Welches Medikament ?

Halloooo ihr lieben :smiley:

ich hab da mal eine Frage und hoffe ihr könnt mir Helfen.

Ich würde gerne von euren Erfahrungen Lesen, mit ADHs Medis

Ich bin 42 Jahre Alt und nach Jahrelangem Speedkonsum nun Drogenfrei
ich habe mich jetzt mal auf ADHS dignostizieren lassen.

Ich bekam folgende Vorschläge

Medikinet adult

Elvans

Strattera

Welche würdet ihr empfehlen oder abraten

vielleicht nebenwirkungen oder ähnliches beschreiben.

Gibt es noch andere noch Alternative Medis

Generell eure Erfahrungen.

Vielen Dank.

Erste Wahl bei Erwachsenen ist Elvanse.

Zweite Wahl sind die klassischen Präparate mit dem Wirkstoff Methylphenidat (Medikinet, Ritalin,…)

Dritte Wahl - und nur zu empfehlen, wenn die beiden ersten nicht anschlagen - ist Atomoxetin (Strattera). Es wirk im Vergleich am schlechtesten gegen ADHS und hat gleichzeitig die meisten Nebenwirkungen.

Ich persönlich empfehle eine langsame Eindosierung mit unretardiertem Methylphenidat, angefangen z.B. mit 5 mg täglich für eine Woche, danach 10mg usw., um die grundsätzliche Wirkung von Stimulanzien und die ungefähre Dosierung herauszufinden. Das kann individuell sehr unterschiedlich sein, so dass ein zu hohes Einsteigen nicht sinnvoll ist, da dann der genau Punkt, wann eine optmale Wirkung ereicht ist, schon überschritten sein kann - und dann kommen die ADHS-Symptome „zurück“.

Ein späteres Umsteigen auf Elvanse sollte kein Problem sein.

Von sonstigen, angeblich bei ADHS wirksamen Substanzen, z.B. Bupropion/Elontril, würde ich abraten. Entweder wirken sie nicht zufriedenstellend oder sie haben andere Nachteile. Auch „alternative“ Produkte halten nicht, was sie versprechen.

Man kann jedem nur wünschen, dass entweder Elvanse oder die Methylphenidat-Präparate wirken. Das ist bei den meisten zum Glück auch so.

Hallo Steffan, HERZLICH WILLKOMMEN hier und meinen Respekt das du es geschafft hast drogenfrei zu werden.

zu den Medis

viele von uns sind noch mit Medikinet Adult oder Ritalin Adult gestartet, mit positiver Wirkung, nicht so guter Wirkung und der ein oder anderen Nebenwirkung. Elvanse Adult auf Rezept gibt es erst seit erstem Quartal 2019 glaube ich.

Einige sind nun auf Elvanse umgestiegen , sammeln gerade ihre Erfahrung und manche finde es besser oder umgekehrt und manche kombinieren es sogar.
Einige nehmen auch Strattera un des hilft ihnen gut, haben dann aber vorher anderes schon ausprobiert. ICh habe selten gelesen das jemand direkt mit Straterra gestartet ist, es im Gegensatz zu den anderen beiden Medis ein Spiegelmedikament.

Empfehung ist mitleweile bei Erwachsenen, Elvans, Medikinet (Ritalin) , Strattera vorher war es Medikinet/Ritalin als erstes.

Auf welchem Stand ist den dein Arzt, bzw was empfiehlt er ?

ich weiß in deinem Falle von vorherigem SPeedkonsum nicht ob man da zusätzlich was beachten muss?

Ansonsten mit kann man mit Elvanse starten und wenn es nicht so gut wirkt , testet man eh Medikinet/Ritalin umgekehrt war es ja auch so.

Wobei ich die Empfehlung von @Addy_Haller erst mit unretradiertem MPH langsam zu starten eigentlich auch nicht so unabwägig finde. Das Eindosieren ist damit dann schon einfacher , zumal man die Wirkung bei MPH greifbarer fühlt. Bei Elvanse ist es etwas subtiler.

Andersherum wenn du direkt auf Elvanse gut reagierst, was es ja auch gibt musst du nicht weiter groß Experimentieren .

Vielen lieben Dank an Nelumbra und Addy für die Einordnung.

Ich versuche mir mal die genaue unterschiedliche Wirk_Ansätze erklären zu lassen
wie Elbanse und wie Medikinet genau und im speziellen wirkt.
Scheint da ja unterschiede zu geben wie ich mir erlesen habe.
Hab mal meine Nachbarin gefragt die ist Biochemikerin hoffe die
kann mir erleuchtung bringen.

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schau mal hier, das steht auch so einiges dazu

<LINK_TEXT text=„https://www.adxs.org/adhs-behandlung-th … ebersicht/“>https://www.adxs.org/adhs-behandlung-therapie/medikamente-bei-adhs-uebersicht/</LINK_TEXT>

Hallo Stefan,

ich beginne mal mit der Alternative: Unretardiertes Methylphenidat (MPH) = der Wirkstoff im Medikinet adult, jedoch mit sofortiger vollständiger Wirkstofffreigabe.

