Wirkweise unterschiedlicher Dosierungen Medikinet

Ich hab im Forum nichts passendes gefunden daher das neue Thema. Ich verstehe nicht ganz das Prinzip der unterschiedlichen Wirkungen von Dosierungen. Zwischen 5,10,20mg usw…

Ist es so das höhere Dosierungen stärker wirken,also der Effekt auf ADHS stärker ist, oder wirken die dann einfach nur länger? Wie wird das im Gehirn verstoffwechselt?

Nehmen wir Mal an Medikinet als retardierte Kapseln.

Moin

Ganz „platt“ gesagt: Höhere Dosierung = Größere Hemmung der Wiederaufnahme (von den Botenstoffen)

Das ist ja -so ganz grundsätzlich gesagt- das „Problem“ bei ADSler, dass eben die Botenstoffe Dopamin & Noradrenalin quasi im Hirn viel zu schnell wieder aufgenommen werden. Eine Medikation „bremst“ diese schnelle Aufnahme eben ein wenig und bringt damit eine „Verbesserung“ mit sich. Ist allerdings natürlich total individuell, was da so im Kopf/Gehirn des jeweiligen ADSler passiert und zudem ist natürlich auch jeder „Gehirnstoffwechsel“ anders. Deswegen ist es mitunter ja eine „lange“ Phase der Einstellung. Man muss eben genau den Punkt treffen, an dem das Medikament „am Besten“ funktioniert…

Das „Wirkungsfenster“ bei retardierten Medikamenten wird ja dadurch erreicht, wie das einzelne Medikament „aufgebaut“ ist und durch den Magen/Darm „verstoffwechselt“ wird. Bei Medikinet ist es so, dass ein Teil (Die Hälfte?) eben erst im Dickdarm (?) verstoffwechselt wird und somit wesentlich später vom Körper aufgenommen wird, als der Teil der „direkt“ wirkt. Damit erreicht man dann eben dieses „Fenster“ von den 4 bis 6 Stunden…

Bei jedem wirken sie anders. Entsprechend gibt es unterschiedliche Dosierungen, damit es individuell passt.

Manche müssen selbst die vorhandenen Dosierungen weiter aufteilen, dass es genau passt. Auch müssen einige mehrmals am Tag etwas einnehmen, andere nur morgens. Das ist individuell sehr verschieden und es kann lange dauern, bis man die richtige Dosis gefunden hat.

2,5 mg sind extrem wenig und ungewöhnlich, selbst bei Erwachsenen, die deutlich weniger brauchen als Kinder u d Jugendliche.

Wie kam es dazu?

Ich nehme 5 mg morgens (8-9Uhr) dann nochmal gegen (13-14Uhr) 5mg Medikinet.

Ich fühle mich schon besser kann aber schwer einschätzen welcher Effekt noch drin wäre. 5 mg sind wahrscheinlich sehr wenig. Es ist noch nicht da wo ich hin will. Wollte am Anfang erstmal vorsichtig sein daher hat mir die Psychiaterin 5mg verschrieben.

Wie @Ruhrpottmensch schön erklärt hat ist wahrscheinlich 5 mg als Wirkung eher schwach um die Wiederaufnahme zu hemmen oder? Das würde heißen es hemmt weniger und auch kürzer? Aber ist auch sehr individuell. Gibt es auch Leute denen nur 5 mg zweimal am Tag helfen?

Ja, die gibt es, aber die haben dann eben auch einen zufriedenstellenden Effekt.

Grundsätzlich geht man so vor, dass so lange aufdosiert wird, bis die Wirkung gut ist.

D.h. Man startet nicht mit 5 mg, weil man vorsichtig sein muss, sondern weil es sein kann, dass eine geringe Dosis schon passend ist. Startet man mit zuviel, kann es sein, dass man die ideale Dosierung verpasst.

10mg über den Tag verteilt sind eine Anfangsdosis. Falls du keinen nennenswerten Effekt verspürst, sollte weiter aufdosiert werden. Ich würde allerdings erstmal mit einmal 10 mg weitermachen, um zu sehen wie lange eine Wirkung dann überhaupt anhält…

Nein, nicht kürzer und nicht länger, der Abstand wird sich nicht vergrößern bei steigender Dosis.

