ADHS und Autofahren

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.
Murmel
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Murmel » Fr 31. Jan 2020, 15:49

Bei gewissen Situationen reagiere ich auch heute schon noch mal impulsiv, aber dank der Medikamente ist dies bedeutend weniger geworden.
Overthesky
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Fr 31. Jan 2020, 12:47

Quartz hat geschrieben:
Fr 31. Jan 2020, 04:13
Hat von euch jemand Erfahrungen mit den Drogentests bei der Polizei?

Zum Fahren selber: Für mich ist das wie "Meditieren". Ich fahre gerne und auch gerne lang Auto. Ich rauche aber immer beim Fahren, so alle 20-50km. Bei mir ist das Adhs aber auch nicht stark ausgeprägt.
Zug und Busfahren hasse ich wie die Pest. Die warten einfach nicht auf mich... Man braucht ewig bis man da ist wo man hin will. Und die ganzen Menschen...

Seit ich mit "OK google" Notizen speichern kann funktioniert das ganze noch besser ;)
Mir soll absolut niemand erzählen, wie toll es angeblich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad statt Auto von A nach B zu kommen... ich war mangels Finanzmitteln über 10 Jahre lang auf Straßenbahn, Linienbus, Flixbus und die Bahn angewiesen... seit ich ein eigenes Auto habe, ich will wirklich nicht mehr zurück zu dem Gequäle, Gepäck-Geschleppe und Herumgewarte oder Herumgehetze zum Anschlusszug, -bus mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln ... in Berlin, Paris, Mailand, London, wenn man selber in der City wohnt, dann hat U-Bahn und Straba Vorteile gegenüber ständig im Stau stehen... insgesamt ist es aber ein weniger an Lebensqualität, wenn man ewig warten muss, bis Bahn oder Flixbus oder die Bahn zur Flixbushaltestelle kommt und wie gesagt, mit dem Auto kann ich in 3 Wochen Urlaub spontan in 1 Minute entscheiden, wo ich hinfahre am jeweiligen Tag, auch Sonntags und nachts, wenn kein Bus fährt...

Für mich ist Autofahren auch Meditieren... auf der rechten Spur auf der Autobahn auf der A5 Freiburg nach Karlsruhe z. B. wenn spätabends nichts los ist...
Der Unbeugsame
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Der Unbeugsame » Fr 31. Jan 2020, 12:03

Hallo zusammen,

bin bzw. sehr impulsiv. Jetzt mit Medis deutlich besser/entspannter.

Fühle mich denoch oft "herausgefordert", rege mich über Fahrfehler anderer auf, besonders wenn ich zu dicht überbolt werde, da wiederum besonders als Fahrradfahrer, oder wenn man mir auf meinem Fahrstreifen in einer Kurve entgegenkommt. Gab schon heftigste Wortgefechte.

Ich kann echt chillig fahren, halte mich meist an die Geschwindigkeiten, fahre aber auch trotz Begrenzung mal schneller. Ich darf das, andere aber nicht!

Also ganz normal bei mir, denke ich! ;-)

Schöne Grüße

DU
Quartz
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Quartz » Fr 31. Jan 2020, 04:13

Hat von euch jemand Erfahrungen mit den Drogentests bei der Polizei?

Zum Fahren selber: Für mich ist das wie "Meditieren". Ich fahre gerne und auch gerne lang Auto. Ich rauche aber immer beim Fahren, so alle 20-50km. Bei mir ist das Adhs aber auch nicht stark ausgeprägt.
Zug und Busfahren hasse ich wie die Pest. Die warten einfach nicht auf mich... Man braucht ewig bis man da ist wo man hin will. Und die ganzen Menschen...

Seit ich mit "OK google" Notizen speichern kann funktioniert das ganze noch besser ;)
Asagi
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Asagi » So 26. Jan 2020, 21:00

Hallo zusammen,

ich habe meinen Führerschein erst mit 30 gemacht, da ich vorher kein Interesse dran hatte. Meine ADHS-Diagnose kam erst ein Jahr danach.
Ich habe 2 Versuche gebraucht. Beim Ersten war ich zu unaufmerksam beim Rückwärts fahren, weshalb mein Fahrlehrer bremsen musste.
Allgemein war mein Fahrlehrer während der Fahrstunden die ganze Zeit lang sehr genervt, dass ich gesagtes nicht schnell genug verarbeitete und unaufmerksam war.

Heute fahre ich nur noch mit Medikament, da ich damit viel mehr Details sehe und es sich auch so anfühlt, als wenn ich mehr "Frames per seconds" hätte.
Ich fahre kurze Stecken ohne, aber sehr ungern.
Rusty Mike
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Rusty Mike » Sa 25. Jan 2020, 14:41

:(
Windtänzerin hat geschrieben:
Sa 25. Jan 2020, 13:59
beides zusammen ist eine sehr ungünstige Konstellation, da AS und ADS sich in manchen Bereichen gegenseitig sehr negativ beeinflussen.
Kann ich leider bestätigen. Das ist echt 'ne Sch...-Kombination. :roll:
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Sa 25. Jan 2020, 13:59

Andromache hat geschrieben:
Sa 25. Jan 2020, 02:38
Das hat nicht immer etwas mit erlernter Hilflosigkeit zu tun, sondern mit der Unfähigkeit zur Konzentration und mehrere Dinge gleichzeitig zu handeln. Solche Symptome sind bei einigen ADHSlern mit schwerer Ausprägung absolut normal. Da frage ich mich wirklich, warum du hier von dir auf andere schließt und Windtänzerin absprichst, sich korrekt einschätzen zu können.
Danke! Es ist keine erlernte Hilflosigkeit, sondern schlicht mangelnde Konzentrationsfähigkeit, fehlende Multitaskingfähigkeit und Reizüberflutung. Bei mir kommt ja schließlich auch noch mein Asperger-Autismus (hätte ich vielleicht erwähnen müssen; ich habe es jetzt in meine Signatur geschrieben) zum Tragen und beides zusammen ist eine sehr ungünstige Konstellation, da AS und ADS sich in manchen Bereichen gegenseitig sehr negativ beeinflussen.
Ich bin Verdachts-ADSlerin und diagnostizierte Asperger-Autistin.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Andromache » Sa 25. Jan 2020, 09:49

Overthesky hat geschrieben:
Sa 25. Jan 2020, 09:22
ADHS allein ist ein Faktor, der Führerschein und Autofahren erschwert, aber mitnichten in dem Ausmaß, dass es insgesamt nicht möglich wäre...

Ansonsten drehen wir uns bei dem Thema langsam im Kreis.
Es ist DEINE Ansicht, die aber nicht zwingend der Lebensrrealität anderer ADHSler entsprechen muss! Und im Kreis dreht sich hier nur einer, nämlich du um deine eigene Meinung. 😉
"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Sa 25. Jan 2020, 09:22

Wie gesagt, ich denke, dass Führerschein für PKW erwerben und Autofahren selbst bei ADHS in maximalen Schweregrad prinzipiell machbar ist... wer mit ADHS das nicht schafft, nur ADHS in Kombination mit Komorbiditäten wie Angststörung, Depression, eben erlernte Hilflosigkeit bzw. eine entsprechende Sozialisation ergibt sich diese eher subjektive Unmöglichkeit, Auto zu fahren... ADHS allein ist ein Faktor, der Führerschein und Autofahren erschwert, aber mitnichten in dem Ausmaß, dass es insgesamt nicht möglich wäre...

Ansonsten drehen wir uns bei dem Thema langsam im Kreis.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Andromache » Sa 25. Jan 2020, 02:38

Overthesky hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 23:01
Windtänzerin hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 16:16
Und wie soll man bitte seinen Fahrstil anpassen, wenn man so abgelenkt und überfordert ist, dass schon an jeder größeren Kreuzung die Jalousien runterrasseln und nichts mehr geht? Einfach keine Kreuzungen mehr fahren? Wie soll das bitte gehen?
Durch Selbstkonditionierung!... Selbstwirksamkeit statt Erlernte Hilflosigkeit.
@Overthesky
Meinst du nicht, du schießt hier mal wieder über das Ziel hinaus!?
Das hat nicht immer etwas mit erlernter Hilflosigkeit zu tun, sondern mit der Unfähigkeit zur Konzentration und mehrere Dinge gleichzeitig zu handeln. Solche Symptome sind bei einigen ADHSlern mit schwerer Ausprägung absolut normal. Da frage ich mich wirklich, warum du hier von dir auf andere schließt und Windtänzerin absprichst, sich korrekt einschätzen zu können.

Bei mir spielt es fast keine Rolle, ob ich mit Medis oder ohne fahre. Das dürfte aber durch meinen Hyperfokus eine Ausnahme darstellen. Mit Medis fahre ich lediglich etwas entspannter, aber auf meine Konzentration haben die Medikamente keinen Einfluss. Ebensowenig dürften die Medikamente bei durch schwere Ausprägung begründeter Fahruntüchtigkeit diese einfach "verfliegen" lassen.

Jeder, der sich im und durch Straßenverkehr überfordert fühlt, hat hinterm Steuer eines PKWs nichts zu suchen. Freiheit hin oder her!
Und ich bin um jeden froh, der seinen Selbstwert nicht daran festmacht, ob er einen Wagen durch diese verrückte Welt lenken kann oder nicht.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Fr 24. Jan 2020, 23:19

"Wahrscheinlich wäre das heute nicht überlebt worden."... "diese Härte und Robustheit, die gibt es heute so nicht mehr..."...das ist ein Zitat von Reinhold Messner, das er bei Markus Lanz über die laut ihm schier unglaublichen Strapazen und den eisernen Wille zu überleben der in der Antarktis ca. 1912 gestrandeten Männer der "Endurance" getätigt hat... ich selbst bin auch geprägt von Youtube und Generation Y, ich bin genauso wenig tauglich für die "Endurance" wie die hedonistischen Millenials auch... gestern war ich im Kino in "1917", ich hätte es auch wohl vorgezogen bei der Frau im Keller zu bleiben statt wegen den 1600 Soldaten, die sonst in die Falle laufen, wieder raus in die Todesgefahr zu gehen... "Ich kann das nicht.", der Satz hat auch viel mit Kultur und Prägung und Sozialisation zu tun...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Fr 24. Jan 2020, 23:01

Windtänzerin hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 16:16
Overthesky hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:32
meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls
Und wie soll man bitte seinen Fahrstil anpassen, wenn man so abgelenkt und überfordert ist, dass schon an jeder größeren Kreuzung die Jalousien runterrasseln und nichts mehr geht? Einfach keine Kreuzungen mehr fahren? Wie soll das bitte gehen?
Durch Selbstkonditionierung!... Selbstwirksamkeit statt Erlernte Hilflosigkeit.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von UlBre » Fr 24. Jan 2020, 22:27

Hi Windtänzerin,

das ist ja das schöne an den AD(H)S-Medikamenten, dass sie eben das, was Du als Deine Probleme beschreibst, sehr deutlich verringern.
Erinnere Dich an diesen Moment, wenn Du das erste mal eine Urlaubsreise geniesst ;-)
Manchmal muss alles neu werden, damit alles beim alten bleiben kann...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 19:19

Nein, deine Wortmeldung ist natürlich nicht unerwünscht, aber es ist eben ein himmelweiter Unterschied, ob man mit oder ohne Medis fährt.

Ich kann deine Bedenken bzgl. Medikamenten grundsätzlich verstehen, glaube aber, dass es sich lohnt, selbst zu auszuprobieren, was mit Medis passiert. So manch einer hat die Welt mit völlig anderen Augen gesehen und konnte dann ein völlig anderes Leben führen. Diese Chance würde ich mir nicht entgehen lassen.
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 18:01

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 16:45
In deiner Signatur steht, dass du noch keine Diagnostik gemacht hast. Entsprechend gehe ich davon aus, dass du deine Erfahrungen auch unmedikamentiert gemacht hast?
Ja, das stimmt (Sorry, falls meine Wortmeldung deswegen unerwünscht sein sollte). Führerschein machen käme aber auch nicht mehr für mich infrage. Selbst dann nicht, wenn ich die Diagnose bekomme und dann Medis nehmen sollte (was ich aber wegen der Nebenwirkungen und oft paradoxer Wirkungsweisen von Medikamenten nur ungern tun würde). Da ich in absehbarer Zeit wohl eh in der EM-Rente landen werde, wäre der Führerschein sowieso viel zu teuer und ein Auto könnte ich mir auch nie im Leben leisten. Naja, wenn ich irgendwo hinwill, dann fährt meine ABW-Kraft mit mir dahin. Und notfalls gibt es hier ein sogenanntes Anruf-Sammeltaxi. Das fährt nach festem Fahrplan alle zwei Stunden auf Abruf. Kostet zwar ein paar Cent mehr als der Bus, aber dafür ist man meistens der einzige Fahrgast und man wird meistens zuhause abgeholt und immer zuhause abgesetzt. Und beim Einkauf reintragen wird einem auch noch geholfen. Ich bin aber sowieso am liebsten zuhause in meiner kleinen, geschützten Welt, die mir Ruhe und Sicherheit gibt. Urlaubsreisen sind für mich nur Stress, aber keine Erholung.
Ich bin Verdachts-ADSlerin und diagnostizierte Asperger-Autistin.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 16:45

