Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.
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Mikev.G
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Re: Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Mikev.G » Mo 23. Mär 2020, 09:33

@Nono Hey Danke für den Tipp, MBSC und MBSR habe ich in dem Kontext noch nicht gehört, klingt aber sehr spannend und könnte sich auch gut integrieren lassen.

Ich selber habe vor ungefähr 3 Wochen angefangen mit einer Mediations-App, die ich für 12 Monate Kostenlos von meiner Krankenkasse spendiert bekommen habe und habe bisher auch positive Erfahrung damit gemacht.

Von Achtsamkeitsübungen habe ich auch schon öfters gehört und auch hierzu schon ein, zwei Übungen gemacht. Ich habe hinter meiner Wohnung direkt einen kleinen See (wo man für gewöhnlich komplett alleine ist) und da gibt es eine Bucht an der man den ganzen See überblicken kann, dort habe ich mich dann einfach mal hingesetzt und darauf geachtet was sehe ich? Was höre ich? Wie fühle ich mich grade?
Und bin dann ein bisschen in dem Moment eingesunken, grade weil in der Zeit grade Sonnenuntergang war und habe mir einfach mal die Auszeit genommen.

Oder eine bekannte Achtsamkeitsübung ist hier ja die Kaffee Übung. Hier kommt es ja auch auf diesen einen Moment an und auch hier soll man sich während man den Kaffee ( bei mir meistens Tee ) trinkt fragen:
Wie riecht der Kaffee (oder Tee)?
Wie schmeckt der Kaffee?
Wie warm ist der Kaffee?

Und seit dieser Woche tatsächlich ist meine erste Handlung am Tag nach dem Aufstehen, dass ich mir meine Sachen anziehe und eben für 1-5 Minuten mich nach draußen stelle und einfach mal den Sonnenaufgang beobachte bzw. darauf achte wie die Vögel fliegen und singen oder mal darauf achte wie der Wind durch die Bäume weht.

Ich denke mal dass das nur ein kleiner Teil von dem MBSR bzw. MBSC Kurs ist aber ist notiert und schaue ich mir näher an. 👍
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Nono
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Re: Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Nono » Sa 21. Mär 2020, 07:08

@Mikev.G dass Ärzte nicht empfehlen, was man sonst noch machen kann, kann ich mir sehr gut vorstellen!!

Ich habe zum Glück meiner Ärztin, die zunächst auch keine besonderen Tipps gegeben hatte, nach einigen Monaten von meinen akruellen Aktivitäten wie MBSR Kurs erzählt, da ist sie super drauf einfefangen.

Sie empfahl mir, mit der App Insight Timer zu üben. Da sind von verschiedenen Sprechern die wesentlichen Übungen angeleitet zu finden, die auch im MBSR Kurs gemacht werden.

Außerdem wies sie mich darauf hin, dass für mich sogar ein MBSC Kurs besser wäre, aber da ich ja schon den MBSR Kurs angefangen hatte, wäre das etwas doppelt gemoppelt bzw. schlicht zu viel auf einmal gewesen.

Aus Überlastung und auch weil ich dachte, ich mach ja schon das Eine, habe ich gar nicht geschaut, was das Andere ist. Für mich wäre es zB ausgesprochen sinnvoll, einen MBSC Kurs zu machen. Aber gsd kann ich auch anhand der a Übungen in der App schon selber an vielen Themen arbeiten. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir die App hilft! Und nicht nur die MBSR und MBSC Übungen...

MBSR dient ja unter anderem der Stressbewältigung, Achtsamkeit und den Umgehen mit den eigenen Emotionen. Hier geht u. a. darum, das eigene Immer-Jederzeit Funktionieren-Wollen und auch die Rejection Sensitivity, die starke Kränkbarkeit etwas unter die Lupe zu nehmen. Bei MBSR denkt man ja oft an Burnout als Anwendung, aber das Thema hängt ja auch, wie wir hier inzwischen wissen, oft auch mit der Erschöpfung durch ADHS zusammen... (und dann muss nicht unbedingt mit Antidepressiva behandelt werden, sondern ADHS-spezifisch...)

