Von Euphorie bis komplett Down Elvanse Adult, und Medikenet Adult

Hallo an alle,

Ich versuch mich kurz zu fassen.
Und zwar bin ich in der Einstellungsphase seit 2 Monaten mit Medikamenten, erst Elvanse 20mg, den anderen Monat Medikenet 10mg (mit individuellen Gebrauch von 10-30mg).

Alle beide Medikamente wirken bei mir die ersten 2 Tage richtig gut, nach den zwei Tagen bekomme ich massive Stimmungsschwankungen, in den ersten 2 Stunden bin ich extrem Euphorisch und habe Lust dinge zu tun die ich sonst nicht mache.

Danach sackt dir Wirkung ab, in müde,genervt,lustlos,gereizt und extremen Appetit auf Süßes,also das komplette Gegenteil zum davor, dass hält dann auch so ca. 2-3 Stunden an und dann schlägt es in eine normale Grundstimmung um.

Ich trinke keinen Kaffee, und auch kein Alkohol, rauche nicht mehr, ernähre mich gesund, nehme hier und da mal Omega,Vitamin D, und auch Aminosäuren,esse genügend vor der Einnahme der Tabletten, und schlafe ausreichend.

Ich muss dazu aber noch sagen das ich derzeit ziemlich viel Stress habe der erstmal bald vorbei ist da meine Zwischenprüfung ansteht, und ich generell ziemlich unzufrieden mit meinem jetzigen Alltag bin.

Lernen, Minijob, und Bürgergeld dadurch gerade mal nur ca. 190€ für Extras im Monat übrig, keinen richtigen Urlaub seit Jahren gehabt, getrennt lebend von meiner Familie (700km), für Hobbys fehlen mir die Interessen und auch das Geld, lebend in einer WG (Wohnungssuche geht hier wo ich wohne leider nur schleppend voran,weil zu teuer und günstiger Wohnraum kaum verfügbar).

Ich baue mir natürlich hier und da kleine Erholungs und Belohnungs Inseln, wie Frühstücken gehen,
Shoppen, mit Freunden treffen, zum Sport, und komplett mal gar nichts machen aber irgendwie befriedigt mich das nicht lang genug, und mein innerer Schrei nach mehr und aufregenden Dingen ist dadurch umso größer.

Ich habe auch schon einiges gelesen über die Einstellungsphase usw. und weiß auch das es entweder zuviel oder zu wenig sein könnte oder auch das falsche Medikament.

Bei mir wurde die ADHS erst im Erwachsenenalter diagnostiziert, ich war auch Suchtkrank (Crystal) und bin seit über 5 Jahren clean.

Ich habe morgen auch einen Termin beim Arzt, das werde ich das natürlich besprechen.

Das einzige positive an beiden Medikamente ist, ich habe endlich mal ruhe im Kopf, bin fokussierter, Konzentrierter,entspannter bei schwierigen Situationen, Impulse kann ich besser steuern, und habe kaum noch mit Reizüberflutung zu tun.

Also sie helfen schon, nur sind die Nebenwirkungen in den ersten Stunden des morgens ganz schön anstrengend und belastend.

Ich wünsche mir hier keine Belehrenden Worte, den ich arbeite daran das sich meine finanzielle Lage und auch Unzufriedenheit verbessern, nur dauert das noch paar Monate bis ich endlich komplett ausgelernt habe.
Ich wollte das nur oben mit erwähnen weil ja die Medikamente zusätzlich noch die ganzen negativen Dinge mit verstärken können.

Nunja, im großen und ganzen wollte ich mir mal Luft machen und auch in der Hoffnung jemand zu finden der auch ähnliche Probleme am Anfang hatte.

Ich danke für eure Zeit.

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Liebe(r?) Calypso,
ich kann leider gar nichts Hilfreiches beitragen. Aber ich möchte dich ganz herzlich willkommen heißen. Ich möchte dir auch gerne zurückmelden, dass dein Beitrag bei mir mehrmals den Gedanken „Wie stark!“ ausgelöst hat - was deinen Alltag betrifft, dass du nicht mehr rauchst, dass du die Drogen hinter dir gelassen hast, dass du offenbar sehr auf deine Ernährung und Gesundheit achtest. Das sind große und sehr anerkennenswerte Schritte. Insofern glaube ich nicht, dass du hier belehrende oder abwertende Worte lesen wirst. :yellow_heart:

Alles Gute dir!

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Herzlichen dank Yellow Bird.

Mit Medikinet kenne ich mich leider gar nicht aus, aber beim Elvanse hättest du noch Luft nach oben und könntest je nach Dosisstärke tatsächlich noch unterschiedlichste Erfahrungen machen.

Diese Gereiztheit könnte verfliegen.
Eine bessere Grundstimmung über Tag könnte bei der Stressbewältigung helfen.

Finde das mit dem Sugar Craving ganz interessant.

Wie ist es mit der Ernährung und hast du morgens vor oder gleich nach der Einnahme ordentlich gefuttert?

Das wirkt sich bei mir stark aufs Empfinden der Wirkung aus, vor allem morgens in den ersten 4-5h nach der Einnahme.

