Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsberichte?

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Ruhrpottmensch
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Ruhrpottmensch » Mi 3. Feb 2021, 18:59

Darf man hier Namen von Einrichtungen u. Kliniken nennen?!
(Wenn nicht bitte kurzes Feedback)

Ich kann nur Gutes von der Diagnostik berichten...
EOS Klinik in Münster (Westfalen). Eigentlich ein "elitärer" Privatschuppen (um es ein bisschen salopp zu sagen), nimmt aber wohl auch Kassenpatienten in die Diagnostik (Dann aber, wegen Abrechnung mit KK, an zwei Terminen in zwei Quartalen).

Zwar wie häufig, relativ junges Team (PiAs), aber dafür echt gut dabei, nehmen sich Zeit in den Gesprächen, gehen auf das eigene Feedback ein, haben sich bei mir auch noch mal detailliert die Kindheit angeschaut (Obwohl schon Zeugnisse und zahlreiche Fragebögen vor dem ersten Termin dort hingeschickt werden müssen). Aufmerksamkeitstest am Computer werden ausführlich besprochen (und auch im Vorfeld erklärt). Am Ende gabs noch ein Gespräch mit der Chefärztin (wg. Medikation). Alles in allem echt angenehm und durchaus empfehlenswert.

Wollte erst nach Gevelsberg in die Fliedner-Klinik (zumindest hier in NRW die "angesagte" Klinik was (Adultes) ADS angeht), dort war aber Anfang 2020 eine Warteliste von 12 Monaten Plus... Durch Corona wahrscheinlich noch länger...
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von allmighty » Do 4. Feb 2021, 07:30

Ruhrpottmensch hat geschrieben:
Mi 3. Feb 2021, 18:59
EOS Klinik in Münster (Westfalen).
Da war ich auch und ich kann ebenfalls nur gutes berichten. Man muss aber schon einen ganzen Tag dafür planen, ich war von 09:00 bis 16:00 Uhr da (inkl. die Mittagspause).
Ich überlege auch eine ambulamte Therapie dort zu machen, irgendwann.
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Jessabelle » Fr 5. Feb 2021, 05:57

Guten Morgen ihr Lieben

Ich war gestern zur AD(H)S Diagnostik in der psychiatrischen Abteilung unseres (!!!) Krankenhauses. Also, ich fahre knappe 10 Minuten dort hin und wusste bisher nichts von diesem tollen Professor! Wie ein Geheimtipp!! Ja ihr seht schon, es war ein absolut positives Erlebnis!!
Auf diesen Termin musste ich nun ein dreiviertel Jahr warten, wobei er sogar um einen Monat nach hinten verschoben wurde. Meine Psychotherapeutin, bei der ich seit meinen Panikattacken wegen Übergforderung bin, hat mich überwiesen. Sie meinte, er sei Profi, sie könne das nicht so wirklich erkennen oder unterscheiden. Sie ist da offen und ehrlich, und ich glaube, mir hat noch nie ein Mediziner so viel Privates erzählt wie sie. Manchmal dacht ich schon, wir müssten die Seite des Tisches wechseln :lol: ja doch, ich gehe gern zu ihr!
Aber zurück zum Thema ;)
Ich wurde gestern also pünktlichst von diesem Professor ins Zimmer gerufen. Wir saßen uns dann gegenüber und er sah mich einfach nur erwartungsvoll an :shock: nach kurzer Stille meinte er dann, ich solle doch mal erzählen. Nach kurzem Unbehagen meinerseits, fragte er dann, warum ich ADS habe :shock: :? "erzählen Sie doch mal" also zog ich meine sauber notierten Listen raus, denn ich bin ja mittlerweile immer gut vorbereitet und mache für arztbesuche auch Listen, weil ich sonst mit plötzlich entleertem Hirn vor den Ärzten hocke.
Tja, listen waren wohl nichts neues für ihn :D ich solle das gleich wieder wegpacken, er will nichts abgelesenes. Er half mir dann und wir fingen an über meine Kindheit zu sprechen. Nach grober Erzählung der schulischen Laufbahn sagte er dann Wort wortlich:"Ja, Sie sind ein absoluter ADSler, das sieht man schon wenn Sie reinkommen!" oh man, was ihm alles auffiel, alleine durch das Beobachten während ich erzählte..... Fast schon peinlich :oops: wir haben uns noch eine Weile sehr positiv unterhalten, er machte mir meine Stärken bewusst, aber nicht nur so beiläufig, sondern hob sie richtig heraus. Das tat so gut! Und er erzählte von einer bekannten Familie. Er ADHSler, sie auch, und die beiden gemeinsam Kinder auch!!!! :lol: :lol:
Ich wusste ja schon von klein an, dass ich irgendwie etwas anders war, und der Kinderpsychologin kann man wohl die Problemmatik seines Kindes nur so super genau erklären, wenn man sie selbst hat! Also war ja diese Diagnose nichts neues. Neu für mich war, dass dieser Professor mir das schon im Flur ansah, dass man so positiv über dieses Thema denken und sprechen kann UND dass ich ein Mischtyp bin. Das hat der Professor während dem Gespräch dann bemerkt.
Was er auch meinte, Methylphenidat nimmt einem evtl das Kreative, den Hyperfokus. Ich solle mir genau überlegen, ob ich das tatsächlich wolle! Denn ich mache ihm jetzt nicht so sehr den Eindruck, dass mir mein Leben entglitten sei, und erzählte mir von manch anderen ADS-Muttis..... Puh..... Musste dann aber doch mein Chaos im Kopf ;), meinen Messikleiderschrank und mein sonstiges Chaos nochmals erwähnen. Er empfahl mir eine Selbsthilfegruppe und ein Buch und meinte, ich solle mir das alles gut durch den Kopf gehen lassen und mit meiner Therapeutin dann weiter entscheiden. So ein positives Erlebnis!!