MBSC heißt Mindfulness Based Self Compassion, also Achtsamkeitsbasiertes Selbstmitgefühl. Das geht noch weiter, nämlich dahin, dass man ja oft schon als Kind Ablehnung erfahren hat, vielleicht funktionieren musste, weil die ebenfalls ADHS betroffenen Eltern nicht so funktioniert haben, oder man ist nicht mit sich im Reinen, weil man insgesamt (ohne das Wissen, warum das alles so ist und evtl., weil man Medikamente gebraucht hätte) selber so gar nicht "funktioniert", wie die anseren...

Wie siehst du das?

Hast du schon mal geschaut, was in solchen Kursen gelehrt wird?

Vielleicht auch für dich und deine Kurse interessant. Vielleicht könntest du auch auf sowas hinweisen...

PS: Es gibt auch noch die App Die Achtsamkeit, die ich zum Einstieg sehr empfehlen würde. Die dauerhaft kostenlosen Einführungen und Meditationen zum Anfang sind ein schön strukturierter Einstieg, wie bei einem MBSR Kurs.
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Re: Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Mikev.G » Fr 20. Mär 2020, 21:22

Hey Danke euch beiden, dass ihr euch die zeit genommen habt meinen Text zu lesen und mir dafür Feedback gegeben habt!

Das mit der Berufswahl ist definitiv interessant und ich werde mich damit mal auseinandersetzen.
Aber ich denke, man sollte sich nicht allzugroße Hoffnungen machen, dass man dann für immer die Medikamente weglassen kann.
Die Idee an sich gefällt mir gut. Aber wenn ich deinen Beitrag so lese habe ich die Befürchtung, das du dich in Richtung 'Persönlichkeitsentwicklung statt Medikamente' positionieren willst.. irre ich mich in dem Punkt?
Mein Hauptziel ist eigentlich dass ich Methoden zu einem besseren / einfacheren Leben mit ADHS vermitteln möchte, vermischt mit der Persönlichkeitsentwicklung und einem gestärkten positiven Mindset.
Mich hat es dazu gebracht in kürzester Zeit sehr viele Bereiche positiv zu beeinflussen, sei es meine Beziehung mit meiner Freundin, sei es auf der Arbeit oder wie ich mit mir selber umgehe.
Wenn jemand dann für sich empfindet, dass er mit den Medikamenten aufhören kann oder es etwas reduzieren kann, dann wäre das Hammer! (Natürlich immer mit Absprache vom Arzt!)
Erzähl doch mal mehr von deinem Background, was befähigt dich dazu anderen mit deinen Wissen helfen zu können?
Ich selber habe früher schon im Freundeskreis immer sehr viel geholfen. Wenn es mal Probleme gab, war ich meistens Ansprechpartner des Vertrauens.
Ich komme immer super mit anderen Leuten klar und habe für mich selber halt den Wunsch erkannt, dass ich anderen jetzt helfen möchte damit besser klar zu kommen, grade weil ich weiß wie hart und frustrierend es in einer solchen Zeit wo sich halt nun mal viel auf einmal verändern kann, für sich selber seinen halt zu finden.
Mein Arzt hat mir zum Beispiel nach der Diagnose gesagt ich soll die Tabletten nehmen und regelmäßig Sport... als ich dann fragte ob ich noch mehr machen kann, sagte er ne nimm einfach die Tabletten und Sport..
Und das hat mich zum Teil auch veranlasst mich selber auf die Suche zu machen und eigene geeignete Methoden zu finden, die mir abseits von Tabletten und regelmäßigen Sport darüber hinaus helfen.
(Bitte keine Links zu irgendwelchen K..-Seminaren etc., die Grenzen zu unerlaubter Werbung sind schnell überschritten ;) )
Mir sagt dieses K..-Seminaren nichts und ich habe nicht vor etwas in der Gleichen zu Posten. :D
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Re: Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Nono » Do 19. Mär 2020, 23:47

Hallo, willkommen hier im Forum!

