Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.
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Andromache
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Andromache » Fr 19. Jun 2020, 14:17

@Addy Haller
Stimmt auch! Unter diesem Aspekt hatte ich das noch gar nicht gesehen.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es unter den ADHS-Leugnern gar nicht wenige undiagnostizierte ADHSler gibt, die sich entweder die eigene Betroffenheit unbewusst nicht eingestehen wollen oder deren Wahrnehmung so verquer ist, dass sie den Leidensdruck einfach nicht erkennen können und auf dem Standpunkt beharren, die Gesellschaft müsse sich ändern und dann sei alles ok. Solche Dickköpfe solls ja unter den ADHSlern geben. ;)
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 19. Jun 2020, 13:59

Leugnen ist die eine Möglichkeit, die andere ist eine andere Wahrnehmung der „Normalität„.

Wenn ADHS schon seit Generationen in einer Familie virulent ist, dann werden bestimmte Symptome möglicherweise einfach als Charakterzug betrachtet.

Was man nicht anders kennt, ist dann einfach normal.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Andromache » Fr 19. Jun 2020, 12:34

@Nelumba_Nucifera
Wenn ich es richtig verstanden habe, zielt Sita - was die Lüge betrifft- ja auch eher auf ihre Eltern ab, die es eigentlich schon längst hätten realisieren müssen, was mit ihr los ist.

Diese Frage würde mich ich mir auch stellen. Ich könnte mir aber vorstellen, das die Eltern vielleicht zu den ADHS-Leugnern gehören und dann werden sie wohl nicht gegen ihre Überzeugung handeln.

Schwieriges Thema....
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Do 18. Jun 2020, 22:23

.•°•SitaJoiSolis•°•. hat geschrieben:
Do 18. Jun 2020, 22:12
@Falschparker du sprichst mir gerade aus der Seele... Ich habe mich jetzt schon länger in Verdacht aber schaffe es noch nicht mich diagnostizieren zu lassen...
Alles an meinem bisherigen Leben schreit mich an:"das ist es- tu es einfach"...denn es ist wirklich ein beruhigender Gedanke, eine Erlösung... Andererseits bedeutet die Diagnose für mich dass mein Leben eine Lüge ist, es macht mich wütend dass meine Eltern -der Pädagoge und die Krankenschwester mit Schwerpunkt auf Psychiatrie -niemals für mich da waren, es nicht erkannt haben oder erkennen wollten... Ich muss dann so vieles eingestehen was ich Jahrzehnte lang verborgen habe...usw...
Als man mich in die Richtung stieß hatte ich auch ähnliche Gefühle. ich wusste da aber z.B noch nicht , dass da mal einer eher auf die Idee hätte können. für meine Psychologen ist das oft so das es vorher einE Odysee gab und daraus zieht er auch oft die <Schlussfolgerung zu testen.

Doch Was sollst du eingestehen müssen , die Diagnsoe sagt nur das was eh schon immer da war, jetzt hat es einen Namen.
Ich musste an keiner Stelle was eingestehen, weil es nämlich kaum einer weiß und für die die es wissen bin ich auch immer noch die selbe, aber sehen nun manche Sachen anders.
Du hast nichts verborgen , nicht gelogen und keine Schuld !!!
Und wie hätten dir jemand mit ADHS helfen können ,wenn er nicht weiß und bei Mädels ist das mit dem unentdecktem ADHS Ja auch noch so eine Sache.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Do 18. Jun 2020, 22:13

Bei mir war es auch Jahrelang so das ich eher ein ADHS Gegener war. aber eher im Bezug von falscher und über Diagnostik und dann Medikation.

Also ich war da eher offen für die Anti ADHS Googels.

Hätte ich seit dem BurnOut nicht immer so aus Spaß gesagt Boh so fühlt sich bestimmt ADHS an und nicht auch so manche Tagebuchnotiz gefunden wo ich Ähnliches fand und die Testungen nicht diese Ergebnisse So klar gezeigt hätten .....

