Wie erklärt ihr euch "euer" ADHS?

Hallo zusammen,

ich möchte gerne eure persönlichen Meinungen, Theorien und Erklärungen zu „eurem“ ADHS hören. Dieser Thread soll Raum für die individuellen Perspektiven bieten, unabhängig von der medizinischen Sichtweise.

Also einfach, was ihr denkt was eurem eigenen ADHS geführ hat.
Vielleicht glaubt ihr an eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltbedingungen, oder ihr habt andere Theorien.
Gibt es bestimmte Ereignisse oder Traumata, die eure Symptome verstärkt haben könnten?
Vielleicht habt ihr auch eine ganz andere Sichtweise darauf :slightly_smiling_face:

Es geht hier um eure persönlichen Erfahrungen und Ansichten. Jeder hat seine eigene Geschichte :stuck_out_tongue:

Freue mich auf eure Gedanken und persönlichen Erklärungen!

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Genetik :wink:
Geburtskomplikationen und Trennung der Eltern als möglicher Zusatzfaktor.
Auch wenn ich behütet und umsorgt aufgewachsen bin, da kann ich mich absolut nicht beklagen.

Aber ganz ehrlich mach ich mir darüber nicht viel Gedanken

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Hallo lieber @BJ8 , leider habe ich momentan wenig Zeit, und ausserdem muss ich über diese wirklich sehr interessanten Fragen eigentlich erst mal wirklich intensiv nachdenken, bevor ich „irgendwas“ raus haue.

Aber typisch Adhs mässig, heisst impulsiv und ganz spontan würde ich jetzt wahrscheinlich antworten:
Genetisch bedingt, weil meine Eltern, (sogar Grosseltern), sowie meine beiden Geschwister Anzeichen dafür liefern das einige von meinen Familienmitgliedern deutliche Anzeichen dafür liefern das sie ebenfalls aus dem Spektrum sind.

Ausserdem meine beiden eigenen Kinder, wobei nur eines meiner Kinder eine Diagnose hat.
Ausserdem glaube ich persönlich, dass Faktoren wie Armut, Arbeitslosigkeit, familiäre Probleme, Beziehungs Probleme usw. usw., kurz gesagt: stressige Lebensumstände vorhandene Adhs Symtome massiv verstärken. :heart:

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Genetik, schwierige Situation im Elternhaus, keine Möglichkeiten Energie loszuwerden, …
es gibt bestimmt recht viele Gründe dafür, ich kann erstmal nur vermuten.

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Das interessiert mich auch sehr bei allen. Ich habe jetzt schon so viele Geschichten hier „eingesogen“ und staune dann immer, wie unterschiedlich ausgeprägt manche Symptome dann doch sind und oft meine ich dann zu erkennen, dass die Erziehung doch viel Einfluß nimmt, positiv, wie negativ.

Ich für mich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich wirklich vom Werk aus so geliefert wurde, leider ohne Anleitung, wie man die Fehler auf der Festplatte reparieren kann. Es fühlte sich immer eher so ein, als sei ich in die Welt „geworfen“ worden…

Und was bei mir zusätzlich reingehauen hat ist

  • keine Struktur vom Elternhaus
  • wenig Aufmerksamkeit
  • wenig Unterstützung
  • zahlreiche nicht ADHS bedingte Schicksalsschläge und Traumata
  • Alkohol und andere Substanzen
  • frühes Verstecken und Maskieren meiner massiven Probleme im Alltag aus Scham
  • Fehldiagnosen seit meiner Jugend, die ich von Arzt zu Arzt mitgeschleppt habe und die auch keiner anzweifeln konnte

