Völlig überzogene Ausraster und angespannt wegen Kleinkram

Hallo
Ich ertappe mich in letzter Zeit immer wieder dabei, wenn ich Flüchtigkeitsfehler mache, dass ich dann gar nicht gelassen sein kann und regelrecht ausflippe. Beispiel: ich habe etwas bestellt, online, und hatte aber noch im alten Warenkorb Ware drin. Also es kam noch Ware dazu, und dann war die Summe doppelt so hoch, weil ich nicht mehr geschaut habe.
Das habe ich dann bestellt, und es erst bei der Bestellbestätigung gemerkt. Statt dann das ganze irgendwie telefonisch um zu ändern, oder zu stornieren, habe ich ewig rumgemacht, innerlich und mich gehasst und verurteilt dafür und war stinke wütend. Und habe es dann doch komplett alles bestellt. Aber das ist wieder eher das Thema Kaufsucht.
Das andere war, ich habe einen Brief frankiert, den kann man aber, weil es ein Eilbrief ist, nur in der Filiale abgeben, damit er wirksam ist. Hätte ich also gleich in der Filiale machen können, weil ich an dem Tag gearbeitet habe, vor Ort, und hat mich dann geärgert, weil ich das vorher online gemacht hab, für nichts.
Das sind eher so Kleinigkeiten, wo andere drüber lachen und gar nicht verstehen, was das soll. Ich kann nachts nicht schlafen, und nur das bewegt mich, es ist echt schon zwanghaft manchmal. Und wiederum natürlich andere Sachen, da bin ich eher, dass es mir völlig egal ist. Da fällt mir jetzt aber kein Beispiel ein.

hm, kann ich nachvollziehen. ich denk mir mittlerweile immer „shit happens“ und „ist jetzt halt so“. gibt ja schlimmeres.

hast du schon über die ursachen dieser starken gefühle und gedanken nachgedacht? vielleicht gibt es eine ursache?

1 „Gefällt mir“

Ehrlich gesagt, wo das herkommt, weiß ich nicht aber ich steige mich dann in dem Moment so rein. Als ob es ohne Lösung alles wäre. Einfach Spinnerei?

1 „Gefällt mir“

mein gedanke war bspw. eine externe ursache.

in meinem fall ein vater, der mich für jede kleinigkeit fertig gemacht hat und perfektion erwartet hat inkl. abwertung meiner person, weil ich zu dumm/unfähig/tollpatschig etc war.

um dieses abwerten zu umgehen, strebte ich immer mehr perfektion an. wurde zu meinem größten kritiker und regte mich wegen nichtigkeiten auf. 100% waren nicht genug. es musste mehr als 100% sein, auch wenn meist 80% reichen.

sowas kann durchaus zu zwanghaftem verhalten und denkweisen führen.

2 „Gefällt mir“

Ich habe die Theorie, das ist eher wie bei meiner Mutter die hat auch keine Frustrationstoleranz

2 „Gefällt mir“

Und genau darin erkenne ich mich 1:1 wieder :confused:

Dies zu ändern ist wohl auch meine größte Lernaufgabe.

Ich komme mit meiner zur Verfügung stehenden Energie nicht klar, denn mein Perfektionismus lässt mich immer wieder vor die Wand laufen.
Ich bekomme diesen verdingsten Leistungswillen einfach nicht abtrainiert.
Um irgendwelche Ziele zu erreichen, übernehme ich mich regelmäßig. Und weil sich das dann während der Aktion so gut anfühlt - überfordere ich mich immer wieder.

3 „Gefällt mir“

Das Ablegen von Perfektionismus und den 100% und mehr kann man durch Konfrontation üben:

Bspw. sich das Staubsaugen vornehmen. Bspw. wenn man dafür 25 Minuten braucht, nach 10 Minuten aufhören. Wirklich aufhören, nicht am nächsten Tag weitermachen, sondern erst die Woche darauf.

Bad putzen, Rasenmähen… und mit der Zeit übernimmt man das auf weitere Sachen.

Du kennst deine Ziele. Die Entscheidung weniger zu machen muss vorher fallen und sie muss durch eine Messung kontrollierbar sein. Dann bleibt es liegen. Man sieht mit der Zeit, dass keine Konsequenzen folgen werden und verfestigt den niedrigeren Anspruchsgedanken. Mut zur Mittelmäßigkeit. Idealerweise genießt man die restliche Zeit.

1 „Gefällt mir“

Mit sowas habe ich jetzt zum Beispiel überhaupt keine Probleme.
Eher so organisatorische Sachen

1 „Gefällt mir“

lässt sich auf alles übertragen. das von mir waren halt nur beispiele aus dem haushalt. :grinning:

1 „Gefällt mir“

Und da ist es auch schon, mein 2. Problem :confused: wie kann ich mich entspannen, wenn da nicht alles erledigt ist :see_no_evil:

Bitte nicht falsch verstehen, mir ist bewusst, das nur ich selbst mit da helfen kann - was mir nicht ansatzweise gelingt.
Und genau das sind meine größten Baustellen…

1 „Gefällt mir“

in den sauren apfel beißen. man muss das schon oft genug üben. ist am ende auch eine neue gewohnheit. und neue gewohnheiten sind gerade am anfang unangenehme :poop:. es wird aber einfacher mit der zeit. mit jeder neuen übung 1%? nach 10x ist man schon bei 10%. 10% sind viel. :grinning:

1 „Gefällt mir“