Hallo zusammen,
ich bin männlich, 26, seit ca. einem Jahr professionell mit ADHS diagnostiziert und teste seit etwa 10 Monaten Medikamente.
MPH hat bei mir wegen Nebenwirkungen und unangenehmem Rebound/Zombiemodus leider nicht gut funktioniert. Mit Elvanse/Lisdexamfetamin hatte ich bei 30 mg anfangs dagegen eine richtig positive Erfahrung: Ich konnte plötzlich viel leichter Dinge anfangen und dranbleiben — Zimmer aufräumen, meinen Schreibtisch (nass!) abwischen, Haushalt, weniger Prokrastination, weniger Handy. Ich habe mich wacher und mehr „in Kontrolle“ gefühlt.
Mir ist klar, dass die Wirkung am Anfang oft stärker wahrgenommen wird und Erwartung sicher auch eine Rolle spielt. Trotzdem hielt dieser Effekt bei mir eine ganze Weile an. Nach etwa 4 Monaten merkte ich aber, dass ich wieder mehr prokrastiniere, öfter am Handy hänge und Aufgaben wieder deutlich schwerer starte, auch wenn diese mir Spaß machen würden. Die Nebenwirkungen wurden auch schwächer, was sich für mich so angefühlt hat, als wäre die Wirkung insgesamt weniger geworden.
Seit etwa einem Monat nehme ich nun 40 mg. Positiv ist: Ich bin wieder etwas wacher, meine motorische Unruhe ist deutlich besser, emotional bin ich ruhiger und Nebenwirkungen wie schwitzige Hände/Füße oder Frösteln habe ich kaum bzw. gar nicht. Das ist schon gut.
Was mir aber weiterhin fehlt, ist genau der Effekt, der für mich am wichtigsten war: Dinge leichter anfangen und dranbleiben können, vor allem bei Sachen wie Lernen, Steuer, Haushalt oder generell unangenehmen Aufgaben. Das gefühl nicht Sklave dessen zu sein ob ich einen guten oder schlechten Tag habe. Ich prokrastiniere wieder viel und habe Tage, an denen kaum etwas passiert und ich sehr viel nach innengekehrt bin (Nein es ist keine Depression).
Ich kenne ADHS-Strategien und habe Abi, Bachelor und Master auch ohne Medikamente geschafft. Es geht also irgendwie — aber aktuell fühlt es sich wieder ähnlich schwer an wie ohne Medikamente. Die innere und äußere Ruhe ist angenehm, aber für mich allein kein ausreichender Grund, dauerhaft täglich Medikamente zu nehmen.
Daher meine Frage an euch:
Was kann man langfristig realistisch von ADHS-Medikamenten erwarten?
Sollten sie dauerhaft beim Starten und Dranbleiben helfen, oder ist es normal, dass dieser Effekt nach einiger Zeit deutlich nachlässt und eher nur Ruhe/Fokus übrig bleibt?
Mich würden eure Erfahrungen sehr interessieren — besonders mit Elvanse/Lysdex und dem Unterschied zwischen Anfangswirkung und langfristiger Wirkung. (Disclaimer: ChatGPT hat den Text korriegiert, weil ich weder zum Punkt kommen kann, noch rechtschreibfehler haben wollte XD. Man erkennt das ^^)