Die gute alte Sucht

Symptome, wie fühlt sich AD(H)S an, "Kennt ihr das auch ?" (* -> Für Gäste sichtbar)
Quartz
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Quartz » Fr 31. Jan 2020, 10:34

hannes hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 08:58
Ich traue mich nicht, öffentlich selbstbewusst zu sagen: Cannabis hilft mir, ich brauche es. Denn solche, oft
garnicht mal so unterschwelligen Bewertungen, kommen zu oft. Von meiner Familie, Freunden, meinem Arzt.
Ich hätte vielleicht dazuschreiben sollen das hier sehr häufiger, viel zu starker Konsum gemeint war, mit Drogenwirkung. Das das nicht zu Vergleichen ist mit dem Einsatz als Medikament und somit auch die Nebenwirkungen weniger sind/wegfallen ist mir klar.
Drei
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Fr 31. Jan 2020, 09:38

hannes hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 08:58
Ich traue mich nicht, öffentlich selbstbewusst zu sagen: Cannabis hilft mir, ich brauche es. Denn solche, oft
garnicht mal so unterschwelligen Bewertungen, kommen zu oft. Von meiner Familie, Freunden, meinem Arzt.

Alkohol trinke ich nicht, weil ich weiß dass es mir schadet. Auch kein Koffein. Mit MPH habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Amphetamine würde mein Arzt mir verschreiben. Da gehe ich mit genau so viel Respekt ran, wie an das Cannabis und das MPH.
Aber sobald ich Cannabis erwähne, fühle ich mich sogar hier im Forum schlecht.
Respekt, dass du zumindest hier im Forum dazu stehst. Cannabis ist in der ADHS-Community leider immer noch ein heißen Eisen.
Als ich hier den Studien-Thread gepostet habe, wurde ich ja auch gleich angegriffen.
Als ich zum ersten Mal auf der SHG war, haben die dort lang und breit darüber geredet wie schlimm Cannabis doch wäre und die Hirnschäden und und und. Da bin ich natürlich still geblieben.
Ich denke es gibt eine große Dunkelziffer an ADHSlern, die Cannabis entweder zur Selbstmedikation nutzen oder verschrieben bekommen, die um die deutsche ADHS-Community einen Bogen machen, was ich sehr schade finde.
hannes
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Fr 31. Jan 2020, 09:27

@Drei Ja, da bin ich voll bei dir! So empfinde ich das auch!
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Nono
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Nono » Fr 31. Jan 2020, 09:08

@Drei klingt ja echt gut!
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Fr 31. Jan 2020, 08:59

hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 20:36
Übermotiviert meine ich gar nicht. Eher ein Maß an Motivation wo es mir leicht fällt, fast wie von selbst läuft.
Oh ja, genau so würde ich es auch bei mir beschreiben, das hatte ich in darunter subsumiert, dass es bei mir gegen Prokrastination wirkt. Dinge, die mir sonst schwer fallen, fallen mir mit Cannabis viel leichter (auch putzen, aufräumen usw.) und Dinge die wichtig sind, packe ich eher an. Aber diesen Effekt hatte ich auch mit MPH, unter anderem daran hatte ich bemerkt, dass MPH bei mir sehr ähnlich wirkte wie Cannabis.
hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 20:36
Abstand... kann ich nicht nachvollziehen. Meinst du eine gesunde Gelassenheit?
Ich habe nicht mehr den Drang, Ideen sofort nachzugehen, Gedanken sofort zu verfolgen. Ich stecke damit in der Arbeit nicht so tief drin, kann eher für mich selbst evaluieren, ob das was ich gerade mache zielführend ist, kann leichter die Tätigkeit wechseln, kann besser sortieren nach wichtig und unwichtig und ich bemerke die Signale meines Körpers wenn ich es mit der Arbeit übertreibe. Und eine gesunde Gelassenheit kommt noch obendrauf...
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Fr 31. Jan 2020, 08:58

Falschparker hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 21:48
Cannabis habe ich noch niemals genommen und bin offen gestanden auch nicht neugierig darauf.
Quartz hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 23:45
Ich kenne einige die durch Kiffen absolut blöd geworden sind, vermutlich passiert das den meisten.
Ich traue mich nicht, öffentlich selbstbewusst zu sagen: Cannabis hilft mir, ich brauche es. Denn solche, oft
garnicht mal so unterschwelligen Bewertungen, kommen zu oft. Von meiner Familie, Freunden, meinem Arzt.

