Was kann ich machen wenn ich mich vom Kinderarzt nicht ernstgenommen fühle?

Hallo,

Ich weiß nicht so recht ob ich hier richtig bin oder nicht. Also am besten fang ich erstmal an zu erzählen und vllt kann mir jemand einen Rat geben.

Also es geht um meinen Sohn, er ist 5 Jahre alt, wird dieses Jahr eingeschult.

Wir sind seit ca. 1 Jahr in einem SBZ zur Behandlung und er bekommt 1x wöchentlich ergo Therapie. Frühförderung hatte ich beantragt wurde jedoch abgelehnt da es keine kognitiven oder motorischen Einschränkungen gibt.

Es wurde bereits ein IQ Test gemacht (den ich leider nicht ganz ernst nehmen kann) danach ist er in allen Bereichen Durchschnitt, obwohl er in einigen Teilbereichen alles richtig hatte, also es gar nicht die Möglichkeit gab mehr Punkte zu erreichen. Aber egal den das ist für mich nebensächlich.

Mein Problem ist es trotz einjähriger Behandlung immer noch keine feststehende Diagnose gibt (ADHS wahrscheinlich da der Vater es auch hat) mein Verdacht auf AUDHS wird gar nicht ernst genommen aber auch bei dem Verdacht ADHS passiert nichts, es geht nicht vorwärts gefühlt. Er wird dieses Jahr eingeschult und bei seinem Verhalten sehe ich einfach schwarz für die Schule.

Ich weiß das eine feststehende Diagnose nichts ändert, also nichts an meinem Sohn, aber es würde etwas für mich verändern ich würde in vielen Situationen anders reagieren wenn ich wissen würde , er macht das gerade nicht weil er nicht hören will oder sein Willen durchsetzten will sondern weil er einfach nicht anders kann.

Deswegen meine Frage was kann ich machen wenn ich weder beim Kinderarzt noch beim SBZ weiterkomme?An wenn kann ich mich sonst noch wenden?

Ich möchte euch auch einfach mal kurz meinen Sohn beschreiben, damit ihr versteht wie ich auf den Verdacht AUDHS komme und vllt habe ich ja auch ein Tunnelblick und ihr sagt mir nein das alles ganz “normal”

Also er ist ein sehr aufgeweckter, schlauer Junge, der keine Minute still sitzen kann, egal bei was, ob beim Spielen(Gesellschaftsspiele), essen oder anziehen. Wenn was nicht so läuft wie er möchte rastet er förmlich aus, lässt sich nicht beruhigen und schlägt oder wirft mit Gegenständen, was in der Vergangenheit schon zu kaputten Gläsen, Spielzeug und leider auch Fernseher geführt hat. Er redet und verhält sich oft so als wenn er der Erwachsene wäre. Er hat ein sehr geringes Schlafbedürfniss, schläft jedoch relativ schnell ein (20:30-21 uhr) ist dan aber oft in der Nacht ab 3/4 wach und beschäftigt sich alleine (Handy). Ausser ich bekomme es natürlich mit und nehm is ihn weg. Er guckt auf dem Handy meist auch keine typischen Kinderfilme, sondern entweder Rechen Filme, also 1 +5 ist 6 und sowas. Oder kindgerechte lehrfilme und erzählt mir dan zum Beispiel wie die Zahnbürste entstanden ist. Oder seine Leidenschaft Super Mario, den guckt er auf Youtube folgen wie einzelne Level in Mario Wonder gespielt werden bzw. wo versteckte Blöcke etc. sind und spielt sie dan wenn er darf auf der Switch selber nach. In vielen Situationen merke ich einfach immer wieder das er sich anders verhält wie andere Kinder. Zum Beispiel Fasching alle Kinder tanzen, spielen sind fröhlich, nur er nicht, er sitzt die ganze Zeit gelangweilt am Erwachsenen Tisch und wartet darauf das die Süßigkeiten geworfen werden. Aber wenn ihr jetzt denkt es geht ihm nur darum schnell zu naschen, nein das ist nicht der Fall, er sammelt wie alle Kinder die Süßigkeiten dann kommt er wieder zum Tisch und anstatt sie zu essen fängt an sie zu sortieren. Nach Art, Farbe und Größe. Essen tut er davon so gut wie nichts und wenn doch den muss es gleich sein. Im allgemeinen sortiert er gerne bunte Sachen, ob es smarties sind, wo ich genau weis jetzt geht er gleich zum Schrank und hohlt lauter schalen zum sortieren oder ob es beim Basteln (was er sehr gerne macht)ist, wo die verschiedenen Sachen und Farben in einzelnen schalen sein müssen.