Schade, dass das nicht Standard ist....

Grüße euch :winken
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Fr 5. Feb 2021, 06:49

Ach man sowas muss man einfach auch mal lesen und so positiv sollten eigentlich immer die Kontakte zu allen Ärzten aus egal welchem Fachbereich sein.

Ich finde wenn Ärzte sich krankmachend Verhalten und einen Leidensgewinn auslösen , dass die Krankenkasse dann Geld zurückfordern können sollte.
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Fr 5. Feb 2021, 17:56

Jessabelle hat geschrieben:
Fr 5. Feb 2021, 05:57
Was er auch meinte, Methylphenidat nimmt einem evtl das Kreative, den Hyperfokus. Ich solle mir genau überlegen, ob ich das tatsächlich wolle! Denn ich mache ihm jetzt nicht so sehr den Eindruck, dass mir mein Leben entglitten sei,
Hyperfokus hat mir die Medikation nicht genommen. die Medis können einen auch im Hyperfokus halten wenn ein Thema einen packt zumal dann ja die Konzentration höher ist. Medikation hilft dann eher mitzubekommen dass man vielleicht mal stoppen sollte , oder oder Körpersignale wie Hunger , Durst oder Drang auf die Blase.

Kreativität hat es mir nicht genommen, bzw. ich kann ja auch entscheiden ob ich meine Medikation auch mal auslasse. Einem Hobby gehe ich Abends z.B. ohne Medikation nach, da wird mein ADHS einfach frei und wild ausgelebt.

Ich finde es ehr angenehmer wenn meine kreativen Ideen etwas sortierter kommen und ich nicht jedem Input nachrenne weil ich unter Medikation das manchmal besser stoppen kann.

Einigen von uns war das Leben z.B. bis zum Burnout nach außen hin nicht entglitte und mir kostet es täglich Energie das es mir nicht "entgleitet" . Das ungünstige ist halt wenn sich z.B. sachlich ein Therapeut zwischen zwei Klienten entscheiden müsste , dann wird der mit mehr Chaos und sichtbaren Baustellen vielleicht eher genommen. ?
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Patrick_1994 » Fr 5. Feb 2021, 18:22

Ruhrpottmensch hat geschrieben:
Mi 3. Feb 2021, 18:59
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Wollte erst nach Gevelsberg in die Fliedner-Klinik (zumindest hier in NRW die "angesagte" Klinik was (Adultes) ADS angeht), dort war aber Anfang 2020 eine Warteliste von 12 Monaten Plus... Durch Corona wahrscheinlich noch länger...
allmighty hat geschrieben:
Do 4. Feb 2021, 07:30
Ruhrpottmensch hat geschrieben:
Mi 3. Feb 2021, 18:59
EOS Klinik in Münster (Westfalen).
Da war ich auch und ich kann ebenfalls nur gutes berichten. Man muss aber schon einen ganzen Tag dafür planen, ich war von 09:00 bis 16:00 Uhr da (inkl. die Mittagspause).
Ich überlege auch eine ambulamte Therapie dort zu machen, irgendwann.
Wie auch schon in diesen Theard schrieb, ich war dort auch. Ich bin sehr zufrieden gewesen. Sehr nettes junges Team.
Alle die aus NRW kommen zumindest nördlich und schnell ein Termin haben wollen sollen sich dort melden :)
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Jessabelle » Sa 6. Feb 2021, 07:55

@Nelumba_Nucifera
Das beschreibst du sehr gut! Ich war auch der Meinung, dass wenn ich mir von meinen Kindern medis stibitzt habe, der hyperfokus so viel stärker eigentlich konzentriert war. Auch komme ich doch etwas sortierter durch den Alltag.
Meine 23jahrige Tochter allerdings nimmt schon länger nichts mehr. Sie ist der Ansicht, es verändert das eigentliche Ich. Aber ich sehe schon so ab und zu, wie sie durch ihren Alltag stolpert.

