Stressexposition als Entstehung von ADHS

Wie AD(H)S entsteht - Gene, Umwelt. (* -> Für Gäste sichtbar)
Falschparker
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Di 18. Mai 2021, 20:51

sein Kind vor dem 3. Lebensjahr nicht ständig zu misshandeln oder schwer zu vernachlässigen (= Ulbres Stressdefinition in dem Zusammenhang)
Nee, aber das Wort Stress ist nunmal interpretierbar.

Und gerade wir selbst ADHS-betroffene Eltern machen noch viel weniger "richtig" als unsere weniger chaotischen Bekannten und Verwandten mit ihren Kindern.

Aber Eltern, die alles richtig machen, sind auch langweilig. Und vererben keine ADHS-Gene. :lol:

(Eins ist allerdings gleichzeitig tröstlich und erschreckend: Dass die gefühlte Mehrheit der Kindergarten- und Schulkameraden unseres Kindes schon jetzt nicht mehr mit beiden Elternteilen zusammenlebt. Da sind wir die Langweiligen.)
Hibbelanna
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 18. Mai 2021, 20:55

Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 20:47
Aber ich schweife total ab. Entschuldigt. Darum geht es ja hier gar nicht. Worum es geht, weiß ich auch immer noch nicht. Es geht mich offensichtlich vor allem nichts an.
Och, da geht es Dir nicht anders als dem Rest :mrgreen:
Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 20:47
Das Leben auf dem Spektrum ist schon manchmal echt stressig und eines der härtesten. Für uns alle.
In der Tat.
Daher muss man es sich nicht noch unnötig schwer machen.

Das mit der Zeitblindheit, das habe ich anders: wenn ich im Stress bin (ojoj, S-Wort!) dann vergesse ich mich total. Als müsste ich mich abschalten um mich fokussieren zu können. Da bleibt grade Kapazität zum Zähneputzen. Naja, und Essen geht immer.
Dann tauche ich wieder auf - schlage mich mit der Machete durch den Garten, hole die Huf- und Fellpflege nach, wasch mich mal wieder, (achtung, Übertreibung!) scheuche das Ungeziefer aus der Bude :neiiin :nothere
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 18. Mai 2021, 20:59

Falschparker hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 20:51
Aber Eltern, die alles richtig machen, sind auch langweilig. Und vererben keine ADHS-Gene. :lol:
Ja, jetzt ohne Witz - ADHS ist nur EINE Möglichkeit - und keine zwingende - unglücklich oder krank zu werden.
Wenn man die Möglichkeit hat, sich rechtzeitig damit auseinanderzusetzen, ist schon viel getan.

Manchmal reicht es, wenn man rechtzeitig aufhört, sich wegen des heimischen Saustalls verrückt zu machen.
Oder wenn man nicht mehr meint, alles richtig machen zu müssen - und auch mal Hilfe anzunehmen.
Oder sich rechtzeitig zu trennen...

Ich muss dringend mal einen Brief an mein jüngeres Ich schreiben :winken
Elementary
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Elementary » Di 18. Mai 2021, 21:01

Hibbelanna hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 20:55
Och, da geht es Dir nicht anders als dem Rest
Das ist nett. Da fühle ich mich gleich wieder etwas zugehöriger. Es ist ja immer sehr stressig, anderer Auffassung als der vermeintliche "Stamm" zu sein und irgendwie vereinzelt und exponiert. Das macht was mit einem... so im Laufe der Evolution.

Dann sehen wir uns ja hier bei Beibehaltung des Rhythmus vielleicht im September wieder. Alles Liebe, alles Gute! Auch an Eure früheren Ichs vom Januar!
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 18. Mai 2021, 21:14

Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 21:01
Das ist nett. Da fühle ich mich gleich wieder etwas zugehöriger.
Warum fühlst Du Dich anders?? Noch anders als alle anderen Anderen? Ich mein - wir sind doch alle irgendwie .. sehr speziell ...
Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 21:01
Es ist ja immer sehr stressig, anderer Auffassung als der vermeintliche "Stamm" zu sein und irgendwie vereinzelt und exponiert.
Manchmal ists die Schleife um die eigene Emotion, die einen vermeintlich exponiert. Damit auch die anderen, die bei der Gelegenheit auch anders sind und schwupps einem Stamm zugeordnet. Obgleich sie sich doch so dagegen stämmen :ai ...