Im Rückblick sehe ich bei meinem Vater definitiv eine sehr ähnliche Symptomatik, wie bei mir. Er lebt leider nicht mehr und zu seiner Zeit gab es ADHS noch weniger, als heute. Bei meinem Bruder sehe ich auch viele Parallelen, aber er will davon nichts wissen und da er in einigen Bereichen sehr erfolgreich ist und ihm viele alltägliche Sachen immer von seiner Frau abgenommen wurden und werden, kann das in seinen Augen auch gar nicht sein. Er ist allerdings auch 8 Jahre älter als ich und als er Kind war, war unsere Familie noch etwas heiler. Er hat selbst auch keine Kinder bekommen. Vielleicht wäre es ihm dann bewusster geworden. Alles Spekulation. Er empfindet offenbar weniger Leidensdruck. Das muss jeder selbst wissen. Unsere Schwester und unserer Mutter haben und hatten ziemlich sicher kein ADHS. Deshalb glaubte ich meinem Bruder früher, wenn er sagte, sie hätten mich irgendwo gefunden. Er hat es im Spaß gesagt, aber da ich - vor allem meiner Schwester gegenüber - immer das Gefühl hatte, eine komplette Versagerin zu sein, glaubte ich es manchmal schon. Meiner Schwester gelang alles im ersten Durchgang. Bis heute staune ich immer wieder, dass sie ohne Not Frühstück, Mittag, Abendbrot vorbereitet und komplett der Inbegriff dessen ist, was man „normal“ nennt. Sie steht auf und weiß, in welcher Reihenfolge das funktioniert mit duschen, Gassi gehen, Frühstück, Haushalt zur Arbeit gehen… Mir ist es selbst unangenehm, wenn ich das so deutlich schreibe, aber ich bin 47 und weiß es immer noch nicht, wie ich das geregelt bekomme und in der Zeit schaffen soll. Während meine Schwester dann zu festen Zeiten ihre Freizeit hat, arbeite ich weitere 8 Stunden alles nach, was ich mal wieder irgendwie verkackt habe und zu essen ist auch noch nichts fertig.

Ich bin sehr, sehr neugierig auf andere Geschichten.

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und ich könnte entsetzlich viel dazu schreiben….habe gerade weder Energie noch Zeit dafür. Meine Diagnose war letztes Jahr, kam nicht soooo überraschend; aber mein ganzes Umfeld reagiert zögernd bis verleugnend. Meine gesamte Kindheit und Jugend ist mit dieser „Unbekannten“ zu verstehen, aber auch traurig da viel hätte-hätte-Fahrradkette (verpasste Chancen) im Spiel ist. Ich bin 40, Mutter von 5 Kindern (davon 3 stark auffällig und auch massiv herrausfordernd). Mittlerweile lebe ich in ziemlich gesicherten Verhältnissen, Klassismus ist jedoch fast DAS zentrale Thema in meinem Leben. Meine Mutter hatte und hat ADS, meine Oma, leider tot, ebenfalls. Meine Mutter leugnet ihre „Schuld“ (sie sieht es es Vorwurf, ich eher als Ursache. Ist natürlich ein heikles Ding), seitdem habe ich den Kontakt erstmal beendet, zu zeitraubend. Sie hat mich noch nie „verstanden“. Ich bin seit 19 Jahren in fester stabiler Beziehung. Meine Kinder werden gerade „reihenweise“ diagnostiziert….sie sind 14,11,9,5&3.
Ich hab ab nä Woche etwas mehr Zeit zum Aufarbeiten/Schreiben. Dann kann ich hier gern etwas zu schreiben. Derzeit kämpfe ich mit sowas wie Erschöpfung und Schlaf und Muskel/Rückenproblemen. Ich sehe meine Diagnose nicht mehr soooo „befreiend“, ich wollte das so, aber eine Zäsur ist es. Schon in meinen Zeugnissen stand soviel Erhellendes; meine Mutter hat es immer mit sehr viel Toleranz verklärt. Ich werd wohl eine Therapie anfangen, aber da das so ewig dauert….und meine Kinder davon durchaus auch etwas hätten, zögere ich noch. Nehme seit Herbst MPH adult ret 30/20 oder auch manchmal 20-20, je nach Zyklus. Lg

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Das sind ja ganz gängige „Eigenarten“ der Lebensgestaltung mancher….ich spekuliere: ich denke, die sozial besser gestellten Milieus sind genauso betroffen wie prekäre, kompensieren und „leugnen“ aktiver. Ich hab in meinem Umfeld viele Hinweise. Sehr viele „Querdenker“ stammen aus diesen eher besser gestellten Milieus (Buch von O Nachtwey/Amlinger ist ziemlich toll). Auch viele Ärzte/Heilpraktiker/Lehrer dabei. Mein Mann ist selbst Lehrer (ich auch, nicht mit Examen). Er „bekennt“ sich erst zu meiner Diagnose seit meine Ärzte das gesichert haben. Er hat immer mal wieder gesagt wie offenkundig er diese „Krankheit“ bei meiner Oma erkannt hat, schon vor Jahren. Nun bei mir, unsere Kinder jedoch (3 davon stark auffällig, Tochter schon diagnostiziert) sind irgendwie tabu :face_with_peeking_eye: obschon völlig auffällig. Also: viele sehen ADS/ADHS als Zeitphänomen, als Krise unserer modernen Erziehung bzw „Nicht-Erziehung“… ich könnte gleich mehrere „ADSler“ aus meiner Bubble aufzählen, kaum einer davon diagnostiziert….allesamt komische Vögel wie ich u mein Mann, ungerade Lebensläufe, Depressiv, workaholics etc. An den Unis dürfte es noch viel ADS Dunkelfeld geben. Ich weiß übrigens garnicht ob ADSler unglaublich maskieren können müssen in „besseren Kreisen“, oder ob da nicht einfach auf Teufel komm raus artig geschwiegen, höflich umschrieben und diskret getuschelt wird….