Ich könnte noch vieles aufzählen aber wie gesagt mir geht es einfach darum zu wissen ob ich noch andere Möglichkeiten habe oder ob ich jetzt weiter darauf warten muss ob es beim SBZ mal vorwärts geht.

Für eure Antworten und Ratschläge bedanke ich mich schon mal im Vorraus.

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So wie ich es von diesem Forum mitkriege, ist das absolut typisch für viele SPZen. Die machen keine Diagnose, sondern doktorn ganz lange an ihren Kunden herum.

Daher sucht euch lieber eine kompetente KJP-Praxis, bevor du noch Jahre wartest, dass das SPZ deinem Sohn effektiv hilft.

Im Übrigen ist der Vorteil einer ADHS-Diagnose doch nicht, dass du deinen Sohn anders behandelst! Das kannst du doch ab sofort jetzt schon.

Ich kenne deinen Sohn zwar nicht, aber ich bin sicher: Er handelt nicht so wie er handelt, um dich zu ärgern! Oder irgendwen sonst. Und ob ADHS oder nicht, er will nicht so sein. Kein Kind will das von sich aus.

Und außerdem: Wenn dein Mann bzw. der Vater deines Kindes ADHS hat, was soll dein Kind denn sonst haben?

(Also wenn er absolut unauffällig wäre vielleicht nicht, aber wenn der Papa ADHS hat und das Kind ADHS-Symptome zeigt, dann hat das Kind mit sehr sehr großer Wahrscheinlichkeit, na was wohl?)

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SPZ…. Laut denen hätte unser Sohn kein ADHS weil er einen normalen IQ hat… habe ich auch und trotzdem eine ADHS Diagnose.

Die Tante dort hat nichts dokumentiert oder irgendwas aussagekräftiges nieder geschrieben..

Hat mir die Klinik und die KJP wo wir jetzt die Diagnose gemacht haben jetzt sogar mittgeteilt.

Wir waren dann in der jetzigen KJP 50km weg und haben im April angefangen und durch Ferien im August richtig gestartet und im November stand die Diagnose

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Was die Diagnose (oder ein hinreichender Verdacht) auf jeden Fall verändern würde, wäre die Möglichkeit der Medikation.

Und da finde ich es absolut grausam von diesem SPZ, euch weiter hinzuhalten und euer Kind ohne Medikamente die Einschulung erleben zu lassen. Ist ja nicht nötig, dass er für sein Leben traumatisiert wird. Was sind das für gedankenlose Ärztinnen.

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Ich würde auch sagen, geh zu einer KJP.

Und dann noch: warum hat das Kind ein Handy zur freien Verfügung mitten in der Nacht??

Ja, das dachte ich mir auch. Ist jetzt nur meine Meinung, aber ein Kind in dem Alter, sollte wirklich kein Handy haben beziehungsweise nicht Zugang haben.

Ich vermute aber, es ist sein’s. Weil sonst würde der es wohl kaum entsperren können.

Handy finde ich persönlich generell fatal für die Gehirnentwicklung, aber bei einer ADHS oder ADHS Veranlagung sollte man es meiden solange es geht.

Mein Sohn ist 9 und hat noch keines. Sein Bruder bekam es mit 10 (4. Klasse Volksschule), weil es anders heute eben nicht geht. Und von Anfang an, alles sehr restriktiv eingestellt - sprich es ist ein Komminikationsmittel(!) und kein Spielzeug (habe mich bisher nur zu einem Spiel bequatschen lassen, was ich ihm hin und wieder 1h freischalte)
Das jüngere ADS-betroffene Sohn hat noch nie nach einem Handy gefragt und bekommt auch keines, solange ich es irgendwie verhindern kann - wird sich leider maximal bis 5. Schulstufe durchziehen lassen, dank der Schule!

Switch würde ich auch restriktiv handhaben. Haben meine auch. Regel ist: Nur am WE und nicht während Schultagen. Muss aber zugeben, das Handy ist insoferne praktischer, weil man es viel besser steuern kann :wink:
Fernsehen gibt’s erst, wenn Hausübung gemacht wird - diese Regel ist quasi (zumindest für uns) überlebenswichtig während der Schule, da darf man nicht nachgeben → „Motivation“ :smiling_face_with_sunglasses:

Typisch SPZ die sollen 1000 Krankheiten diagnostizieren, haben aber keine Ahnung

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Wir befinden uns aktuell in einer sehr ähnlichen Situation.
Ich habe zwei Kinder:

  • Sohn (13) – ADS, diagnostiziert über das SBZ

  • Tochter (11) – vermutlich ADHS, zusätzlich Legasthenie

Die Beschreibung deines Sohnes spiegelt sehr stark das Verhalten meiner Tochter wider.


