Wie lange bis ich die Eindosierung als FAIL deklarieren soll?

Meine Lieben

Kurz zu meinem ADHS: Habe ich schon seit der Kindheit, erhielt erst letzten Monat mit 26J. meine Diagnose für ADHS und meine Hauptprobleme liegen bei der Aufmerksamkeit, inneren Unruhe, Ungeduld, inexistenten Impulskontrolle und emotionalen Dysregulation. Kurzum - es läuft viel.

Zum hier und jetzt: Heute ist Tag 4 meiner Eindosierung auf Concerta 18mg. Ich hatte mir eine wundervolle medikamentöse Einstellung ausgemalt, bei der ich nach der ersten Einnahme bereits voller Elan und energiegeladen durchs Leben gehen würde. Am ersten Abend habe ich geweint wie schon lange nicht mehr. Ich konnte gar nicht mehr aufhören damit. (Am zweiten Tag habe ich festgestellt dass ich meine Periode bekommen habe, was meinen emotionalen Zusammenbruch am Vorabend aber nicht erklärt.) Weitere Nebenwirkungen, die ich feststellen konnte, sind: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, trockenes Mundgefühl, Müdigkeit. Wenn das Ganze wenigstens eine positive und bemerkenswerte Wirkung hätte, könnte ich mit den Nebenwirkungen klarkommen. Aber es hat sich absolut nichts getan. Ich habe die Threads durchgestöbert und wirklich selten scheinen Personen gar keine positive Wirkung zu sehen. Was mache ich falsch? Ich habe gesehen, dass in einigen Threads gesagt wurde, die Dosis sei zu tief. Würde ich noch stärkere Kopfschmerzen bekommen, wenn ich auf 36mg gehe? Meine Psychiaterin meinte, ich dürfe ausprobieren, aber ich habe echt Angst, dass ich etwas schlimmer mache.

Zur Medikamentenwahl: Concerta kann zurzeit bedingt in die Schweiz geliefert werden, weshalb meine Psychiaterin und ich uns dafür entschieden haben. Elvanse hat zurzeit einen Lieferengpass und meine Psychiaterin will nicht, dass ich mich an etwas gewöhne, was ich dann plötzlich nicht mehr bekommen kann. Und ich möchte ungern auf etwas wechseln, was ich mehrfach am Tag nehmen muss.

Das Ganze ist natürlich extrem frustrierend, insbesondere weil der ADHS-Spezialist, bei dem ich war, sagte, dass ich bereits nach der ersten Einnahme in einer ganz neuen Welt leben würde. Das sei das Feedback seiner Patient*innen.

Ist die Eindosierung fehlgeschlagen oder wie seht ihr das?

Danke und liebe Grüsse
P.

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kurz und knapp:

:arrow_down:

Nein

Weil: Zu kurzer Zeitraum für solche Schlussfolgerungen.

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wow… hoffentlich bekomme ich noch mehr Feedback von anderen im Forum mit hilfreichen Antworten zu allen Fragen im Text

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Kann dir keiner konkret beantworten. Ist individuell: Sie können gleich stark sein, sie können schlimmer oder auch schwächer sein.

Trinkst du Kaffee oder sonst etwas mit Koffein wie Energydrinks? Da gibts Wechselwirkungen.

Ansonsten kann die Dosis zu gering sein wenn der positive Effekt ausbleibt/sich nicht bemerkbar macht. Aber deswegen fängt man mit einer kleinen Dosis an, damit sich das Gehirn gewöhnt (weiter unten gehe ich darauf näher ein).

Zu welcher Zeit treten die Nebenwirkungen am stärksten auf? Die Wirkung bei Concerta ist vom Anfluten her nach 6-8 h am höchsten. Die genannten Nebenwirkungen sind nichts außergewöhnliches bei der Eindosierung.

