Wie entspannt ihr?

Hi zusammen,

so langsam merke ich immer mehr was mein ADHS genau ist und ein Teil den ich momentan merke, ist wie angespannt ich immer bin. In sozialen Situationen, selbst wenn ich daheim auf der Couch liege und einen Film schaue. Habe Probleme dass ich immer mit meinem Kiefer knacke als Tick.

Ich komme außerdem gerade aus dem Urlaub zurück, wo ich bewusst geschaut habe, wie ich mich fühle. Da ich alleine unterwegs war, hab ich auch das gemacht, wo ich Lust drauf hatte. Und ich habe gemerkt, wie stressig doch alles ist. Bin bei irgendeiner Sehenswürdigkeit, finde es auch ganz schön, aber dann will ich direkt weiter zur nächsten Sache. Ich gehe in ein Museum und überfliege alles und bin in Rekordzeit durch, weil ich ja weiter will.

Und auch die entspannenden Sachen, war mehrmals in dem Wellness-Bereich und auch heißen Quellen. Ich habe nicht die Geduld 10 Minuten da liegen zu bleiben, sondern will dann gleich weiter. Und auch so habe ich gemerkt, wie gereizt ich auch bin und wie sehr mich andere Menschen aufregen.

Ich finde es irgendwie so schade, weil mein ADHS-I eigentlich so diagnostiziert worden ist, dass ich Tagträume und eher im Gegenteil irgendwo stehen bleibe und die Zeit um mich herum vergesse. Das habe ich auch immer noch, aber halt dann natürlich dann, wenn ich gezwungen bin in einer gewissen Situation zu sein, z.B. an der Arbeit Meetings, oder man ist mit Leuten irgendwo und kann nicht weg.

Aber ja ich habe das Gefühl ich verliere auch meine Hobbies mittlerweile. Wenn ich Videospiele spiele/Filme oder Serien schauen. Während ich das mache, genieße ich das gar nicht richtig. Es ist eher im Nachhinein, dass ich denke oh das war ganz spannend eigentlich. Aber währenddessen will ich gefühlt die ganze Zeit wechseln. Ich fange eine Serie an „Oh jetzt das Videospiel wäre doch ganz cool.“. Ich fange das Videospiel an „Oh die Situation erinnert mich an einen coolen Film, vielleicht sollte ich einen Film schauen.“ usw. und am Ende mache ich nichts richtig.

Lange Rede kurzer Sinn: Wie macht ihr das? Wie entspannt ihr? Wie schaltet ihr ab? Wie könnt ihr den Moment einfach genießen?

Und vielleicht auch tiefergreifend, was ist richtig? Ist es richtig sich „zu zwingen“ bei einer Sache zu bleiben, oder sollte man dann einfach den Impulsen nachgehen?

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Hallo Shinichi, mit dem Entspannen hab ich auch immer meine Probleme und das Switchen zw. Konsole, über Tv, über Streaming usw. jap das kennen viele von uns.
Meine Adhs Therapeutin hat mir damals 2 Methoden empfohlen, die eig zu 80-90% klappen.

  1. Stretching, hört sich banal an, aber danach ist dein Körper und Geist richtig weich :slight_smile:
  2. Versuchen im Hier und Jetzt zu bleiben, also sich wirklich ne Zeitlang zu zwingen nicht mit den Gedanken abzudriften. Glaube es nennt sich Achtsamkeit. Ich laufe dann immer draußen rum und stelle mir vor, ich habe etwas auf der Schulter, was ich die ganze Zeit beachten muss. Nach 20 min oder so kommt immer ne riesige Ruhe im Geist. Hilft aber auch nicht immer😅
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Ich war vor 4 Monaten an dem Punkt, dass mir Videospiele keinen Spass mehr gebracht haben und ich hatte fast jeden Tag 8-10 Stunden auf dem Tacho, irgendwann habe ich komplett aufgehört zu zocken. Nach 1-2 Wochen bin ich in tiefes Loch gefallen, hab angefangen Sachen bei Amazon zu bestellen auf die ich schon keinen Bock mehr hatte als das Paket ankam. Ich gehe seit dem viel im Wald spazieren was mit in der dunklen Jahreszeit vermutlich auch nicht mehr soviel Spass macht, mache mir dann auch meistens Musik auf die Ohren.
Abgesehen davon treibe ich etwas Sport, aber auch nicht übermässig. Allerdings habe ich immer noch nichts für mich gefunden was mir grossen Spass macht. Momentan fülle ich das Loch mit Arbeit, auf Dauer sicher auch nicht gesund.

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Was mich definitiv entspannt ist ein heißes Basenbad und dann liege ich auch wohl mal 1h in der Badewanne.
Ein ganzer Sauntag inc. Massage da kann ich auch entspannen.

Hier im Forum zu sein hat für mich auch was entspannendes.

