echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Leben, lieben, leiden, lachen... Was AD(H)S mit einem macht und was man mit AD(H)S machen kann.
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Hibbelanna
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » So 2. Aug 2020, 20:53

Addy Haller hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 20:32
Vielleicht ging es um "künstlerische" Kreativität?
Richtig.
Die Art von Kreativität, die Voraussetzung für einen künstlerischen Beruf ist. Meist auch verbunden mit einer bestimmten Mentalität, die der meinigen ebenfalls nicht entspricht.

Was andere Dimensionen betrifft bin ich durchaus kreativ.

Aber das war nicht der relevante Punkt.
Relevant in dem Zusammenhang war die Übernahme der Fremdzuschreibung.
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UlBre
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von UlBre » So 2. Aug 2020, 20:36

Soweit ich es verstanden habe kommt Kreativität aus einem Querdenken, aus einem nichtkategorialen neu-betrachten.
Das kann sich in verschiedenen Formen äussern, aber letztendlich bleibt es eine nichtschubladenhomogene Denkweise.
Oder ?
Schräghaftigkeit ist so ähnlich wie Huchbegabt. Nur ganz anders.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 20:32

Vielleicht ging es um "künstlerische" Kreativität?
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von UlBre » So 2. Aug 2020, 19:21

Hibbelanna hat geschrieben:
Sa 1. Aug 2020, 15:36
Ich konnte nicht unterscheiden was Fremdsicht ist ("du bist ja so kreativ" - bin ich tatsächlich nicht, nur ein ADHS-Quatschkopf).
Wirklich ? Nicht nur aus dem RS-Blickwinkel ?
Fallen Dir nicht vielleicht doch häufiger noch Lösungen ein, wenn andere keine Idee mehr haben ?
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 14:15

Das sollte eine Erklärung sein, keine Rechtfertigung. :)
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Maxmalwieder » So 2. Aug 2020, 14:08

Addy Haller hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 12:37
Und die Krönung: Offen zu lassen, ob man eine Äußerung ernst meint oder nicht und den anderen mit 1000 Fragezeichen im Gesicht einfach stehen lassen - schon geil, dieses Gefühl, so viel Macht über jemand anderen zu haben...
Nee,da hört's für mich auf. Ich lasse das nie absichtlich offen. Wenn Leute meinen, mich nicht ernst nehmen zu müssen, ist das ihr Problem. Und ihre Verantworung. Aber ich finde, von meiner Seite aus sollte das "Rätsel" fair sein.

Ich mache auch grundsätzlich keine Aprilscherze. Ich finde, wenn man nicht mal mehr den Comiczeichnern trauen kann, wem dann?
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 12:37

Der Clown ist der eine ADHS-Charakter, der andere ist der Provokateur. Letztendlich aber doch wieder derselbe Beweggrund, sich so zu verhalten: Beide drücken Knöpfe, um bei anderen eine Reaktion zu bewirken, die wiederum Beweis ist für die eigene Selbstwirksamkeit und die einem erlaubt, sich einen weiteren Glückskeks vom Teller zu nehmen.

Bei Satire, Ironie, Sprachwitz kommen weitere „Kicks“ hinzu: die geniale Pointe, die dummen Gesichter der Opfer, die nicht wissen, wie Ihnen geschieht usw.

Und die Krönung: Offen zu lassen, ob man eine Äußerung ernst meint oder nicht und den anderen mit 1000 Fragezeichen im Gesicht einfach stehen lassen - schon geil, dieses Gefühl, so viel Macht über jemand anderen zu haben...
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » So 2. Aug 2020, 12:16

Elementary hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 08:20
Sich Zurückhaltung aufzuerlegen, insb. im Verhältnis 49 : 1, fände ich schade.
Sicher nicht! Aber man unterscheidet dann etwas und wirft seine lustigen (oder lustig daherkommenden und eigentlich gar nicht lustigen) Perlen nicht vor die Säue...