Alkohol trinke ich nicht, weil ich weiß dass es mir schadet. Auch kein Koffein. Mit MPH habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Amphetamine würde mein Arzt mir verschreiben. Da gehe ich mit genau so viel Respekt ran, wie an das Cannabis und das MPH.
Aber sobald ich Cannabis erwähne, fühle ich mich sogar hier im Forum schlecht.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Quartz » Do 30. Jan 2020, 23:45

Ich bin durch ein "Alkoholproblem" überhaupt erst wieder auf ADHS aufmerksam geworden. Bei der MPU Vorbereitung hab ich z.b. keine Motive gefunden. Rückwirkend betrachtet denke ich hat mich alle 2 Wochen die Birne wegschießen entspannt.

Ich kenne einige die durch Kiffen absolut blöd geworden sind, vermutlich passiert das den meisten. Jetzt habe ich einen kennen gelernt, da dachte ich mir das gibts doch gar nicht, so oft wie der kifft und das schon seit 15 Jahren, und er ist ganz normal. Dann hab ich festgestellt, wenn der nicht kifft, ist er absolut nicht normal. Total aufgedreht. Und dann hab ich gemerkt der kifft zwar oft, aber "schwach". Und als ich dann von ADHS hörte gab das alles plötzlich einen Sinn. Vielleicht erfährt er ja auch noch davon...
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Do 30. Jan 2020, 21:48

hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 10:09
Die Wirkung im Vergleich zu MPH ist sehr unterschiedlich.
Cannabis steigert positive Motivation und Kreativität, aber zu einem gewissen Grad auch Ängste (Dosierungsabhängig und meiner Meinung nach CBD-abhängig).
MPH macht mich wacher, energischer. Böse formuliert verbissener.
Vergleich: Begeisterung vs. Verbissenheit. Bei beidem bleibe ich länger fokussiert, aber die Art ist sehr unterschiedlich.

Der nächste Versuch soll mit Elvanse sein.
Hallo Hannes,

das ist aber auch stark dosisabhängig. Wenn jemand sagt, er habe mit MPH einen Tunnelblick, er sei verbissener, er vernachlässige Kontakte, dann würde ich antworten, geh mal eine Stufe runter mit der Dosis.

Und es ist auch Gewöhnungssache. Ich denke nach zwei Monaten kann man zuverlässiger sagen, was MPH mit einem macht, zu Anfang überbewertet man vielleicht auch subjektiv.

Und die Alternative ist erst einmal natürlich Amfetamin (Elvanse o. ä.). Das hat manche Nebenwirkungen des MPH nicht, und umgekehrt.

Also meine Erfahrung mit MPH ist positiv (ich nehme es übrigens seit 16 Jahren täglich). Es verbessert auch meine Stimmung und macht mich ausgeglichener. Cannabis habe ich noch niemals genommen und bin offen gestanden auch nicht neugierig darauf.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Do 30. Jan 2020, 20:36

Drei hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 16:26
Nein, so würde ich das bei mir nicht beschreiben. Cannabis wirkt super gegen Prokrastination aber ich bin davon nicht übermotiviert. Letzteres verbinde ich eher mit meiner ADHS-Zeit als ich noch keine Medikamente genommen habe und gerne mal sehr euphorisch an Projekte rangegangen bin. Cannabis wirkt bei mir eher regulierend. Ich bekomme Abstand...
Übermotiviert meine ich gar nicht. Eher ein Maß an Motivation wo es mir leicht fällt, fast wie von selbst läuft. Mit MPH ist es immer alles noch anstrengender. Ich zieh's halt durch. Abstand... kann ich nicht nachvollziehen. Meinst du eine gesunde Gelassenheit?
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Do 30. Jan 2020, 16:26

hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 14:55
Ist die Intensität der Motivation bei Cannabis bei dir nicht auch viel höher?
Nein, so würde ich das bei mir nicht beschreiben. Cannabis wirkt super gegen Prokrastination aber ich bin davon nicht übermotiviert. Letzteres verbinde ich eher mit meiner ADHS-Zeit als ich noch keine Medikamente genommen habe und gerne mal sehr euphorisch an Projekte rangegangen bin. Cannabis wirkt bei mir eher regulierend. Ich bekomme Abstand...
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Do 30. Jan 2020, 14:55

Drei hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 10:48

Es gibt medizinische Sorten mit ausgeglichenem Verhältnis THC:CBD wie z.B. Bediol.
Danke für den Tipp. Ich mache mich nochmal schlau, bevor ich den Arzttermin habe.
Drei hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 10:48

So sieht es auch bei mir aus. Besser kann ich es für mich auch nicht beschreiben.
An meinem ersten Arbeitstag mit MPH (ich bin selbstständig) habe ich von Morgens bis Abends durchgearbeitet ohne Pause und hatte dann Abends einen Tinnitus davongetragen.
Mit Cannabis kann ich zwar auch besser und effizienter arbeiten, aber es fehlt diese Verbissenheit. Ich merke auch viel eher, wann es zu viel ist und nehme mir Zeit für Ruhe, Erholung, Energie tanken.
Ist die Intensität der Motivation bei Cannabis bei dir nicht auch viel höher?
Wie fasst man das am besten in Worte?
MPH=Tunnelblick
Cannabis=Mehr geistiger (Frei-)Raum

Ich habe zum Thema Sucht einen Artikel gelesen, der Dopaminlevel im Verhältnis zu Stimmung skizziert hat.
Viel Dopamin-----------------------------------------------------------------------------------------Kein Dopamin
- Euphorie (Drogenrausch, Bungee Sprung) - Begeisterung - Interesse - Aufmerksamkeit - Ablehnung (Rejection)

Die Wirkung von MPH würde ich nicht auf dieser Achse beschreiben sondern in einer Achse von Wichtig zu Egal
wobei - und das ist mein Problem - Stimmung davon unberührt bleibt und ich konstant unzufrieden bin bzw. keinen Erfolg(reward) verspüre.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Do 30. Jan 2020, 10:48

hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 10:09
Cannabis steigert positive Motivation und Kreativität, aber zu einem gewissen Grad auch Ängste (Dosierungsabhängig und meiner Meinung nach CBD-abhängig).
Es gibt medizinische Sorten mit ausgeglichenem Verhältnis THC:CBD wie z.B. Bediol.
hannes hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 10:09
MPH macht mich wacher, energischer. Böse formuliert verbissener.
Vergleich: Begeisterung vs. Verbissenheit. Bei beidem bleibe ich länger fokussiert, aber die Art ist sehr unterschiedlich.
So sieht es auch bei mir aus. Besser kann ich es für mich auch nicht beschreiben.
An meinem ersten Arbeitstag mit MPH (ich bin selbstständig) habe ich von Morgens bis Abends durchgearbeitet ohne Pause und hatte dann Abends einen Tinnitus davongetragen.
Mit Cannabis kann ich zwar auch besser und effizienter arbeiten, aber es fehlt diese Verbissenheit. Ich merke auch viel eher, wann es zu viel ist und nehme mir Zeit für Ruhe, Erholung, Energie tanken.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Do 30. Jan 2020, 10:09

Drei hat geschrieben:
Do 30. Jan 2020, 09:11


Wirkt es besser oder schlechter als MPH? Schon einmal mit Deinem Arzt darüber gesprochen?
Mein aktueller Arzt lehnt Cannabis ab. Habe im Februar einen Termin bei einem anderen Neurologen.

