann eine kam, bei der wir rein kommen sollten für die Anmeldeformulare und dann einen Termin kriegen sollten für das Erstgespräch. Ich bin natürlich sofort hin und dort wurde mir dann ein Termin bei der Assistenzärztin angeboten. Den haben wir sofort genommen, weil die Hütte wirklich gebrannt hat und wir einfach froh waren irgendwo Hilfe zu bekommen auf die meine Tochter sich auch einlassen wollte. Eine tagesklinische Diagnostik kam für sie nämlich garnicht in Frage. Beim Erstgespräch sprach die Ärztin von sich aus auch an, dass sie uns auch Fragebogen zur Autismus Spektrumstörung mitgeben will, aufgrund der Empfindlichkeit für Lautstärke etc. Und sprach auch selbst an, ob meine Tochter eventuell Probleme hat mit regeln befolgen etc. Was sie definitiv hat, je nach Situation. In der Schule bisher eher weniger, da ist sie Recht unauffällig und ruhig, wirkt sehr angepasst. Zuhause jedoch genau das Gegenteil.

Die Testung ist jetzt durch. Durchgeführt wurden AFS (Angstfragebogen für Schüler), dieser war vor allem bei manifester Angst stark erhöht (höher als bei 91% der Vergleichsgruppe) und die Schulunlust (höher als bei 85%). Der WISC-V Intelligenztest der in allen Bereichen außer Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit in Normbereich waren. Die beiden Bereiche waren bei 76 und 69, wodurch der DurchschnittsIQ auf 83 gerutscht ist. Der d-2-R Konzentrationstest, bei dem die Ergebnisse unauffällig waren. Bei der Verhaltensbeobachtung steht allerdings dabei, dass ihr dieser Test sichtlich schwer gefallen ist und sie sehr anfällig für externe Störquellen war und sich von Umgebungsgeräuschen schnell ablenken ließ. Das spricht für mich dafür, dass sie zwar gute Ergebnisse erzielt hat, aber es für sie eben sehr viel Kraft und Energie gekostet hat diese zu erzielen. Außerdem wurde der MZT durchgeführt. Dieser war ebenfalls unauffällig.

Bei den Autismus Fragebögen war sie immer unter dem Cut-off. Alles unauffällig laut Auswertung.

Als ADHS Fragebogen sollten wir den DISYPS-III ausfüllen. Das wurde von mir, ihrem Papa und ihrer Lehrerin seperat gemacht. Wir als Eltern haben sie laut Auswertung in allen Bereichen als auffällig eingestuft mit unseren antworten. Bei dem Bereich Funktionsbeeinträchtigung und Leidensdruck sogar als sehr auffällig. In der Schule wurde sie bei Aufmerksamkeit als grenzwertig, bei Hyperaktivität und Impulsivität als unauffällig, bei gesamtsymptomatik ADHS als grenzwertig und bei Funktionsbeeinträchtigung als leicht auffällig bewertet. Bei Kompetenzen Ausdauer, Aufmerksamkeit und Reflexvität sind alle Fragebogen mit geringer Kompetenz ausgewertet worden.

In der Besprechung sagte die Psychiaterin es könnte bei ihr keine Diagnose gestellt werden, weil sie keine Konzentrationsprobleme feststellen konnten. Während sie aber, trotz unauffälligem test, in der Verhaltensbeobachtung selbst mehrfach erwähnen, dass sie sich schnell ablenken lässt, ihr der Test sichtlich schwer gefallen ist, sie deutlich Probleme zeigte sich auf zb kneten und sprechen gleichzeitig zu konzentrieren… diese Kommentare habe ich allerdings erst Zuhause gesehen, als ich mir die Ergebnisse nochmal durchgelesen habe. Für mich ergibt das doch keinen wirklichen sinn, oder? :thinking:

Sie versteifte sich dann irgendwie sehr auf das hohe Ergebnis bei dem Angstfragebogen bei manifester Angst und schien adhs in jeglicher Form auszuschließen.

Jetzt bin ich hin und her gerissen, ob ich mir nicht lieber nochmal eine zweite Meinung einholen sollte.

Ich hoffe irgendwer konnte dem ganzen hier überhaupt folgen. Ich bin nach dem Termin heute einfach nur durch und verwirrt. :pleading_face:

Herzlich willkommen @Nanaleinchen

Ja. Würde ich machen. Oder zuerst nochmals versuchen mit dieser Psychiaterin zu reden und diese Widersprüche klären. Nachfragen.

ADHS kann ja die Ursache für die Angst sein.

Mein Sohn hatte auch ganz schlimme Ängste. Auch weil er ja merkte, dass er anders ist und sich so heftig anstrengen musste um in der Schule zu funktionieren.

