Warum sind die Dosierungen so unterschiedlich?

Hallo allerseits,

heute habe ich mal eine grundsätzliche Frage und lade zum gemeinsamen Brainstorming und gerne auch zum Erfahrungsaustausch ein.

Und zwar frage ich mich, warum der Bedarf individuell so unterschiedlich ist und damit einhergehend auch, ob es meistens so ist, dass jemand der eine große Menge MPH braucht auch entsprechend viel LDX und andersherum oder ob das auch ganz unterschiedlich sein kann. Ich habe hier schon gelesen, dass es einige gibt, bei denen es unterschiedlich ist, ist das eine Ausnahme oder eher die Regel?

Ich selbst komme mit der vorgesehenen Tagesdosis MPH nicht hin, so dass ich zu Elvanse gewechselt bin. Da scheint mir bisher 70mg (50/20) zu reichen um über den Tag zu kommen, zum Glück. Eine Überdosierung habe ich bisher noch nie erlebt und würde eigentlich gerne noch weiter steigern bis ich drüber bin um dann wirklich meine ideale Dosis zu finden.

Korreliert der hohe Bedarf immer mit einer schnellen (vielleicht nicht unbedingt superschnellen) Verstoffwechselung oder gibt es auch jemanden, der zwar viel nimmt aber damit dann auch lange hinkommt?

Hat es eventuell mit einer chronischen Erschöpfung zu tun, die sich ja bei vielen bildet, die lange unbehandelt durchs Leben gegangen sind?

Irgendwelche anderen Faktoren, die euch bekannt sind?

Also ich habe immer schon auf vieles empfindlich reagiert und weniger ist bei mir oft mehr. Da vermute ich bei mir , dass es eine reine Konstitutionssache ist.

Alkohol habe ich auch nie gut in Mengen vertragen und gegen Kiffen hatte ich eine tiefe Innere Blockade es nicht zu tun , warum auch immer?

Auch wenn die Thematik Homöopathie und Globuli hier kontrovers diskutiert wird ist es da bei mir auch so, dass meine Homöopathin bei mir mit Hochpotenzen aufpassen muss.

Im Zuge vom älter werden reagiere ich mittlerweile auch extrem schnell auf Kohlenhydrate und Zucker.

Ich habe sogar schon in der ersten halben Stunde mal festgestellt, dass ich statt Medikinet Adult eine Ritalin Adult (beides 10mg) genommen habe.

Mein Arzt hat ein paar wenige Klienten wo es ähnlich ist.

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Aha, das ist ein wichtiger Aspekt glaube ich. Bei mir ist es - passend dazu - genau andersherum. Sowohl „schulmedizinische“ als auch pflanzliche Medikamente wirken bei mir fast immer nur in hohen Dosen. Ich stelle selbst einige pflanzliche Mittel her, meist alkoholische Auszüge, und dachte anfangs, dass meine Methode nicht so effizient ist weil ich immer viel nehmen muss bevor sich eine Wirkung zeigt, habe dann aber gelernt, dass meine Tinkturen bei anderen durchaus in erwartbaren Dosen sehr gut funktionieren.
Auch bei Alkohol und illegalen Drogen vertrage ich durchaus robuste Mengen, das war glaube ich auch von Anfang an so. Ich habe sehr früh (mit 13) angefangen zu rauchen, kurz danach auch schon recht regelmäßig Alkohol und Cannabis konsumiert. Es wäre möglich, dass ich meinen Hirnstoffwechsel damit gewissermaßen abgestumpft habe, falls es sowas gibt… wobei ich in meiner Erinnerung von Anfang an weniger intensiv darauf reagiert habe als andere. Selbst von den allerersten Zigaretten war mir nie schlecht oder schwindelig und da war ich erst 12. :see_no_evil:

Ich kann auch Hitze, Kälte, Hunger und Schmerz ganz gut ab, jedenfalls solange ich innerlich einigermaßen in meiner Mitte bin.

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Über die Selbsthilfe habe ich eine riesige Spannweite der Dosierungen festgestellt, wobei natürlich eher die Leute zu uns kommen, die mit den üblichen Dosierungen nicht klar kommen, und zwar in beide Richtungen. Für den einen scheinen 5mg MPH die richtige Dosierung zu sein, für den anderen >80mg. Insgesamt scheint es dabei aber eine Tendenz zu geben, dass die relative Dosierung dann beim Wechsel des Präparats ebenfalls wieder gering ausfällt. Sprich wer eine geringe Dosis MPH braucht, braucht wahrscheinlich auch eine geringe Dosis Elvanse. Ist aber nur meine Beobachtung. Eine Erklärung dafür wäre, dass bei den einzelnen Patienten das Defizit an Dopamin unterschiedlich ausfällt. Der Effekt würde Präparateübergreifend wirken.

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Und dann sind da ja noch diese Stoffwechselenzyme… Cyp2D6 und sowas…

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