Ein schönes erholsames Wochenende euch :winken
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Sa 6. Feb 2021, 10:20

Jessabelle hat geschrieben:
Sa 6. Feb 2021, 07:55
Meine 23jahrige Tochter allerdings nimmt schon länger nichts mehr. Sie ist der Ansicht, es verändert das eigentliche Ich. Aber ich sehe schon so ab und zu, wie sie durch ihren Alltag stolpert.
Ich denke das zu den unterschiedliche Lebensphasen, alleine schon durch die hormonelle aber auch den normalen Entwicklungsphasen immer mal wieder die Medikation überprüft werden sollte.
Wenn das Gefühl besteht es ändert das Ich, dann ist vielleicht auch an der Dosis was nicht mehr stimmig ?

Vielleicht empfindet man die Medikation mit 23 auch etwas anders wie in unserem Alter ?
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Sa 6. Feb 2021, 21:10

Hallo Jessabelle,

was du über diesen Professor erzählst macht ja einen positiven Eindruck, bis auf das:
Jessabelle hat geschrieben:
Fr 5. Feb 2021, 05:57
Was er auch meinte, Methylphenidat nimmt einem evtl das Kreative, den Hyperfokus. Ich solle mir genau überlegen, ob ich das tatsächlich wolle! Denn ich mache ihm jetzt nicht so sehr den Eindruck, dass mir mein Leben entglitten sei
Also ich finde, dass die Schwelle, Methylphenidat oder Ähnliches zu nehmen, nicht erst sein sollte, dass einem das Leben entglitten sei!

Ich habe damit angefangen in einer Phase, als sich Vieles eigentlich schon wieder stabilisiert hatte. Ich war 37 (heute bin ich 55) und war (und bin immer noch) glücklich verheiratet, hatte seit schon einem Jahr einen guten Job, und auch einige andere Sachen liefen gut. Da gab es in meiner Kinder-, Jugend- und Junge-Erwachsenenzeit ganz andere Strecken. (@Jessabelle Mit 22, 23 ging es mir so richtig sch... ;) und ich hätte rückblickend MPH gut brauchen können.)

Und dennoch, meine Lebensqualität hat sich durch das Methylphenidat so deutlich gesteigert. (Sorry für die Wiederholung an alle die das schon ein paarmal von mir gelesen haben.) D. h. das eigentlich Gute des Medikamentes ist das, was ich nicht erwartet hatte - größere emotionale Ausgeglichenheit, mehr Ruhe, weniger Zoff mit Frau und Kindern.
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Rocco » So 7. Feb 2021, 17:53

Ich soll ja zum Diagnose Termin Zeugnisse mitbringen. Ich finde leider nur auf meinem alten Laptop Zeugnisse von der Berufsschule und danach . Diese Zeugnisse sind alle doppelt und dreifach abgespeichert in neuer Ordner.. Neuer Ordner 2.. Neuer Ordner 3 ect. Dann gibt es 3 Ordner bewerbung.. Soo allgemein, mich wundert es nicht, dass ich nicht an diesen Laptop gehe. So ein unaufgeräumter Haufen, wirklich eine Katastrophe. Ich sollte dem diagnostiker einfach diesen Laptop vor die Nase setzen, das sagt mehr über mich aus, als die Zeugnisse 🤣
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Maxi1976 » Mo 8. Feb 2021, 20:53

Hallo Canis Minor,

welche Art von Tics hast Du?
Gehört Blinzeln auch dazu?
Mein Kind (9 Jahre) blinzelt sehr stark beim Fersehen schauen.
Zudem ist er hyperaktiv und kann kaum still bleiben. Wenn er mir auf dem Schoss sitzt, brauche ich immer einige Minuten, um ihn zu beruhigen.
Sein Blinzeln Tic scheint weniger am Vormittag zu sein und wenn er sich auf etwas konzentriert bzw. mit jemanden reden. Am schlimmsten ist es vor dem Fernsehen.

