Zweiter Anlauf / DIAGNOSE möglich?

Hallo alle :slight_smile:
Ich habe eine Frage die ich mir nicht ergooglen konnte - ich habe es wirklich versucht.

Ist es möglich nach einer negativen Diagnostik das Thema AD(H)S Diagnose noch mal anzugehen oder ist das irgendwo vermerkt (dort wo auch eine positive Diagnose vermerkt wird) und es geht sozusagen nicht mehr?

Ich denke es müsste gehen, da ich es immer mal wieder lese, aber ich bin mir unsicher.

LIEBEN DANK VORAB
chaotenbiene

Huhu :slight_smile:

Zweitmeinung / Diagnostik woanders sollte machbar sein. Habs jetzt auch nicht gegooglet, aber hier im Forum gabs schon einige solcher Fälle :slight_smile:

Manchmal ist einem im Gespräch vielleicht auch noch nicht alles so deutlich und bewusst, welche Problemchen man so im Alltag hat.

Oder man beantwortet Fragen unbewusst falsch, weil man etwas ja als „ganz normal“ empfindet und nicht erkennt, dass es eben nicht „normal“ ist.

So ging es mir zumindest anfangs mit den Bögen.

Fehleinschätzung der Fachperson wäre natürlich auch noch eine Möglichkeit.

Die Lebensgeschichte mal von Kindesalter beginnend bis aktuell aufzuschreiben und besondere Knackpunkte herauszuarbeiten und Gespräche mit Freunden, einzelnen Familienmitgliedern haben mir dann geholfen.

Der Lebenslauf lag dann während des Gesprächs mit dem Diagnostiker vor mir als Leitfaden, falls ich mal wieder abschweifen sollte, oder gezielte Fragen zu bestimmten Lebensabschnitten kommen sollten.

Toi toi toi fürs nächste mal :+1:t2:

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ich hatte 6 Testtermine bei unterschiedlichen Ärzten zur Diagnostik. Du mußt dich ja überall selbst melden/anmelden. Sie dürfen deine Daten nie ohne Zustimmung weitergeben, ob positiv oder negativ. In der Regel bekommst du einen Bericht und mußt mit diesem dann zu deinem „Hausneurologen“ um eingestellt zu werden oder die Praxis stellt dich ein. (Mein Test war bei einem Psychologen. Auchcwenn du positiv getestet wirst bekommst du einen Bericht in dem die Testverfahren etc stehen. Selbst wenn du Medikamente bekommst müsdtest du, wenn du es für wichtig/erforderlich hälst diese Diagnose im Krankenhaus, bei anderen Ärzten offenlegen sonst erfahren sie dieses nicht.

Wir sind in Deutschland, hier werden deine Daten und der Datenschutz so hochgehalten, daß du Herr deiner Daten bist, zusätzlich stärkt auch noch die DSVGO das Recht und die Auskunftspflicht an den eigenen Daten.

Deshalb können sie ja noch nicht die Berichte auf deine Versichertenkarte laden, was immer mal wieder gewollt ist, gefordert wird, aber mit den gesamten Datenschutzgesetzen einfach nicht in Einklang zu bringen ist. Selbst das E Rezept ist wackelig, es gibt genug Praxen die dieser Datenweitergabe wiedersprechen und damit weiter die Rezepte ausdrucken, denn verweigst du deine Zustimmung zu der Datenweitergabe müssen sie dir ja trotzdem eine Verordnung ausstellen => spricht rosa Rezept

Ich würde halt nur keiner Praxis sagen, daß du schon getestet wurdest. => DU BIST NOCH NIE GETESTET WORDEN! ! Das ist am unvoreingenommensten

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Warum sollte es nicht gehen ? Habe ich bei einer anderen Diagnose auch schon gemacht . Es gibt ja sehr wohl auch Fehleinschätzungen und auch eine schlechte Diagnostik.

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Ich spiele auch mit dem Gedanken , muss man das von der KK genehmigen lassen ? Schließlich zahlen die ja den Spaß :crazy_face:

Hi :slight_smile: Ich habe das auch gemacht!
Mein erster Anlauf war 2021 beim LVR Klinikum der Stadt. Wurde nach etwa 30 Minuten weggeschickt. Ich würde nicht genügend unterbrechen und wäre auch gar nicht unruhig genug auf meinem Stuhl.
2023 habe ich mich auf eine andere Warteliste setzten lassen und dann auch 2024 die Diagnose bekommen. Zusätzlich war ich immer in anderer Therapie. Die Krankenkasse hat nicht gemekert :slight_smile:
Zweitmeinung lohnt sich mMn auf jeden Fall.
Als dritten und letzten Anlauf hätte ich wohl auch selbst gezahlt, aber dazu kam es dann ja gar nicht.

Ich weiß das ich auf vielen Wartelisten stand, die meisten weder eine Überweisung noch etwas anderes brauchten oder wollten. Ich hab zwar nach der Diagnose abgesagt, wäre aber nicht nötig gewesen.

Ich denke nicht das das Probleme macht.