Es ist halt ein typischer Beitrag, wo Personen während einer Eindosierung schon Wunder erwarten und schon kurz nach Beginn der Eindosierung kommen und meinen es wäre alles für die Katz. Die ersten Tage sind aber absolut nicht repräsentativ für die gewünschte Wirkung. Der Wirkstoff wirkt zentral (zentral=im Gehirn). Das Gehirn erkennt so gesehen einen Fremdkörper der alles (sämtliche Neurotransmitter) durcheinander bringt. Dein Gehirn reagiert mit Nebenwirkungen, welche psychosomatischer Natur sind. Das ist nicht immer Zuckerschlecken, legt sich mit der Zeit aber und spielt später keine Rolle. Das Gehirn adaptiert sich auf den neuen Zustand so dass die Transmitter wieder im Einklang sind, damit verschwinden auch Nebenwirkungen. Da diese auftreten, behaupte ich mal, dass du nicht zu den Nonrespondern gehörst.

Daher auch von mir oben: 4 Tage sind nicht aussagekräftig ob etwas gut oder schlecht läuft.

Das kann frustrierend sein, aber Geduld und Regelmäßigkeit ist da schon sehr wichtig.

Unter psychosomatischen Erscheinungen versteht man solche, deren Ursachen sich nicht oder nicht vollständig körperlich erklären lassen.

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Hallo,

das stimmt schon, das ist selten. Dass Personen bei keiner Dosis gar keine positive Wirkung sehen. Selten, kommt aber vor.

Du nimmst aber bisher nur 18 mg. Das ist wirklich nicht viel.

Wobei: Es ist natürlich sehr enttäuschend, die volle Breitseite Nebenwirkungen abzukriegen und keine eigentliche Wirkung. Kommt aber vor.

Dass diese Nebenwirkungen bei der nächsten Steigerung noch schlimmer werden - nein, muss nicht sein. Eine Garantie gibt es aber leider nicht. Aber: Die Nebenwirkungen werden höchstwahrscheinlich abklingen nach einer gewissen Zeit. Bei mir waren es fiese abendliche Kopfschmerzen, und nach 2 Monaten wurde es besser. 2 Monate können aber ganz schön lang werden.

Kommt vor, aber eben leider nicht immer. Das heißt aber nicht, dass du jetzt schon den Schluss ziehen könntest, es lohnt nicht. Nicht nach vier Tagen mit 18 mg.

Auch was das betrifft - kann klappen, muss aber nicht. Mit Elvanse schon eher, mit Concerta eher nicht. Bei Schulkindern vielleicht - aber bei uns Erwachsenen ist der Tag länger.

Da kann man sich dran gewöhnen, wirklich. Ein Händi-Wecker hilft. Wichtig ist, dass du am Ende eine Medikation hast, mit der du dich den Tag über wohl fühlst. Wenn das nur mit mehreren Einnahmen pro Tag geht, ist es eben leider so.

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Danke für die Ausführungen. Ja, ich bin definitiv eine Nebenwirkungs-Gewinnerin. War auch bei anderen Medikamenten schon so - entweder alle oder gar keine. Die Kopfschmerzen sind eben von morgens nach der Einnahme bis ca. 19 Uhr da. Danach gehen sie wieder weg :smiling_face_with_tear: 2 Monate lang… puh, weiss nicht, ob ich das packe. Auch wenn es nur ein Monat ist. Ich hatte vor den Medikamenten schon eine kurze Zündschnur. Das zu kontrollieren ist ein Vollzeit-Job in sich :face_with_spiral_eyes:

Nun denn, wir werden sehen. Vielen Dank nochmals!

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Hmm also @BrainBuzz meine Psychiaterin meinte zu mir, wenn das Medikament (zu der Zeit Medikinet 10mg, also geringste Dosis) direkt ab Tag 1 schon mehrere negative Nebenwirkungen bei mir auslöst (Kopfschmerzen, Entzündungen auf der Haut & geschwollene Lymphknoten, krass schlechte Laune & Gereiztheit), dann scheint es vielleicht nicht das richtige Medikament für mich zu sein… So wie ich sie verstand, war das schon offensichtlich, dass der Inhaltsstoff womöglich nicht der richtige ist und sie es daran sofort erkennen konnte.

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Mir kommt so eine Aussage von einem Doc voreilig vor und hört man hier doch kaum. Ich hatte anfangs auch meine Probleme. Aber es legte sich mit der Zeit: Kopfschmerzem. Tinnitus, Übelkeit, Gereitzheit, starkes Schwitzen, erhöhter Puls, Müdigkeit, Schwindel.

Hat sich erledigt.

Hallo!