Und was spielt sich bis September ab - Zeitloch oder Urlaub?
Elementary
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Elementary » Di 18. Mai 2021, 21:24

Hibbelanna hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 21:14
Warum fühlst Du Dich anders?? Noch anders als alle anderen Anderen? Ich mein - wir sind doch alle irgendwie .. sehr speziell ...
Doch, ich wäre gerne anders, speziell @Anders. Der ist ja nett. Ich komme nur so selten dazu.
Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 21:01
Und was spielt sich bis September ab - Zeitloch oder Urlaub?
Ich dachte, Ihr spielt dieses Spiel "Setzen Sie die Reihe fort: Januar, Mai, ###". Vor einiger Zeit habe ich mal solche Rätsel gemacht.

Wahrscheinlich ist es aber eher so was wie Gummitwist. Ich hoffe jedenfalls, es verletzt sich keiner!

Ich muss dann auch los. @Koos Schmutzwäsche bügelt sich nicht von allein. Passt gut auf Euch auf, alle, Ihr Zeitreisenden!
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Anders » Di 18. Mai 2021, 22:34

@zorayazia Du fühlst dich hier von Ulbres Ausführungen offensichtlich persönlich angegriffen, weil du sie so interpretierst als gäbe er den Eltern die Schuld am Adhs ihrer Kinder.. was erstens völliger Quatsch ist und dir zweitens, nicht das Recht gibt selbst persönlich zu werden!

zorayazia hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 20:16
Ulbre ist der Einzige, der 10 Jahre nach der Studie, immer noch behauptet, die Eltern seien Schuld "am Ausbruch" der ADHS.
Tut er nicht. Er vertritt die These, dass (in dem Fall frühkindlicher) Stress einen negativen Einfluss auf eine vorhandene genetische Disposition, (also auch auf Adhs) haben kann! Weit hergeholt, finde ich das persönlich nicht.
Von 'Schuld' lese ich nirgends auf Adxs.org, das interpretierst du dir selbst hinein.. :roll:

zorayazia hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 19:22
Na eben, weil hier alle auf die Gunst von Ulbre aus sind.
zorayazia hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 19:22
So macht er das immer hier, die User informieren sich nur noch auf adxs.org, was einem Dogma gleichkommt.
Genau :lol: Machst du neuerdings Comedy? :totlach
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Anders » Di 18. Mai 2021, 23:02

Elementary hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 21:24
Doch, ich wäre gerne anders, speziell @Anders. Der ist ja nett. Ich komme nur so selten dazu.
Lieb von dir :lovedumb aber wenn du auch noch ich wärst, hätten wir zwei von mir.. die noch nichtmal zusammen das Loch stopfen könnten, das du hinterlassen würdest :? Ausserdem, ich hoch 2 ergibt bestimmt Chaos zum Quadrat.. da liegt kein Segen drauf ;)

Bleib lieber du, da hätte ich übrigens auch gerne eine Scheibe von, aber geht nicht.. dann wollen sie alle. Das Risiko können wir nicht eingehen!

