Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Leben, lieben, leiden, lachen... Was AD(H)S mit einem macht und was man mit AD(H)S machen kann.
Hibbelanna
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Fr 27. Mär 2020, 08:12

Was soll das Generationenbashing - pauschaler ging grade wohl nicht?
Das kreative und soziale Potential, von dem ich sprach, sehe ich vor allem, aber nicht nur, bei jungen Menschen - kombiniert mit großem Einfallsreichtum und viel Einsatz. Und ja, gerne auch mal auf Instagramm oder Youtube. Und es äußert sich, wie gesagt, im Tun und nicht im Stänkern.
Overthesky
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Do 26. Mär 2020, 22:23

Hibbelanna hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 20:00
Es gibt ein ungeheures kreatives und soziales Potenzial in dieser Gesellschaft. Ich bin überzeugt, dass wir daraus gestärkter und zukunftsorientierter daraus hervorgehen. Viele Menschen haben ein starkes Bedürfnis, sich einzubringen, endlich wegzukommen aus diesem egoistisch-neoliberalen und rein konsumorienterten Hamsterrad. Sie haben nicht nur das Bedürfnis, sie TUN es auch allenthalben. Und dieses gemeinsame Tun ist etwas, das sehr befriedigend sein kann - sich als wirkmächtig zu erfahren, helfen zu können, etwas Neues aufzubauen.
Leider kann ich da als Sozialphobikerin nicht wirklich mitspielen... ich beneide da die Jüngeren. Deren Perspektiven sind oft nicht so gut wie die der Älteren es damals waren, dafür fehlt aber auch die Fallhöhe, die jedes Experiment und Innovation verhindert.
Ich möchte da nichts romantisieren - der Verlust von Sicherheit und Arbeitsplatz, da gibt es nichts zu glorifizieren. Aber daran kann man momentan nichts ändern, man kann nur das Beste draus machen.
Heute ein Artikel auf Zeit oder Spiegel : "...wir werden mit weniger glücklich sein...", finde den Artikel nicht mehr und nur kurz rein geklickt, aber er meinte offensichtlich genau den Reset, von dem hier gesprochen wurde... der Geist des neoliberalen immer mehr, übrigens auch des individualistischen, liberalen ich, ich, ich, das ist eine mentale Leere, die durch diese Krise vielleicht zum Halten kommt. Showing off auf Instagram oder auf Dating Apps, Influencer auf Youtube, das ist alles ein solcher Offenbarungseid an Leere und mangelnder Sinnhaftigkeit... Konsum, Hedonismus, Nihilismus, der tollste ist der, der die meisten Länder bereist hat, und so... diese Entwicklung seit den Millenials und dann Generation Z danach, das ist so leer alles... und in der Hinsicht ist diese große Krise gerade, ja, das hat auch positive Aspekte... wenn man sich die Verteilungskämpfs, die da nach noch kommen und die ganzen negativen Aspekte anschaut, natürlich sind die negativen Aspekte 10 mal so schwer ins Gewicht fallend... trotzdem, wenn ich z. B. an die hedonistischen Millenials denke und diese mit eher werteorientiert lebenden Gesellschaften vergleiche, es war Zeit, dieses immer mehr, dieses immer mehr exotische Länder bereist haben, immer mehr ausprobiert zu haben im Leben, das Leben mit immer mehr Konsum und entsprechenden Erlebnissen gefüllt zu haben, es war an der Zeit, dort innezuhalten...
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Mo 23. Mär 2020, 20:00

Es gibt ein ungeheures kreatives und soziales Potenzial in dieser Gesellschaft. Ich bin überzeugt, dass wir daraus gestärkter und zukunftsorientierter daraus hervorgehen. Viele Menschen haben ein starkes Bedürfnis, sich einzubringen, endlich wegzukommen aus diesem egoistisch-neoliberalen und rein konsumorienterten Hamsterrad. Sie haben nicht nur das Bedürfnis, sie TUN es auch allenthalben. Und dieses gemeinsame Tun ist etwas, das sehr befriedigend sein kann - sich als wirkmächtig zu erfahren, helfen zu können, etwas Neues aufzubauen.
Leider kann ich da als Sozialphobikerin nicht wirklich mitspielen... ich beneide da die Jüngeren. Deren Perspektiven sind oft nicht so gut wie die der Älteren es damals waren, dafür fehlt aber auch die Fallhöhe, die jedes Experiment und Innovation verhindert.
Ich möchte da nichts romantisieren - der Verlust von Sicherheit und Arbeitsplatz, da gibt es nichts zu glorifizieren. Aber daran kann man momentan nichts ändern, man kann nur das Beste draus machen.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Falschparker » Mo 23. Mär 2020, 19:14