Situation Sohn (ADS)

Beim SBZ wurde bei meinem Sohn ADS diagnostiziert.
Empfohlen wurde Medikinet retard 10 mg.

  • Wirkung ließ sehr schnell und deutlich nach

  • Auf Empfehlung des Kinderarztes Erhöhung auf 15 mg → kaum Effekt

  • Versuch auf 20 mg angedacht

Dann plötzlich:

„Nein, dafür müssen Sie wieder zum SPZ.“

Wartezeit: 9 Monate.

Ganz ehrlich: Das fühlt sich wie ein schlechter Witz an.
Es geht hier um ein Kind – nicht um eine Formsache.

Mit 15 mg ist die Wirkung praktisch nicht vorhanden. Dann kann man die Kapseln auch gleich weglassen.

Wir sind deshalb zu einem anderen Kinderarzt gegangen (dort ist auch unsere Tochter in Behandlung).
Jetzt sollen die Lehrer zwei Fragebögen ausfüllen:

  • Woche 1: 15 mg

  • Woche 2: 20 mg

Obwohl es „nur“ um 5 mg Unterschied geht, scheint die elterliche Beobachtung kaum zu zählen.
Das empfinden wir als unnötig bürokratisch und wenig kindzentriert.


Situation Tochter (vermutlich ADHS)

Beim SBZ haben wir es gar nicht erst versucht:

  • 9 Monate Wartezeit

  • Erstes Kennenlernen, Diagnose noch viel später

Das ist für uns schlicht nicht tragbar.

Stattdessen wurde beim Kinderarzt ein Intelligenztest durchgeführt.
Ergebnis:

  • Insgesamt durchschnittlich

  • Zwei Bereiche deutlich besser bzw. schwächer ausgeprägt

Ich habe dem Arzt geschildert, dass meine Tochter vor allem diese Punkte hat:

  • Kommt nachts kaum zur Ruhe, sehr schweres Einschlafen

  • Könnte theoretisch die ganze Nacht wach bleiben

  • Sehr frühreif, sprachlich weit

  • Gute Auffassungsgabe, aufmerksam

Aber:
Sobald Stress, Leistungsdruck, viele oder schwere Aufgaben oder Lärm dazukommen:

  • Macht sie vieles falsch oder gibt sofort auf

  • Wird schnell genervt, teils aggressiv

  • Blockiert komplett

  • Braucht sehr lange, um sich wieder zu beruhigen

Der Arzt schlug vor, die Zeugnisse anzusehen – insbesondere das Bemerkungsfeld.
Dort zeigt sich über die Jahre ein klar zunehmendes Auffälligkeitsmuster.

Zusätzlich soll nun auch der neue Lehrer einen Bewertungsbogen ausfüllen.

Was uns dabei sehr stört:
ADS und ADHS äußern sich bei Mädchen und Jungen sehr unterschiedlich – und dieses Wissen scheint bei vielen Ärzten leider noch immer nicht ausreichend präsent zu sein.


Fazit

Der Eindruck bleibt:
Viel Bürokratie, lange Wartezeiten, wenig Tempo – obwohl man einfach nur Hilfe für sein Kind will.

Ja, Ärzte müssen sich an Regeln halten.
Aber das System wirkt aufgebläht, überlastet und wenig flexibel.

Jetzt bleibt nur abzuwarten,
was wir 2026 für unsere Kinder erreichen können.

Hi! Wir alle hier haben einen ADHS-Tunnelblick. Ich wage es, ihn etwas zu öffnen. Das Verhalten ist für einen 5jährigen (mit oder ohne ADHS) nicht so untypisch. Es kann sein, dass er es hat, es kann sein, dass er eine Phase durchläuft. Mit 5 kriegen noch viele Kinder schlimme Wutanfälle, ohne ADHS, ohne Autismus. ABER: wenn dein Bauchgefühl dir etwas aderes sagt, dann hör drauf. Bleib dran und versuche alles gut abzuklären. Das als Tipp. Wovon ich so oder so abraten würde: das Handy. Schon gar nicht in der Nacht und für einen 5jährigen auch nicht am Tag. Verstehe das nicht als Vorwurf. Aber das Ding tut ihm nicht gut. Alles Gute!