Zu Zeiten, als es noch keine für Erwachsene zugelassenen ADHS-Medikamente gab, war es das Mittel der Wahl, musste „off label“ verschrieben werden und selbst bezahlt werden. DAS ist meines Wissens auch heute noch möglich. Nach meiner eigenen und nachgehörten Erfahrung(en) macht dieses Medikament (nicht bei allen, aber bei vielen ADHS-Betroffenen) am besten deutlich, was ein ADHS-Medikament bewirken kann, um Symptome zu lindern.

Ich selbst bekam von meinem Arzt nach der Markteinführung von Medikinet adult dann jedoch nur noch dieses Medikament verschrieben. Bei Medikinet adult muss man vor der Einnahme etwas gegessen haben (anders als bei Ritalin adult, was auch noch eine Alternative wäre).
Die verzögerte Wirkstofffreisetzung war offenbar nicht so meine Sache und ich habe viel versucht, um die richtige Dosierung zu finden. Da sich der Wirkstoff sozusagen verbraucht durch Aktivitäten/Antrengungen habe ich die eingenommene Menge immer mit meinem Tagesplan abstimmen müssen, was stresste.

Um das zu beenden, wechselte ich zu Strattera. Dieses Medikament muss man über einen langen Zeitraum langsam hochdosieren. Es ist wie oben schon erwähnt, ein Spiegelmedikament und erfordert Geduld, bis man weiß, ob es das richtige für einen ist. Bei mir verlor sich die Nebenwirkung der ständigen Übelkeit jedoch nicht, ich hörte nach einem Jahr wieder auf und blieb dann lange ohne Medikation.

Als mich jedoch über Elvanse nur gute Nachrichten erreichten, versuchte ich hiermit nochmals mein Glück - und bin damit sehr zufrieden. Der Wirkstoff wird soweit ich das erinnere, direkt zu Amphetamin verstoffwechselt, welches dann um die zehn Stunden stimulierend wirkt. Zu meinem größten Handycap war Antriebslosigkeit geworden - und darunter leide ich nun tagsüber nicht mehr.

Da Elvanse wie erwähnt, offenbbar das erste Mittel der Wahl ist, möchte ich Dir aus der Liste der Dir vorgeschlagenen Medikamente - nach meinen Erfahrungen - zu diesem raten.

Wegen deiner Drogenvorgeschichte solltest du unbedingt einen erfahrenen arzt/ therapeuten an der seite haben.
ich glaube, es wird in den beipackzetteln immer davor gewarnt. das bedeutet nicht zwangsweise ausschluss. so wird auch bei anderen psychischen problemen davor gewarnt. das bedeutet, dass der arzt besonders gut aufpassen muss bzw. sich besonders gut mit dir absprechen muss und man vorsichtig sein muss, verstärkt auf frühwarnzeichen achten zum beispiel. was in deinem individuellen fall dann das beste ist, muss der arzt mit dir schauen. die leitlinien bringen dir nix, wenn du evtl. ganz andere vorraussetzungen als der „durchschnitt“ hast. ehrlich/ aufrichtig zu sich selbst sein, ist hier wohl auch sehr wichtig.

Natürlich kenne ich die Restriktionen bei Drogenkonsum in der Vergangenheit was Stimulanzien angeht, stelle sie aber gleichzeitig in Frage:

Welcher „durchschnittliche“ ADHSler ist denn völlig frei von jeglicher Drogenerfahrung bzw. ist Sucht bei ADHS nicht etwas, was gerade durch Medikamente gut verhindert werden kann?

Ein grundsätzliches Verschreibungsverbot von Stimulanzien bei früherer Drogenabhängigkeit halte ich jedenfalls für Blödsinn…

Außerdem merken Ärzte ganz schnell, wenn jemand meint die Stimmulanzen zu missbrauchen. Meiner z.B. verschreibt mir Elvanse nur für einen Monat, früher mit Medikinet war es genauso. Und mal ehrlich, wer will schon sich mit Mph oder Elvanse vollpumpen, die Wirkung einer Überdosierung ist voll ecklich :jammer

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Also das möchte ich ich so nicht stehen lassen. Klar gibt zweifelsfrei Zusammenhänge, und nicht gerade wenige ADHSler rutschen da ab oder haben Drogenerfahrungen/Probleme. Aber dein Statement liest sich so, dass es zwangsweise passieren müsste - sonst wäre man kein „durschschnittlicher ADHSler“. Das mag ich so nicht stehen lassen.

Es liegt ja auch dran was jetzt genau als „Drogen“ bezeichnet wird?

ich kann von mir nur sagen , dass ich Bier/Wein gerne mag (Geselliges und Abendbierchen)und ansonsten aber härteren Alkohol nicht sonderlich gerne, trinke ich so gut wie nie.
Ich glaube ich kann es fast an einer Hand abzählen wo ich seid meiner Jugend jemals wirklich einen zu viel im Kahn hatte.
Meist ist bei mir ab drei vier Bier Schluss und es gibt auch so manchmal Tage da mag ich es gar nicht , da schütte ich es sogar weg.