Overthesky hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 15:51
Und dass "Zucht und Ordnung", ein "starker Staat", autoritäre Gesellschaftssysteme durch Corona Auftrieb bekommen, siehe dazu hier https://www.spiegel.de/geschichte/herfr ... 4776f760e7 , wenn mit "Reset" das gemeint ist, dann wird das eher nicht im Sinne freiheitsliebender, gesellschaftlich liberal eingestellter ADHSler sein. Die Corona-Parties und die Massen an Spaziergängern in deutschen Städten noch vor 3 Tagen, das wird man z. B. in China als endgültige Bankrott-Erklärung des gesellschaftlichen Liberalismus werten. Der Chefvirologe von der Charité zu den drakonischen Maßnahmen in China im Sinne eines "starken Staates", "...dort wird nicht an die Menschen appelliert, sich zu verbessern, dort werden sie verbessert...", er hat dann noch hinzugefügt, dass er in einer Gesellschaft wie der in China nicht leben wolle. Jedenfalls gibt dieser "Reset" dem Gesellschaftsmodell a la China Auftrieb...
Du musst aber dann dazu sagen, dass Herfried Münkler mehrmals (!) in diesem Interview sagt,
Für Westeuropa wäre ich für den Moment unbesorgt.
Leider ist in China das Gesellschaftssystem seit 1989 ohnehin autoritärer geworden, trotz wirtschaftlichen Erfolges und auch schon ohne Corona. Und die Populisten in Polen, Ungarn, der Türkei, Russland, Brasilien und den USA kamen auch ohne Corona an die Spitze. Ob die aktuellen Entwicklungen nun günstig oder ungünstig für diese sein werden, ist bisher Spekulation. Wo sie die Gelegenheit genutzt haben, die Unabhängigkeit der Justiz und der Presse platt zu machen, wird eine Trendwende natürlich leider sehr schwer.

Hier jedenfalls zeigt sich erfreulicherweise, dass die Menschen erstaunlich großes Zutrauen in die bisherigen Politiker zeigen und sich zzt. kein Schwein für die Rechtspopulisten interessiert. Noch vor wenigen Wochen das übliche Schimpfen über die bevorstehende und keineswegs übertriebene Gebührenerhöhung für die Öffentlich-Rechtlichen ist verstummt. Man sieht in solchen Situationen, was wir an Deutschlandfunk, NDR, regionalen Tageszeitungen usw. haben!

Der Unterschied scheint zu sein, das Risiko des Klimawandels liegt soweit in der Zukunft dass Populisten es leugnen können und damit durchkommen, bei einer so viel schnelleren Entwicklung wie dem Coronavirus geht das nicht.

Viele Grüße
Falschparker
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Hibbelanna » Mo 23. Mär 2020, 17:58

Overthesky hat geschrieben:
So 22. Mär 2020, 08:12
im Gegensatz zu Kathrin Weßling, die allein mit diesem Artikel wieder gutes Geld verdienen wird
Ich weiß nicht, was dieser sozialneidige Seitenhieb soll. Ich nehme nicht an, dass Du ne Idee hast, freie Redakteure bzw. Autoren so pro Zeile verdienen? Sie steht zu ihrem Scheitern, ihren Macken und ihrem ADHS und freut sich selbst darüber, dass sie jetzt endlich so etwas wie eine gesicherte Existenz hat.
Auch wenn das ein für Medien- und Kulturschaffende sehr fragiles Konzept ist und sich von heute auf morgen ändern kann. Von ihrer Einstellung kann kann sich so mancher eine Scheibe abschneiden.
https://www.zeit.de/arbeit/2020-01/neua ... ienabbruch