Die Wirkung im Vergleich zu MPH ist sehr unterschiedlich.
Cannabis steigert positive Motivation und Kreativität, aber zu einem gewissen Grad auch Ängste (Dosierungsabhängig und meiner Meinung nach CBD-abhängig).
MPH macht mich wacher, energischer. Böse formuliert verbissener.
Vergleich: Begeisterung vs. Verbissenheit. Bei beidem bleibe ich länger fokussiert, aber die Art ist sehr unterschiedlich.

Der nächste Versuch soll mit Elvanse sein.

Ich habe gute Erfahrung mit Mikrodosierung von Cannabis (Steigerung des Dopaminlevels?) in Kombination mit MPH (Dopamin bleibt länger verfügbar). Jetzt suche ich Bestätigung für die These.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Do 30. Jan 2020, 09:11

hannes hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 18:16
Etwas anders ist es mit Cannabis: Ich bin der Meinung dass Cannabis klein dosiert hilft, aber nur kurzfristig. Ich scheue es aber weil ich es gezielt im Alltag einsetzen müsste. Höhe Dosierungen machen mir eher Probleme. Ich würde nicht sagen dass ich Verlangen danach habe. Scheue eher die langfristigen Folgen, psychoaktive Wirkung im Alltag und Gewöhnungseffekte.
Das sind die gleichen Fragen, die mich damals umgetrieben haben, als ich zum ersten Mal ein Rezept für Cannabis in der Hand hielt. Die psychoaktive Wirkung lässt sich aber durch niedrige Dosierung verhindern und damit verhindert man dann auch gleich noch die Gewöhnungseffekte. Nach einer einmaligen Toleranzentwicklung hat sich bei mir an meinem geringen Bedarf seither nichts geändert.

Wirkt es besser oder schlechter als MPH? Schon einmal mit Deinem Arzt darüber gesprochen?
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Mi 29. Jan 2020, 19:45

Nono hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 18:03
Addy Haller hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 09:11
Drei hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 08:53
Ich persönlich denke, dass wenn man als ADHSler medikamentös gut eingestellt ist, auch die Suchtgefahr deutlich abnimmt.
Defintiv. Das Interesse, eine Zigarette zu rauchen (habe aufgehört) oder Alkohol zu trinken, verschwindet dann völlig bei mir. Ich habe aber das Gefühl, dass dann blöderweise auch andere Interessen verschwinden, z.B. sich mit Freunden zu treffen, um sich angeregt zu unterhalten. Daher fühle ich mich ohne Medis wohler in meiner Haut - trotz stärker innerer Unruhe, Verpeiltheit und Impulsivität sowie geringerer Belastbarkeit.
Vielleicht hängt es auch vom Wirkstoff ab...

Addy was nimmst du nochmal?

Mein Sohn mit autistischen Anteilen ist nach seinem Wechsel von MPH zu Elvanse viel zugänglicher, menschlich zugewandter, differenzierter geworden...
Hmm... das klingt vielversprechend. Sollte ich vielleicht mal ausprobieren. Tatsächlich war das, was ich geschildert habe, mit Concerta, also MPH. Seit ich es nicht mehr nehme habe ich die Rückmeldung bekommen, nicht mehr so hart und "misanthropisch" zu sein... :shock:
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von hannes » Mi 29. Jan 2020, 18:16

Hallo zusammen, bin neu hier. Möchte mich gerne mit einbringen. Kurz zu mir: Ich bin Mitte 30 und habe die Diagnose seit etwa einem Jahr. Ich denke ich bin mit Methylphenidat noch nicht gut eingestellt. Vieles hier kann ich bestätigen:
Seit der Medikation sind mir soziale Kontakte auch nicht mehr wichtig. Kochen bzw. mich mit Essen beschäftigen mag ich garnicht mehr. Essen ist Pflicht geworden.
Depressionen und diese scheissegal-Einstellung (oder Neugier, wörtlich) haben mich auch schon einiges ausprobieren lassen.
Hier kommt der Punkt, bei dem ich auf eure Erfahrungen gespannt bin:
Egal was ich tue, es geht es mir so, dass es nach kurzer Zeit uninteressant wird. Also mein Job, Hobbies, die Fernsehserie etc. AUCH Alkohol, Zigaretten, Kokain, Kaffee, irgendwelche Computerspiele oder soziale Medien... habe ich immer wieder sein lassen weil es mir nichts mehr gegeben hat. Lehne eher ab, wenn ich die Möglichkeit habe. Kennt ihr das?
Etwas anders ist es mit Cannabis: Ich bin der Meinung dass Cannabis klein dosiert hilft, aber nur kurzfristig. Ich scheue es aber weil ich es gezielt im Alltag einsetzen müsste. Höhe Dosierungen machen mir eher Probleme. Ich würde nicht sagen dass ich Verlangen danach habe. Scheue eher die langfristigen Folgen, psychoaktive Wirkung im Alltag und Gewöhnungseffekte.