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Hallo @SuperMario , also ich persönlich erkenne nach der Beschreibung Deines Sohnes nebst dem das es tatsächlich möglich ist das er sowohl ADHS haben könnte, und zwar mit Hyperaktivität, als das er eventuell auch im Autismus Spektrum liegen könnte, oder vielleicht auch wie Du selbst vermutest von beidem betroffen sein könnte, ausserdem das bei Deinem Sohn möglicherweise eine Hochbegabung vorliegen könnte.

Zum Thema Hochbegabung gibt es übrigens hier im Forum bereits schon relativ viele Beiträge, sowie Links zu Berichten darüber aus diversen Medien.

Jedenfalls, je mehr Du Dich mit solchen Themen wie z.B. Hochbegabung oder auch dem Thema Hypersensibilität beschäftigst wird es eventuell, oder in Deinem Fall möglicherweise durchaus immer wahrscheinlicher werden, dass Dein Sohn vielleicht tatsächlich im Spektrum liegen könnte, und deshalb das was Du bis jetzt über das Spektrum weisst, und dazu Dein eigenes Bauchgefühl, welches Dich dazu bewegt hat um in dieser Richtung nachzuforschen, durchaus richtig sein könnte, und Du Dich deshalb auch nicht einfach „abwimmeln“ lassen solltest, sondern stattdessen tatsächlich darauf bestehen solltest das Dein Sohn eine gute und kompetente Abklärung, welche von Fachärtzen/innen durchgeführt wird, auf jeden Fall und um jeden Preis erhält.

Bei uns in der Schweiz besteht die Möglichkeit das auch ein Fachpsychologe/in eine Abklärung und Diagnostik z.B. bei ADHS vornehmen darf, allerdings muss es sich wie gesagt um ein/en spezialisierte/n und anerkannte/n Fachpsychologen/in handeln, was sehr wichtig ist.

Wie das in Deutschland ist weiss ich leider nicht, aber vielleicht kannst Du das selbst mit Hilfe des Internets herauszufinden.

Wegen den Hausärzten/innen, oder auch Kinderärzten/innen ist es so das diese selbst nicht dazu bemächtigt sind um solche Diagnosen wie ADHS oder eine Diagnose aus dem Autismus Spektrum erstellen zu dürfen, und das ist glaube ich sowohl in Deutschland als auch der Schweiz, dahingehend sogar exakt gleich geregelt.

Heisst wenn überhaupt, dann können Hausärzte/innen oder Kinderärzte/innen höchstens eine Überweisung an jemanden ausstellen wo über die nötigen Kompetenzen verfügt um eine ADHS oder Autismus Spektrum Diagnose ausstellen zu dürfen, aber das ist meines persönlichen Wissens nach leider schon alles.

Dass dein Sohn nicht anders „kann“ kann aber auch sein, ohne dass er ADHS hat. Das kann auch bei völlig neuronormalen Kindern sein.

Und glaube mir eines. Auch wenn du weißt, er hat ADHS - es nervt of gewaltig und oft genug habe ich zumindest das Gefühl, dass mein Sohn „nicht will“ - er sagt das auch ganz klar. :wink:

Hallo,

ich kann hier auch die Empfehlung aussprechen in eine “normale” Praxis eines Kinderpsychologen zu heben. Manche haben auch ihren Schwerpunkt auf ADHS. Du brauchst einfach nur eine Überweisung vom Kinderarzt. Ich würde es sofort versuchen da auch diese oft längere Wartezeiten haben.

Was wurde denn im SPZ genau gemacht? Nur ein Intelligenztest? Wurde auch mit eurem Sohn gesprochen? Musstet ihr und der Kindergarten einen Fragebogen ausfüllen?

Wie läuft es eigentlich im Kindergarten? Oder geht er gar nicht?

Wir sind auch in einem SPZ und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie oftmals noch keine Notwendigkeit sehen so lange das Kind nicht zur Schule geht. Wir mussten zwischen Ersttermin (nur Anmeldung) und Folgetermin 8 Monate warten - der Ersttermin war noch VOR Schulbeginn, mittlerweile ist unser Sohn in der zweiten Klasse und er ist noch immer nicht ideal eingestellt.

Ansonsten kann ich auch nur sagen: Handy lieber nicht! Wir werden das so lange es geht nach hinten ziehen. Unser Sohn hat ein Kindertablet, das läuft 20 Minuten am Tag und geht dann aus. Nun haben wir es gestern das letzte Mal versucht, dass er direkt nach der Schule darauf etwas schauen wollte und Hausaufgaben gingen hinterher wieder ganz schlecht…. Ich merke, dass dann der Kopf einfach zu voll ist -und wenn das schon, wie bei euch, morgens ganz früh der Fall ist, ist das nicht die beste Voraussetzung für den Tag :blush: