"Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Symptome, wie fühlt sich AD(H)S an, "Kennt ihr das auch ?" (* -> Für Gäste sichtbar)
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Rocco
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Rocco » Di 30. Jun 2020, 19:28

Rejection Sensitivity klingt wieee...
Rasierschaum.. aber der für die sensible Männerhaut
😁
allmighty
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von allmighty » Mi 24. Jun 2020, 09:42

Falschparker hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 12:31
allmighty hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 08:53
Auch die Annahme, dass AdxSler unter sich besser verstehen, kann ich irgendwie nicht verstehen. ich bin halt sehr direkt, kann aber es nicht haben, wenn jemand direkt zu mir ist. Ich nehme halt das Meiste zu persönlich und fühle mich sehr gekränkt.
Hallo Allmighty,

das ist sehr typisch. Dass ADxS-ler sich gegenseitig gut verstehen, ist auch keineswegs allgemeingültig. Es gibt durchaus Leute, die ich nur schwer ertragen kann, weil sie ähnlich sind wie ich. ;)
Ich kann aber sehr gut über mich lachen. Und wenn Kritik von, in meinen Augen, kompetenten Menschen kommt oder Ratschläge dann bin ich tatsächlich sehr froh. Was mich außerdem kränkt ist, wenn ich als kleines Kind behandelt werde, oder von fremden Menschnen für irgendwas zur Sau gemacht werde (dann komme ich mir sehr assozial vor), oder wenn ich meine Grenzen überschritten habe und Menschen damit verletzt oder beleidigt habe. Manchman merke ich es sofort, manchmal kommt es zu Konflikten, wo ich nur da stehe und mir denke, was habe denn jetzt schon wieder verbockt. Manche Menschen sind aber auch zu empfindlich. Ja, ich habe es satt ständig aufzupassen, was jetzt angemessen ist, was nicht. Ich habe auch kein Gespür dafür, wenn ich tatsächlich im Recht bin und mich verteidigen muss.
Sonst brauche ruhige, bodenständige Menschen um mich, noch eine wie Allmighty würde meine Nerven strapazieren.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Di 23. Jun 2020, 12:31

allmighty hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 08:53
Auch die Annahme, dass AdxSler unter sich besser verstehen, kann ich irgendwie nicht verstehen. ich bin halt sehr direkt, kann aber es nicht haben, wenn jemand direkt zu mir ist. Ich nehme halt das Meiste zu persönlich und fühle mich sehr gekränkt.
Hallo Allmighty,

das ist sehr typisch. Dass ADxS-ler sich gegenseitig gut verstehen, ist auch keineswegs allgemeingültig. Es gibt durchaus Leute, die ich nur schwer ertragen kann, weil sie ähnlich sind wie ich. ;)
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Hedwig » Di 23. Jun 2020, 12:13

allmighty hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 11:31
Hedwig hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 10:17
Gestern das war Extrem-PMS, solche "Tage" hatte ich ohne Medikamente höchst selten und da hätte ich das Problem mit Alkohol und Zucker gelöst.
Ja, ich bin inzwischen davon überzeugt, dass Frau sein ein schlechtes Karma ist. Will im nächsten Leben ein Mann sein :x
Ja, hat auch Vorteile ein Mann zu sein. Aber tauschen würde ich nicht wollen.
Ich nehme mir das beste von den Männern raus: Habe einen Männerberuf, verdiene wie ein Mann. fahre Auto wie ein Mann - und kämpfe mit den Waffen einer Frau :lol:
:idea: E-Dwig braucht keinen AVATAR.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von allmighty » Di 23. Jun 2020, 11:31

Hedwig hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 10:17
Gestern das war Extrem-PMS, solche "Tage" hatte ich ohne Medikamente höchst selten und da hätte ich das Problem mit Alkohol und Zucker gelöst.
Ja, ich bin inzwischen davon überzeugt, dass Frau sein ein schlechtes Karma ist. Will im nächsten Leben ein Mann sein :x
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Hedwig » Di 23. Jun 2020, 10:17

Gestern das war Extrem-PMS, solche "Tage" hatte ich ohne Medikamente höchst selten und da hätte ich das Problem mit Alkohol und Zucker gelöst.
:idea: E-Dwig braucht keinen AVATAR.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Elementary » Di 23. Jun 2020, 09:52

> So ziemlich am ersten Tag der Einnahme [...] Gestern war ich ganz deutlich wieder sensitiv, aber das ist sehr wahrscheinlich nur eine Frage der Dosierung.

Ich wollte gestern schon was dazu schreiben, aber dann fiel mir ein, dass Du vor ein paar Wochen selbst schon mal von der Honeymoon-Phase geschrieben hast, die also grundsätzlich schon selbst kennst. Wenn man daraus gerade auftaucht, ist es einem aber vielleicht nicht mehr so ganz bewusst, ganz klassisch honeymoonmäßig, daher nochmal kleine Erinnerung an: https://www.adhspedia.de/wiki/Honeymoon_Period

Kann natürlich sein, dass es noch die Dosierung ist (und/oder Zyklus). Aber es hilft m.E. immer, sich vor Augen zu führen, dass der Alltag irgendwann einsetzt und das dann trotzdem nicht heißt, dass es gar keine Wirkung mehr gibt.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Hedwig » Di 23. Jun 2020, 09:20

Allgemein kommen mir zu dem Thema folgende Gedanken:
Ich bin mit einer Schwester aufgewachsen, die vermutlich kein ADHS hat. Sie hat sich schon früher nicht alles so zu Herzen genommen. Ich bin bei jeder Kritik zusammengebrochen, so dass jeder genervt war. Als wir gemeinsam unseren dementen Vater gepflegt haben, ist mir das extrem aufgefallen. Obwohl ich wusste, dass seine verbalen Angriffe der Demenz geschuldet waren, haben mich diese tief getroffen und ich saß weinend da während meine Schwester ihm Kontra gegeben hat. Das hat mir wiederum geholfen, die Sichtweise zu ändern.
Das war alles vor meiner Diagnose.

Ich kann ganz deutlich sagen, dass Elvanse bei mir gegen Rejection Sensitivity hilft. So ziemlich am ersten Tag der Einnahme hat mein Chef hier ziemlich rumgetobt und hat mir auch ein paar Sätze an den Kopf geworfen. Ich saß nur da und habe mich gewundert, dass es an mir abgeprallt ist. (Später hat er sich sogar entschuldigt, muss also schlimm gewesen sein.)
Gestern war ich ganz deutlich wieder sensitiv, aber das ist sehr wahrscheinlich nur eine Frage der Dosierung.
Meine Kinder haben neulich auch eine leichte Kritik geübt - die sind ja schon super vorsichtig, wie sie das formulieren bei mir - und da habe ich gemerkt, dass ich das gut annehmen konnte.
:idea: E-Dwig braucht keinen AVATAR.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von allmighty » Di 23. Jun 2020, 08:53

Addy Haller hat geschrieben:
Sa 14. Mär 2020, 07:11
Bei dem Konflikt zeigt sich mMn sehr deutlich, warum ADHSler auch als "Mimosen mit dem Morgenstern" bezeichnet werden:

1. Es besteht die Neigung, sehr direkt seine Meinung zu sagen, ohne in Betracht zu ziehen, wie das beim anderen ankommt.

2. Gleichzeitig ist man aber sehr empfindlich für auch nur die zaghafteste Kritik, und nicht nur das: es wird alles direkt auf sich bezogen und sachliche Kritik am Verhalten wird unmittelbar als Infragestellen der ganzen Person interpretiert.

Dass das durch Medikation unmittelbar besser würde, habe ich bisher nicht feststellen können, ich stimme aber UlBre insofern zu, dass es sich um einen Teilaspekt der emotionalen Dysregulation handeln dürfte und weniger auf biografische Erfahrungen zurückzuführen ist.

Allerdings dürfte Medikation die Chance verbessern, durch Wissen um diesen Zusammenhang, Verhaltenstherapie und Verminderung der Impulsivität besser damit umgehen zu lernen.
Es ist ein großes Thema für mich und ich kann es besser nicht ausdrücken.
Auch die Annahme, dass AdxSler unter sich besser verstehen, kann ich irgendwie nicht verstehen. ich bin halt sehr direkt, kann aber es nicht haben, wenn jemand direkt zu mir ist. Ich nehme halt das Meiste zu persönlich und fühle mich sehr gekränkt.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Sa 14. Mär 2020, 21:35

Addy Haller hat geschrieben:
Sa 14. Mär 2020, 07:11
1. Es besteht die Neigung, sehr direkt seine Meinung zu sagen, ohne in Betracht zu ziehen, wie das beim anderen ankommt.

2. Gleichzeitig ist man aber sehr empfindlich für auch nur die zaghafteste Kritik, und nicht nur das: es wird alles direkt auf sich bezogen und sachliche Kritik am Verhalten wird unmittelbar als Infragestellen der ganzen Person interpretiert.

Dass das durch Medikation unmittelbar besser würde, habe ich bisher nicht feststellen können
Doch, ich schon.

Ich kann mich etwas besser zurückhalten und bin vor Allem nicht mehr superempfindlich und beziehe nicht alles auf mich. Und das tatsächlich unmittelbar, also ohne dass ich bewusst dagegen ankämpfen muss.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Drei » Sa 14. Mär 2020, 21:15

Addy Haller hat geschrieben:
Sa 14. Mär 2020, 07:11
1. Es besteht die Neigung, sehr direkt seine Meinung zu sagen, ohne in Betracht zu ziehen, wie das beim anderen ankommt.

2. Gleichzeitig ist man aber sehr empfindlich für auch nur die zaghafteste Kritik, und nicht nur das: es wird alles direkt auf sich bezogen und sachliche Kritik am Verhalten wird unmittelbar als Infragestellen der ganzen Person interpretiert.