Ich glaube man darf nicht vergessen dass ja ein Verdacht auch ein Googeln in die Gegenteilige Richtung auslösen kann.

Ich Wunder mich gar , dass die bei mir nicht so war. Finden kann man dazu ja auch genug
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von .•°•SitaJoiSolis•°•. » Do 18. Jun 2020, 22:12

@Falschparker du sprichst mir gerade aus der Seele... Ich habe mich jetzt schon länger in Verdacht aber schaffe es noch nicht mich diagnostizieren zu lassen...
Alles an meinem bisherigen Leben schreit mich an:"das ist es- tu es einfach"...denn es ist wirklich ein beruhigender Gedanke, eine Erlösung... Andererseits bedeutet die Diagnose für mich dass mein Leben eine Lüge ist, es macht mich wütend dass meine Eltern -der Pädagoge und die Krankenschwester mit Schwerpunkt auf Psychiatrie -niemals für mich da waren, es nicht erkannt haben oder erkennen wollten... Ich muss dann so vieles eingestehen was ich Jahrzehnte lang verborgen habe...usw...
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Do 18. Jun 2020, 22:02

Da hatten wir ja Glück, es gab jedenfalls im Jahr 2000, als es meinen größeren Sohn betraf, schon Einiges zu finden im deutschsprachigen Internet, natürlich nicht mit heute vergleichbar, aber auch einen wirklich guten Artikel in "Eltern".

Die Frage erübrigt sich nicht, du könntest durchaus mehr erzählen. ;)

Dein Verständnis für die Leute, die den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, ist natürlich gering, offenbar weil deine Mutter so auf Zack war.

Aber das trifft nun mal nicht auf alle Mütter oder Selbstbetroffene zu. Du übersiehst auch, dass die Einschätzung für sich selbst nur zu einem ganz geringen Anteil rational abläuft. Anders gesagt, es gehört für viele unerkannte ADHS-ler zum Selbstbild, die Möglichkeit dieser Diagnose nicht sehen zu wollen.

Ich kann nichts dafür, mit meinen Botenstoffen läuft etwas schief
- das ist für Viele von uns eine wunderbare Entlastung gewesen. Wenn man dazu bereit ist. Für viele Andere stellt es das gesamte Selbstbild in Frage, sie empfinden das als Bedrohung und wehren sich.

Deine Tankstellen-Selina hast du damit offenbar sowas von auf dem falschen Fuß erwischt.

Edit: Hibbelanna hatte ja schon das Gleiche geschrieben! :lol:
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Do 18. Jun 2020, 21:37

@Overthesky
Wie ist denn überhaupt deine ADHS „Karriere“ Werdegang gewesen. Oder hast du da mal was zu geschrieben ?

Aber dann Respekt an deine Mutter !
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Do 18. Jun 2020, 18:48

Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Di 16. Jun 2020, 15:03
Hi @Overthesky

Nun haben wir zu deinem Beitrag hier alle nett diskutiert und irgendwie ist von dir dann nichts mehr gekommen , nicht mal ne Antwort auf eine Frage gezielt an dich und zu deinem Thema ?
Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 06:29
Aber wie war es denn bei dir, was war bei dir der Auslöser das du ins nachgoogeln gekommen bist was du vielleicht hast ?
Da ich Mitte der 90er mit 9 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde (bei Neuhaus damals) und es damals Google noch gar nicht gab, erübrigt sich bei mir die Frage 😎

...meine Mutter hat aber in dem Kontext eine ziemliche Detektiv-Arbeit hinter sich... ich hatte das "Glück", dass ich hinsichtlich ADHS nicht nur latent, sondern ziemlich, ziemlich auffällig war... jedenfalls googlen ging Mitte der 90er nicht, heute sind massenhaft Informationen zu ADHS 1 oder 2 Klicks über Google entfernt...
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Di 16. Jun 2020, 15:03

Hi @Overthesky

Nun haben wir zu deinem Beitrag hier alle nett diskutiert und irgendwie ist von dir dann nichts mehr gekommen , nicht mal ne Antwort auf eine Frage gezielt an dich und zu deinem Thema ?
Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 06:29
Aber wie war es denn bei dir, was war bei dir der Auslöser das du ins nachgoogeln gekommen bist was du vielleicht hast ?
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Maxmalwieder » Mo 15. Jun 2020, 18:59

Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 06:29
Du gehst von der Wahrnehmung deines eigenen Wissens aus .
Man kann nichts googeln wenn man nicht weiß das es was zu googeln gibt .
Von "etwas verpeilt" über "einfach ein Nerd" über "immer unpünktlich" bis zu "muss immer eine Extrawurst kriegen" gibt es -zig weit verbreitete Deutungen, die man sich als Rollenzuschreibungen zu eigen machen kann. Sogar ADHS kann als so eine funktionieren - halt als Witz. Wenn man ansonsten einigermaßen zurecht kommt, sich verständlich ausdrückt und Freunde hat, die einem diese Zuordnungen immer wieder vorspiegeln, kommt man unter Umständen nie drauf, dass dahinter ein Muster steckt.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » Mo 15. Jun 2020, 14:14

Um noch mal auf den Ausgangsthread zurückzukommen.

Bei dem ein oder anderem wo ich es denke dass es sein könnte , würde ich es wenn überhaupt erwähnen wenn es sich ergibt , oder jemand schon in Behandlung ist.

Als man bei mir in der Reha die Testung als Ausschlussdiagnostik machte zog sich trotzdem in mir alles zusammen , weil ich so Sorge hatte das es sich bestätigt, was es ja leider tat.
Ich hatte da echt zunächst schwer mit mir zu kämpfen.
So nach dem Motto, nun kommt auch noch schwarz auf weiß was man für ein anstrengendes Kind war.

Bei meinen zwei Brüdern , die psychisch am Kämpfen sind, den habe ich gesagt dass sich das mal anlesen sollen , ob da was für sie passt.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Elementary » Mo 15. Jun 2020, 14:05

Krasti mag Dich trotzdem, @Rocco. Vielleicht ist es auch einfach ein Vor-fall und kein Rückfall. Kein Schaf ist davor sicher.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Rocco » Mo 15. Jun 2020, 13:34

Schusselchen hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 13:22
Rocco hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 13:15
Ich hatte mir überlegt den selbst-Peitschen-thread einzuführen
:lol:

Lob Dich doch lieber dafür, dass Du es soooo lange ausgehalten hast! Und der nächste Versuch haut dann hin ... :)
Mein Arbeitskollege hat mich schon gerüffelt.
Hedwig hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 13:22

Hey, Quatsch!
Rückfälle gehören dazu. .

Mir half eine App, die mir zeigte, was sich in meinem Körper täglich verbessert und wie viel ich spare. Habe mir dann Sparziele gesetzt in der APP. (Aber nie gekauft.)

Rauchst Du wieder "voll"?
Ja ist schon verrückt wie viel Geld noch auf meinem Konto ist 😅

Heute noch nicht. Aber zuhause habe ich ein Päckchen Tabak liegen. Weiß nicht ob ich heute Abend davon bleiben kann. 🙄😁
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Hedwig » Mo 15. Jun 2020, 13:22

Rocco hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 13:15
Ich bin am Wochenende rückfällig geworden. So jetzt ist es raus 🙄
Ich konnte aber jetzt ganz anders beobachten wie sich die Zigarette auf mich auswirkt.
Die Symptome sind deutlich extremer geworden während der 2 wochen nicht rauchen. Und mit einer Zigarette habe ich mich sehr viel entspannter gefühlt.

Aber ja disziplinlos und willensschwach haut hin 🙄

Ich hatte mir überlegt den selbst-Peitschen-thread einzuführen 😅
Hey, Quatsch!
Rückfälle gehören dazu.
Ich habe mich damals ohne Ende mit Sport fertig gemacht und trotzdem fühlte ich mich so - ich würde sagen - depressiv, dass ich damals zum ersten Mal im Leben dachte, ich brauche Psychopharmaka.

Mir half eine App, die mir zeigte, was sich in meinem Körper täglich verbessert und wie viel ich spare. Habe mir dann Sparziele gesetzt in der APP. (Aber nie gekauft.)

Außerdem habe ich erst mal rauchende Freunde und Alkohol, weil ich zum Alkohol gerne geraucht habe, gemieden.
Ich weiß noch genau, dass nach 2 Wochen die schlimmste Phase war. Dann wurde es bei mir besser.

Rauchst Du wieder "voll"?
:idea: E-Dwig braucht keinen AVATAR.
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Schusselchen » Mo 15. Jun 2020, 13:22

Rocco hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 13:15
Ich hatte mir überlegt den selbst-Peitschen-thread einzuführen
:lol:

Lob Dich doch lieber dafür, dass Du es soooo lange ausgehalten hast! Und der nächste Versuch haut dann hin ... :)
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Rocco » Mo 15. Jun 2020, 13:15

Ich bin am Wochenende rückfällig geworden. So jetzt ist es raus 🙄
Ich konnte aber jetzt ganz anders beobachten wie sich die Zigarette auf mich auswirkt.
Die Symptome sind deutlich extremer geworden während der 2 wochen nicht rauchen. Und mit einer Zigarette habe ich mich sehr viel entspannter gefühlt.

Aber ja disziplinlos und willensschwach haut hin 🙄

Ich hatte mir überlegt den selbst-Peitschen-thread einzuführen 😅
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Schusselchen » Mo 15. Jun 2020, 13:07

Addy Haller hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 12:27
Ich habe mich für disziplinlos und willensschwach gehalten, als ich immer wieder damit anfing, denn es ging mir auch nach Wochen und Monaten immer noch schlecht ohne Nikotin. Ich habe das für hartnäckige Entzugssymptome gehalten und mich dafür angeklagt, dass ich die doch gefälligst auszuhalten hätte wie jeder andere, der mit dem Rauchen aufhört.
So geht es mir auch. Länger als zwei Wochen am Stück konnte ich es bis vor knapp drei Jahren, nicht ohne aushalten. Allerdings hab ich es dann doch ohne Medikation geschafft - sogar knapp vier Wochen früher als geplant (allerdings eher unfreiwillig wegen schwerer Erkältung und akutem Erstickungsanfall). Es schmeckte mir immer weniger, ich hab nur noch geraucht, um Nikotin zu bekommen, ich hab mich für fast jede Zigarette verurteilt und richtig mies gefühlt. Hinzu kommt die Verschlechterung der Atmung/das Luft bekommen und dass meine Mama COPD hat - das schreckte mich schon sehr ab.
Dass die ADHS-Symptome sich merklich mehrten und noch größere Probleme verursachen als mit Nikotin und dass ich rund 35 Kilo zugenommen hab - damit muss (und will zugunsten der Nikotinabstinenz) ich leben.
Addy Haller
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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Mo 15. Jun 2020, 12:27

Hedwig hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 08:27
Neben Zuckerentzug fällt mir Nikotinentzug ein. Auch da habe ich noch nie gehört, dass Rauchen die Symptome von ADHS lindert und dass deshalb das Rauchen einzustellen mit ADHS wahrscheinlich noch schwerer ist.
In ADHS-Kreisen ist das bekannt, sonst nicht.

Ich habe Dutzende Versuche unternommen, um mit dem Rauchen aufzuhören, aber geklappt hat es erst mit der Medikation.