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die "narrisch" nicht verstehen, davon verunsichert sind.
Medikation hilft mir, meine Sprache auf das Gegenüber auszurichten und nicht auf mein eigenes Bedürfnis. Oder sagen wir so: es scheint so in die Richtung zu gehen.
Nix Schöneres, als wenn alle narrisch reden!
Mir ist ja der Hofnarr (oder auch Satiriker) lieber als der Clown, der agiert mehr über den Verstand.
Clown ist eher so auf der Gefühlsebene, im Sinne einer Kunstform. Clowns habe ich nie verstanden.
Nicht umsonst liebe ich Satire, Comics, Cartoons... seit ich denken kann. Vielleicht hat das ja auch was mit Aktivierung und Verarbeitung zu tun?

Wenn ich recht überlege, ist narrisch so was wie eine Seinsform ...
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 11:10

Aus welchem Grund auch immer: Den Clown macht man für sich selbst, nicht für die anderen.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » So 2. Aug 2020, 10:58

Wie immer ist alles eine Frage der Waage ;-)

Fragen wir mal so der Clown, der keine Schminke und kein Kostüm benötig und keine Tools um die Leute zu bespaßen , ist das die Waage ?

Was wäre eigentlich ein wohlklingenderer Begriff anstatt Clown , oder Kasper so ohne Stigmata oder Anhaftung an einer nicht so hilfreichen Dynamik?

Es gibt ja auch noch den Narr (von Hofnarr) .........wären wir dann in unserem Falle nicht Narr-zistisch ;) :lol:

der Hofnarr wenn man ihn googelt hat auch mal ein Ansehen und ein feste Anstellung und Position .
Hofnarren im Mittelalter und früher Neuzeit

Narren fanden sich sowohl im ritterlichen Gesinde als auch an Fürstenhöfen. Im französischen Schachspiel hat der Narr („Fou“) gar die Rolle des Läufers im deutschen Schach. Für die dort tätigen Hofnarren galt die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch die Parodierung von Adeligen war den Hofnarren erlaubt.

Das Hofnarrentum war eine ideengeschichtlich klar begründete Institution, die fast immer ein fester Bestandteil des Hofstaates war. Die Hofnarren als „Offizianten“ (in einem festen höfischen Amt) sollten ursprünglich ihren Herrn nicht belustigen, sondern ihn als ernste Figur ständig daran erinnern, dass auch er der Sünde verfallen könne, und in religiöser Deutung seinem Herrn als Erinnerer an die Vergänglichkeit seines menschlichen Daseins dienen. Sie waren also eine soziale Institution zulässiger Kritik. Ihre gesonderte Stellung bzw. die fehlende Bindung an gesellschaftliche Normen ermöglichte dem Narren einen besonders großen Handlungsfreiraum – da alles, was er sagte, aufgrund seiner „Narrheit“ nicht ernst genommen wurde. Darauf begründet sich der heute noch viel verwendete Begriff der „Narrenfreiheit“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Narr
Hey @Overthesky ein Job für unser ADHS-Berufeliste ;) :lol:
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Maxmalwieder » So 2. Aug 2020, 10:52

Bei Clown fühle ich mich auch gleich angesprochen! :D

Letztlich geht's (mir) allerdings nicht um die Lacher. Erst recht nicht um die Aufmerksamkeit. Ich bin halt doch eher introvertiert, was ich - mit vollem Ernst - manchmal so beschreibe: es ist mir schon unangenehm, wenn ich einen Witz mache und die Leute lachen zu lang.

Mir geht's um Kontrolle.

Es gibt so viele Situationen, die ich nicht meistern kann. Witze machen ist eine Form, die Kontrolle zurückzugewinnen, oder zumindest eine gewisse Souveränität. Es setzt voraus, die Situation in ihrer Logik so weit zu durchdringen, dass das Lächerliche darin offensichtlich wird. Es ist buchstäblich eine Annäherung: Ich arbeite mich so weit "hoch", dass ich die Situation einigermaßen duchblicke, ziehe sie aber auch ein bisschen auf mein Niveau runter. So oder so, am Ende sind wir auf Augenhöhe. Damit habe ich die Situation zwar immer noch nicht gemeistert, beherrsche das erwartete verhalten noch nicht. Aber die Schockstarre, die daher rührt, dass sie da oben ist und ich hier unten, und alle, denen ein Verhalten leicht fällt, sind auch da oben und schauen verstänsdnislos runter, die ist weg. Von da kann ich dann oft auch ernsthaft weitermachen, zumindest mit der Betrachtung, wenn schon nicht dem Verhalten, allerdings mit dem neuen zusätzlichen Widerstand, dass nichts, das noch von mir kommt, mehr ernst genommen wird.

Irgendjemand hat Satire mal als letzte Waffe der Machtlosen gegen die Mächtigen bezeichnet. Wenn man ein Leben lebt, in dem schon die Organisation des Alltags eine Übermacht darstellt, dann kann man den Satz auf alles beziehen.

Eine unangenehme Analogie wären die Verschwörungsschwurbler, die ja jetzt besonders viel am Schwurbeln sind. Eine gängige Theorie für diesen Erfolg ist halt die Selbstermächtigung gegenüber einer Situation, in der man sich machtlos fühlt, aber nicht mehr ganz so, wenn man jemandem die Schuld geben kann. Ist ein ähnlicher Mechanismus, nur in falsch. Da bin ich lieber Clown.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 10:11

Wäre aus meiner Sicht kein Unterschied: ein Glückskeks zusätzlich für wahrgenommene Selbstwirksamkeit.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 09:13

Nein, viel freundlicher: Wenn ich Clown bin, lachen alle immer so nett. Dann bin ich doch Clown.

Ist auch nichts gegen zu sagen, aber mein Clown spült nicht gern ab, kümmert sich ungern um Buchhaltung, meint, er braucht eigentlich keinen Schlaf und das können wir alles noch in einer Nachtschicht erledigen... Er hat keine Reserven für diese Alltagsniederungen. Er ist ja auch nicht Buchhalter, sondern Clown von Beruf oder - etwas säkularer - Animateur und Motivationsredner.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 09:00

So nach dem Motto: Wenn ich sonst schon nix hinbekomme - mir bleibt ja immer noch die Clownsrolle?
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 08:53

Im Kontext Selbstakzeptanz scheint mir auch wichtig, sich selbst nicht darauf zu reduzieren, auch nicht aus Versehen.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » So 2. Aug 2020, 08:34

Da Problem mit dem Clownthema ist doch, wenn man auf diese Rolle reduziert und weniger ernst genommen wird als andere Wäre das nicht so, wäre es mMn auch kein Problem.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 2. Aug 2020, 08:20

Vielen Dank, dass Du Dich so stark machst für unsere Clowns. Vielleicht lassen wir die am besten eine Gewerkschaft gründen und ernennen Dich zur verdienten Ehrenvorsitzenden.

Ich werde mal darauf achten, wie viel Clown-Energie zum Selbst zurückfließt. Das habe ich zuletzt in der Tat etwas ausgeblendet im Bemühen, das Kostüm jedenfalls nicht mehr reflexhaft anzuziehen, weil es am vertrautesten ist. Da hängt noch viel anderes im Fundus, auch die Selbstakzeptanz. Um die Vermeidung von Verwechslung und Automatismen ging es ja primär.

Sich Zurückhaltung aufzuerlegen, insb. im Verhältnis 49 : 1, fände ich schade. Ich glaube auch nicht, dass sich das Clown-Potenzial unter Medis zwingend reduziert. Ist bei mir auch nicht so. Im Gegenteil.

Nochmal: nichts gegen Clowns.

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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Nelumba_Nucifera » So 2. Aug 2020, 00:06

Nochmal zum Clownthema,

vielleicht bin ich da auch sensibler, weil es vor allem in der Familie ein wundes Thema war.

Da es ja früher die Diagnsoe ADHS noch nicht gab wurde eben meine Clownerei dahin gedeutet , dass ich es nur mache um Aufmerksamkeit zu bekommen.

An der ein oder anderen Stelle bestimmt mal so, aber nicht die Regel

aber mich hat diese These auch oft getroffen, weil selbst so oft verwirr oder überrascht über das was ich da mal wieder sagte oder fabrizierte.

Pokerface war das andere was man mir thereapeutisch andichtete , weil ich Gefühle nicht so zeigen konnte.
Ja ich hatte auch ein Pokerface, aber eben doch nicht nur.

Also wenn all das was in einem lebendig ist auch noch psychologisiert wird dann ist das auch nicht sonderlich hilfreich, weil wer oder was ist man dann ?
Wenn man überlegt 30 Jahre Später voll ausgenockt ein stille Maus in der Reha, meint man an meiner Lebendigkeit arbeiten zu :o müssen, dann werde ich langsam wieder lebendig, meint man man hätte einen neuen Wesenzug in mit entdeckt oder freigelegt :roll: :lol:

Meist lachen die Leute mit mir, manchmal sind sie auch genervt, manchmal, .....der kann nur von Nelumba kommen
Ich bin schon ein Kasper, aber der bin ich für mich alleine zu Hause auch, kann mich über schräge Gedanken selber Schrottlachen, mir was lustigs ausdenken für mich allein oder verwirre meinen Freund mit irgendwelchen Zeugs. Selbst wenn ich Tage lange alleine in der Natur abtauche gibt es irgendwann irgendwo was zu lachen für mich.

Es ist ein Wesenszug von mir so bin ich , es ist nicht nur Kompensation und Schutz, dass muss man für sich ja auch klar kriegen.

Ich weiß noch erste große Dienstbesprechung unter MPH, gefühlt 49 Sprüche verließen nicht meinen Mund, war echt Stolz drauf .
Spruch 50 konnte ich nicht bei mir halten und die Leute lagen vor lachen unter dem Tisch.

Das schlimmste für mich und meine Kollegen und Freunde war, als ich im Zuge des BurnOuts plötzlich nicht mehr lachen konnte und nix mehr von mir kam.

Ich merke schon das ich ohne MPH in so einer Dienstbesprechung mich mehr zügeln muss, aber da ich es auch mit MPH nicht zu 100% hinbekomme, habe ich auch noch mal mehr klargekommen, dass ich einfach auch so bin.
Es ist auch nich nur anstrengend gibt mir in bestimmten Situationen auch Energie und anderen auch.

Also sorry ihr Lieben wenn der Clown mir in den falschen Hals gerutscht ist, das ist meine alte Wunde , ich weiß ja was ihr eigentlich meint.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von allmighty » Sa 1. Aug 2020, 22:29

Hat man denn andere Wahl als sich selbst zu akzeptieren? Ich will und werde nicht mehr versuchen mich wegen Andere ändern zu wollen. Mein Benehmen ja vielleicht, mein Inneres nein.
Kritik kränkt mich überhaupt nicht, entweder bringt mich diese weiter oder ich hacke sie als idiotisch ab.
Was @Addy Haller im anderen Thread sagt kann ich voll zustimmen, nämlich dass andere um mich herum zu funktionieren müssen. Hasse negative Gefühle oder Ähnliches von anderen Menschen, das kränkt mich enorm.
Ich kann mich auch wehren, leider gehe ich da meistens ziemlich weit. Provoziere enorm und werde wirklich gemein. Daher warte ich für eine Weile bis ich verstehe, ob mir tatsächlich unrecht getan wird und ob es sich überhaupt lohnt.
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Re: echte Selbstakzeptanz vs. pseudo-narzisstische Abwehr

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Sa 1. Aug 2020, 17:14

Nelumba_Nucifera hat geschrieben:
Sa 1. Aug 2020, 16:28
Er ist doch nicht nur "krankhaft" der Klassenklown und wahrlich nicht die krankhafste Komponente von ADHS
Wer redet denn von krankhaft?? Das wäre ja nochmal schöner...

Es geht hier ja eigentlich nur darum, die Rolle zu finden, die zu einem passt - und nicht die, die man nur einnimmt um dazuzugehören.
Das sind sozusagen zwei verschiedene Clowns...

Ich hau gerne mal einen raus - aber mir gehen diese Entzückensbekundungen von wegen, das sei mal wieder soo originell - eben tyyyypisch Anna und so, ganz fürchterlich auf den Senkel.
Das macht doch echt nur Spaß, wenn jemand zurückclownt - so wie hier - oder ehrlich lacht .... Dann ist das wie eine Verständigungsebene.
Übrigens hat sich das bei mir nicht wesentlich durch die Medikation geändert, außer dass ich es eher mal unter Kontrolle habe um den oben genannten Situationen zu entgehen.
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