Ich nehm seit einigen Wochen Intuniv und seit knapp 3 Wochen Ritalin unretardiert. Intuniv hat mir von Beginn an eine Mundtrockenheit gegeben, die kaum zu stillen war. Es ist definitiv besser geworden, aber noch nicht weg.

Ritalin hat mich noch mehr gefordert: Die Kopfschmerzen beim Nachlassen der Wirkung waren unerträglich. Ich bin im Sitzen eingeschlafen. Einen Heulkrampf hatte ich unlängst auch. Trinken, essen, kein Koffein, kein Alkohol - alles nichts geholfen. Ich wollt schon aufgeben.

Ich hab dann gaaaanz vorsichtig in 5mg Schritten eindosiert… Gegen die Kopfschmerzen/Migräne hab ich dann einfach was genommen. Wegen der Müdigkeit hab ich Powernaps eingeschoben. (Habe einen verständnisvollen Chef)

Bin nun bei 20mg pro Tag. Die Kofschmerzen sind seit ca. zwei Tagen weg. Die Müdigkeit ist auch besser geworden. Ich glaube, der Körper braucht Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Vielleicht kannst du ja noch ein wenig durchhalten? Mit dem Arzt reden, wie du die Eindosierung noch langsamer machen kannst?

:adxs_trost:

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Danke für deine Zeilen, tut mir gut zu wissen, dass die Nebenwirkungen auch andere vom Hocker reissen :adxs_knuddel:

Diese Mundtrockenheit! Als hätte ich löffelweise Sand zu mir genommen xD Hab mir jetzt aber überlegt, ob das eventuell nicht eine verschleierte positive Wirkung sein könnte… Ich trinke wahnsinnig wenig und seit ich das Concerta nehme, spüre ich das vielleicht einfach viel stärker. Schönreden kann ich mir fast alles :adxs_rot:

Ich habe zwischenzeitlich mit meiner Psychiaterin gesprochen und sie meinte, die Nebenwirkungen sind eher auf das Medikament generell zurückzuführen als auf die Dosis 18mg. Dass ich noch keine wahrnehmbare Besserung verspüre bzgl. Unruhe, Konzentration, Klarheit, etc. scheinen für sie eher Indikatoren zu sein, dass die Dosis erhöht werden muss. Das soll ich ab morgen tun. Meine Kopfschmerzen (die habe ich ja tagsüber und nicht mit dem Abklingen des Medikaments) sind gestern und heute nicht mehr ganz so krass, wie in den ersten 4 Tagen.Mal schauen was kommt. Bin einfach noch sehr irritiert, dass ich so unglaublich müde bin :adxs_jamma: könnte echt den gaaaaanzen Tag schlafen.

Ich schreibe in ein paar Tagen ein Update :adxs_peace:

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Ich kann mir auch vorstellen, dass sie diese voreilige Aussage getroffen hat, weil Medikinet scheinbar bei vielen nicht so gut funktioniert wie Elvanse. Vielleicht wollte sie mir nur einmal Medikinet angeboten haben (scheint ja immer das erste Medikament zu sein, was sofort verschrieben wird), ist aber selber eher davon ausgegangen, dass Elvanse besser zu mir passen KÖNNTE (was sich auch sofort bestätigte). :slight_smile:

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Da gebe ich dir Recht. Jedes Mittel hat sein Pro und Kontra und wird dadurch evtl. eher inkompatibel beim Individuum. Das gilt insbesondere bei Medikinet Adult mit dem Essenszwang (Frühstück), der Regelmäßigkeit der Einnahme und der kurzen Wirkzeit. Aber das weiß man ja schon alles vorher, wenn man mit dem Patienten vorher abfragt und kann das Medikinet adult „überspringen“ und direkt andere Mittel geben.

Aber direkt wegen Nebenwirkungen am ersten Tag von Uneignung auszugehen ist gewagt.

Ich verstehe worauf du hin willst, dein Arzt hat Trick 17 angewendet. :grinning:

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Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht. Ich hab morgen wieder Arzttermin - was wird wohl mein Doktorchen zu den Nebenwirkungen sagen?

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Und wie war der Termin? Hoffe nur gute Neuigkeiten :grin:

Hei!

„Durchwachsen“ ist vielleicht der beste Ausdruck.

