Wiederkehrende Depressive/Erschöpfungseinbrüche

Danke für deine Schilderung.

Kann ich sehr gut verstehen. Selbstzweifel und dergleichen in Kombination mit “ich muss arbeiten um weiter zu kommen”. Ich wünsche dir, dass du einen Rhythmus findest, der dich nicht ganz so kaputt macht.

Dazu hatte ich Mal einen Gedanken:

Selbstwert ist nicht das, was du von dir denkst, wie viel du anderen wert bist, sondern wieviel wert du deinem Wohlergehen bemisst. Wie gut kannst du eine Pause machen, die du brauchst und wie sehr prügelst du dich um was anderes auszugleichen?

Nicht, dass ich es gut könnte und als ADHSler spielen ja auch wirklich viele Dinge mit rein: seine Ausrichtung an seine Fähigkeiten und Interessen anzupassen ist wichtig. Aber ohne sich zu Prügeln kommt man ja zu nichts außerhalb seiner Pflichten…

Pass auf dich auf und alles Gute!

Wäre eine depressive Somatisierungsreaktion eine mögliche Erklärung?

Ich würde eine depressive somatisierungsreaktion, wie du sagst, jetzt per se nicht ausschließen. Allerdings denke ich seit jeher, dass mein schlapper körper meine Depressionssymptome auslöst, nicht anders herum. Rational betrachtet nicht unmöglich, aber woher soll ich das wissen, wenn es sich immer anders anfühlt?

Ich habe auch das Gefühl, dass wenn es Auslöser gegeben haben sollte, die Symptome viel länger bestehen, als der ‘schock’ über den Auslöser. Und die körperlichen Symptome halten auch noch an, wenn die Psyche schon wieder aus dem kreisen raus ist…

Stellt mir meine Psychosomatik solche Fallen?

Klar gibt es Stress und ängste, die im Hintergrund laufen, die theoretisch solche psychosomatischen Reaktionen auslösen könnten. Aber ich spüre leider den Zusammenhang nicht.

Ergänzung, was eine mögliche depressive Somatisierungsreaktion angeht:

Ich habe fast die kompletten letzten zehn Jahre Psychotherapie gemacht, verschiedenste Formate, inkl. 8 Wochen Psychosomatische Klinik. Da bleibt auch nicht mehr so richtig viel zu entdecken, was mir durch die Lappen gegangen ist oder bahnbrechend neues auszuprobieren damit ich da dran kommen könnte, was unentdeckt geblieben ist…

Nochmal ne Frage hierzu:

Könnte es sein, dass die hierzu gehörenden Gefühle, die die somatisierung (mit?) auslösen, von Elvanse unterdrückt werden?

Ich habe es jetzt mal geschafft, Elvanse zu pausieren und spüre schon lange nicht mehr gespürte körperliche Angst/nervöse Mulmigkeit im Magen/Brust/Händen.

Stimulanzien können bei ADHS dazu beitragen, Komorbiditäten zu verhindern.
Langzeiteinnahme von Stimulanzien ist bei komorbider Depression mit 42 % geringerem Risiko eines Depressionsschubs verbunden. Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch auf Angst wirkt…

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OK. Danke.

Allerdings frage ich mich bei mir, ob es sich eher um ein ‘unterdrücken’ mit ‘sich dann einen Weg an die Oberfläche bahnen’ handelt, statt um ein nachhaltiges oder zumindest für die Zeit der Medikation wirksames Abmildern.

Eher um ein dauerhaftes Vermeiden der Depressionsursache bei ADHS (Überlastung).

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