Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Symptome, wie fühlt sich AD(H)S an, "Kennt ihr das auch ?" (* -> Für Gäste sichtbar)
Mel
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Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Mel » Mo 14. Sep 2020, 00:43

Hallo ihr lieben,

Der Titel sagt eigentlich alles. Ich bin ständig so angespannt, dass ich ständig verspannt bin und eigentlich ohne Nacken und Rückenschmerzen gar nicht existiere.
Besonders beim Rebound immer wieder krasser. Aber auch bevor ich Medikamente genommen habe, lebenslang Probleme mit gehabt. Bin daher so viel am knacken und mich am verbiegen, dass es längst nicht mehr gesund ist, schätze ich.

Kennt ihr das? Wisst ihr, was hilft? Habt ihr nen Rat?
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MelaMela
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von MelaMela » Mo 14. Sep 2020, 06:58

Hallo
Ich habe das auch
Es liegt mit am Kiefer bei mir/ Zähne zusammen beißen und Verspannungen
Da Übungen machen
Yoga hilft bei regelmäßiger Ausübung auch
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Schusselchen
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Schusselchen » Mo 14. Sep 2020, 09:38

Im Allgemeinen würde ich sagen, regelmäßige Bewegung/Sport. Wobei ich da bei mir momentan keine Verbesserung feststellen kann, obwohl ich mich viel bewege und auch z. B. Wirbelsäulengymnastik mache.

Hier in der Klinik haben wir Progressive (ich nenne sie inzwischen aggressive, denn das macht sie mich) Muskelrelaxation. Da soll man wohl spüren, wie der Muskel sich nach Anspannung wieder entspannt und das bewusst wahrnehmen. Funktioniert bei mir nicht, aus welchen Gründen auch immer.

Vielleicht kannst Du Deinen Arzt mal nach Rehasport fragen. Den macht man dann i. A. in der Gruppe 1x die Woche (beim Physiotherapeuten/im Fitnessstudios) und es werden die Hauptprobleme angegangen. Das beginne ich im Oktober und hoffe, dass es hilft.
Ich bin nicht tollpatschig. Ich habe nur eine kreative Motorik.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Mo 14. Sep 2020, 09:58

Ja, bei mir auch ein Thema - ungefähr seit Anfang/Mitte 40. Vorher eigentlich nicht in dem Maß. Obwohl ich immer sehr gerne Sport getrieben habe, mich damit aber nicht leichtgetan habe und schnell überlastet war.

Das ist durch die Medikation sofort und deutlich besser geworden.
In letzter Zeit presse ich aber auch wieder mehr. Nachts. Zähne - aber auch Zunge. Letzteres habe ich erst neulich entdeckt und fand es sehr aufschlussreich. Ich presse nachts die Zunge gegen die unteren Vorderzähne - das ist natürlich nicht gut...

Aber ADHS wirkt sich ohnehin in vielerlei Hinsicht auf den Muskeltonus aus. Bei kleinen Kindern ist der oftmals schwächer als gewöhnlich - um dann später schneller überlastet und verspannt zu sein, auch aufgrund vieler kleiner Fehlhaltungen.
Mal abgesehen von den motorischen Ungeschicklichkeiten: ich bin als Jugendliche ständig umgeknickt, entsprechend sind meine Füße doch jetzt so ziemlich angeschrottet... was sich natürlich jetzt auf die gesamte Statik auswirkt.
Im Laufe der Jahre kommen stressbedingte Muskelverspannungen hinzu https://www.adxs.org/stress-und-adhs/ad ... elspannung, auch die Schmerzempfindlichkeit kann sich verstärken. Bei Frauen ist Fibromyalgie als Komorbidität von ADHS leider noch viel zu wenig besprochen - auch weil Frauen mit ADHS ohnehin lange unterm Radar waren.

Ich hatte aufgrund heftiger Beschwerden lange Physiotherapie - zunächst manuelle Therapie: in der einen Sitzung waren meine Muskeln (Nacken, Schultern, Beine) komplett hart, in der nächsten butterweich.

Leider wird das wenig thematisiert. Eigentlich sollte mit der Therapie auch eine Physiotherapie verbunden werden. Ohne alle zwei Tage Gymnastik (vor allem klassische Rückengymnastik) kann ich spätestens am 4. Tag weder sitzen noch stehen, wobei mir die Gymnastik erst mit Medikation möglich wurde, davor war das so wie der Versuch, ein ausgelommeltes Unterhosengummi zu spannen...
Bei mir bringt progressive Muskelentspannung auch nichts, denn die hilft ja bei akut stressbedingter unbewusster Anspannung aber nicht bei einem verhärteten Tonus. Denke ich mir zumindest. Wobei Entspannungsübungen oder Körperwahrnehmungsübungen wie MBSR schon eine Hilfe sind, um die zusätzliche stressbedingte Anspannung zu reduzieren.