danke im Voraus


Canis Minor hat geschrieben:
So 22. Nov 2020, 11:44
Erst mit 34 bin ich zufällig auf einen AD(H)S-Verdacht gekommen. Mir war schon länger aufgefallen, das meine Tics morgens und spät am Abend schwächer sind und ich suchte im Internet nach dem Grund. In einem Artikel laß ich, dass solche Tics häufig in Verbindung mit AD(H)S auftreten. Ich laß die Symptome von AD(H)S durch und dachte: BINGO! Das völlige Chaos in meinem Leben fügte sich auf einmal zu einem stimmigen Bild zusammen.
Da es bei meinem Onkel bereits im Kindesalter diagnostiziert wurde und sowohl meine Mutter, wie ihre Schwester auch gewisse Muster zeigen, dachte ich, ich sollte das abklären.
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Mo 8. Feb 2021, 21:00

Hallo Maxi und herzlich willkommen, :winken

ich habe das Zitat gekürzt. Ich bitte dich, nicht vollständige Beiträge zu zitieren, sondern nur die Passage auf die du dich beziehst, das Forum wird ansonsten schnell unübersichtlich.

Viele Grüße
Falschparker
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Rocco » Mi 10. Feb 2021, 12:38

Ich bin nicht so richtig überzeugt von meiner Anlaufstelle. Ich saß gestern wieder bei einer anderen Psychologin (ich hab keine Ahnung ob das psychiater oder Therapeuten sind).
Der Termin ging 25min. Und mir werden sehr wenige Fragen gestellt und die Fragen die mir gestellt werden beziehen sich zu 80% auf meinem ehemaligen Drogen Konsum. Ich habe das Gefühl die erstellen einfach ein protokoll mit den Dingen die ich sage und machen anhand dessen die diagnostik anstatt sich mal 3std Zeit zu nehmen und mit mir ein Gespräch zu führen.
Ende nächsten Monats hab ich den nächsten Termin, dort wird mit mir besprochen ob in meinem Fall eine Medikation mit MPH erforderlich ist.

Also die Gesprächszeit mit den Leuten da ist jetzt zusammen gerechnet vllt knapp über 1h. Der Tag an dem ich die tests gemacht habe, hat ca 2 ½ Std gedauert .
Ist das normal, dass das Diagnose Gespräch so kurzweilig ist?
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von tosh » Mi 10. Feb 2021, 18:47

Hallo @Rocco ,

ich denke, mit ADHS erfahrene Ärzte merken es schon am Auftreten und im Gespräch, ob es ADHS sein könnte oder nicht. Daher können kurze Gespräche da schon reichen zusätzlich zu Tests und Fragebögen.

Zum Drogen-, Alk- und sonstigem Konsum/Süchten: soweit ich das mal gelesen hatte, sind Suchterkrankungen bzw. bedenklicher Konsum von z.B. Alk bei Menschen, die erst im Erwachsenenalter mit ADHS diagnostiziert werden, eine typische Begleiterscheinung, ebenso wie Angsterkrankungen und Depressionen. Ohne so was bekommste die Diagnose im Erwachsenenalter eigentlich nicht.

Die Frage ist bei "Suchtis" natürlich immer, was war zuerst da - ADHS oder die Sucht ? Denn Sucht kann auch zu ADHS-(ähnlichen) Symptomen führen. Deshalb wahrscheinlich auch die Frage nach (Grund-)Schulzeugnissen sowie Fragebögen zur Kindheit. Süchte dürften ja erst später kommen. Der Unterschied ist für mich z.B., dass undiagnostizierte ADHSler erst deshalb überhaupt zu Drogen/Alk und/oder anderen Süchten kommen, um das ADHS zu kompensieren (dazu gehört z.B. auch Zucker und Koffein sowei exzessiver Sport) während Menschen, bei denen die Ursachen/Auslöser für psych. Störungen ganz woanders liegen erst dadurch zur Sucht kommen als dass sie die Ursachen/Auslöser nicht bewältigen können.

Dich aber auf deine Drogenvergangenheit (immer wieder) festzunageln ist mE überhaupt nicht ok. Nach meinem Umzug in eine andere Stadt, fragt mich mein hiesiger ADHS-Arzt in der neuen Stadt jedes Mal wieder als Erstes (!)- und zwar sehr spitz und herausfordernd - wie es denn um meinen Drogenkonsum bestellt sei. Dabei sagte ich ihm bereits im 1. Gespräch, dass ich mit Drogen nie etwas am Hut hatte und auch nicht habe. Im 1. Gespräch zählte er mir dann sofort trotzdem sämtliche Drogensorten (Cannabis, Kokain, Ectasie (ich weiß nciht mal wie man das schreibt) etc.pp) auf, die es so gibt, worauf ich stets wahrheitsgemäß mit "Nein" antwortete. Offenbar bedenkt er auch nicht, dass ich trotz ADHS im Berufsleben stehe und zwar in einem Beruf mit sehr viel Verantwortung (den ich allerdings gerade aufgeb)..... *kopfkratz*. Auch beim letzten Termin Anfang Januar fragte er mich als 1. (!!!!), ob ich derzeit kiffe. ?!?!?!?! HÄ?!