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Elementary
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Elementary » Mi 19. Mai 2021, 00:20

Anders hat geschrieben:
Di 18. Mai 2021, 23:02
eine Scheibe von
Ja, steht auch die Kindheitsprägung im Weg: Ich wurde oft "beleidigte Leberwurst" genannt. Da wird man zwar extrem streich/e-fähig und hat dementsprechend nur Quatsch im Kopf (siehe auch heute hier, vergebt mir), aber Scheiben sind leider nicht drin. Was hätte aus mir - und jetzt aus uns ? - werden können, wäre ich z.B. "Bärchenwurst" genannt worden, von Aufschneidern abstammend? Mein Umfeld wusste es nicht besser.
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von Freigeist » Mi 19. Mai 2021, 11:42

Ich finde das ganz interessant @zorayazia .
Dieser Link zur internationalen Konsensuserklärung dürfte dir die wissenschaftlichen Belege bzw. Verweise auf Studien bringen, die du eventuell gerade suchst:

https://www.zentrales-adhs-netz.de/file ... German.pdf
Be yourself! Everyone else is already taken! :winken
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von UlBre » Do 20. Mai 2021, 07:26

@zorayazia

Hallo Zora,

warst Du beim diesjährigen ADHS-Symposium von ADHS Deutschland e.V. dabei ? War ja online.
Der Vortrag von Dr. Kohns zum Thema Epigenetik nahm viel von dem auf, was wir bei ADxS.org zusammengetragen habe. Widerspruch in oder zu seinem Vortrag habe ich nicht vernommen.

Dass frühkindlicher Stress die einzige Ursache von AD(H)S wäre, haben wir nie behauptet. Es ist, wie die einschlägige Fachliteratur zur Stressmedizin (die wir umfangreich zitieren) mehr als deutlich belegt, aber ein weiterer möglicher Weg (neben rein genetischer Ursachen) für Abweichungen im dopaminergen System.
Wenn AD(H)S zu 75 bis 80 % genetisch verursacht wird, muss es nun einmal noch 20 bis 25 % anderer Ursachen geben.
Dass schwere Stresserfahrungen epigenetisch weitergegeben werden können, ist inzwischen fachlich anerkannt. In Bezug auf AD(H)S ist es meiner Ansicht nach die Erklärung, warum nur 75 bis 80 % genetische Ursache sind. Irgendwas muss den Rest ja ausmachen.

Trotzdem gibt es einen großen (und überwiegenden) Anteil an rein genetisch vermitteltem AD(H)S, bei dem Stress weder bei den Eltern noch bei der Vererbung eine Rolle spielt. Doch auch da ist es meines Erachtens eine hilfreiche Erkenntnis, dass schwerer Stress insbesondere in der Zeit zwischen Zeugung und 3 Jahren und dann nochmal in der Pubertät potentiell sehr schädlich sein kann. Mehrere Studie deuten darauf hin, dass letzteres dabei mitwirkt, ob AD(H)S im Erwachsenenalter persistiert oder ob es sich legt.

Viele Grüße

UlBre
Schräghaftigkeit ist so ähnlich wie Huchbegabt. Nur ganz anders.
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Re: Stressexposition als Entstehung von ADHS

Ungelesener Beitrag von AbrissBirne » Mo 24. Mai 2021, 15:15

Einfach herrlich hier mitzulesen, so eine symphatische Streitkultur gibts nur bei uns "andersartigen" Menschen zu lesen. :juhuu
Und das schöne daran ist wie wir es trotz kleineren oder grösseren Missverständnissen, immer wieder schaffen über uns selbst zu lachen, oder uns wieder miteinander zu versöhnen. :stirnkuss
Also wenn das nicht eine überaus lobenswerte als auch liebenswerte Eigenschaft an uns "andersartigen" Menschen mit oder ohne Hyperaktivität ist, dann weiss ich ja auch nicht. :lovedumb
Und ausserdem wage ich zu behaupten das hier wirklich jede*r sagen darf was er*sie denkt, solange er*sie nicht gegen die Forums Regeln verstosst.
Und das hier jemand "Angst" vor @UlBre hat glaube ich eigentlich auch nicht, warum auch?. 🤔
Als sei @UlBre sowas wie der "Pate" des Forums mit dem sich keine*r "anzulegen" getraut?. :aufsmaul
Stelle mir das gerade bildlich vor. :totlach
Wir reiben uns halt gerne aneinander, dafür gibt's danach auch wieder eine gratis Kuschelrunde.
:knuddel
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