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Ob es genetisch ist, weiß ich nicht.

Ich weiß nur, dass mein ASS und ADHS extrem zu Tage kam, als meine Mutter mich ( und meine Schwester ) von meinem Vater wegnahm und ihm den Kontakt zu mir verbot.

Seinerzeit war ich 4 Jahre alt und liebte meinen Vater abgöttisch, was meine Mutter damals schon in Eifersüchteleien trieb ( bei meiner Schwester war es egal was sie machte ).

In der neuen Stadt bei spießigen Großeltern und ohne Schwester ( die wurde einfach ins Heim gesteckt, weil meine Mutter mit zwei Kindern überfordert war ), brach für mich die Welt zusammen.

Leider komme ich aus einer Familie, die sich für was besseres hielt ( und dies wohl auch in beruflicher Hinsicht war ) und mein Verhalten passte da so gar nicht rein. Ergo wurde ich immer schlimmer ( bis heute bin ich der Meinung, dass meine " Familie " genau das verdient hat ).

Bis heute trage ich die Wut auf meine Mutter ( und ihre Eltern ) mit mir rum und leider hat sich das auch in meinem gesamten Leben wie ein roter Faden durchgezogen.

Das ASS war gar nicht mein Hauptproblem, obwohl es anfangs mehr vorherrschte als das ADHS.
Irgendwann hat es sich aber vermischt .

Vielleicht habe ich es von meinem Vater geerbt? Er war den Launen meiner Mutter hilflos ausgeliefert und verkroch sich in die Alkoholsucht. Ich kann ihn so was von verstehen, weil auch ich durch meine Mutter immer getrieben war. Getrieben mich zu verstecken, in Süchte zu flüchten, einfach um ihr zu entgehen. Kaum war mein Vater Alkoholiker, verließ sie ihn.

Bei mir nicht anders: wurde ich ungemütlich, wurde ich abgeschoben. Oh, ich war in dem besten Internat, in prominenter Gesellschaft…einfach prima. Verlassen, abgeschoben, im Stich gelassen. Noch Fragen?

Sorry. bin heute wohl sehr emotional.

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Neurologische Normvariante die in freier Wildbahn nützlich ist. In unserem auf Passivlernen ausgerichteten System jedoch aneckt, bzw seine Stärken nicht oder nur mit Glück (richtiges Umfeld) ausspielen kann.

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Das finde ich sehr interessant und erinnert mich auch stark an meine Geschichte. Als Defekt habe ich mich aber nie betrachtet.

Das habe ich mal in einem Buch von Hunter S. Thompson gelesen:

There he goes. One of God’s own prototypes. A high-powered mutant of some kind never even considered for mass production. Too weird to live, and too rare to die.

Damit konnte ich mich gut identifizieren :blush:.

Ich habe mal irgendwo gelesen, mit ADHS wird man entweder sehr efolgreich im Leben oder man landet im Knast. Da hab ich erst in erwägung gezogen, dass diese Diagnose vielleicht bei mir passen könnte.

Schon früh in meiner Kindheit habe ich bemerkt, dass übliche Gebrauchsanweisungen in machen Abschnitten nicht auf mich zutreffend waren und ich wohl ein anderes Modell, als der Großteil der Menschheit zu sein schien: Ein selteneres, wenig bekanntes Sondermodell Mensch.
Die generelle Ansicht war aber, dass es nur ein einziges Modell Mensch geben würde, ich wurde deshalb oft einfach als Defekt der Großserie angesehen.
Die Welt schien auch ausschließlich auf die Funktionsweise und Bedürnisse dieser „normalen“ Menschen abgestimmt worden zu sein, von den normalen Menschen für die normalen Menschen.
Ich als Sondermodell konnte hier kein Verständnis vom Großteil der Menschheit erwarten, mich gab es in Ihrem Weltbild nicht.
Aber als Defekt habe ich mich anfangs nicht wahrgenommen, dafür schienen mir meine Unterschiede zur Großserie nicht willkürlich genug zu sein. Ich erkannte viele Vorteile in meinem Modell gegenüber der Großserie, die ich auch nicht repariert haben wollte.
Ich war eben ein seltenes Sondermodell Mensch mit Vor- und Nachteilen gegenüber der Großserie, da war ich mir immer sicher.
Eine „Reparatur“ habe ich deshalb nie in Erwägung gezogen, ich habe eher nach meiner Bedienungsanleitung gesucht.