Meine Stimmung schwankt im Moment von Tag zu Tag sehr stark. Wenn es mir schlecht geht suche ich Ablenkung (Flucht) vor der Realität häufig in Medien. Das würde ich als Suchtverhalten beschreiben. Novelty seeking. Allerdings auch hier sehr schwankend und inkonsistent.

Ich hatte schon vorher mal den Gedanken dass Suchtverhalten bei mir nachlässt wie Interessen oder Begeisterung im allgemeinen.
Kennt ihr dazu Theorien?
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Nono » Mi 29. Jan 2020, 18:03

Addy Haller hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 09:11
Drei hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 08:53
Ich persönlich denke, dass wenn man als ADHSler medikamentös gut eingestellt ist, auch die Suchtgefahr deutlich abnimmt.
Defintiv. Das Interesse, eine Zigarette zu rauchen (habe aufgehört) oder Alkohol zu trinken, verschwindet dann völlig bei mir. Ich habe aber das Gefühl, dass dann blöderweise auch andere Interessen verschwinden, z.B. sich mit Freunden zu treffen, um sich angeregt zu unterhalten. Daher fühle ich mich ohne Medis wohler in meiner Haut - trotz stärker innerer Unruhe, Verpeiltheit und Impulsivität sowie geringerer Belastbarkeit.
Vielleicht hängt es auch vom Wirkstoff ab...

Addy was nimmst du nochmal?

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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Mi 29. Jan 2020, 09:11

Drei hat geschrieben:
Mi 29. Jan 2020, 08:53
Ich persönlich denke, dass wenn man als ADHSler medikamentös gut eingestellt ist, auch die Suchtgefahr deutlich abnimmt.
Defintiv. Das Interesse, eine Zigarette zu rauchen (habe aufgehört) oder Alkohol zu trinken, verschwindet dann völlig bei mir. Ich habe aber das Gefühl, dass dann blöderweise auch andere Interessen verschwinden, z.B. sich mit Freunden zu treffen, um sich angeregt zu unterhalten. Daher fühle ich mich ohne Medis wohler in meiner Haut - trotz stärker innerer Unruhe, Verpeiltheit und Impulsivität sowie geringerer Belastbarkeit.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Drei » Mi 29. Jan 2020, 08:53

Bevor ich Medikamente bekommen habe, hatte ich einer meiner Partnerin zu Folge grenzwertigen Umgang mit Alkohol gepflegt und Nikotin gedampft. Zusätzlich recht viel Computerspiele gespielt.

Als dann die Medikation anschlug (in meinem Fall medizinisches Cannabis), habe ich das Nikotin Dampfen einfach vergessen, selbst beim Abendritual. Der Alkohol hat auch seine Anziehungskraft verloren und Computerspiele habe ich schon ewig nicht mehr angefasst. Und der Kaffeekonsum ist reduziert...

Ich persönlich denke, dass wenn man als ADHSler medikamentös gut eingestellt ist, auch die Suchtgefahr deutlich abnimmt.
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Re: Die gute alte Sucht

Ungelesener Beitrag von Nordi » Mi 29. Jan 2020, 08:35

Das nenn man wohl eher eine Verhaltenssucht = Kaufsucht. Ist ja weit verbreitet
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