Deine Kurse klingen interessant. Aber ich denke, man sollte sich nicht allzugroße Hoffnungen machen, dass man dann für immer die Medikamente weglassen kann.

Wahrscheinlich können die meisten, die die Diagnose ADxS tatsächlich haben, erst durch Medikamente überhaupt von solchen Kursen profitieren.

Es kann Fälle geben, in denen man in ruhigen a Phasen des Lebens die Medikation für eine Weile ruhen lassen kann. Aber wenn eine längeren Stressphase kommt, womöglich eine mehrjährige (ich sage nur "Kinder"...) , wird man sich ohne Medikamente allmählich immer mehr überanstrengen und dann in einen Burnout geraten.
Anders
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Re: Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Anders » Do 19. Mär 2020, 19:24

Hi Mike, willkommen im Forum!
Mikev.G hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 22:16
Welche Themen fallen euch noch ein?
Wie gefällt euch die Idee allgemein mit dem Online-Video-Portal?
Ich denke, das essenziellste Thema das mir auf deiner Liste fehlt ist die Berufswahl an sich.. allein den zu einem passenden Berufszweig zu finden stellt schon die erste Weiche, um später ein zufriedenes Leben führen zu können!
Hier unüberlegt eine schlechte Wahl zu treffen bedeutet vielleicht viele Jahre einen Kampf gegen Windmühlen zu führen.. den man am Ende nur verlieren kann. Leider können gerade junge Erwachsene mit Ad(h)s sich selbst und ihre Stärken und Schwächen nicht gut einschätzen, und sind sich der Tragweite dieser Entscheidung nicht bewusst!

Die Idee an sich gefällt mir gut. Aber wenn ich deinen Beitrag so lese habe ich die Befürchtung, das du dich in Richtung 'Persönlichkeitsentwicklung statt Medikamente' positionieren willst.. irre ich mich in dem Punkt?
Erzähl doch mal mehr von deinem Background, was befähigt dich dazu anderen mit deinen Wissen helfen zu können?
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LG
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Video-Portal-Hilfe für Berufseinsteiger

Ungelesener Beitrag von Mikev.G » Di 17. Mär 2020, 22:16

Moin Moin liebe Gruppe,

da dies mein erster Beitrag hier ist stelle ich mich erstmal vor:
Ich heiße Mike, bin 25 Jahre alt und ich habe mich angemeldet, weil ich Jungen Menschen mit ADHS die grade in die Berufswelt einsteigen wollen (oder es grade sind),
helfen möchte besser mit ADHS umzugehen lernen.