Er war in der Schule überangepasst und unauffällig.

Und zuhause ist er dann auch komplett ausgetickt und ausgerastet.

Das war zu viel. Den ganzen Morgen „normal“ sein. Und dann noch versuchen dem Unterricht zu folgen und sich zu konzentrieren. Allein. Aus eigener Anstrengung.

Da musste die Bombe dann ja irgendwo platzen.

Vielleicht ist es bei deiner Tochter ähnlich?

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lt. allen Vorträgen auf Symposien und Tagungen sagen die Fachärzte immer das der Fragebogen alleine nichts sagt selbst wenn diese unauffällig sind ist der Eindruck vom Arzt entscheident und bringt dann die Einschätzung die Diagnose selbst oder gerade bei Mädchen wo Tests immer sehr unauffällig sind und eher selten stark auffällig

Hallo und Willkommen,

wenn jemand stark maskiert (und das scheint ja so zu sein, daher kommen auch die Meltdowns) dann ist die Diagnostik schwierig.

Es geht nach Fragebogen/Beobachtung/Gespräch, aber da können eben maskierende Kinder durchrutschen.

(ich habe hier ein Exemplar Kind, fast 12, knapp an ASS Diagnose vorbei, zu unauffällig für ADHS, die Therapeuten, die mit ihm arbeiten, sehen das aber total, dass er da liegt. Mein Sohn, knapp 14, hat beides, auch offiziell).

Wenn der nächste Schritt - nämlich Diagnostik in Tagesklinik o.ä. - aktuell für euch nicht in Frage kommt, dann solltet ihr euch einfach auch mit der Fage auseinandersetzen:

  1. Warum möchtet ihr eine Diagnose? Welche Vorteile bringt sie? Kann man das, was man will, auch ohne Diagnose bekommen?
  2. Ist uns die Diagnose die Tagesklinik wert?
  3. Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Ich weiß - siehe oben - leider sehr, sehr gut, was es bedeutet, keine Diagnose zu haben und zu wissen, da läuft was nicht rund, aber ohne Diagnose nur bestimmte Maßnahmen.

Wir hatten dann für den knapp 12jährigen vor 3 Jahren eine Diagnose „sozial-emotionale Entwicklungsstörung“ bekommen (weil er eben unter jedem Cut-off lag) und damit dann

a) die Schulbegleitung (!!! noch geht das, wenn nach §35a SGB VIII seelische Behinderung droht)

und

b) Heilpädagogik (bei Heilpädagogen, Psychologen etc.) beantragt bei Jugendamt (a und b!)

Diese Diagnose ist zwar „nix halbes und nix ganzes“, bietet aber Möglichkeiten, dem Kind zu helfen.

Ich sehe mein Kind absolut im ADHS Spektrum (er maskiert nur krass), durch Einschulung in Corona und große Probleme anfangs (sehr jung) war Schule die ersten Jahre ganz schlimm. Nach dem Schulwechsel wurde es etwas besser, es ist ein Marathon, kein Sprint, aber dank der tollen I-Kraft haben wir Hoffnung, dass es laaaaaaaaangsam besser wird.

Ich habe übrignes letztens wieder gelesen, dass man bei Kindern aus dem Neurodivergenz-Bereich 30% vom Lebensalter abziehen muss, um zum „Reifegrad der Entwicklung“ zu kommen.

Das mag nicht bei allem zutreffen, aber bei meinen Söhnen auf jeden Fall und es entlastet total wenn man sich das mal ausrechnet und immer wieder vorhält - denn es entlastet euch als Eltern, aber auch das Kind vom „funktionieren müssen“ und gibt einfach noch „Luft für Entwicklung“.

Und die wird kommen, sei zuversichtlich, auch wenn es sich grade noch nicht so anfühlt.

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Verwirrt wäre ich auch.

Ärztinnen, die ADHS ausschließen wollen, tun dies auch. Bei Mädchen besonders.

Ich bin nicht überzeugt von dem Ergebnis dieser Untersuchung.

Wieso eigentlich „Assistenzärztin“? War das eine KJP-Praxis, eine Klinik oder gar ein SPZ?

