ADHS und Autofahren

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.
Overthesky
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Fr 24. Jan 2020, 23:19

"Wahrscheinlich wäre das heute nicht überlebt worden."... "diese Härte und Robustheit, die gibt es heute so nicht mehr..."...das ist ein Zitat von Reinhold Messner, das er bei Markus Lanz über die laut ihm schier unglaublichen Strapazen und den eisernen Wille zu überleben der in der Antarktis ca. 1912 gestrandeten Männer der "Endurance" getätigt hat... ich selbst bin auch geprägt von Youtube und Generation Y, ich bin genauso wenig tauglich für die "Endurance" wie die hedonistischen Millenials auch... gestern war ich im Kino in "1917", ich hätte es auch wohl vorgezogen bei der Frau im Keller zu bleiben statt wegen den 1600 Soldaten, die sonst in die Falle laufen, wieder raus in die Todesgefahr zu gehen... "Ich kann das nicht.", der Satz hat auch viel mit Kultur und Prägung und Sozialisation zu tun...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Fr 24. Jan 2020, 23:01

Windtänzerin hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 16:16
Overthesky hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:32
meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls
Und wie soll man bitte seinen Fahrstil anpassen, wenn man so abgelenkt und überfordert ist, dass schon an jeder größeren Kreuzung die Jalousien runterrasseln und nichts mehr geht? Einfach keine Kreuzungen mehr fahren? Wie soll das bitte gehen?
Durch Selbstkonditionierung!... Selbstwirksamkeit statt Erlernte Hilflosigkeit.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von UlBre » Fr 24. Jan 2020, 22:27

Hi Windtänzerin,

das ist ja das schöne an den AD(H)S-Medikamenten, dass sie eben das, was Du als Deine Probleme beschreibst, sehr deutlich verringern.
Erinnere Dich an diesen Moment, wenn Du das erste mal eine Urlaubsreise geniesst ;-)
Manchmal muss alles neu werden, damit alles beim alten bleiben kann...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 19:19

Nein, deine Wortmeldung ist natürlich nicht unerwünscht, aber es ist eben ein himmelweiter Unterschied, ob man mit oder ohne Medis fährt.

Ich kann deine Bedenken bzgl. Medikamenten grundsätzlich verstehen, glaube aber, dass es sich lohnt, selbst zu auszuprobieren, was mit Medis passiert. So manch einer hat die Welt mit völlig anderen Augen gesehen und konnte dann ein völlig anderes Leben führen. Diese Chance würde ich mir nicht entgehen lassen.
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 18:01

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 16:45
In deiner Signatur steht, dass du noch keine Diagnostik gemacht hast. Entsprechend gehe ich davon aus, dass du deine Erfahrungen auch unmedikamentiert gemacht hast?
Ja, das stimmt (Sorry, falls meine Wortmeldung deswegen unerwünscht sein sollte). Führerschein machen käme aber auch nicht mehr für mich infrage. Selbst dann nicht, wenn ich die Diagnose bekomme und dann Medis nehmen sollte (was ich aber wegen der Nebenwirkungen und oft paradoxer Wirkungsweisen von Medikamenten nur ungern tun würde). Da ich in absehbarer Zeit wohl eh in der EM-Rente landen werde, wäre der Führerschein sowieso viel zu teuer und ein Auto könnte ich mir auch nie im Leben leisten. Naja, wenn ich irgendwo hinwill, dann fährt meine ABW-Kraft mit mir dahin. Und notfalls gibt es hier ein sogenanntes Anruf-Sammeltaxi. Das fährt nach festem Fahrplan alle zwei Stunden auf Abruf. Kostet zwar ein paar Cent mehr als der Bus, aber dafür ist man meistens der einzige Fahrgast und man wird meistens zuhause abgeholt und immer zuhause abgesetzt. Und beim Einkauf reintragen wird einem auch noch geholfen. Ich bin aber sowieso am liebsten zuhause in meiner kleinen, geschützten Welt, die mir Ruhe und Sicherheit gibt. Urlaubsreisen sind für mich nur Stress, aber keine Erholung.
Ich bin noch nicht diagnostiziert, schreibe also aus der Sicht eines Verdachts-ADSlers.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 16:45

Genau so ging es mit auch - ohne Medis.