Kurz zu mir, ich selber litt früher sehr unter der "Krankheit" war immer ein Zappelfillip und habe in der Schule nie richtig aufgepasst. Dadurch dass ich sehr früh eingeschult worden bin, war ich immer der jüngste und kleinste Schüler in der Klasse - ergo wurde ich früher sehr viel gemobbt was mir über die Jahre sehr wenig Selbstvertrauen verpasst hat.
Nach der Realschule und einigen Jahren weiterführender Schulen habe ich mich entschlossen eine Ausbildung als Fachinformatiker in einer öffentlichen Behörde zu machen. In der Zeit haben mich dauerhaft die Gedanken geprägt - "Ich habe das Gefühl anders zu sein als alle anderen" und "Irgendwas stimmt mit mir nicht", ich wusste aber nie was nicht stimmt bzw woran das liegt.
Also habe ich in der Ausbildung keine vernünftige Hilfe erhalten und bin immer wieder angeeckt bzw mir wurden (fast täglich) meine Fehler (konnte mir sehr schlecht was merken wenn mir was gezeigt worden ist, war immer mit meinen Aufgaben zu langsam, war sehr verpeilt bei der Sache etc ) aufgezeigt. Selbst wenn ich mich angestrengt hatte konnte ich nie die Leistung bringen die ich bringen wollte...
Zudem kam hinzu dass in der Zeit meine Freunde auch so langsam von meiner extremen Verpeiltheit, zu spät kommens und vergessen von sämtlichen Abmachungen angenervt waren. Das war über Jahre hinweg, wo ich das selber bewusst mitbekommen habe, dass irgendwas mit mir nicht stimmt echt schlimm weil keiner mich verstanden hat bzw mein ADHS erkannt hat und ich mir die ganze Sache nicht erklären konnte.
Das war dann wahrscheinlich der Grund warum ich angefangen habe unter anderem zu Rauchen, Drogen (hauptsächlich Gras) zu nehmen und sehr viel Alkohol zu trinken....
Vor ungefähr 2,5 Jahren habe ich mich durch Zufall mit dem Thema ADHS beschäftigt, weil einer aus meinem Freundeskreis ADHS hat und ich einfach wissen wollte was das genau ist und ich einfach wissen wollte warum er so nervös und hastig. Bis ich genau zu dem Zeitpunkt sehr viele Parallelen zu mir entdecken konnte und ich darauf hin mich untersuchen lassen habe.
Ich habe vor freude geweint als der Arzt mir diagnostizierte dass ich ADHS habe, weil ich endlich wusste, dass tatsächlich etwas bei mir anders ist und ich endlich dem "irgendwas" einen Namen geben konnte und mir nun nach fast 23 Jahren endlich mich jemand verstand und mir helfen konnte.
Seither habe ich mich in der Zwischenzeit selber von den Medikamenten getrennt und mich selber immer mehr mit dem Thema auseinander gesetzt a) um mich besser zu verstehen und b) ich mir gesagt habe dass ich andere unterstützen möchte die in der selben Situation sind/waren wie ich.
Ich habe mir selber mehrere Methoden überlegt und mithilfe der Persönlichkeitsentwicklung / Meditation etc selber sehr helfen können meine Defizite ausgleichen zu können. Mittlerweile habe ich mir selber die Drogen abgewöhnt, mir selber das starke trinken abgewöhnt und ich habe vor 3 Wochen aufgehört mit dem Rauchen.


Daher möchte ich gerne eine Online-Video-Portal gestalten, in der Blockweise ein Thema behandelt wird (z.B. Selbstbewusstsein) in dem Block möchte ich dann mehrere Videos zu aufnehmen, wo ich dann darauf eingehe wie man z.B. das Selbstbewusstsein stärken kann. Dazu würde ich dann gerne eigene Erfahrungen und Erfahrungen anderer einfließen lassen um dann erprobte Methoden an die Hand geben zu können die den Berufseinstieg und das drum herum vereinfachen als.
Da das Thema ADHS nun sehr vielseitig ist und sehr tiefgreifend gehen kann, möchte ich mich gerne weiter mit der Materie beschäftigen und würde daher gerne einmal von euch wissen:
Wenn ihr euch einmal zurück in die Ausbildungszeit oder grade die anfängliche Berufszeit zurückdenkt (vllt sind einige hier ja noch in der Ausbildung oder grade in den Beruf eingestiegen) was wären die Themen die euch am meisten Interessieren würde, wo soll ich mich drauf fokussieren?

Ich habe so als grobe Übersicht:

- Aufmerksamkeitsstörung
- Hyperaktivität
- Impulsivität
- Selbstmanagement
- Chaos & Desorganisation
- Selbstvertrauen & Selbstbewusstsein
- Und dann noch so allgemeine Sachen wie z.B, "wie gehe ich mit Geld um", "Einschlafschwierigkeiten beheben", "ADHS und Partnerschaft"

Welche Themen fallen euch noch ein?
Wie gefällt euch die Idee allgemein mit dem Online-Video-Portal?



Vielen Dank fürs lesen und schon mal danke für eure Antworten. :D
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