Sollte es im Nachgang Probleme bereiten hast du a) die Möglichkeit einer ZWEITMEINUNG die du ganz klar bennen kannst und es für unabdingbar hieltest.
Das Das ist ja ein Recht welches dir zusteht. Gibt du bekannt, daß jemand das anders sah, kannst du begründen, das du die Sorge hattest, daß dies eine Voreingenommenheit hätte implizieren können und wäre nicht offen und unvoreingenommen gewesen.

b) Man hätte die diagnostik nicht durchgeführt, da schon zu beginn angenommen würde, daß man diesen Test mit dir nicht machen müsse => entsprechend können die eh nur ein Gespräch und keinen Test abgerechnet haben, damit hätten sie eine Leistung berechnet, die sie nicht getan hätte. So unklug wird die Klinik/ Praxis nicht sein

Daher einfach entspannt einen EUEN Termin woanders vereinbaren und nix vom vorherigem Erlebnis sagen. Soll ja unvoreingenommen laufen. Sollten sie die Diagnose ADHS/ADS diagnostizieren und dir bestätigen könntest du es immer noch ansprechen wenn es dir wichtig wäre

Du solltest dich auf jeden Fall entsprechend vorbereiten.

Sprich, Notizen machen, was du alles mit ADHS in Verbindung bringst, wo deine Probleme sind usw…

Und das bringst du dann alles zu dem Termin mit, da du sonst vor Ort garantiert mindestens 99% vergisst :wink:

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Freut mich dass zu lesen , ich werde auch einen zweiten Anlauf unternehmen und bis dahin alles aufschreiben von dem ich ausgehe dass es vom ADS verursacht wird.
Ich werde auch nochmal Familien Mitglieder befragen .
Ich muss sagen gerade die Fragen die auf die Kindheit abzielen fand ich echt schwer zu beantworten.

Das war der schwerste Part für mich neben den paar Hinweisen in Grundschulzeugnissen.

Selbst, obwohl meine Geschwister in den 90ern und Anfang 2000 diagnostiziert wurden und es in der Familie durchweg spezielle Problemchen und Verläufe gab… ich kam nicht an die Kindheit ran.

Der Fremdbeurteilungsbogen durch meinen Vater hats aber dann wohl auch nochmal deutlich gemacht…

wonach ich mich dann ernsthaft fragte „Hallo? Warum wurde ich dann als einziger nicht in der Kindheit diagnostiziert oder wenigstens mal mit zu den Ärzten geschleppt, wie die anderen beiden ja auch?“.

Ich hatte von Juli bis Oktober gegrübelt und gegraben und gelesen und nochmal gelesen und wollte alle Zweifel ausräumen… aber Kindheitserinnerungen waren die schwierigste Hürde.

Man muss ja auch erstmal verstehen, was an einem anders ist. Wo es für einen selber so ja eigentlich irgendwie „normal“ war :face_with_peeking_eye:

Kindheit kam später erst bröckelhaft zurück und es ist immer noch ein wenig nebelig…

Aber wenn man einmal anfängt, das alles von Kindheit bis aktuell aufzuschreiben, dann kommt mit der Zeit vielleicht noch das ein oder andere hinzu (vor allem durch den Austausch und die Geschichten anderer hier), was man dann ergänzt… dann gibts am Ende einen bunten Lebenslauf als Leitfaden :crossed_fingers:t2:

Wie ein Ravensburger Puzzle… nur liegen die Teile wiedermal irgendwo unterm Tisch, im Bett, im Bad… Handschuhfach… :see_no_evil:

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Einfach nach bestem Wissen und Gewissen…

Mehr kannst du nicht machen.

Und wenn die was von ihrem Job verstehen, werden die die Zusammenhänge erkennen :wink:

Ich denke es auch ja.
Ich danke euch :smiling_face:
Wenn ich die Erklärungen zu der Diagnostik richtig verstanden habe , bin ich wohl zu wenig impulsiv und hyperaktiv wenn ich die Testergebnisse richtig verstehe .
Lediglich die DSM Kriterien legen den Verdacht auf ADS nahe .
Darf ich euch mal fragen wie ihr da methodisch vorgegangen seid?
Ich würde jetzt eine Art Tabelle anlegen oben schreibe ich den Oberbegriff Z.B. Unaufmerksamkeit und unten drunter dann z.B. verlege ständig das Handy aber auch wichtige Schlüssel etc.
Da ich sonst vermutlich die Hälfte vergesse oder eben Dinge nicht mit Beispielen belegen kann.

Welche Videos hast du bisher schon angeschaut?

Mir haben zum einen Fachreferate von Lachenmeier, Winkler, Barkley und anderen geholfen, die Symptomatik besser zu verstehen.

Da könnte aber auch die Symptomliste auf adxs.org hilfreich sein, oder da auch dann der Große Symptomtest.

Die Ergebnisse kann man sich auch als PDF speichern oder ausdrucken.

Das dürfte auch schon helfen und die Suche erleichtern, wenn man dann mal mehr Anhaltspunkte hat, wonach man genauer suchen könnte.

Ansonsten gibts hier einige lange, gut reflektierte Tagebücher, wo du dich in vielen Beschreibungen wiederfinden könntest.