Ich habe Zigaretten geraucht

Kaffee gilt in dem Sinne ja nicht als Droge

und anderes Sachen habe ich nichtmal ausprobiert.

Ich hatte/habe großen Respekt vor Stoffen und auch zu viel Alkohol , die einfach was mit mir machen und sich Dinge nicht mehr so kontrollieren lassen , deswegen habe ich es nie getestet. Und der KaterTag nach zu viel Alkohol ist für mich ein verlorenerer Tag und ich finde hoch alkoholisiertet Menschen unheimlich und unangenehm.

ABER ich glaube das Sucht profylaktisch durch Medikamente verhindert werden kann oder von erneutem Konsum wenn man Clean ist abhält.

Dazu finde ich es schon sehr auffällig das der Kaffekonsum oder der HYpe zum Abendbierchen sofort weg ist wenn man Medis nimmt.

Koffein ist eine psychoaktive Substanz und ich definiere das als eine droge. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, es war mein methadon Programm seit dem ich nicht mehr speed konsumiere.
Nikotin habe ich in einem Drogen Aufklärungsbuch als mini-amfetamin definiert gesehen.

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Kann man sich das vorstellen, dass du mit literweise Kaffee in einer Thermoskanne unterwegs warst?

Trinkst du zurzeit zur Medikation auch Koffein?

Meine Aussage bezog sich direkt auf diese Aussage. Wenn man Koffein als Droge definiert, ist das okay - aber es ging bei meiner Aussage explizit um Drogen welche im Zusammenspiel mit der Verschreibungsfähigkeit / Restriktionen für Stimulanzien stehen. Aber ja, seit ich MPH nehme, nehm eich kein Koffein mehr zu mir.

:rofl::rofl::rofl: Ich find deine Vorstellung gerade sehr amüsant.
Nein, so musst du dir das nicht vorstellen.

Ich habe noch keine ADxS Diagnose

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Hallo,

nein, ein genereller Ausschluss von früheren Drogenkonsumenten wäre natürlich unsinnig, weil es dann viele ADHS-Betroffene ausschließen würde.

Aber es ist nachvollziehbar, wenn der Arzt dann genauer nachfragt und sich anschaut, wie lange der Drogenkonsum zurückliegt, wie stabil man ist usw.

Denn wenn der Arzt befürchten muss, dass der Patient sich nicht an die empfohlene Dosis hält oder dass ein Mischkonsum mit den früheren Suchtstoffen stattfindet, wird er eher zurückhaltend sein.

Es ist ja nicht so, man nimmt ein Stimulans und schwupp die Sucht ist weg. Auch wenn die richtige Medikation helfen kann, Rückfälle zu vermeiden, klar.

Hallo Stefan und herzlich willkommen im ADXS-Forum!

Ich finde deinen Arzt etwas sonderbar. Das läuft doch nicht wie bei der Speisekarte in der Pizzeria! Er wird vermutlich eine Meinung haben, was er für dich für am Besten hält und warum. :shock:

Klar könnte hier jede*r schreiben, was wir selbst nehmen. Aber wir sind nicht du.

@Torsten

Hallo Torsten, sorry, es tut mir leid, wenn du dich angegriffen fühltest. Das war nicht meine Absicht.

Ich meinte es tatsächlich global und nicht bezogen auf Substanzen, die Probleme bei der Verschreibung von Stimulanzien mit sich bringen…

Natürlich ist nicht jeder ADHSler automatisch ein Ex-Junkie.

Zum einen reden wir hier über Amphetamin, was nicht körperlich abhängig macht (und er hat ja schon damit aufgehört) und zum anderen, wenn die Diagnose stimmt, hat Stefan damit zuvor unbewusst versucht, sein Adhs selbst zu ‚medikamentieren‘. Das diese Art der Selbstmedikation auf lange Sicht unweigerlich in die Hose geht, kann ich aus eigener Erfahrung sagen… platt formuliert, war es einfach Raubbau an der eigenen Gehirnchemie!

Da ich jetzt mit Elvanse gut eingestellt bin, gibt es für mich gar keinen Grund wieder in alte Muster zu verfallen… und auch ohne Elvanse würde das nicht passieren! Ich weiß ja, wohin das führen würde… :ai

@Stefan Ich würde dir, wenn der Arzt da mitgeht… zu Elvanse raten und es ganz langsam eindosieren. Ziel dabei ist es, einen Normalzustand zu erreichen… nicht ‚gut drauf‘ zu sein! :wink:

Viel Erfolg :smiley:


Hmm, ein Ex-Junkie war auf Heroin oder Crack… da sind wir aber mit Sicherheit ein gutes Stück vom ‚Durchschnitts-Addi‘ abgekommen :smiley: