ADHS und Sport

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.
kidcologne
gekommen um zu bleiben (20+)
Beiträge: 29
Registriert: Di 4. Aug 2020, 20:27
Wohnort: Köln
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von kidcologne » Mi 5. Aug 2020, 21:48

Guten Abend!

Für mich persönlich ist Sport ein fester Bestandteil meiner ADHS-Therapie. Ich bin häufig rastlos und habe den Drang mich zu bewegen und auszupowern. Habe eine Zeit lang kein Sport getrieben, weil es mir psychisch einfach nicht gut ging. Mein Körper verlangt aber quasi nach Bewegung und bevor es drohte sich anzustauen, habe ich das Ventil Sport wieder aktiviert. Manchmal fällt es mir schwer mich zum Fitnesstraining zu motivieren, aber in 99 % der Fälle gelingt es mir mich aufzurappeln. Uns es lohnt sich einfach jedes Mal, weil dieses Gefühl von Entspanntheit nach dem Training und der Dusche ist unbezahlbar. Vor allem weil ich sonst fast nicht in der Lage bin mich mal richtig zu entspannen. Ich habe einfach viel Energie und bevor sich durch das Aufstauen dieser negative Effekte bemerkbar machen, lasse ich die Energie raus und fühle mich danach einfach total gut. Hinzu kommt noch der steigende Selbstwert, wenn man Erfolge sieht und positive Rückmeldung von seinen Mitmenschen bekommt. Ich denke gerade bei ADHS-Symptomen wie innerer Unruhe, Rastlosigkeit und erhöhtem Bewegungsdrang sollte Sport fest in den Alltag integriert werden.

Einen schönen Abend!

KC
Can‘t, Won‘t, Don‘t Stop :!:
Benutzeravatar
Elementary
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 353
Registriert: Sa 2. Nov 2019, 22:58
Hat sich bedankt: 250 Mal
Danksagung erhalten: 240 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 20:46

Vielen Dank, @UlBre. Auch ausgehend von meiner unschönen Prüfungserfahrung läuft es wohl auf unretardierten Rettungsschirm als Add-On für Ausnahmen (und ansonsten eine niedrigere Alltagsbasis + Sport) raus, ja.

Löst kein Selbstwert-Freudenfeuer aus, ehrlicherweise, weil es sich nochmal mehr Richtung (Insulin-vergleichbares) "Angewiesensein" statt "Nice-to-have zur Verbesserung der Lebensqualität" anfühlt.

Aber es ist auch kein Freudenfeuer, überdurchschnittlich reizoffen im Bermudadreieck aus Labersäcken, Völkerball-Beschuss und Rejection Sensitivity ausharren zu müssen.
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)
Benutzeravatar
UlBre
wohnt hier (700 +)
Beiträge: 754
Registriert: So 27. Okt 2019, 15:14
Hat sich bedankt: 65 Mal
Danksagung erhalten: 132 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von UlBre » So 2. Aug 2020, 16:27

Elementary hat geschrieben:
Sa 1. Aug 2020, 17:47
Rookie erbittet mal Sporthilfe.
...

Wenn ich so viel Sport mache wie derzeit, bin ich mit der bisherigen Dosis überdosiert. Typisches "Abgeschlagenheit trotz zu viel Kaffee"-Gefühl. In "interessanten" Wellen, aber eklig.

Erklärt sich mir hinreichend logisch durch UlBres Wirk-Tabelle, auch wenn ich es selbst so bislang nicht erlebt habe. Die Ironie ist ja auch, dass ich mich ohne Medi-Rampe gar nicht in dem Umfang aufraffen könnte.

Aber was jetzt? Reduzieren der Dosis ja, aber macht Ihr dann immer denselben Sport nach Art und Umfang, um das einpreisen zu können? Wie "berechnet" man das ein? Neuland für mich. Vielen Dank!
Unretardiertes MPH ein bis anderthalb Stunden vor dem Sportstart und für danach entsprechend weniger retardierte Stimulantien ?
Fröhliches experimentieren :-)
Schräghaftigkeit ist so ähnlich wie Huchbegabt. Nur ganz anders.
Benutzeravatar
Hibbelanna
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 446
Registriert: Mo 18. Nov 2019, 15:18
Hat sich bedankt: 70 Mal
Danksagung erhalten: 135 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » So 2. Aug 2020, 12:32

Ich merke vor allem was, seit ich keinen - oder nur noch wenig - Sport machen konnte: Das war nach 30 Jahren regelmäßig Laufen, Schwimmen, Radeln ein krasser Einbruch und mit Sicherheit einer der Aspekte, der zur Diagnose führte.
Sport bzw. Bewegung hat bei mir bestimmte Aspekte von ADHS im nicht-Pathologischen gehalten. Aber damit auch viel verdeckt.

Die Gefahr ist eben sehr groß, dass man übertreibt, die eigenen Grenzen nicht einhält und dann mit Paarunvierzig platt und RICHTIG krank wird.
Ich war infolgedessen jahrelang massiv bewegungseingeschränkt, wäre ohne meine Selbstständigkeit arbeitsunfähig geworden und bin seitdem Befürworterin von Medikation. Sport und Bewegung können regulieren und Spitzen nehmen - sie sind aber keine Therapie sondern ebenso sorgfältig zu behandeln wie andere Formen der Eigentherapie. Gehören für mich aber zu (m)einem gesunden, glücklichen Leben ob mit oder ohne ADHS dazu.

Wichtig ist für mich, dass es keinen Aufwand kostet. Rein in die Schuhe und ab dafür... ob mit Stöcken, Rädern oder Schlappen.
Schwimmen ist da schon ein Nachteil. Ich hasse es, mit dem Auto zum Sport fahren zu müssen - das fühlt sich für mich (subjektiv!) falsch an.
Hedwig
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 652
Registriert: Mi 27. Mai 2020, 13:25
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 139 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hedwig » So 2. Aug 2020, 11:26

Addy Haller hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 10:07
Hedwig hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 09:27
Mir fällt es sehr leicht, Bällen nachzulaufen und ein Ziel mit/ für den Ball zu haben.

Golf ist nach meiner Beobachtung ein beliebter Sport für in die Jahre gekommene ADHSler/ ehemalige Fußballer mit kaputten Knochen etc. Man läuft einem Ball hinterher und bekommt Denkaufgaben gestellt. Man muss viele Parameter beachten und aus kniffligen Situationen rauskommen. Und dazwischen läuft man denkend 10 km.
Das hört sich auf jeden Fall interessant an. Aber muss man dafür nicht in einem Golfclub sein? Braucht man da nicht Vitamin B und viel Geld für eine passende Garderobe? Vielleicht probier ich es erstmal mit Minigolf. :lol:
Man braucht eine Ausrüstung, (in Deutschland) die Platzreifeprüfung und dann eine Mitgliedschaft.
Vitamin B braucht man nicht, vllt in sehr teuren, traditionellen Clubs.
Was sehr ins Geld geht sind die Bälle, die man nicht mehr findet :lol:

Ich würde mal sagen, dass man mit allem mit min. 150-200€/m rechnen muss. Wenn man aber regelmäßig spielt, auch im Winter, ist das günstiger als saufen, rauchen, Spielsucht etc. Ich habe das damals mit dem Rauchstopp verknüpft.
Was Kleidung angeht muss man sich an ein paar Regrln halten, aber keiner schreibt vor, dass es eine Modenschau ist.
Ich bin nicht schuld.
Addy Haller
Forumsinventar (1000 +)
Beiträge: 1353
Registriert: Mo 23. Dez 2019, 01:06
Hat sich bedankt: 128 Mal
Danksagung erhalten: 249 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 10:07

Hedwig hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 09:27
Mir fällt es sehr leicht, Bällen nachzulaufen und ein Ziel mit/ für den Ball zu haben.

Golf ist nach meiner Beobachtung ein beliebter Sport für in die Jahre gekommene ADHSler/ ehemalige Fußballer mit kaputten Knochen etc. Man läuft einem Ball hinterher und bekommt Denkaufgaben gestellt. Man muss viele Parameter beachten und aus kniffligen Situationen rauskommen. Und dazwischen läuft man denkend 10 km.
Das hört sich auf jeden Fall interessant an. Aber muss man dafür nicht in einem Golfclub sein? Braucht man da nicht Vitamin B und viel Geld für eine passende Garderobe? Vielleicht probier ich es erstmal mit Minigolf. :lol:
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
Hedwig
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 652
Registriert: Mi 27. Mai 2020, 13:25
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 139 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hedwig » So 2. Aug 2020, 09:31

Elementary hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 09:07

https://zombiesrungame.com/

Einmal mehr lohnt sich m.E. zu überprüfen, ob die bisherigen Annahmen noch stimmen oder sich ggf. etwas geändert hat, entweder wir selbst, ggf. unter Medis und/oder Erkenntnissen, oder der technische Fortschritt. Wenn nur nicht der Weg zu der Überprüfung immer durch so viele Jahre Altlasten und negativer Erfahrungen mit sich und negativer Rückmeldung (Hi, Rejection Sensitivity!) führen würde... Vor sich selbst läuft man ja manchmal schneller weg als vor Zombies.
Sehr geil! Beim Joggen brauche ich immer ein Ziel.
Bisher habe ich mir immer Leistungsziele gesetzt (1km mehr oder Strecke schneller rennen). Aber dafür bin ich langsam zu alt.

Ich stehe schon auch auf die Belohnungen meiner Smartwstch. Die belohnt mich mit Vibration und ‚Feuerwerk‘.
Ich bin nicht schuld.
Hedwig
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 652
Registriert: Mi 27. Mai 2020, 13:25
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 139 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hedwig » So 2. Aug 2020, 09:27

Mir fällt es sehr leicht, Bällen nachzulaufen und ein Ziel mit/ für den Ball zu haben.

Golf ist nach meiner Beobachtung ein beliebter Sport für in die Jahre gekommene ADHSler/ ehemalige Fußballer mit kaputten Knochen etc. Man läuft einem Ball hinterher und bekommt Denkaufgaben gestellt. Man muss viele Parameter beachten und aus kniffligen Situationen rauskommen. Und dazwischen läuft man denkend 10 km.
Ich bin nicht schuld.
Benutzeravatar
Elementary
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 353
Registriert: Sa 2. Nov 2019, 22:58
Hat sich bedankt: 250 Mal
Danksagung erhalten: 240 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 09:07

YouTube-Jessica hat eine App empfohlen, die - bei Beibehaltung der eigenen Musik - eine Rahmengeschichte bereitstellt, bei der man Aufträge bekommt, z.B. eine Laufausbildung nach einer Zombie-Apokalypse. Langeweile beim Joggen ist damit vorbei. Nach ein paar Minuten kommen immer Zwischenansagen und Lob und Durchhalteappelle. Das Programm baut langsam mit Gehen/Laufen-Wechseln auf.

https://zombiesrungame.com/

Einmal mehr lohnt sich m.E. zu überprüfen, ob die bisherigen Annahmen noch stimmen oder sich ggf. etwas geändert hat, entweder wir selbst, ggf. unter Medis und/oder Erkenntnissen, oder der technische Fortschritt. Wenn nur nicht der Weg zu der Überprüfung immer durch so viele Jahre Altlasten und negativer Erfahrungen mit sich und negativer Rückmeldung (Hi, Rejection Sensitivity!) führen würde... Vor sich selbst läuft man ja manchmal schneller weg als vor Zombies.
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)
Benutzeravatar
Nelumba_Nucifera
wohnt hier (700 +)
Beiträge: 920
Registriert: Fr 20. Mär 2020, 18:38
Hat sich bedankt: 450 Mal
Danksagung erhalten: 268 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » So 2. Aug 2020, 08:50

@Addy Haller
Ich war mal im Sxhwimmverein, aber genau dieses immer nur Bahnenschwimmen , sei es im Trainig oder im Wettkampf war genau der Grund warum ich es wieder ließ :lol:
Mich hat das damals verwirrt dass ich nicht in der Lage war diese Langweile auszuhalten , wie alle anderen :lol: In weiß ich es ;)
aktuelle Begabung:
Stussbegabt
Addy Haller
Forumsinventar (1000 +)
Beiträge: 1353
Registriert: Mo 23. Dez 2019, 01:06
Hat sich bedankt: 128 Mal
Danksagung erhalten: 249 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 08:30

Es ist wirklich ein Kreuz mit dem Sport. Der Effekt ist so extrem wohltuend - aber aus diversen Gründen stand ich schon immer auf Kriegsfuß damit.

Es fing mit dem Schulsport an: Irgendwie stand ich da immer neben mir und begriff einfach nicht, was man da von mir wollte. Heute weiß ich, dass ich wohl einfach immer zu verspielt war, um mich da richtig drauf einlassen zu können. Die Lachenmeier-Lernkurve tat ihr Übriges: Während die anderen schon scheinbar spielend die Übungen umsetzen konnten, fragte ich mich: Was genau soll ich jetzt machen?

Bei Mannschaftspielen kam neben Verpeiltheit auch noch Langsamkeit hinzu. Man konnte davon ausgehen, dass ich mit dem Ball nichts anzufangen wusste, wenn ich ihn mal bekam. Also bekam ich ihn irgendwann nicht mehr. Im Nachhinein verstehe ich, warum ich beim Wählen oft übrig bliebt, aber damals war ich einfach nur frustriert und fühlte mich ungerecht behandelt.

Trotz dieser Erfahrungen habe ich es aus Vernunftgründen später immer mal wieder mit Sport versucht, aber eines hat mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht: Diees bleierne Langeweile, etwa beim Joggen oder Bahnen Schwimmen. Und sauanstrengend war das ja auch noch. Warum machten die anderen das nur? Man kann seine Zeit doch wirklich befriedigender nutzen... :D

Zum Sport müsste ich mich wirklich quälen. Daher versuche ich, möglichst viel Bewegung in den Alltag zu integrieren. Fußwege mache ich sowie extrem viele, dazu kommt das Auf- und Ab gehen beim Warten. Ich versuche, möglichst viel mit dem Fahrrad zu fahren. Und ausgedehnte Wanderungen am Wochenende sind etwas, was mir sehr viel Freude macht und was ich viel öfter tun sollte. Leider komme ich oft einfach nicht drauf. Warum nur? ;)
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
Hedwig
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 652
Registriert: Mi 27. Mai 2020, 13:25
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 139 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hedwig » So 2. Aug 2020, 08:10

Mir helfen schon kurze Bewegungseinheiten: Spaziergang, 20 Minuten Laufband, 2-3 Kraftübungen im Gym.
Manchmal übertreibe ich auch, grad spät abends und bin dann sehr aufgedreht.
Ich bin nicht schuld.
Benutzeravatar
Elementary
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 353
Registriert: Sa 2. Nov 2019, 22:58
Hat sich bedankt: 250 Mal
Danksagung erhalten: 240 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 06:53

Danke, @Hedwig. Mit dem Nachdosieren von Sport kann ich bei einem etwas niedrigeren Medi-Einstieg vielleicht mal experimentieren.
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)
Hedwig
nicht mehr wegzudenken (400 +)
Beiträge: 652
Registriert: Mi 27. Mai 2020, 13:25
Hat sich bedankt: 217 Mal
Danksagung erhalten: 139 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Hedwig » Sa 1. Aug 2020, 23:57

Sport gehört bei mir zum Leben dazu und bei mir ist es mit der Dosierung so (wenn man andere Faktoren wie Zyklus, Stress etc. ausblendet), dass ich mit Sport keinerlei Symptome habe, ohne Sport habe ich unter der momentanen Medikation leichte Symptome (vor allem Unruhe).
Sport/ Bewegung kann ich immer nachdosieren.
Ich bin nicht schuld.
allmighty
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 347
Registriert: Do 18. Jun 2020, 07:37
Hat sich bedankt: 59 Mal
Danksagung erhalten: 56 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von allmighty » Sa 1. Aug 2020, 22:02

Während und nach dem Sport kreisen meine Gedanken weiter wie verrückt und bin auch mit irgendwas abgelenkt also nix mit konzentriert. Ich verletzte mich auch oft, da ich normal sehr tollpatschig bin. Das einzig positive im Bezug auf Adxs ist die körperliche Ruhe danach, Kopf leider weiterhin voll. Bis jetzt habe ich keine Stimmulanzen mit Sport probiert.
Benutzeravatar
Nelumba_Nucifera
wohnt hier (700 +)
Beiträge: 920
Registriert: Fr 20. Mär 2020, 18:38
Hat sich bedankt: 450 Mal
Danksagung erhalten: 268 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Sa 1. Aug 2020, 20:40

oh @Elementary mir tut so jeder mit schlechter Sporterfahrung so leid.

Mir ist damals im Sport jede Sportart so zugeflogen meist hatte ich ne 1 auf dem Zeugniss.
Doch mir taten die weniger sportlichen meistens so leid, weil die doch nichts dafür konnten und das war immer so ein Blosgestelle und dann dieses doofe gewähle. Dann die Armen die wirklich Angst um Bälle hatten. Dann diese scheiß Benotung , dass fand ich nie fair .

Meist habe ich es geschafft diesen Mitschülern kein Öl in die Wunden zu gießen , und da wo ich leider auch mal blöd war tat mir das dann immer so leid, weil ich gespürt habe das das gar nicht lustig war.

Ich konnte aber nie verstehen wie gerne manche ganz schön oft ihre Tage hatten und deswegen eine Entschuldigung hatten ;) nun ja leider konnte ich diese Ausrede auch nicht für Mathe nutzen, weil sonst hätte ich das bestimmt da eingesetzt :lol:
aktuelle Begabung:
Stussbegabt
Benutzeravatar
Elementary
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 353
Registriert: Sa 2. Nov 2019, 22:58
Hat sich bedankt: 250 Mal
Danksagung erhalten: 240 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Elementary » Sa 1. Aug 2020, 20:31

Klingt super. Verlief bei mir leider in entgegengesetzter Richtung prägend. Insofern packe ich auf jedes neue Sport-Abenteuer immer erstmal x Jahre schlechte Schulsporterfahrung, in denen ich teilweise tagelang gebeten habe, dass die Griffe für das Pferd auch in der nächsten Woche wieder unauffindbar sein mögen oder es bei den Bundesjugendspielen regnet oder was auch immer. Belohnungs- und Bestrafungssystem feuern deshalb offensichtlich munter und meist unberechenbar nebeneinander. Mal sehen, was da noch geht. Danke Euch jedenfalls.
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)
Benutzeravatar
Nelumba_Nucifera
wohnt hier (700 +)
Beiträge: 920
Registriert: Fr 20. Mär 2020, 18:38
Hat sich bedankt: 450 Mal
Danksagung erhalten: 268 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Sa 1. Aug 2020, 20:00

Mhhmmm , vielleicht hat Sport mein ADHS in der Kindheit und Jugendzeit gut abgedämpft ?

Ich hatte oft Sportunterricht oder Sport AG und Verein zweimal manchmal dreimal am Tag Manschaftssport gemacht und bin überall mit Fahrrad hin.
Dann am WE meist ein Spiel oder so getroffen.
Meist habe ich zwei Sportarten gar auf einmal gemacht.
Sport war damals meine Welt und hat mir echt so manchen Schultag gerettet, und wehe ich durfte nicht weil ich verletzt war :shock:
aktuelle Begabung:
Stussbegabt
Benutzeravatar
Elementary
Dauerbrenner (200 +)
Beiträge: 353
Registriert: Sa 2. Nov 2019, 22:58
Hat sich bedankt: 250 Mal
Danksagung erhalten: 240 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von Elementary » Sa 1. Aug 2020, 17:47

Rookie erbittet mal Sporthilfe.

Ich stand ein paar Tage auf dem Schlauch, weil die Spürbarkeit kommt und geht, aber heute war es sehr klar:

Wenn ich so viel Sport mache wie derzeit, bin ich mit der bisherigen Dosis überdosiert. Typisches "Abgeschlagenheit trotz zu viel Kaffee"-Gefühl. In "interessanten" Wellen, aber eklig.

Erklärt sich mir hinreichend logisch durch UlBres Wirk-Tabelle, auch wenn ich es selbst so bislang nicht erlebt habe. Die Ironie ist ja auch, dass ich mich ohne Medi-Rampe gar nicht in dem Umfang aufraffen könnte.

Aber was jetzt? Reduzieren der Dosis ja, aber macht Ihr dann immer denselben Sport nach Art und Umfang, um das einpreisen zu können? Wie "berechnet" man das ein? Neuland für mich. Vielen Dank!
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)
Benutzeravatar
UlBre
wohnt hier (700 +)
Beiträge: 754
Registriert: So 27. Okt 2019, 15:14
Hat sich bedankt: 65 Mal
Danksagung erhalten: 132 Mal

Re: ADHS und Sport

Ungelesener Beitrag von UlBre » Fr 12. Jun 2020, 22:17

Hi,

hier mehr zu Ausdauersport als AD(H)S-Behandlung:
https://www.adxs.org/adhs-behandlung-th ... nstraining

Und hier was zur Effektstärke von Ausdauersport:
https://www.adxs.org/adhs-behandlung-th ... a_08_bis_1

Ich bekomme hin und wieder Berichte von Betroffenen, die mit Ausdauersport- z.B. mit 40 Minuten joggen (7-8 km/h, also gar nicht mal sooo schnell) - spürbare Verbesserungen erreichen, die idR einen Tag lang anhalten.

Kann das noch jemand bestätigen oder dem widersprechen ?

Edit (ich wollte auch mitspielen ;-)): bekam gerade einen Bericht von einem Jugendlichen mit ADS, dass bei ihm Ausdauersport so ca. 1/4 der Wirkung von Medis bringt.
Schräghaftigkeit ist so ähnlich wie Huchbegabt. Nur ganz anders.
Antworten