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Ich kann sehr gut bei Filmen und Serien entspannen und versuche die auch ganz bewusst zu konsumieren.
Ansonsten Achtsamkeitsübungen oder Sport helfen auch :slight_smile:
und Kino :smiley:

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Hey, danke für die Tipps.

Ja Stretching werde ich auf jeden Fall mal probieren. Merke eh wie ich das auch immer unbewusst mache :smiley:

Zu dem Rumlaufen kannst du das bisschen genauer erklären? Hab das mal versucht, aber irgendwie hat mich das mehr gestresst irgendwie haha. Also du machst einen Spaziergang und stellst dir vor irgendwas wäre auf deiner Schulter und darauf konzentrierst du dich dann? Stellst du dir dann was bestimmtes vor?

Ja das ist halt auch so spannend, ich hab auch schon heiße Bäder versucht. Oder auch Sauna. Aber irgendwie fehlt mir da oft dann die Geduld. Nach ein paar Minuten störrt mich dann die Hitze, oder ich denke wieder an irgendwas, was ich stattdesssen noch machen muss/will.

Aber auch hier es ist halt ein Unterschied, ob ich von mir aus weg muss, oder wenn ich externen Druck hab.

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Ent…. was???

Ne, Spaß beiseite, ich kann mich definitiv nicht entspannen, wie man das landläufig so versteht und schon gar nicht auf Kommando.

Mir hilft höchstens aktive Entspannung, also zum Beispiel spazieren gehen oder moderater Sport.
Am besten eigentlich richtig auspowern, aber das geht leider gesundheitlich nicht
Schwimmen ist super, weil durch das Wasser, das ja meist eher kalt ist, anscheinend ein Dopamin Boost ausgelöst wird.
Ähnlichen Effekt hat ein Spaziergang oder noch besser Lauf bei Wind :dash: und Wetter :cloud_with_rain: draußen, wo man sich richtig selbst spürt.
Und es hilft enorm, in einen bestimmten Takt zu fallen.
Ich laufe dann gern zu Musik, das wird dann regelrecht meditativ nach einer Weile
Oder einfach die Schritte zählen
Ich glaube, das sind alles Tricks, um gleichmäßig zu atmen, was ich auch nicht auf Kommando kann.
Wenn ich mich auf meinen Atem konzentrieren soll, macht mich das erst recht nervös :grimacing:

Alternativ noch progressive Muskelentspannung oder Yoga, aber dazu kann ich mich nur schwer aufraffen.

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So kannte ich das Konzept der Achtsamkeit noch nicht, hört sich aber witzig an.

Was ich unter Achtsamkeit verstehe ist sich ganz bewusst auf die Sinne zu konzentrieren.
Zum Beispiel im Wald, wie fühlt sich der Boden an, knacken vielleicht Äste oder knistern Blätter, wonach riecht es, etc.

Geht in eigentlich allen Situationen, mach ich auch viel zu selten.

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YouTube Shorties kann ich auch gut bei abschalten, nur meist nicht rechtzeitig abschalten um wieder aufzuhören :sweat_smile:

Nachdem Rauchen und Trinken leider nicht mehr drin sind, hab ich noch im Angebot:
„Sitzen und starren“
„Dinge über mein aktuelles Lieblingsthema lesen“
„Leicht zwanghaftes Zocken“
„Starren und sitzen“ (bisschen Abwechslung muss sein)

So eine grundsätzliche Entspanntheit stellt sich bei mir an freien Tagen mit >6 Stunden Lesezeit ein, aber Lesen an sich ist als Entspannungsmittel nur so bedingt geeignet.

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Bei mir hilft das schon, aber vorher muss bereits ein gewisser Grad an Entspannung s da sein, um mich überhaupt auf ein Buch konzentrieren zu können
Deshalb ist es in meiner Liste nicht enthalten

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Das meinte ich, mich verließ die Lust zu tippen. :smiley:

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Also wenn ich lese, dann fliegen meine Augen ab einer bestimmten Textlänge irgendwann nur noch so über den Text, was sich dann „überfliegen“ nennt , und wenn das passiert, dann weiss ich: „Okay, klappe das Buch jetzt lieber mal zu, es bleibt ja jetzt gerade eh nix mehr hängen“. :crazy_face::rofl:
Liebe @yoshii Du hast es geschafft vom Alkohol und Nikotin los zu kommen?, Wow was für eine krass starke Leistung :+1::clap: , ich gratuliere Dir ganz herzlich dazu. :bouquet:
Vom Nikotin loskommen nehme ich mir auch wieder vor, dachte ich probiere es über Weihnachten noch mal.
Alkohol trinke ich ja eigentlich nur noch wenig, aber ganz ohne wäre eigentlich besser für mich, weil ich halt eine Veranlagung für Süchte habe, früher war ich ja mal eine Sammlerin und Kaufsüchtig (Messie mässig).
Naja jedenfalls freue ich mich für Dich, eine tolle Leistung, ich hoffe Du bist ordentlich stolz auf Dich.
:+1::heart:

Ich bin entspannt wenn ich draussen in der Natur bin oder wenn ich im Garten arbeite/sitze. Die Natur wirkt für mich sehr beruhigend, wenn noch ein Wasserlauf dabei ist, könnte ich Stunden lang einfach nur da sitzen und das Wasser beobachten. Aber ansonsten versuche ich mich mit Computerspiele zu entspannen.