Langer Rede kurzer Sinn: bei mir hilft: Beißschiene, Kiefer- und Zungengymnastik, Bewegung auch wenns wehtut und Rückengymnastik.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von allmighty » Mo 14. Sep 2020, 09:59

Hallo @Mel une herzlich willkommen,
Ich kenne es auch, bei mir sind die Ursachen Stress, viel Sitzen in der falschen Position ( ich liege quasi auf dem Stuhl), Kopfkissen, halte mein Kopf auch immer schief beim Autofahren.
Falls du Bürojob hast prüfe auch wie die Lage des Monitors zu deinem Auge.
Für den Rücken ist empfehlenswert Muckis aufzubauen und falls Übergewicht abspecken.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Nymphaea alba » Mo 14. Sep 2020, 12:22

Liebe Mel
dass kenne ich leider auch sehr gut. Es betrifft bei mir hauptsächlich Nacken, Schultern, Kiefer, Rücken- aber der Rest ist auch nicht wirklich in Ordnung. Leider gibt es bei mir nicht nur eine Ursache.
Erhöhter muskeltonus, Anspannung durch Stress, Fehlhaltungen, zu wenig Bewegung...
Ich fürchte wir können nur versuchen, so gut es geht, die Ursachen zu beseitigen. Z.B. durch mehr Bewegung, Entspannungsübungen, dehnen, Stressabbau, Fehlhaltungen korrigieren.
Ich weiß dass ist alles nicht leicht umzusetzen, grade für uns AD(H)Sler.

Ich wünsche dir alles gute
Nymphaea
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Mo 14. Sep 2020, 15:17

Schusselchen hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 09:38
Hier in der Klinik haben wir Progressive (ich nenne sie inzwischen aggressive, denn das macht sie mich) Muskelrelaxation. Da soll man wohl spüren, wie der Muskel sich nach Anspannung wieder entspannt und das bewusst wahrnehmen. Funktioniert bei mir nicht, aus welchen Gründen auch immer.
Mir bekam schon vor urewigen ja diese Progressive Zeug nicht und in der Reha kristallisierte sich das auch wieder raus.
Macht mich auch voll agro!

Ich hatte da ne nette Ärztin , die nahm mich sofort aus diesem Kurs raus und ich konnte mehr Pilates und QiGong und ThaiChi machen, weil das bekam mir besser.

Es steht sogar im Rehabericht , das ich das nicht vertrage, damit man mir nicht mehr irgendwo sowas aufdrücken kann.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von *Wusselinchen* » Mo 14. Sep 2020, 17:42

Ja kenne das auch nur zu gut.
Mir helfen da regelmäßige Massagen, weniger Einseitige Bewegungen machen, die sich immer wieder einschleichen. Mit Physiotherapie/Fitnessstudio finde ich Muskelstärkung der Oberkörper Region Hilfreich. Generell Gegenbewegungen bzw Haltungen zum Ausgleich sind Sinnvoll.
Also wenn man viel sitzt, nicht auch noch in gebeugter gleicher Haltung auch noch im Bett liegen oder auf der Couch. Und das ist für mich fast der schwerste Teil.
Immer wenn ich es merke, Korrigiere ich das zusätzlich.
Nur übertreiben sollte man das auch nicht, sonst verspannt man auch oder überdent sich Bänder.

Für den Nacken Hals und Schulterbereich nutze ich gerne Tücher, die Wärme entspannt auch die Muskulatur, sobald es nämlich nur nen Hauch zu kühl oder zugig wird spanne ich Automatisch den Oberkörper an.

Und nun mein liebstes Sorgenkind die Streßreduktion :lol: ein Dauerthema bei dem wohl jeder seinen eigenes Liedchen singen kann, oder hören ;)

Mit einen Igelbal und/oder einer Fasziehenrolle zwischen einer Tür/oder an eine Wand angelehnt und dem Rücken kann man etwas Abhilfe schaffen, vorausgesetzt die Dinger hauen nicht immer ab 😂
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Mo 14. Sep 2020, 18:25

*Wusselinchen* hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 17:42
Mit einen Igelbal und/oder einer Fasziehenrolle zwischen einer Tür/oder an eine Wand angelehnt und dem Rücken kann man etwas Abhilfe schaffen, vorausgesetzt die Dinger hauen nicht immer ab
Hab die Dinger in alten Strümpfen, dann kann man die übern Rücken werfen und festhalten
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von *Wusselinchen* » Mo 14. Sep 2020, 19:33

Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 18:25
*Wusselinchen* hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2020, 17:42
Mit einen Igelbal und/oder einer Fasziehenrolle zwischen einer Tür/oder an eine Wand angelehnt und dem Rücken kann man etwas Abhilfe schaffen, vorausgesetzt die Dinger hauen nicht immer ab
Hab die Dinger in alten Strümpfen, dann kann man die übern Rücken werfen und festhalten
@Nelumba_Nucifera
ohh ja das ist so gut wie simpel, Danke 😉
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von allmighty » Di 15. Sep 2020, 08:51

Hallo @Hibbelanna , ich hatte bestimmt zwei Jahre mit Fibromalgie zu kämpfen. Erstaunlicherweise seit ich Elvanse nehme ist es weg *auf Holz klopf. Ich glaube bei mir kam es wegen der ständigen Anspannung zu sehr schmerzhaften Verspannungen im ganzen Körper.
Warum meinst du es trifft besonders Frauen?
Hibbelanna
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 15. Sep 2020, 10:20

allmighty hat geschrieben:
Di 15. Sep 2020, 08:51
Warum meinst du es trifft besonders Frauen?
Fibromyalgie betrifft statistisch einfach mehr Frauen zwischen 40 und 60. Oder meinst Du meine Vermutungen zu den Ursachen?

Ich schreibe jetzt mal ausführlicher - ich geh schon davon aus, dass Du das alles weißt....
Gerade als Sekundärerkrankung zu ADHS betrachtet nehme ich an, dass Frauen (vor allem die, die jetzt oder auch vor 10 Jahren im betreffenden Alter sind/waren) bereits als Mädchen ihre H-Komponente eher nach innen ausleb(t)en - sei es aufgrund weiblicher Sozialisation und/oder aufgrund von Genetik. Also innere Unruhe, Getriebensein ... ich mein, lies doch mal unsere Berichte hier durch, gerade in Bezug auf sozialen Anpassungsdruck etc. (was allerdings nicht nur Frauen mit ADHS betrifft).
Entsprechend könnte man annehmen, dass künftig die Männer gleichziehen werden - aber bei denen wird das vermutlich noch weniger ernstgenommen.

Andererseits könnte das sicherlich auch eine hormonelle Komponente haben - andererseits hatte sich bei mir z.b. weder Hormonspiegel noch irgendwelche Entzündungwerte geändert....

Das ist ja mehr als "nur" schmerzhafte Verspannungen, man geht da mittlerweile von Veränderungen der Schmerzwahrnehmung, aber auch der Nervenendungen im Gewebe aus. Letztlich ist Fibromyalgie meines Wissens nur linderbar, aber nicht "heilbar". Die angegebenen Symptome und die vermuteten Ursachen zeigen auch große Schnittmengen zu ADHS, gerade in der Verbindung zu kindlichen Traumata.
Was bei Fibro neben Muskelschmerzen stark durchschlägt, ist diese gnadenlose Erschöpfung - oft verbunden mit Konzentrationsschwäche, Verdauungs- und Schlafstörungen - da liegt auch ein Unterschied zu den "nur" Verspannungen.

Für mich bin ich lange von einer "fibromyalgieartigen" ADHS-Folge ausgegangen, die allerdings schon deutlich länger vorhanden ist als ich bisher annahm. Im Rückblick erinnere ich mich an erste "Anfälle" nach einer Bergwanderung als ich von jetzt auf gleich dachte dass es mir den Fuß sprengt - aber anders als normale Überlastungsschmerzen.... das ging dann vorbei, kam später aber deutlich länger und schlimmer wieder, über Jahre konnte ich nur Schuhe tragen, die die Füße seitlich möglichst wenig berühren.... dann eine normale Radtour, bei der mir neben den Füßen der gesamte Körper nach 20 km so schmerzte, das ich die restlichen 20 km nur noch am Heulen war. Dann wieder ein paar Jahre relative Ruhe - allerdings mit starker Gewichtszunahme - und dann chronische ständige heftigste Verspannungs-Beschwerden am ganzen Körper bis zur Arbeitsunfähigkeit. Ich muss aber sagen, dass das eine Eigendiagnose ist, der mein Orthopäde zustimmt - ich habe mir dann den Ärztemarathon nicht mehr zugemutet, als Selbstständige hätte mir das nichts gebracht.