Wenn die Ärztin dir 5 mg verschrieben hat, ist sie sehr vorsichtig. Bei Vorschulkindern sollte man mit 5 mg (bzw. 2,5 mg unretardiert) anfangen, bei Erwachsenen nicht unbedingt.

Und normalerweise sollte sie dir die Kapseln nicht einfach verschreiben mit gleich bleibender Dosis bis zum nächsten Besuch, sondern sie hätte dir einen Plan mitgeben können mit wochenweiser Steigerung. Aber ist ja ihr Bier. Wann gehst du denn das nächste Mal hin?

Danke für eure Antworten.

Die Psychiaterin hat mir einen Plan gegeben morgens 5mg:) Und einen Termin 2 Monate später. Irgendwie merkwürdig. Würde mir eine andere Betreuung wünschen.

Ich habe anfänglich morgens 2*5mg genommen. Aber ab 13/14 Uhr kam dann der Rebound. So verteilt geht es etwas besser. Es wirkt auch irgendwie aber noch nicht zufriedenstellend?? Hab das Gefühl das der ganze Effekt nicht richtig raus kommt.

Kann man überhaupt 2*5mg nehmen um auf 10mg zu kommen oder muss das in einer Tablette sein wegen dem Retard?

Hab halt gar keine Ahnung;)

Ich fange mal hinten an: Das ist keine Schande keine Ahnung zu haben, hatte ja niemand von uns zu Anfang.

Ja klar, 2x 5 mg ist wie 1x 10 mg. Wie bei Geldstücken. :wink:

Nein, wie soll es auch zufriedenstellend sein, wenn die Dosis zu klein ist? Und wie kannst du die richtige Dosis herausfinden, wenn jeder Steigerungsschritt 2 Monate dauert? Dann bist du ja in einem Jahr nicht fertig.

Eigentlich steigert man jede Woche, fünf Tage geht auch, aber besser nicht kürzer, weil es wichtig ist sich genau bei jeder Dosis zu beobachten über mehrere Tage hinweg. Und weil sich der Körper so besser gewöhnt als wenn man schnell steigert.

@ZappelPhillip Danke für deine Nachricht. Ich kann dir leider nicht antworten, was daran liegen kann, dass ich hier noch nicht genug Beiträge geschrieben habe - aber das kann ich ja hier nachholen. :smiley:

Bin etwas überrascht über das Verhalten deiner Ärztin, da ich seit gerade mal 18 Tagen Medikinet nehme, mit 1x5mg anfing und seit 5 Tagen bei 2x20mg bin - und nein, ich bin ganz und gar nicht zufrieden und hole mir Morgen meine 10mg-Packung ab, da ab dem frühen Abend nicht nur die ADS-Symptomatik, sondern auch meine depressive Verstimmung unerträglich ist.

Ich hatte denselben Effekt den du beschreibst bei einer einmaligen täglichen Einnahme auch. Mein Arzt rät mir zu einer 3maligen Einnahme am Tag, aber er lässt mir da Handlungsspielraum- ich denke, ich werde Morgen einfach 20mg und später 10mg nehmen und hoffe auf einen entspannteren Übergang von der Ruhe zum Chaos im Kopf. Ich reagiere allgemein sensibel auf Medikamente, und hatte bereits bei 5mg eine Wirkung, aber laut Arzt „muss da noch auf jeden Fall aufdosiert werden.“ :roll:

Ruf doch Morgen bei der Ärztin an und rede noch mal mit ihr - auch wenn sie überlastet zu sein scheint. Ich kenn das von einigen Psychiatern, dass sie im Mittag dann zurückrufen. Vielleicht erklärt es sich und die zwei Monate sind auch nur ein Tippfehler :slight_smile:

Hallo danke für deine Nachricht.

Bei mir ist es ähnlich alle Medikamente wirken bei mir schon in geringer Dosis. Es ist auch ein Effekt da aber es kommt nicht richtig raus:) Es fühlt sich schon richtig an aber nicht stark genug.

Das mit dem Termin ist leider kein Tipp Fehler. Die Psychiaterin hat letzten 1 1/2 Wochen gebraucht um mich überhaupt Mal anzurufen. Echt übel.

Habe ihr heute eine EMail geschrieben und die Bitte um ein Gespräch. Hab eh nur noch Tabletten bis Freitag. Ich hoffe die bewegt sich Mal.

3malig hört sich gut an.