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Moinsen, war vllt nen bisschen chaotisch erklärt. Also das ist tatsächlich gemäß nach dem Prinzip der Achtsamkeit. Ein User/eine Userin hat das hier weiter unten besser erklärt. So von wegen mit seinen Sinnen die Umwelt klar warnehmen. Was sehe ich, was rieche ich etc. Das Gehirn ist praktisch die ganze Zeit darauf konzentriert und baut im Hintergrund Anspannung hab :slight_smile: ich bleibe trotzdem bei dem Ding auf meiner Schulter xD

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Ich schaue bei Youtube die livebilder einer Unterwasserkamera (deerfeeld beach).

Mein Profilbild ist auch ein Screenshot davon.

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Entspannen kann ich gut in der Natur, am Meer oder im Wald. Die Geräusche und Gerüche haben einen extrem tröstenden und beruhigen Einfluss auf mich und ich kann runterfahren. Ansonsten brauche ich viel Ruhe und Alleinsein, da weiß ich allerdings nicht, ob das zur Entspannung dient bei mir oder der Reizüberflutung vorbeugen soll.
Ich habe eine totale Aversion gegen Entspannungstechniken, da werde ich immer noch unentspannter.
Zum akuten Druck ablassen hilft bei mir sehr gut Musik sehr laut zu hören und mitzusingen, im Auto z.B.
Das baut bei mir in kürzester Zeit viel inneren Stress ab.

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Entspannen kann ich beiim Wandern, oder spazieren gehen im Wald.
Beim johgen, nähen, wenn ich alleine am Handy in der Küche sitze, ich brauche nur Ruhe keine Menschen und keine Musik
Musik nur beim Autofahren :wink:

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Hallo. Mein erster Beitrag :smiley: und gleich ein langer Text für Menschen mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne. Sorry.

Mit Rauchen habe ich im Teenager Alter angefangen, so mit 12/13. Damals war es ab 14 erlaubt. Das Ende kam mit 32. Da war der Höhepunkt erreicht mit 1-2 Schachteln am Tag.

Ich habe in der Tat mich vom Rauchen vermutlich unbewusst durch ADHS gelöst.

Irgendeinen Artikel hatte ich gelesen und mich hatte das Interesse gepackt, warum ich rauche. Seinerzeit gab es viele sehr gute Informationen. Ich habe mich in den ganzen Informationen und Foren verloren und alles reingezogen. Für mich waren die Gründe interessant und das das Rauchen meinen Tag bestimmt hat. Ich habe immer mehr verstanden und immer mehr gelesen. Mein ganzer Focus war nur auf diesem Thema. Und natürlich auch der Focus auf das Ziel, weil das rauchfreie Leben eine Erleichterung versprach. Ich las ja jeden Tag, was andere Menschen erlebten.

Dann habe ich auch nicht den Fehler gemacht, von einen auf den anderen Tag aufzuhören. Das ist bei der Sucht unglaublich schwer. Keine Ahnung, warum das überall propagiert wird. Bei harten Drogen wird auch langsam ausgeschlichen und nicht sofort abgesetzt.

Ich habe immer mehr rauchfreie Räume geschaffen. Erst Schlafzimmer, dann Auto, dann Küche usw.

Dadurch wurden es immer weniger Rauchpausen, immer zusammen mit dem Focus auf das Ziel. Ich habe mir aber auch Fehler erlaubt. Wir standen irgendwo im Stau, da habe ich eine Zigarette aus dem offenen Fenster erlaubt. Aber es lief alles viel mehr im bewussten und nicht mehr im automatischen unterbewussten Bereich ab. Daher weiß ich viel heute noch.

Dann kamen die ersten rauchfreien Tage und irgendwann war der Tag gekommen. Trotz aller Vorbereitungen wurden es ein paar schwierige Tage. Aber danach in der Tat endgültig vorbei.

Ich hatte meine letzte angefangene Schachtel noch im Schrank. Ein paar Monate später kündigte sich ein Rückfall an. Die Zigarette hat aber so fürchterlich geschmeckt, dass nach zwei Zügen das Thema erledigt war.

Aber Achtung, man wird zum militanten Nichtraucher :smiley:

Ernsthaft muss ich immer verdammt aufpassen, wie ich mich gegenüber Rauchern verhalte, weil man ja doch ein sehr spontaner gefühlsorientierter Mensch ist :thinking:

Das ist jedoch eine andere Geschichte.

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