Es ist eine KJP Praxis. Geführt von 2 Kinder und Jugendpsychiaterinnen. Beim vereinbaren des Termins für das Erstgespräch bot der Empfang mir dann an, dass wir auch einen Termin bei der Assistenzärztin kriegen könnten. Dieser würde denn auch schneller gehen. Und weil bei uns wirklich, und das sage ich nicht einfach so, die Hütte am brennen war mit den meltdowns und purer Verzweiflung, haben wir dann zugestimmt. Wir waren zu dem Zeitpunkt wirklich so weit, wir kamen keine 3 Tage ohne meltdown aus der dazu geführt hat dass ich wirklich am ganzen Körper blaue Flecken hatte weil sie körperlich aggressiv wurde dabei. Bei dem einen hat sie mir mit der flachen Hand aufs Ohr gehauen, so dass ich nicht mehr richtig hören konnte. Und es war auch für sie einfach super schlimm, weil sie sich so unheimlich geschämt hat dafür und richtig Angst auch hatte sich Hilfe zu holen mit uns. Da waren wir einfach an dem Punkt wo wir froh waren, dass wir so schnell wie möglich einen Schritt vorwärts kommen, gerade weil sie auch sehr sprunghaft war was ihre Kooperationsbereitschaft anging. Sie wechselte ständig von „ja ich mach das“ zu „nein ich geh da auf keinen Fall hin“. Und gerade weil es dann zuletzt auchnoch auf ihre Schulfehlzeiten ging weil man sie wirklich nicht zur Schule bekommen hat. :pensive_face:

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Ich glaube bei uns ist einfach eine riesen Hilflosigkeit gerade weil es halt einfach unheimlich belastend ist für die gesamte Familie, die uns einfach nur verzweifelt nach antworten suchen lässt. Welche Möglichkeiten wir mit einer Diagnose hätten, haben wir uns bisher noch gar nicht mit beschäftigt. Klar, bis auf das offensichtliche medikamentöse. Aber abgesehen davon, haben wir noch keine Ahnung inwiefern dann welche Möglichkeiten offen stehen.

Es ist halt wirklich super schwer einfach wie du schon sagst dieses Gefühl von *da läuft was nicht rund* weil ich halt sehe, dass sie leidet und mit sich kämpft. Mir bricht es das Herz, wenn sie nach so ausnahmezuständen teils dann zu mir sagt „mama ich will doch auch nur normal sein, ich weiß auch nicht was das ist“.

Wie sagt man so schön? Manchmal ist halt leider einen Namen für das leid zu finden eine große Hilfe. So fühlt sich gerade einfach alles an wie so großes Rätselraten gepaart mich Hilflosigkeit. :pleading_face:

Ja, hört sich an wie meine große. Wirklich. Sie ist im Kontext Schule wirklich super angepasst. Das einzige was als auffällig erschien war, dass sie oft einfach was Beteiligung am Unterricht angeht nicht so wirklich gut mit macht, oft eher unorganisiert und unsauber arbeitet und vom Selbstvertrauen her eher nicht so stark ist. Aber was Sozialverhalten und Leistung angeht? Alles super. Bei Lernzielkontrollen und tests liefert sie super Leistungen ab, Zuhause widerrum laufen die Hausaufgaben oft nur wenn ich sie Stück für stück mit ihr durch kaue. Teils kam sie nach der Schule nach Hause und dann war’s keine Stunde bevor sie kompletten Systemausfall hatte der sich dann auch Mal gut und gern bis zum Stunden gezogen hat, wenn auch mit schwankender Intensität. Sozial zieht sie sich viel zurück weil sie Konflikte und Frust der aus Meinungsverschiedenheiten entstehen könnte vermeiden will.

Das Problem ist leider, dass du vielleicht nie etwas eindeutiges bekommst.

Wir hatten mit 8 auf ADHS testen lassen (weil eben der Bruder auch betroffen ist) und mit 11,5 nochmal, weil ich nach einer Reha mit dem Großen noch mal SO viel Input bekommen habe, das passte alles sowas von zum Kleinen… Zudem habe ich inzwischen eben selber die Diagnose.

Trotzdem hat er keine - also bleibt es bei „ESE“, was klingt wie „Eltern Schuld“ oder „wissen nix genaues“.

Für im Moment bin ich damit zufrieden bzw. kann damit leben.

Letztlich ist aber eben wichtig: was braucht IHR, was passt zu euch.

Ich kann euch die Erziehungsberatung eures Landkreises/eurer Stadt noch ans Herz legen, die arbeiten absolut vertraulich und dort kann man zwar keine Diagnostik machen, aber euch stärken.

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Buchtipps: Bindung ohne Burnout - von Nora Imlau

geht auch extra auf neurodivergente Eltern-Kind Dinger ein, das Buch stärkt euch als Eltern und hilft, viel von „außen“ an sich abprallen zu lassen.

Ebenso „Ich lass dich los und geb dir Halt“ - da geht es zwar schon um Teenager mit ADHS, aber sie ist ja kein Kleinkind mehr, vielleicht gibt euch das noch mal ein paar Ideen zum Sortieren.

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Vielleicht könnte der Podcast „Kapierfehler - Neurodivergenz und Schule“ (Spotify) Elternteilen helfen.