Genau so ging es mit auch - ohne Medis.

In deiner Signatur steht, dass du noch keine Diagnostik gemacht hast. Entsprechend gehe ich davon aus, dass du deine Erfahrungen auch unmedikamentiert gemacht hast?
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 16:25

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 09:50
Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.
Ich hatte damals Fahrschulunterricht vor der Arbeit und war nicht fokussiert, sondern fix und fertig, als ich auf der Arbeit ankam. Das habe ich auch nur zweimal gemacht, weil ich danach erst mal eine Weile nicht arbeiten konnte, weil ich so fahrig war und erst mal wieder runterkommen musste. Da war mir sogar die Fahrt mit dem vollen Schulbus zur Arbeit noch lieber. Da konnte ich wenigstens Kopfhörer und Cappy aufsetzen, dadurch einen Teil der Reize wegfiltern und musste nicht auf alles Mögliche zeitgleich achten.
Ich bin Verdachts-ADSlerin und diagnostizierte Asperger-Autistin.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 16:16

Overthesky hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:32
meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls
Und wie soll man bitte seinen Fahrstil anpassen, wenn man so abgelenkt und überfordert ist, dass schon an jeder größeren Kreuzung die Jalousien runterrasseln und nichts mehr geht? Einfach keine Kreuzungen mehr fahren? Wie soll das bitte gehen?
Ich bin Verdachts-ADSlerin und diagnostizierte Asperger-Autistin.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Murmel » Fr 24. Jan 2020, 11:09

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 09:50
Es ist erwiesen, dass unmedikamentierte Menschen mit ADHS öfter in Unfälle verwickelt sind. Wen wundert‘s? Mit Medikation sollte sich die Aufmerksamkeit aber nicht groß von anderen Fahrern unterscheiden.

Nicht unterschätzen sollte man, was das Nicht-Fahren ggf. mit dem Selbstwert macht. Es ist etwas anderes, ob ich mich dafür entscheide, nicht zu fahren, oder ob ich aus der Welt der Fahrenden von vorne herein ausgeschlossen bin. Mal abgesehen von der zusätzlichen Belastung, nicht spontan ins Auto steigen zu können, sondern jeden Weg mit den Öffis planen zu müssen, was wiederum zu Reizüberflutung führen kann etc.

So sehr man das Auto angesichts der Umweltproblematik auch geißeln mag: Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.

Ich werde daher, jetzt, wo ich wieder Medikamente nehmen, auch wieder ins Auto steigen...
Dem kann ich mich nur anschließen. Ich bin durch die Medikamente auch bedeutend ruhiger beim Autofahren geworden.
Addy Haller
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 09:50

Es ist erwiesen, dass unmedikamentierte Menschen mit ADHS öfter in Unfälle verwickelt sind. Wen wundert‘s? Mit Medikation sollte sich die Aufmerksamkeit aber nicht groß von anderen Fahrern unterscheiden.

Nicht unterschätzen sollte man, was das Nicht-Fahren ggf. mit dem Selbstwert macht. Es ist etwas anderes, ob ich mich dafür entscheide, nicht zu fahren, oder ob ich aus der Welt der Fahrenden von vorne herein ausgeschlossen bin. Mal abgesehen von der zusätzlichen Belastung, nicht spontan ins Auto steigen zu können, sondern jeden Weg mit den Öffis planen zu müssen, was wiederum zu Reizüberflutung führen kann etc.

So sehr man das Auto angesichts der Umweltproblematik auch geißeln mag: Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.

Ich werde daher, jetzt, wo ich wieder Medikamente nehmen, auch wieder ins Auto steigen...
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