Irgendwie werden diesen ganzen diffusen stressbezogenen Erkrankungen ähnliche Ursachen zugeordnet - auch wenn man z.B. die Symptome vergleicht mit denen bei chronischem Stress und Cortisolresistenz ("Nebennierenschwäche") - die allerdings in D lediglich bei Alternativmedizinern bekannt oder akzeptiert ist. Diese ist für mich vor allem in Hinblick auf Übergewicht interessant... das ist so eine üble Melange aus Folgebeschwerden aus diesem eskalierenden Stressregulationssystem.

Fibromyalgie und schmerzhafte Verspannungen muss man sorgfältig unterscheiden - bei ersterer muss man sehr haushalten, darf sich körperlich - aber auch insgesamt - nicht mehr überlasten. Immer an die Grenze - aber möglichst nicht darüber hinaus gehen. Und die Grenze liegt täglich unterschiedlich. Ich war zuvor immer an meine Grenzen und darüber hinaus gegangen - Stress habe ich nach Möglichkeit rausgetobt und konnte damit mein ADHS ganz gut ausagieren - als das nicht mehr ging, kams dann zur Diagnose.

Mit MPH gingen die Schmerzen weg, mit Elvanse sind sie teilweise wieder da, dafür sind diese Schlaf- und Verdauungsprobleme fast komplett weg. Die ADHS-Diagnose war also auch da ein Glücksfall.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 15. Sep 2020, 10:27

Für Schulter- und Nackenverspannungen und Spannungskopfschmerzen immer auch schön an Zunge und Zähne denken .... kann man gut gymnastizieren und hilft enorm ...Und, klar, die Schlafposition, Kopfkissen. Kam neulich eine ganz informative Sendung bei Doc Esser...
Elementary
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Elementary » Di 15. Sep 2020, 11:13

Ich poste mal im Anschluss an Eure schlauen Beiträge einen kürzlich zufällig gefundenen Link, obwohl "scheinbar" ohne ADxS-Bezug. Da geht es um Parallelen von Lipödem und Fibromyalgie. https://www.youtube.com/watch?v=L2HvYjOVosU

Eins davon kenne ich bisher kaum, aber ich finde es da sehr "unaufgeregt" beschrieben Richtung evolutionär nachvollziehbare, aber heute eher ungünstige Anpassung (ähnlich dem hunter-farmer-Erklärungsansatz vielleicht? Ist auch umstritten, ich weiß.). Das scheint mir @Hibbelanna voll zu bestätigen mit dem möglichen Gesamtzusammenhang mit Stress und Reizüberflutung/-filter - und so sind wir dann vielleicht doch wieder beim Thema. Wäre ja schon spannend, wenn viele der Probleme, die heute oft immer noch in ihrer Existenz angezweifelt werden, in der Ursache nachvollziehbar zusammenfließen.
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Di 15. Sep 2020, 11:19

Elementary hat geschrieben:
Di 15. Sep 2020, 11:13
äre ja schon spannend, wenn viele der Probleme, die heute oft immer noch in ihrer Existenz angezweifelt werden, in der Ursache nachvollziehbar zusammenfließen.
Vor allem, wenn's für viele Betroffene über den "Umweg" ADHS Hilfe gegen Fibro gäbe - eine langjährige Schmerzmedikation halte ich für ungleich heftiger und folgenreicher als unser bissel Stimulanz... (ohne das verharmlosen zu wollen).
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Mel » Mi 16. Sep 2020, 01:02

Wow, so viele ideengebende und informative Beiträge!! Danke euch!!!! :knuddel
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Mel » Mi 16. Sep 2020, 01:03

Das mit dem muskeltonus und fibromyalgie muss ich gleich mal googlen. Hab das nämlich derzeit wieder so heftig, das ist nicht mehr normal
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von qwertzu » Do 1. Okt 2020, 15:18

Hey.
Schön zu lesen, das es noch mehr so bekloppte gibt.
Die sich ständig verrenken, weil irgendwas zwickt und piekt oder weil man sich diese ständigen Verspannungen wegmassiert.

Mich machen diese Physischen "Leiden" zusätzlich fertig.

Ich mache Krafttraining dagegen und versuche auch sonst nicht zu lange in eiener "Tunnel" Haltung zu bleiben. Aber hilft alles nichts. Ich denke, oft geht (auch) eine unbewusste Muskuläre Anspannung mit einher. Und außerdem gibt es da auch einen blöden Teufelskreislauf, der wenn man ihn nicht durchbricht, mir so vorkommt, als ob ich für immer unter Schmerzen leiden werde und das es schon immer so war.