In deiner Signatur steht, dass du noch keine Diagnostik gemacht hast. Entsprechend gehe ich davon aus, dass du deine Erfahrungen auch unmedikamentiert gemacht hast?
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 16:25

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 09:50
Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.
Ich hatte damals Fahrschulunterricht vor der Arbeit und war nicht fokussiert, sondern fix und fertig, als ich auf der Arbeit ankam. Das habe ich auch nur zweimal gemacht, weil ich danach erst mal eine Weile nicht arbeiten konnte, weil ich so fahrig war und erst mal wieder runterkommen musste. Da war mir sogar die Fahrt mit dem vollen Schulbus zur Arbeit noch lieber. Da konnte ich wenigstens Kopfhörer und Cappy aufsetzen, dadurch einen Teil der Reize wegfiltern und musste nicht auf alles Mögliche zeitgleich achten.
Ich bin noch nicht diagnostiziert, schreibe also aus der Sicht eines Verdachts-ADSlers.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Fr 24. Jan 2020, 16:16

Overthesky hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:32
meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls
Und wie soll man bitte seinen Fahrstil anpassen, wenn man so abgelenkt und überfordert ist, dass schon an jeder größeren Kreuzung die Jalousien runterrasseln und nichts mehr geht? Einfach keine Kreuzungen mehr fahren? Wie soll das bitte gehen?
Ich bin noch nicht diagnostiziert, schreibe also aus der Sicht eines Verdachts-ADSlers.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Murmel » Fr 24. Jan 2020, 11:09

Addy Haller hat geschrieben:
Fr 24. Jan 2020, 09:50
Es ist erwiesen, dass unmedikamentierte Menschen mit ADHS öfter in Unfälle verwickelt sind. Wen wundert‘s? Mit Medikation sollte sich die Aufmerksamkeit aber nicht groß von anderen Fahrern unterscheiden.

Nicht unterschätzen sollte man, was das Nicht-Fahren ggf. mit dem Selbstwert macht. Es ist etwas anderes, ob ich mich dafür entscheide, nicht zu fahren, oder ob ich aus der Welt der Fahrenden von vorne herein ausgeschlossen bin. Mal abgesehen von der zusätzlichen Belastung, nicht spontan ins Auto steigen zu können, sondern jeden Weg mit den Öffis planen zu müssen, was wiederum zu Reizüberflutung führen kann etc.

So sehr man das Auto angesichts der Umweltproblematik auch geißeln mag: Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.

Ich werde daher, jetzt, wo ich wieder Medikamente nehmen, auch wieder ins Auto steigen...
Dem kann ich mich nur anschließen. Ich bin durch die Medikamente auch bedeutend ruhiger beim Autofahren geworden.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Fr 24. Jan 2020, 09:50

Es ist erwiesen, dass unmedikamentierte Menschen mit ADHS öfter in Unfälle verwickelt sind. Wen wundert‘s? Mit Medikation sollte sich die Aufmerksamkeit aber nicht groß von anderen Fahrern unterscheiden.

Nicht unterschätzen sollte man, was das Nicht-Fahren ggf. mit dem Selbstwert macht. Es ist etwas anderes, ob ich mich dafür entscheide, nicht zu fahren, oder ob ich aus der Welt der Fahrenden von vorne herein ausgeschlossen bin. Mal abgesehen von der zusätzlichen Belastung, nicht spontan ins Auto steigen zu können, sondern jeden Weg mit den Öffis planen zu müssen, was wiederum zu Reizüberflutung führen kann etc.

So sehr man das Auto angesichts der Umweltproblematik auch geißeln mag: Für viele ADHSler bringt das einsame Fahren im eigenen Auto zusätzliche Lebensqualität und eine Möglichkeit, sich zu fokussieren, was besonders bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit sehr hilfreich für den Verlauf des restlichen Tages sein kann.