Elvanse kann natürlich laut Hersteller mit oder ohne Frühstück eingenommen werden. Das wirkt sich jedenfalls kaum auf die Aufnahme in den Organismus aus, aber der Körper wird danach in einen „Kampfzustand“ versetzt.

Und ich denke mir eben „Ohne Mampf - kein Kampf“ und fahre wunderbar damit, gleich nach der Einnahme ausreichend zu frühstücken.

Was da alles im Darm passiert und wie sich das u.a. auf den Metabolismus und die Bildung von Neurotransmittern auswirkt, kann wirklich spannend zu lesen sein.

Es gibt noch vieles auszuprobieren und viele Möglichkeiten, die Wirkung zu optimieren und Nebenwirkungen abzufedern/zu eliminieren.

Nicht die Hoffnung aufgeben und gespannt sein, ob und wie dich dein Doc hierzu beraten wird :slight_smile:

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Hallo SneedleDeeDoo,

Ich esse eine Banane vor der Einnahme, nach dem fertig machen im Bad noch zwei Brötchen und über den Gag verteilt auch nochmal was.

Und Abends dann ganz normal.

Danke für deine Antwort.

Hei du! :slight_smile:

Will und kann dich natürlich nicht groß belehren, du weißt natürlich was bei dir am besten funktioniert, bei mir war das ganze aber ziemlich ähnlich wie bei dir. Meine Situation ist fast genau die gleiche, wohne weit von der Familie weg, Sport, Shoppen etc. hat mich meist auch nur maximal (wenn überhaupt) für den Moment befriedigt.

Habe dann vor ein paar Monaten einige Wochen mit Medikinet rumprobiert, das hat bei mir aber auch maximal 3 Stunden gewirkt. Danach extreme Down Verstimmung, üblich bekannten Heißhunger auf Süßes, generell alles was Dopamin bringt. Ich selbst war auch jahrelang suchtkrank, und der Druck stieg bei dem Medikinet Down extrem an. Weiß also, was du meinst :wink:
Generell war die Eindosierung mit Medikinet bei mir teilweise echt kaum aushaltbar.
Habe dann, auch wie du, erst 20mg Elvanse bekommen, die aber in der ersten Zeit irgendwie zuviel aber irgendwie auch zu wenig waren. Einfach ein komisches, aber doch auch euphorisches Gefühl. Mit der Eindosierung muss man echt verdammt geduldig sein und das kann manchmal schon echt auf die Nerven gehen. Die Nebenwirkungen bei einer Unterdosierung sind bei mir persönlich auch sehr viel unangenehmer und grenzt an folter, als bei einer Überdosierung.
Bin nach 1.5 Monaten Elvanse try and error aber auf einer guten Dosis, die mir echt super hilft.

Was bei der Elvanse Dosierung (zumindest bei mir) extrem geholfen hat, ist die Dosis seeehr langsam zu steigern.

Mittlerweile bin ich seit ein paar Wochen auf insgesamt 50mg am Tag (30mg morgens, 20mg 4-5 Stunden nach der ersten Einnahme ; natürlich off label, aber mit Arzt abgesprochen). Das Ganze hat aber auch nur funktioniert, weil ich mich im Abstand von 3-4 Tagen immer um 1-2mg gesteigert habe, bis ich den gewünschten Effekt bekomme. Eine Steigerung von 20 auf 30 war bei mir doch echt unangenehm, zumindest das Down danach. Das Ganze ist leider ein ziemliches try and error, manchmal muss man hier und da ein wenig vor die Wand fahren, damit man weiß, was passt und was nicht. Zweifel und viele Gedanken kenne ich hier sehr gut, die sind bei mir nach einer guten Dosierung aber auch fast komplett verfolgen.

Vielleicht hilft es dir ja auch, die Dosis ganz langsam zu steigern und vor allem, erstmal bei einem Medikament zu bleiben, damit sich der Körper drauf einstellen kann. 20mg sind ja erstmal recht wenig. Bequatsch das ganze aber auf jeden Fall nochmal mit deinem Arzt!

Bin auch noch längst kein Medi Pro, wollte dir aber nur mal meine Erfahrung mitteilen, das hat mir in der Zeit unglaublich geholfen :slight_smile:

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Hey und danke jonussy,

Ich habe heute Concerta bekommen, Elvanse ist einfach nüscht für mich und mir ist das auch zu mühselig (und es hat auch nen ziemlichen Suchtcharakter für mich ) es aufzuteilen.

Leider gibt es hier in Deutschland keine 5mg oder gar 1-2mg, hatte es auch schon aufgelöst und auch mal so aufgeteilt aber wenn dann die Wirkung einsetzt schiebt es extrem, dass ist ein ekeliges Gefühl.

Concerta hat eine andere Retardierte Freisetzung erst 30, und der Rest verteilt sich über den Tag.

Mal schauen wie es weitergehen wird bei mir, ich bleibe optimistisch und möchte mich bei dir bedanken für deine Offenheit und die kleinen Parallelen zu deiner Erfahrung, fühl mich da jetzt nicht mehr ganz so allein.

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Na klar, gerne doch! :slight_smile: Wäre doch super, wenns für dich mit Concerta klappt! Drücke dir die Däumchen :slight_smile:

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