Also mein Sohn, AuDHS, ist mit frisch 17 Jahren in eine Wohngruppe der Jugendhilfe gezogen, weil er eine von der Agentur für Arbeit geförderte Ausbildung in einer anderen Stadt anfangen sollte, bzw erstmal die Vorbeeitung für die Ausbildung.
Die erste Wohngruppe hieß „heilpädagogisches Wohnen“ und war rückblickend nicht ganz das Richtige, weil bei ihm „Pädagogik“, „Pädagogen“ nicht der richtige Ansatz war.
Er brauchte als frühkindlicher Autist mit Tendenz zur Psychotik eine therapeutische Wohngruppe.
Aufgrund der dann tatsächlich zu Tage getretenen Psychotik und weil er sich in dem beruflichen Bereich sehr gut gezeigt hatte, bekam er einen wirklich extrem seltenen Platz in einer therapeutischen Wohngruppe.
Dort ist fabelhaft. Sagenhaft. Unglaublich gut.
Er fühlt sich dort sicher und geborgen.
Und in dem Heim sind auch Wohngruppen mit Grundschulkindern aufwärts.
Die Gründe, weshalb die Kinder dort sind, sind vielfältiger als in einer Klinik. Aber es gibt immerhin auch einmal in der Woche ein psychiatrisches Konzil für die, bei denen es notwendig ist. Es gibt je nach Bedarf einmal pro Woche eine Sitzung mit einer hauseigenen Psychotherapeutin oder mit einer Heilpädagogin.
→ macht Euch also schlau, ob es eine therapeutische Wohngruppe ist
Die sind wirklich sagenhaft teuer für das Jugendamt.
Fragt also mal nach, wie es mit Konsil, Therapeuten etc aussieht. Wie oft üblicherweise nach Hause dürfen - und vielleicht auch müssen.
Denn letztendlich ist ja das Ziel immer die Rückkehr in die Familie, es sei denn, es gibt da ganz schlimme Risiken bei den Eltern. Aber auch das könnte ja evtl therapeutisch von der Elternseite bearbeitet werden.
Haupt-Ziel ist immer die Rückkehr in die Familie, weil das natürlich trotz vieler Schwierigkeiten das Beste - und das Billigste ist.
Also niemand hat im Jugendamt ein Interesse, jemanden ewig aus der Familie zu nehmen. Da muss dann schon etwas ganz im Argen sein.
Wir haben hier gsd immer extrem gute Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht. Wobei man natürlich auch Pech haben kann. Ich glaube, dass kurz bevor wir wegen Schulassistenz in Kontakt mit dem JA kamen, eine sehr blöde Teamleitung endlich in Ruhestand ging.
Ich hoffe, dass viele Gruselgeschichten rund um Jugendämter zunehmend Geschichte sind, einfach weil sich die Arbeitsweise sehr modernisiert hat.
Und fragt auch nach, inwieweit Ihr selber an den Kosten beteiligt würdet. Das hängt immer vom Einkommen ab und es gibt so einen Schlüssel, was jeweils zumutbar ist. In unserem Fall war es - solange unser Sohn unter 18 war - schon merklich und spürbar, aber in unseren Augen irgendwie auch in Ordnung, weil es so eine tolle Chance war.
Unser Sohn wäre nämlich ohne diesen Schritt niemals so verselbstständigt worden, dass er im späteren Leben ohne uns klar gekommen wäre.
Für war das zu dem Zeitpunkt noch gar kein Thema, aber es wurde dann sehr schnell klar, wie viel mehr Unterstützung er braucht als andere und wie viel ich kompensiert habe.
Insofern ist es natürlich überhaupt nicht vergleichbar mit Eurer Frage.
Aber es ist einfach auch eine gute Chance, etwas zu machen, ohne dass es eine Klinik ist.
Es gibt ja dann bestimmt nicht solche Kontaktbeschränkungen, starre Besuchszeiten und so weiter.
Im diesem Setting wird sicher auch geschaut, was jeweils das Beste ist.
Also - bei Fragen gerne fragen…