Intuniv haben wir wieder um 1mg runtergesetzt wegen der Mundtrockenheit und des leichten Taubheitsgefühls in den Fingerspitzen. Ritalin auf retard 30mg getauscht. Der erste Tag damit war gut. Keine Kopfschmerzen tagsüber. Gut gearbeitet. Nach ca. 10h Ritalin kam dann der Rebound-Effekt. Intuniv hat es dann ganz gut abgefangen. Ein wirkliches Urteil trau ich mich nach einem Tag aber noch nicht abgeben. Gut Ding braucht Weile. :wink:

Und dann soll ich noch von Paroxetin auf Sertralin umsteigen, da sich ersteres auch negativ auf den Schlaf auswirken kann. Vor dem Umstieg fürchte ich mich sehr. Paroxetin ausschleichen macht wenig Spaß.

Und ein Notfallschlafmittel hab ich auch noch bekommen. Das werde ich heute testen.

Alles in allem: puh! :adxs_gruebel:

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Hallo zusammen :adxs_zwinker:

Also, seit ein bisschen mehr als einer Woche nehme ich nun 36mg statt 18mg Concerta am Morgen.

Zuerst die gute Neuigkeit: Meine Kopfschmerzen, die ich ja den ganzen Tag lang hatte, gehören der Vergangenheit an. Auch das trockene Mundgefühl empfinde ich nicht mehr als so stark wie zu Beginn.

Meine extreme Müdigkeit ist noch immer gleich wie am Anfang. Ich bin den ganzen Tag lang müde und kann dann doch erst gegen 2 Uhr morgens einschlafen… Hoffentlich legt sich auch das bald.

In Bezug auf die positiven Auswirkungen des Medikaments habe ich leider noch keine Neuigkeiten. Es hat sich immer noch nichts getan. Meine Konzentration ist gleich schlecht, wie vor der Einstellungsphase und auch meine nicht vorhandene Impulskontrolle ist unverändert. Ich bin nach wie vor sehr schnell wütend und genervt :adxs_gruebel:

Ich hätte am Freitag einen Folgetermin mit meiner Psychiaterin gehabt, aber leider musste sie mir krankheitshalber absagen. Der nächste Termin ist in zwei Wochen.

Etwas war dann doch lustig: Am ersten Tag der 36mg-Einnahme war ich mittagessen mit Freundinnen. Ich trank eine Cola und habe nach dem ersten Glas erst daran gedacht, dass ich ja kein Koffein zu mir nehmen sollte. Ich bereitete mich mental auf die Kopfschmerzen vor… die komplett ausblieben :adxs_lol: Könnte das ein Anzeichen sein, dass das Medikament WIRKLICH nicht wirkt oder hatte ich einfach Glück?

Naja, ich hatte gehofft, dass ich mittlerweile Meister Proper mässig unterwegs sein würde, aber nein. Ich bringe mich noch nicht dazu. Hoffen wir mal weiter.
Bis zum nächsten Update :adxs_peace:

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Kurzes Update:
Am Freitag hatte ich endlich meinen Termin bei der Psychiaterin. Sie fand es gut, dass ich Concerta einen Monat durchgenommen habe und auf die 36mg hoch bin, aber sie glaubt auch, dass ich nicht darauf anspreche. Seit heute nehme ich also ein Elvanse-Generikum, da Elvanse ja nicht geliefert wird. Wir werden sehen. Die Einnahme erfolgte vor einer Stunde. Die Reaktion umgehend nach der Einnahme, die einige im Forum beschrieben haben, blieb bei mir aus.

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Ein Elvanse Generikum? Ich glaube, in Deutschland gibt es noch gar keine… außer ich habe grob was verpasst.

Wie heißt das Medikament denn und wie gehts dir?

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Würde mich auch wunder nehmen.

Zumindest in der Schweiz gibt es Elvanse Ersatz aus Magistral Apotheken. Die Mischen das selbst an. Habe ich auch.

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Magistralrezepturen

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Ich kann leider nicht editieren. Weiss nicht ob das schon wo anders Stand, da gibt es zwei Hersteller.

Lisdexamfetamin-Generika
Neue Arzneimittel 15. Juni 2024 | Gelbe Liste (gelbe-liste.de)

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