Ja, ich hoffe auch auf sowas wie einen Reset. Glaube aber nicht daran. Unsere Dinosaurierindustrien werden die Gelegenheit nutzen und ihre durch Verschnarchtheit, mangelnde Visionen und gnadenlose Korruptheit selbst erzeugte Probleme auf Kosten der Allgemeinheit lösen. Corona sei Dank.
Overthesky hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 15:51
dann wird das eher nicht im Sinne freiheitsliebender, gesellschaftlich liberal eingestellter ADHSler sein
Ersetze "ADHSler" durch "Mensch". Was hat das mit ADHS zu tun? Es gibt sicher ohne Ende autoritärer ADHSler - mit dem Unterschied, dass diese sich nicht so sehen. Perspektivübernahme und Selbstwahrnehmung gehören halt nicht zwingend zur Grundausstattung...
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Andromache » Mo 23. Mär 2020, 17:52

Overthesky hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 14:51
Vielleicht sieht man das in bestimmten Filterblasen im Internet so, im realen Leben da draußen wohl eher nicht. Lächerlich.
Nur mal zu deiner Information:
Ich befinde mich nicht in einer Filterblase, sondern stehe gerade in forderster "Front"!
Ich bin Personalreferentin in einem Unternemen, dessen Headquater in England steht. Schon deshalb wurde bei uns präventiv der Rotstift angesetzt.
Wir haben Ende letzten Jahres breits Mitarbeiter entlassen und bereiten momentan unseren Antrag auf Kurzarbeitergeld vor.
Wenn es ganz schlecht läuft, wickeln wir uns hier als HR-Team irgendwann selbst ab und schließen die Tür hinter uns zu.

Selbst meine krebskranke Freundin, die ihren sicheren Job zugunsten der Selbständigkeit gekündigt hat und nun krank und ohne Einkünfte dasteht, ist der Ansicht, dass in der momentanen Situation sehr viel Potential steckt.

Daher: Jammern und das Lostreten einer Sozialneiddebatte hilft nicht, sondern Optimismus, Kreativität und viele neue weitsichtige Ideen...damit können wir das Ruder noch rumreissen. Und das ist alles andere als lächerlich!
Eigentlich ist das die optimale Zeit für ADHSler! Herausforderung pur!

Wenn du es dann doch beim Jammern beläst...dein Bier! Und dann solltest du dich fragen, in welcher Blase du eigentlich steckst.
Zuletzt geändert von Andromache am Mo 23. Mär 2020, 18:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von UlBre » Mo 23. Mär 2020, 17:12

Overthesky hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 15:51
dort wird nicht an die Menschen appelliert, sich zu verbessern, dort werden sie verbessert...
Drum lernen sie es auch nicht.
Ich glaube, das es erforderlich ist, Verantwortung zu lernen / genau so wie den Umgang mit Fakenews und Populismus.
Deswegen hacke ich da ich immer wieder drauf rum - wir müssen es lernen.
Wären wir ein chinesisches staatliches Forum, wären manche schon geflogen und wir hätten manche lästige Diskussionen nicht gehabt. Aber wäre das langfristig wirklich besser ?

Ich glaube, das ist das, was in Ostdeutschland das Erstarken der Rechtsextremen so befördert - mangelnde Notwendigkeit des sich Verantwortlichkeit mit was Auseinandersetzens über viele Jahrzehnte.
(Missverständnisvermeidungshalber: Klar gibt es in Ostdeutschland sone und sone, wie auch sonstwo. Ich meine nur eine statistische Wahrscheinlichkeit...)
Bin gerade beeindruckt, wie human der homo sapiens in der Not werden kann. Danke dafür, Deutschland !
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Addy Haller » Mo 23. Mär 2020, 16:41

Overthesky hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 14:51
Andromache hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 01:35
Es ist doch die Frage, ob man dieses ganze Desaster als Chance oder wirklich nur als Krise sieht. Wie empfindet ihr das?

Ich sehe Corona als große Chance zum Reset. Eigentlich ist der auch notwendig, denn sonst ist der Kollaps unausweichlich. Ich empfinde das gerade wie einen freien Fall...und das hat etwas ungemein befreiendes...
Ich glaube, dass das die überwältigende Mehrheit der Menschen, die jetzt gerade dabei oder kurz davor sind, ihre Jobs zu verlieren, ihre Kleinunternehmen, Cafés etc. schließen "dürfen", nicht so sehen. Vielleicht sieht man das in bestimmten Filterblasen im Internet so, im realen Leben da draußen wohl eher nicht. Lächerlich.
Dass grenzenloser Wachstum nicht funktioniert, ist schon lange klar. Jetzt wäre Zeit, mal über einen anderen Weg nachzudenken. Ganz unabhängig davon, was das für den einzelnen bedeutet.

