Hallo zusammen!
Im Juli habe ich meine ADHS Diagnose bekommen und habe seit September mit Medikamenten “rumprobiert”. Zudem habe ich eine rezidivierende depressive Störung und eine KPTBS. Einen Therapieplatz habe ich aktuell leider nicht, bin jedoch auf der Suche.
Erst wurde mir Medikinet adult 10-10-0 verschrieben, was ich jedoch aufgrund der Wirkkurve, der Bindung an das richtige Essen und dem Rebound nicht gut in meinen Alltag integrieren konnte. Die Wirkung kam mir sehr stark und mechanisch vor, fast wie ein schalter. Ich habe mich nicht wie ich selbst gefühlt, soziale Interaktionen sind mir schwer gefallen. Ich konnte jedoch alltägliche Aufgaben viel besser erledigen, anstatt alles vor mir her zuschieben, oder Dinge nicht zu beenden.
Als nächstes wurde ein Versuch mit Kinecteen 18mg gestartet. Das kinecteen hat mich oft müde gemacht. Oft fühlte ich mich neben der Spur und noch verpeilter als sonst. Meine Konzentration ist ebenfalls nicht besser geworden, motivierter habe ich mich auch nicht gefühlt. Zudem hat sich meine Depression in den 3 Wochen Einnahmezeit scheinbar deutlich verschlechtert. Soziale Interaktionen haben sich auch mit dem Medikament komisch angefühlt, zudem war ich leicht reizbar. Meine Lebenssituation ist seit einer Weile nicht die beste, ich befinde mich in einer sehr belastenden Phase, daher Plagen mich manchmal hoffnungslose Gedanken, die in dem Einnahmezeitraum sogar zu Suizidgedanken wurden. Ich muss dazu jedoch sagen, dass ich therapieerfahren bin und mich von diesen Gedanken distanzieren kann.
Die Ärztin in der ADHS Ambulanz wollte mich nach meinen Berichten über Kinecteen erst auf Elvanse umstellen, hielt dann aber nach der Offenbarung meiner Hoffnungslosigkeit und Suizidalität Rücksprache mit dem Oberarzt, welcher einer Umstellung nicht zustimmte. Mir wurde jetzt Sertralin ein SSRI verschrieben, da die Ärztin meinte, die Depression würde im Vordergrund stehen. Wenn ich stabiler bin könnte man dann weiter schauen, was die ADHS Medikation betrifft.
Ich bin mir etwas unsicher, ob das der richtige Weg ist, da ich das Gefühl habe, dass meine Stimmung durch das Methylphenidat verschlechtert bzw. in diese extrem negative Richtung gepusht wurde.
Nun frage ich mich, ob ich nicht lieber nochmal einen Termin in der ADHS Ambulanz vereinbaren sollte um die Medikation zu besprechen, da ich mich mit der Einnahme von Sertralin aufgrund der potenziellen Nebenwirkungen nicht wohl fühle. Eigentlich würde ich lieber das Elvanse probieren, anstatt etwas einzunehmen, was so lange braucht bis es wirkt, dann nicht mal klar ist ob es wirkt und zusätzlich dieses Nebenwirkungsprofil hat. Ich hatte gelesen, dass Elvanse auch eine stimmungsaufhellende Wirkung haben kann. Würde mir Elvanse dabei auch nicht helfen, wäre ich wahrscheinlich offener für ein Antidepressivum.
Meine Frage ist, ob jemand ebenfalls ADHS und eine Traumafolgestörung sowie Depressionen hat und ggf. Erfahrungen mit Medikamenten schildern könnte oder einen Ratschlag für mich hat, wie ich mich in dieser Situation verhalten kann.
Vielen Dank für’s lesen!