Wieso verschwinden Nebenwirkungen

wenn man z. B. Medikinet/Ritalin länger nimmt?
Ich versuche es mal etwas ausführlicher :sweat_smile:

Also, meine Tochter (10) wird gerade mit 5mg Ritalin unret. eingestellt. Am Beginn treten ja unter Umständen NW auf, bei ihr Kopfschmerzen, der Rebound ist blöd weil sie dann ganz still und gereizt/depressiv wird.
Am 2ten Tag saß sie in der Schule, guckt mich an und sagt „Ich fühle mich ganz komisch im Kopf“

Die NW lassen lt. Ärztin mit der Zeit nach. Aaaaber - es findet doch auch angeblich keine Gewöhnung statt. Also man nimmt es, dann wirkt es, dann ist es wieder raus. Am Wochenende kann man auch pausieren, an Schultagen wieder einsteigen. Wie passt das zusammen? Wenn also keine Gewöhnung stattfindet, wieso verschwinden dann nach einiger Zeit die Nebenwirkungen?

Das treibt mich gerade um. Eben weil es ihr unter Ritalin möglich ist, Schulsachen zu erledigen, auf ihr schulisches Potential zuzugreifen, danach geht es ihr aber mies…

Ich hab schon alle meine Bücher und das Netz abgesucht, kann da aber so wirklich nix finden.

Hallo Lieschenmüller,

der Satz Es findet keine Gewöhnung statt hat mehrere Aspekte.

Es gibt keinen Gewöhnungseffekt in dem Sinne, dass man immer wieder höhere Dosen bräuchte. Einmalig aber durchaus, Viele müssen nach 2 Monaten nochmal etwas höher gehen, aber dann bleibt es auch dabei.

Ja, der Körper gewöhnt sich, so dass anfängliche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit meist nach einer Weile verschwinden. Appetitlosigkeit oder Rebound allerdings nicht unbedingt! Ich nehme seit 2003 Ritalin und die Appetitlosigkeit ist immer noch da, ich muss damit eben umgehen, indem ich gut frühstücke und abends ausreichend esse. Den Rebound kann man abfangen durch rechtzeitiges Nachnehmen - ein typischer Anfängerfehler sind zu große Abstände - und eine kleinere Dosis zum Schluss.

Pausieren am Wochenende ist eher nicht zu empfehlen, insbesondere nicht bei Kindern. Man hat am Wochenende auch ADHS, und es ist so leichter, sich an die neue Wahrnehmung durch das Medikament zu gewöhnen.

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Nur um sicher zu gehen - oder lese nur ich das grade zu hastig? - also eine „kleinere Dosis zum Schluss“ ist richtig.

Wichtig sind die Bindestriche, die Falschparker ja auch bewusst eingesetzt hat… ich hatte den zweiten Bindestrich zumindest im ersten Moment nicht wahrgenommen wegen der Darstellung auf meinem Handy.

Oh ja. Danke für den Hinweis.