Dass das durch Medikation unmittelbar besser würde, habe ich bisher nicht feststellen können, ich stimme aber UlBre insofern zu, dass es sich um einen Teilaspekt der emotionalen Dysregulation handeln dürfte und weniger auf biografische Erfahrungen zurückzuführen ist.
Bei mir wirkt die Medikation dahingehend zum Glück sehr gut. Weshalb ich ebenfalls der Meinung bin, dass es Teil von ADHS ist und die Biographie höchstens eine sekundäre Rolle spielt.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von UlBre » Sa 14. Mär 2020, 13:44

Hallo,

hier der Link zu Rejection Sensitivity bei ADxS.org:

https://www.adxs.org/symptome-von-adhs/ ... sung-adhs/
Black lives matter.
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Re: "Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Sa 14. Mär 2020, 07:11

Bei dem Konflikt zeigt sich mMn sehr deutlich, warum ADHSler auch als "Mimosen mit dem Morgenstern" bezeichnet werden:

1. Es besteht die Neigung, sehr direkt seine Meinung zu sagen, ohne in Betracht zu ziehen, wie das beim anderen ankommt.

2. Gleichzeitig ist man aber sehr empfindlich für auch nur die zaghafteste Kritik, und nicht nur das: es wird alles direkt auf sich bezogen und sachliche Kritik am Verhalten wird unmittelbar als Infragestellen der ganzen Person interpretiert.

Dass das durch Medikation unmittelbar besser würde, habe ich bisher nicht feststellen können, ich stimme aber UlBre insofern zu, dass es sich um einen Teilaspekt der emotionalen Dysregulation handeln dürfte und weniger auf biografische Erfahrungen zurückzuführen ist.

Allerdings dürfte Medikation die Chance verbessern, durch Wissen um diesen Zusammenhang, Verhaltenstherapie und Verminderung der Impulsivität besser damit umgehen zu lernen.
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"Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung

Ungelesener Beitrag von Nono » Sa 14. Mär 2020, 05:36

"Rejection Sensitivity" - Empfindlichkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisung, das scheint ein sehr wichtiges, oft nicht genug beachtetes Symptom von ADxS zu sein.

Aus gegebenem Anlass eröffne ich mal diesen Thread...

Leider erhitzen sich hier im Forum manchmal die Geister etwas zu schnell. Und das hat dann oft auch etwas mit dem ADxS Symptom der schnell entfachten Kränkbarkeit zu tun. Dann giften wir uns an wegen Kleinigkeiten, mit denen man ohne Adxs vielleicht besonnener umgehen würde.

Hierzu als Starter ein Zitat, in dem schon Vieles gesagt wurde:
UlBre hat geschrieben:
Fr 10. Jan 2020, 16:29
Ich glaube ja, dass das Selbstvertrauen bei AD(H)S neben der psychischen Beeinträchtigung durch die vielen negativen Erfahrungen ausserdem durch die Hirnchemie bei AD(H)S unmittelbar beeinträchtigt ist.

Ich frage mich, in welchem Verhältnis das zueinander steht. Was beeinträchtigt das Selbstbewusstsein schwerer ?

Die erhöhte Verletzlichkeit und Kränkbarkeit für tatsächliche und vermeintliche Zurückweisungen (Rejection Sensitivity) wurde zuerst von Dodson in den USA als originäres AD(H)S-Symptom beschrieben, und dass dieses durch Clonidin (dann wohl auch Guanfacin) behandelbar sei. Dodson ist neben anderen AD(H)S-Größen im wissenschaftlichen Beirat von ADDitude.
Unser großer Symptomtest mit inzwischen 1500 Teilnehmern zeigt auch deutlich, dass Rejection Sensitivity bei AD(H)S signifikant erhöht ist.
Etliche AD(H)S-Betroffene haben mir berichtet, dass Rejection Sensitivity durch Stimulanzien unmittelbar verringert wird.
Meine Überlegung ist, dass wenn die Kränkbarkeit unmittelbar auf Medikamente reagiert, dass sie dann weniger eine Folge psychischer Erfahrungen und Erlebnisse sein dürfte.

Das kann übrigens jeder, der mit unretardiertem MPH medikamentiert ist, selbst ausprobieren:
Wenn ihr gerade mal unmedikamentiert in einem Streit mit Eurem Partner seit, wo ihr Euch angegriffen fühlt - unterbrecht ihn kurz, nehmt eine passende Einzeldosis unretardiertes MPH und wartet eine Viertelstunde. Nach meiner Erfahrung müsste der Streit dann direkt ab Wirkungseintritt sehr viel weniger schmerzhaft sein. Und zwar ganz deutlich über das Maß hinaus, dass eine Unterbrechung hoher negativer Emotionen um eine Viertelstunde alleine bringt.

Ein anderer Gedanke dazu ist, dass sich das Selbstwertgefühl AD(H)S-Betroffener nach der Medikamenteneinstellung ganz allgemein bessert, und zwar ebenfalls sehr viel schneller, als das durch ein "Überlernen" der alten Erfahrungen durch neuere, positivere Erfahrungen der Fall sein könnte. Oder täusche ich mich da ?
Wie war das bei Euch ?

Viele Grüße

UlBre
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