Nun ja, ich habe mir jetzt eine andere Ärztin gesucht.

Lange Rede, kurzer Sinn: such dir wen anders, wenn der nächste Termin wieder komisch werden sollte und man dir die Diagnose zwar bestätigen sollte, dir aber wegen der Drogenvergangheit kein MPH verschreiben will. Es ist längst bekannt, dass die Medikation bei ADHS gerade dazu führt, keine Drogen/Alk mehr konsumieren zu wollen. Dieses Festnageln auf deiner ehemaligen Drogengeschichte bringt dich jedenfalls nicht weiter, es seie denn, du wärst derzeit drogenabhängig und wünschst einen Entzug.

Zumal man als Patient ja Hilfe möchte bzgl. ADHS und den Begleiterscheinungen und keine Verurteilung/Vorwürfe. Vielleicht sind da manche auch "berufsblind" und haben nicht mehr auf dem Schirm, dass man ja zu ihnen kommt, weil man sich Hilfe wünscht und dies schon mit Scham etc. verbunden ist und große Überwindung kostet, zumal man sich ja sehr "nackig" macht.

Für mich ist mein Fazit mit diesem Arzt hier: Tschüssikowski! Der hat offenbar entweder mehr ADHS als ich, weil es sich nicht merken kann, dass ich mit Drogen nix am Hut habe oder aber er hat kein ADHS und denkt bei ADHS im Erwachsenenalter nur an Drogen und Alk....
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Sa 13. Feb 2021, 10:47

Tag Leute, fand ich durch Zufall heute .
Aus meinem Empfinden ein gutes Video, müsste jeder Psychiater , Arzt und Psychologe Zu verpflichtet werden anzuschauen. Ist aber noch aus der Zeit MPH erste Wahl war.

https://www.adhs-selbsthilfe.de/article ... chneeweiß/

Müsste @Overthesky im Bezug zur Thematik ADHS in der Erwachsenenpsychiatrie aus der Seele sprechen.


Er geht noch mal,auf verschieden Diagnosemöglichkeiten/Tools ein .
Um Minute 9 erklärt er nochmal den Unterschied zwischen Aufmerksamkeitsproblemen und Konzentrationsstörungen.
Komorbitäten ; stimulierende Substanzen und co. alles ernsthaft beleuchtet
Außerdem ist er ein Fan von dem Kanal to ADHD (Jessica)
Er sagt es brauch relativ wenig eine Klinik auf ADHS zu modifizieren

Schön fand ich eines seiner Abschlussworte. „die Diagnose lohnt sich, wir haben viel Dankbare Patienten!“

.:......———————Eine andere Frage ist, dass Forum/Seite scheint neu, aber wer steht dahinter ?
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Mo 15. Feb 2021, 21:01

//Gelöscht auf Wunsch der Verfasserin//
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Khan
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Khan » Di 16. Feb 2021, 04:49

@Nelumba_Nucifera

Der Absatz bezieht sich auf Atomoxetin und nicht auf Elvanse.
Wer die Rose liebt, nimmt ihre Dornen in Kauf.
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Di 16. Feb 2021, 07:15

Oh @Khan danke fürs nachlesen und richtigstellen, dass habe ich voll überlesen und mal einfach echt nicht so erfasst.

Ich werde meinen Beitrag mal brav melden und um löschen bitten, weil in diesem Falle ist es echt einfach mal eine falsche Aussage , die ich da wiedergebe .
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Re: Verhalten der Ärzte - Wie ist es euch bei Diagnostik und bei einer etwaigen Odysee zuvor ergangen? Erfahrungsbericht

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Di 16. Feb 2021, 08:19

Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Mo 15. Feb 2021, 21:01
//Gelöscht auf Wunsch der Verfasserin//

Danke fürs löschen!
Ich hatte etwas falsch aus dem Artikel erfasst und deswegen hier falsch wiedergegeben

Anbei aber noch mal der Link

ADHS bei Erwachsenen Immer noch zu oft übersehen S.34
https://www.bvdn.de/images/neurotransmi ... mitter.pdf
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