Von „Kapierfehler“ nicht anpieksen lassen. Da gehts um anderes und auch nicht nur um Schule :slight_smile:

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Wurde denn vielleicht schon einmal eine Borderline-Persönlichkeitsstörung besprochen?

Nein. Bisher nicht. Wir waren bisher nur in der KJP Ambulanz wo beide Male der Verdacht einer Form von ADHS geäußert wurde und dann eben jetzt in der Praxis wo sich jetzt größtenteils auf die erhöhten Werte der Manifesten Angst bezogen wird wie es scheint weil die Ergebnisse im Konzentrationstest klinisch unauffällig waren aber in der Verhaltensbeobachtung bei dem Test explizit steht, dass dieser ihr sichtlich schwer fiel und sie sehr anfällig für äußere Störquellen war und abgelenkt durch Umgebungsgeräusche. :melting_face:

Bei einem 10-jährigen Kind??? Das halte ich für viel zu früh. Da würde ich lieber an der ADHS-Diagnose dran bleiben. Viel zu oft wird Borderline gerade bei Frauen fälschlicherweise anstelle von ADHS diagnostiziert.

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Das würde ich nochmal ansprechen.

Ja mache ich definitiv. Nachdem ich das alles dann gestern in Ruhe durchgeschaut habe hab ich beschlossen, dass meine erste Tat sein wird nochmal um ein klärendes Gespräch für Rückfragen zu bitten und da dann all das anzusprechen. Und auf längere Sicht gesehen werde ich sonst nochmal eine weitere Meinung einholen. Einfach schon aus Angst, dass sie eine Nummer in der Statistik wird, welche 10 andere Diagnosen bekommt bevor irgendwann mit 40 endlich mal einer merkt, dass es hinterher doch unbehandeltes ADHS war.
Für uns Zuhause Versuche ich mich schlau zu machen was den unterstützenden Umgang mit neurodivergenz und ADHS angeht, um das zu versuchen umzusetzen. Damit sie vielleicht wenigstens Zuhause falls sie es hat ein Netz hat das sie schonmal besser auffängt. Auch wenn nach all dem meine eigenen Kraftreserven momentan echt schon am aufbrauchen sind. :persevering_face:

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Mein Sohn war beim Konzentrationstest auch nicht mal sooo extrem auffällig, was ich mich erinnere.
Diese Tests sind ja auch nur bedingt aussagekräftig, so viel ich weiß.

Ehrlich gesagt, der ganze Thread zeigt wieder mal das Problem der ADHS Diagnostik.

Solange das nicht alles viel griffiger und eindeutiger ist, wird es immer Probleme geben mit nicht gestellten Diagnosen, von angezweifelten Diagnosen (inkl. Zweifeln der Betroffenen) etc pp.
Das ist alles so unbefriedigend. :roll_eyes:

Abgesehen davon: Wichtig wäre, dass du nachhakst, wie es jetzt weitergehen soll. Ich meine, nur weil die ADHS jetzt eher ausschließen, was ist dann ihr Masterplan im weiteren? Sie müssen ja eine Idee haben, was nun als nächstes folgen soll und was man tun kann.
Zu sagen ADHS ist es wohl nicht und fertig ist ja kein Plan… :zany_face:

Für meinen Sohn war es wichtig, direkt eine Pause zu bekommen wenn er heim gekommen ist.

Am besten draussen im Garten.

Jetzt zieht er sich eher zurück und liest Comics.

Runterkommen.

Er konnte auch nicht sofort essen.

Oft musste er auch erst mal abladen. Erzählen was alles doof war in der Schule usw…

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!! :people_hugging:

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Das ist schon etwas wert, aber entscheidende Hilfe bekommst du bei ADHS nur mit Medikamenten. Die machen dann nicht alles per Fingerschnipp weg, deine Tochter hat offenbar ein größeres Paket zu tragen, aber wenigstens die ADHS-Medikamente nicht zu probieren fände ich fahrlässig.

Frag doch, ob nicht doch eine probeweise Verordnung von Methylphenidat oder Attentin möglich ist.

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Und mach bitte so schnell wie möglich einen Termin für deine eigene Diagnostik. Die Wartelisten sind lang.

Ich habe auch erst durch die Diagnose meines Sohnes erkannt, dass ich selbst betroffen bin. Und es hätte mir viel Leid erspart wäre da mal früher Jemand drauf gekommen. Als Kind. Aber auch als Erwachsene und Mutter dann. Meine Impulsivität ist viel besser im Griff mit den Medikamenten.

Wut, Ungeduld etc… schrecklich was Kinder auch mitmachen müssen bei undiagnostizierten Eltern.

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