Eine Diagnose wie ADHS habe ich deshalb immer kathegorisch ausgeschlossen, dass hörte sich wie eine Krankheit an, die man heilfen muss und kam daher nicht in Frage.

Das hat bei mir auch sehr viel mit einem Elternhaus und besonders mit meinem Vater zu tun gehabt.
Mein Vater war Schriftsteller, meine Mutter hat ihn immer auf eine gewisse Art bewundert und untersützt.
Es gab natürlich Konflikte zwischen meinen Eltern, aber seine besondere Art wurde niemals von ihr in Frage gestellt und Defizite akzeptiert und von ihr ausgeglichen.
Es gab bei uns nur zwei Zustände: Entweder mein Vater hatte nichts zu tun und ist seinen zahlreichen Hobbies und Projekten nachgegangen. Oder er hat sich in seinem Büro eingesperrt und man durfte ihn nicht ansprechen, dann hat er nächtelang durch gearbeitet und hatte am Ende ein Buch geschrieben.
Weil er damit auch relativ erfogreich war, wir waren zwar nicht besonders reich, aber konnten gut davon leben, empfand ich das auch als eine von ihm gewählte, alternative Art der Lebensführung und erkannte darin zwar etwas ungewöhnliches, aber nichts krankhaftes.
Seine besondere Art fand ich eben auch in mir wieder, ein nornaler Beruf mit 40-Stunden-Woche kam für mich nie in Frage, ob das Erziehung, Entscheidung oder Veranlagung war, habe ich nie überlegt, wahrscheinlich ist es im nachhinein betrachtet alles gleichzeitig.
In meiner frühsten Kindheit und Jugend habe ich mich völlig normal gefühlt, weil ich im Vergleich zu meinen Eltern eben keine Widersprüche in meinem Verhalten erkannt habe, bzw. unsere Famlie eben als speziell, aber nicht unbedingt falsch und sicher nicht krankhaft gesehen habe.

Natürlich war mein weiterer Lebensweg nicht ganz einfach, ich hab mehrmals die Schule gewechselt, bin zwei mal durchgefallen, hatte Probleme mit Drogen und Alkohol.
Immer wenn ich versucht habe, „normal“ zu sein ging das gehörig schief.
Mit der Akzeptanz konnte ich aber ein ganz gutes Leben führen.

Jedenfalls bis das mit den Depressionen dann anging und den Komobidtäten. Die Diagnose ist aber für mich unbglaublich wertvoll, seitdem fühle ich mich eben, als wüsste ich endlich was für ein Modell Mensch ich bin und kann nach Gebrauchsanweisungen und Funktionsschmematas suchen.

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Das ist die wohl kappste und beste Beschreibung von ADHS, die ich jemals gelesen habe.

Das spricht mich sofort an

Deine knappe Zusammenfassung über dein Leben finde ich sehr spannend. Vor allem bei deinem Vater sehe ich da deutliche Parallelen zu meinem Vater. Wenn er zu Hause war, dann saß er irgendwo an seinem Schreibtisch, versunken in irgendwas, Bücher hat er auch geschrieben, aber nur nebenbei. Er war selten wirklich anwesend und da schließt sich leider der Kreis zu mir, dass er mir schwerfällt, dauerhaft präsent zu sein für Partner und Kind. Früher war es aber „normal“, dass Väter nicht aktiv am Familienleben teilgenommen haben. Meine Mutter hat sich um alles gekümmert. Bei meinem Bruder verhält es sich ähnlich Umso größer war der Druck auf mich als Frau und Mutter, dass ich aber all diese alltäglichen Dinge erfüllen musste, aber nicht konnte und keinen kompensierenden Partner hatte. Ich habe alternative Möglichkeiten gefunden, meiner Tochter immer wieder die volle Aufmerksamkeit zu schenken, die vermutlich stark von der „Norm“ abweichen, aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich ihr Nahe bin.

Vielen Dank, dass du das teilst, weil mir wieder einiges klargeworden ist.