Ich werde daher, jetzt, wo ich wieder Medikamente nehmen, auch wieder ins Auto steigen...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Do 23. Jan 2020, 22:43

Overthesky hat geschrieben:
Do 23. Jan 2020, 19:32
subjektiv vs. objektiv, bei ADHS und Autofahren ist das oftmals ein deutlicher Unterschied... meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls... wer ohne tatsächliche, objektive Not (subjektiv vs. objektiv) generell auf PKW-Führerschein verzichtet, der verpasst was im Leben... Auto ist Freiheit und trotz aller modischen Fahrrradfahrerkultur (ich lebe in Freiburg und weiß, wovon ich rede): mit dem Auto mal spontan
Ja klar, das hast du hier ja schon öfter geschrieben.

Aber genau wie deine Oma (und andere Senioren auch) hoffentlich auch mit 82 sicher Auto fährt, gibt es auch Jüngere, die aus gesundheitlichen Gründen besser aufhören sollten und es nicht tun.

Wenn das alles so harmlos wäre, gäbe es nicht so viele Verkehrstote, von denen ein nicht kleiner Anteil durch Impulsivität oder Unaufmerksamkeit verursacht ist.

Neben der Freiheit, die durch das Auto vermittelt wird, gibt es auch die Freiheit vom Auto fahren. Sicher sind Öffis und Radwege nicht überall so gut wie in Freiburg, aber man kommt in Deutschland und seinen Nachbarländern fast überall hin, ohne sich eingeschränkt fühlen zu müssen. Anders als in den USA, wo Autolosigkeit teils schlimmer empfunden wird als Obdachlosigkeit.

Ich habe übrigens sogar ein Auto, fahre es aber nur in unserer Gegend. Aber zugegeben, das vermittelt mir eine gewisse Spontanität im unmittelbaren Umfeld. Mit Zügen lege ich mindestens zehnmal so viele Kilometer im Jahr zurück. Mal eben 3.300 km? Und dann auch noch selbst fahren? Im Zug gibt es einen der den Job für mich macht. :D
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Do 23. Jan 2020, 19:32

Andromache hat geschrieben:
So 19. Jan 2020, 19:05
Ich ziehe vor euch allen, die Verantwortung übernehmen und das Autofahren entweder sein lassen oder erst gar keinen Führerschein machen wirklich den Hut!!!

Ich wünschte, all jene Neurotypischen, die aus Altersgründen oder aufgrund von Nachtblindheit eigentlich fahruntüchtig sind, würden sich genauso verantwortungsvoll verhalten. Leider ist das nicht immer der Fall.
seh ich gar nicht so.... diejenigen zugegeben nicht wenigen Personen mit ADHS, die nicht Autofahren oder es erst gar nicht versucht haben, den Führerschein zu machen... jeder davon hinterfrage sich mal, welche Rolle (unterschwellige Rolle im Hintergrund) dabei die eigene Sozialisation bzw. biographische Faktoren und aber am wichtigsten, der Faktor ANGST ! gespielt haben... subjektiv vs. objektiv, bei ADHS und Autofahren ist das oftmals ein deutlicher Unterschied... meine Omi ist fast 82 und fährt noch Auto, sie passt ihren Fahrstil ihrem Alter an, im Großen und Ganzen funktioniert das und bei der großen, großen Mehrheit der autofahrenden Senioren ebenfalls... wer ohne tatsächliche, objektive Not (subjektiv vs. objektiv) generell auf PKW-Führerschein verzichtet, der verpasst was im Leben... Auto ist Freiheit und trotz aller modischen Fahrrradfahrerkultur (ich lebe in Freiburg und weiß, wovon ich rede): mit dem Auto mal spontan runter bis nach Griechenland oder neulich bei mir an die Loire und in die Auvergne (waren 3300 km in knapp 7 Tagen), das ist etwas ganz anderes, ein ganz anderes Maß an Freiheit und Unabhängigkeit als auf Flixbus und Zug angewiesen zu sein...
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Murmel » Mo 20. Jan 2020, 15:37

Ich fahre wirklich nur, wenn es mir gut geht. Ansonsten bin ich mir auch nicht zu schade mal den Bus oder Zug zu nehmen. Das kommt schon mal öfters vor.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Andromache » So 19. Jan 2020, 19:05

Ich ziehe vor euch allen, die Verantwortung übernehmen und das Autofahren entweder sein lassen oder erst gar keinen Führerschein machen wirklich den Hut!!!

Ich wünschte, all jene Neurotypischen, die aus Altersgründen oder aufgrund von Nachtblindheit eigentlich fahruntüchtig sind, würden sich genauso verantwortungsvoll verhalten. Leider ist das nicht immer der Fall.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von toastbrot » So 19. Jan 2020, 18:57

Addy Haller hat geschrieben:
So 19. Jan 2020, 18:49
Das war bei mir auch so, bis ich Methylphenidat genommen habe, damit ging es deutlich besser, wenn auch nicht super. Wie sieht es diesbezüglich bei dir aus?
Das kann ich nicht sagen weil ich in 14 Jahren nie ein Medikament gefunden habe dass mir zuverlässig hilft. Damals am Anfang als ich nur drei Tabletten am Tag hatte die mir jeweils ca. 1 bis 2h geholfen haben habe ich die fürs Studium benutzt und danach hab ich das Autofahren ganz aufgegeben (brauche als EU Rentner eh nicht mobil sein).
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 19. Jan 2020, 18:49

Das war bei mir auch so, bis ich Methylphenidat genommen habe, damit ging es deutlich besser, wenn auch nicht super. Wie sieht es diesbezüglich bei dir aus?
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von toastbrot » So 19. Jan 2020, 16:19

Ich kann nicht Auto fahren. Ja, ich habe den Führerschein und bin auch eine Zeit lang zur Uni gependelt, habe es aber nach dem 3. Unfall aufgegeben.

Es ist bei mir so dass ich permanent im Nebel stehe: Ich kriege einfach nicht genug davon mit was um mich herum los ist, meine Reaktion ist auch beschissen und dazu habe ich auch noch Probleme Schilder zu lesen (nicht ADHS sondern sehr kurzsichtig). Alles in Allem fahre ich nicht mehr Auto weil es einfach zu gefährlich ist.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Wasser » Sa 18. Jan 2020, 18:59

Also ich mochte das Autofahren manchmal eigentlich recht gerne, weil es in technischer Hinsicht gut geklappt hat. Ich bin etliche Jahre unfallfrei gefahren, was aber m.E. überwiegend nur daran gelegen hat, dass andere Autofahrer durch aufmerksame Reaktionen Schlimmeres verhindert hatten. Meine schlechte Orientierung und meine Unfähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können wie Konzentration auf Fahren, Orientierung sowie Achten auf andere Verkehrsteilnehmer führten öfter zu gefährlichen Situationen, meine Angst vorm Autofahren war schließlich so groß, dass ich vor wenigen Jahren das Fahren aufgegeben habe - auch zum Schutz Anderer.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von Windtänzerin » Mo 13. Jan 2020, 11:59

Ich habe auch keinen Führerschein und traue mir auch nicht zu, Auto zu fahren, weil ich mit all dem drumherum völlig überfordert bin und mich schon Kleinigkeiten extrem ablenken können. Ich habe zwar mal begonnen, den Führerschein zu machen, aber am Ende hat mir der Fahrlehrer davon abgeraten und meinte, ich würde in kürzester Zeit einen Unfall bauen. :oops:
Ich bin noch nicht diagnostiziert, schreibe also aus der Sicht eines Verdachts-ADSlers.
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Re: ADHS und Autofahren

Ungelesener Beitrag von basti81de » Mo 13. Jan 2020, 05:44

Murmel hat geschrieben:
So 12. Jan 2020, 19:23
Ich denke mit ADHS kann man durchaus auch ein guter Autofahrer sein. Dank der Medikamente kann ich mich jetzt viel besser konzentrieren und bin nicht durch alles Mögliche abgelenkt.
Ich fahre zudem seit weit über 30 Jahren Unfallfrei.
Ich fahre mit Medikation einfach konzentrierter und mache definitiv weniger Fahrfehler. Zudem finde ich das Fahren mit dem Auto und auch dem Moped irgendwie meditativ. Wobei ich lieber auf dem Moped unterwegs bin. Es ist irgendwie ursprünglicher und man muss/kann sich nur aufs Fahren konzentrieren, was übrigens bei mir extrem gut funktioniert. Vermutlich weil es ne absolute Leidenschaft ist.
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