Ich habe mich für disziplinlos und willensschwach gehalten, als ich immer wieder damit anfing, denn es ging mir auch nach Wochen und Monaten immer noch schlecht ohne Nikotin. Ich habe das für hartnäckige Entzugssymptome gehalten und mich dafür angeklagt, dass ich die doch gefälligst auszuhalten hätte wie jeder andere, der mit dem Rauchen aufhört.

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Re: Personen aus dem Umfeld keine Wahrnehmung für Offensichtliches, den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Mo 15. Jun 2020, 09:34

Overthesky hat geschrieben:
So 14. Jun 2020, 21:13
dass bei Personen aus dem näheren, weiteren oder noch weiteren Umfeld trotz mitunter ziemlich offensichtlicher Hinweise auf ADHS kein Bewusstsein und keine Wahrnehmung dafür vorhanden ist... dass diese Leute für Außenstehende sehr augenscheinliche, auffällige oder hervorstechende Dinge in ihrer Gesamtkonstitution, Persönlichkeit, Habitus keine Wahrnehmung haben.
Guten Morgen,
Warum sollten sie diese Wahrnehmung haben - weil wir es ihnen aufgrund ihrer Eigenheiten und unserer Erfahrungen, mit diesem riesengroßen rosa Elefanten im Hinterkopf, zuschreiben?
Gerade die Eigenheiten, die Du beschreibst, kann man auch als Persönlchkeitseigenschaften werten, z.B. als "sanguinisch" oder "lebhaft".
Und nein, nicht hinter jedem dieser Menschen steckt die ADHS-Pathologie. Unzählige Ausprägungen, die Du überhaupt nicht auf dem Schirm hast, würden vermutlich bei ganz anderen Menschen auf ein problematisches ADHS hindeuten.

Das Konstrukt ADHS ist m.E. nur dann sinnvoll, wenn es behandlungsbedürftig ist, wie @Hedwig schildert.
Hedwig hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 08:27
Die Frage ist für mich nicht, warum sind die Leute alle so "dumm" und googeln nicht ADHS, obwohl sie offensichtlich betroffen sind.
Vielmehr frage ich mich gerade, wie man die Leute auf die Spur bringen könnte, dass sie ADHS haben könnten.
Wenn es denn so erscheint, die Betreffenden sich dahingehend äußern oder z.B. in Behandlung wegen einer starken Komorbidität sind, dann könnte man darauf hinweisen - am besten indirekt. Mehr kann man nicht tun. Den Weg von der Information, vielleicht in Form eines beiläufig liegengelassenen Buchs oder der Thematisierung des eigenen ADHS... - zum Wissen oder zur Erkenntnis, den müssen die potentiell Betroffenen selbst gehen. Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht und der Mensch ist nicht belehrbar.

Ansonsten ist eine Fremdzuschreibung - egal ob artikuliert oder als Vermutung - einfach nur total übergriffig.

Selbstwahrnehmung ist im übrigen immer subjektiv und meist unbewusst - der bewusste Anteil dürfte nur ein sehr geringer sein und beschränkt sich auf diejenigen Dinge, die in der jeweiligen Situation oder Lebenslage wichtig sind oder aufploppen. Das ist bei Dir, @Overthesky nicht anders. Ich bin mir sicher, Du hast - wie wir wahrscheinlich alle - viele Eigenheiten, die nichts mit Deinem ADHS zu tun haben, die Du diesem aber zuschreibst, was sicherlich viele in Deiner Umgebung nervt. Und??
Dass ADHS "Unsinn" und "Geldmacherei der Pharmaindustrie" verunglimpft wurde, ist sicherlich in dem Zusammenhang nicht hilfreich.
Hedwig hat geschrieben:
Mo 15. Jun 2020, 08:27
Hätte irgendwo gestanden, dass es sowas in Zusammenhang mit ADHS gibt, hätte ich das 100% gegoogelt. Ob ich dazu etwas gefunden hätte, ist ne andere Frage.
Hätte ich auch - habe ich auch.... Ich denke, da haben wir hier im Forum - oder generell in den Foren - Überschneidungen.
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