Ich vermute (für mich) gibt es ein einziges Patent Rezept für ADHS'ler -> Beschäftigung.
Die richtige Beschäftigung, für die man in dem Moment lebt. Alles andere, also Anpassung an (eigentlich) ungewollte Situationen bedingt unter anderem diese Anspannung.
Bzw. Für die Stimulation sorgen, auf die das Gehirn gerade Lust hat. Nur dann kommt man zu nichts iim Leben :) Woraus sich z.B. Frustration, Resignation entwickelt. (Auch nicht gut, AchHerrrje Was machen :jammer ) -> Okay vom Thema abgekommen :mrgreen:
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Sa 3. Okt 2020, 16:53

Ich habe da jetzt doch tatsächlich noch eine neue Baustelle gefunden - liebe Leute, es hört einfach nicht auf!!! :neiiin
Mich würde mal Eure Meinung dazu interessieren...

Die Zunge.
Jetzt kommt eine stramm dilletantische Annahme:
Eine schlaffe Zunge an einer falschen Position sorgt für eine Verformung des Kiefers. Statt leicht gebogen am oberen Gaumen anzuliegen, liegt sie flach und stößt an den Vorderzähnen an.
Bei richtiger Zungenposition und einer ausreichend kräftigen Zunge rutscht der Kiefer leicht nach hinten und die Gefahr, dass die Backenzähne aufeinanderliegen, wird geringer. Anzunehmen, dass das eine "richtige" Kieferposition ist.

Auch spricht man mit der "schlaffen" Zunge anders (auch so ein Ding: viele mit ADHS neigen zum Lispeln (??)) - die gesamte "Lautbildung" (sagt man das so?) ist verändert, da der Gaumen nicht vernünftig als Resonanzraum genutzt werden kann - was dann wieder Stimmüberlastung zur Folge hat.
Die Stimme ist dann wieder ein Thema für sich: auch hier spielt ja "Tonus" mit rein.

Ich geh der Sache jetzt mal nach, da ich in letzter Zeit wieder starke Kiefer-/Kopf-/Nackenschmerzen bekommen hatte und mir auch die Ohren ständig zufallen.

Ich frage mich, ob das mit der Medikation zusammenhängt: mit einem sich ändernden Muskeltonus der die Statik tendentiell in Richtung "gesund" ausgleicht (ich habe seit Anfang 30 massive Stimmprobleme) und damit Anpassungsprobleme hervorruft... Zungenprobleme sind ja auch Schluckprobleme, das Ding ist ja echt riesig...
Wie auch immer: jetzt werden Zungenübungen gemacht - danach gehts mal wieder an die Stimmbildung.
Ich könnte mir vorstellen, dass sich da unter Medikation noch einiges tut.

https://logopaedie-berlin-sued.de/erwac ... stoerungen

Irgendwie fühle ich mich gerade "under construction" - erinnert mich an die Pubertät :nothere
Elementary
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Re: Anspannung und Nacken-/Rückenschmerzen

Ungelesener Beitrag von Elementary » Sa 3. Okt 2020, 18:19

Same here. Ich habe eine ganze Weile Stimmbildungskurse gemacht, weil ich dachte, in einem Sprechberuf steht mir im Weg, dass ich kaum Resonanzkörper an mir nutze.

Ich war z.B. in den Kursen auch immer die einzige, die nicht "Lippenflattern" konnte, dieses Auspusten mit flatternden Lippen eben. Es war einfach alles zu verspannt.

Wenn ich frontal die Baustelle Stimme ansteuern wollte, war bei mir aber immer zu viel Kopf dazwischen. :-) Oder zu viel stressverpanzerter Körper. Im Zweifel beides - und kein Diagnose-Schlüssel zur Erkenntnis in Sicht damals.

Viel mehr gebracht hat mir, "ganzheitlich" an diesem Stress-Panzer zu arbeiten. Mir hat z.B. Rolfing sehr geholfen, so eine Körperarbeit, die die Schwerkraft möglichst günstig ausnutzen will. Aber es gibt ja diverse "bottom-up"-Ansätze, die im Ergebnis auch Seelenheil am Kopf vorbei ansteuern.

Seit ich das gemacht habe, werde ich kaum noch zum Lauter-Sprechen aufgefordert. Obwohl es gar nicht darum ging... Eigentlich wollte ich nur an die Haltung. Überlisteter @Koo quasi.

Das heißt nicht, dass Stimmtraining nicht auch etwas bringt. Da macht man ja auch alle mögliche Gymnastik, usw. Vielleicht bist Du ja auch schon weiter als mein Panzer war. Aber bei mir war das wie den 2. Stock vor dem 1. bauen und ich hätte fairer gefunden, mir hätte das damals jemand von den Coaches gesagt. Ich habe eher noch mehr Versagensschutt angehäuft auf dem Weg.
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