Das Bedürfnis, meine Festplatte neu zu konfigurieren oder innovative Software zu installieren, wurde mit zunehmendem Alter stärker, weil der Leidensdruck immer größer wurde. Ich habe so oft den „Reset“ Schalter gesucht und nicht gefunden. Und nun muss ich erkennen, dass ich nur diese Festplatte habe und nicht jede Software kompatibel ist.

Ich glaube, deine Familie hat absolut intuitiv den Rahmen geschaffen, den man mit ADHS dringend benötigt. Wenn die Gesellschaft insgesamt offener wird für die Besonderheiten jedes Einzelnen, dann wäre der Leidensdruck vielleicht wesentlich geringer, aber ob unsere Gesellschaft dazu bereit ist?

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Ich bin mir sehr sicher, dass es genetisch ist. Mein Vater hatte auch ADHS, da bin ich mir auch sehr sicher. Wenn nicht-optimale Umgebungsbedingungen dazu kommen (beispielsweise in Form eines nichtdiagnostizierten und nicht-behandelten ADHS bei einem Elternteil), dann verschärfen sich die Symptome. Seitdem ich Elvanse nehme (seit 1,5 Jahren), hat sich mein Leben vollständig zum Guten verändert. Das hätte ich nie gedacht, dass ein Medikament so sehr helfen kann. Ich bin glücklich, seitdem ich nicht mehr so impulsiv, chaotisch, zerstreut und empfindlich bin.

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Dass es genetisch bedingt ist, haben ziemlich viele Zwillingsstudien verdeutlicht. Das ist aber noch nicht so im Fokus der Betroffenen….

Also, leider trifft bei mir so ziemlich alles zu, was irgendwie in Theorien gesagt, bestätigt oder behauptet wird.
Meine Mutter hatte wohl ADHS
pränatale Prägung durch Alkoholkonsum und Nikotinkonsum meiner Mutter
ich war eine Frühgeburt mit geringem Geburtsgewicht
frühkindlicher chronischer Stress durch Gewalt und Sucht in der Familie und emotionale Verwahrlosung bis ins Jugendalter, dadurch Ausbildung einer komplexen PTBS
angeborene atypische Dermatitis, Hashimoto Thyreoiditis
usw.
Mit der genetischen Disposition und der durch die Umstände leider nicht sehr hohen ausgebildeten Resilienz musste es wohl zwangsläufig so kommen.
Mein relativ hoher IQ und meine Hochsensibilität haben mich wohl „überleben“ lassen, indem ich dadurch in der Lage war, mich irgendwie immer anzupassen und aus der Affäre zu ziehen, bis dann irgendwie mit Geburt meiner Kinder die Fremdbestimmung und Überforderung zu groß wurde und es geknallt hat und das ganze Konstrukt zusammengebrochen ist.

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Hm, seltsamer Thread. Was hat „zu meiner ADHS geführt?“ :adxs_gruebel:

Ich denke, da brauchte es zusätzlich zu der Vererbung durch meinen Vater (der es wiederum von seiner Mutter hat) keine ungünstigen Umweltfaktoren.

Im Gegenteil - günstige Umweltfaktoren (intaktes, behütendes und wohlhabendes Elternhaus, einige gute Lehrer) führten dazu, dass ich ohne Diagnose und Behandlung trotz ADHS nicht an Rauchen oder sonstige Rauschgifte gekommen bin, Gymnasium und Studium geschafft und eine sehr liebe Ehefrau gefunden habe. (Was nicht heißt, dass meine Kindheit glücklich gewesen wäre - ich glaube, mit ADHS-Behandlung hätte sie deutlich glücklicher sein können - aber jedenfalls ist nichts „Schlimmes“ passiert.)

Dass meine Kinder eine nochmal deutlich ausgeprägtere „ADHS plus“ bekommen haben, liegt vielleicht daran, dass sie von beiden Seiten ADHS-Gene bekamen. :adxs_redface:

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Bei mir ist es die Genetik denke ich, meine Mutter hat ebenso ADHS. Bei ihr nehme ich es sogar stärker wahr, als bei mir selbst. Außerdem habe ich verschiedene Autoimmunerkrankungen (Neurodermitis, Asthma, Morbus Crohn). Eventuell haben besagte Leiden oder die Medikation (der Autoimmunkrankheiten) ebenso ihren Teil dazu beigetragen in meinen jüngsten Jahren. Ist jedoch eine heikle Spekulation, ich kann nicht sagen in wie fern die Entstehung von ADHS durch Medikamente begünstigt werden kann. Ich erinnere mich leider auch nicht mehr an alle Präparate.

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Ich vermute Vererbung durch meinen Vater. ^^

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