Nur wie weit du auf adxs.org und hier oder auf Youtube schon bist, weiß ich jetzt noch nicht :adxs_grins:

Ohne Alltags Beispiele wären mir viele Sachen nicht an mir aufgefallen. Das ist so‘n längerer Prozess scheinbar, wenn man sich selbst noch nicht so gut und achtsam wahrnehmen kann.

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Danke eure Anregungen haben mir schon sehr geholfen, bis September habe ich ja noch genug Zeit.
Ich glaube ich war mir beim ersten Anlauf schon zu sicher dass man es erkennen müsste.

Ein guter Diagnostiker sollte dich auch durch die Gespräche führen. Gerade als Erwachsener hat man im Laufe des Lebens viele Strategien entwickelt, aufgrund derer man die Fragen in den Selbstbeurteilungsbögen mit „Nein“ beantwortet. Dass es trotzdem nicht „normal“ läuft, wird erst bei näherem Nachhaken deutlich.

Beispiele:
„Kommen sie oft zu spät“? - Nein. - „Warum nicht?“
Weil ich vor jedem Termin akribisch ermittle, wieviel Zeit ich von A nach B brauche, großzügige Sicherheitspuffer einbaue und darum meist (viel) zu früh bin.

„Vergessen Sie häufig Termine?“ - Nein.
Weil ich dogmatisch meinen Terminkalender im Handy führe, jeden Termin sofort eintrage, mich 24 Stunden vorher daran erinnern lasse und die Erinnerung auf dem Sperrbildschirm am Handy so lange stehen lasse, bis der Termin vorbei ist. Zusätzlich Kalender-Backup auf dem Laptop und besonders wichtige Termine auch noch im Wandkalender auf Papier.

„Haben Sie Probleme, Rechnungen pünktlich zu bezahlen“ (war die allererste Frage meines Psychiaters, nach dem „Guten Tag“ :rofl:). Nein.
Seit der Kontensperrung vom Finanzamt vor vielen Jahren, kann ich das. :upside_down_face:

„Haben Sie als Kind viele Dinge verloren? (Jacken, Sporttasche, Ranzen…)“ Nein.
„O.k., wer war Klassenbester bei vergessenen Arbeitsmaterialien und Hausaufgaben?“ :adxs_wink:

„Verlegen Sie oft Dinge wie Geldbörse, Brille, Handy, Schlüssel…“ Nein.
Die haben schon immer einen festen Platz und kommen niemals woanders hin.

Die Fragen zur Impulsivität waren für mich besonders schwierig. Ich habe keine Stimmungsschwankungen, „explodiere“ nicht schnell und neige nicht (mehr) zu unüberlegten Handlungen.

Habe von frühester Kindheit an gelernt, meine Gefühle für mich zu behalten. Ich platze innerlich - mit einem Lächeln im Gesicht…
Habe mir angewöhnt, nicht jedem Impuls spontan zu folgen, sondern erst Mal eine Nacht (oder mehrere) drüber zu schlafen.

Beim offline-Einkaufen allerdings nur bedingt tauglich und verhindert nicht, dass unnützes Zeug in den Wagen hüpft oder ich 2 T-Shirts kaufen will und mit ner Komplettausstattung für die nächsten 2 Jahre nach Hause komme… :clown_face:

Waren viele Dinge, die auf den ersten Blick nicht zutrafen, beim Blick im Detail aber doch nicht „normal“ laufen.

Hast Du die Fragebögen von der Diagnostik noch?
Gehe die doch nochmal durch und schaue bei den „nein“-Fragen, ob die wirklich so klar „nein“ sind oder das „Nein“ eher die Folge von angewandten Strategien/Tasks sein könnte.

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Entweder ich hab was verpasst… oder du denkst dir gerade unwahre Dinge über eine Praxis aus? Wieso?

Man braucht doch nicht so einen Quatsch, man hat das Recht auf eine Zweitmeinung. Ohne Lügen, Betrügen…

ich habe hier nicht von Rechtslage gesagt,
so wie man es machen kannnum sich allen Stress und Diskussionen vom Leib zu halten.

Mach mal den Rechtsweg ich wünsche viel Kraft und viel unnötiges Theater was du damit lostrisdt!

Egal was dein Recht ist, ist die Praxis meist anders

Ich versteh nicht wirklich, was du damit sagen willst. Sorry :neutral_face:

Um sich alle Diskussionen und Stress vom Leib zu halten, holt man einfach eine Zweitmeinung ein. Das wars…

Wenn du das dem neuen Arzt sagst hast du oft nicht die Neutralität die du hier hinstellst!
Das hat bei Psychiatern etc meist ein Geschmäckle

Man muss es doch auch dem neuen Arzt nicht sagen?

Und selbst wenn man das möchte, wieso sollte man dann Quatsch über eine andere Praxis/die erste Diagnostik dort erzählen?

Ich versteh das einfach wirklich nicht. In welchem Szenario man sowas da erfinden müsste, was du schreibst.

Welche Neutralität stelle ich hier hin? Ich hab nie über Neutralität geschrieben.

Für mich hat Lügen ein „Geschmäckle“.

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