Die Alternative heißt: weiter so wie bisher. Und was das bedeutet, ist auch klar...
„Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe.“ - Eckart von Hirschhausen
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Mo 23. Mär 2020, 15:51

Und dass "Zucht und Ordnung", ein "starker Staat", autoritäre Gesellschaftssysteme durch Corona Auftrieb bekommen, siehe dazu hier https://www.spiegel.de/geschichte/herfr ... 4776f760e7 , wenn mit "Reset" das gemeint ist, dann wird das eher nicht im Sinne freiheitsliebender, gesellschaftlich liberal eingestellter ADHSler sein. Die Corona-Parties und die Massen an Spaziergängern in deutschen Städten noch vor 3 Tagen, das wird man z. B. in China als endgültige Bankrott-Erklärung des gesellschaftlichen Liberalismus werten. Der Chefvirologe von der Charité zu den drakonischen Maßnahmen in China im Sinne eines "starken Staates", "...dort wird nicht an die Menschen appelliert, sich zu verbessern, dort werden sie verbessert...", er hat dann noch hinzugefügt, dass er in einer Gesellschaft wie der in China nicht leben wolle. Jedenfalls gibt dieser "Reset" dem Gesellschaftsmodell a la China Auftrieb...
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » Mo 23. Mär 2020, 14:51

Andromache hat geschrieben:
Mo 23. Mär 2020, 01:35
Es ist doch die Frage, ob man dieses ganze Desaster als Chance oder wirklich nur als Krise sieht. Wie empfindet ihr das?

Ich sehe Corona als große Chance zum Reset. Eigentlich ist der auch notwendig, denn sonst ist der Kollaps unausweichlich. Ich empfinde das gerade wie einen freien Fall...und das hat etwas ungemein befreiendes...
Ich glaube, dass das die überwältigende Mehrheit der Menschen, die jetzt gerade dabei oder kurz davor sind, ihre Jobs zu verlieren, ihre Kleinunternehmen, Cafés etc. schließen "dürfen", nicht so sehen. Vielleicht sieht man das in bestimmten Filterblasen im Internet so, im realen Leben da draußen wohl eher nicht. Lächerlich.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Andromache » Mo 23. Mär 2020, 01:35

Es ist doch die Frage, ob man dieses ganze Desaster als Chance oder wirklich nur als Krise sieht. Wie empfindet ihr das?

Ich sehe Corona als große Chance zum Reset. Eigentlich ist der auch notwendig, denn sonst ist der Kollaps unausweichlich. Ich empfinde das gerade wie einen freien Fall...und das hat etwas ungemein befreiendes...
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Falschparker » So 22. Mär 2020, 20:29

Overthesky hat geschrieben:
So 22. Mär 2020, 10:50
Abseits davon, ich finde den Artikel von Kathrin Weßling ja gut, daher auch der Link, aber mindestens der Vollständigkeit halber gehört der Verweis auf materielle Probleme breiter Bevölkerungsschichten in dieser Krise ebenfalls mit dazu.
Ja sorry, warum soll eine Journalistin für einen guten Artikel nicht auch gut verdienen? Vermutlich nicht mal so gut wie du denkst, aber egal, was ihr zusteht steht ihr zu.

Sicher, vielen Leuten geht es jetzt schlecht, aber eine Sozialneiddebatte ist jetzt wirklich mehr als flüssig.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Elementary » So 22. Mär 2020, 16:25

Da es zum Thread-Titel passt, poste ich einen Link, über den ich gerade gestolpert bin, mal hier:

"Die Depressionshilfe stellt ihr Online-Programm iFightDepression zur Struktu­rierung des Alltags nun aufgrund der Corona-Krise Betroffenen für sechs Wochen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Normalerweise setze das Programm eine Begleitung durch einen Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten voraus. Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssten und Hausärzte und Psychotherapeuten an ihre Belastungsgrenzen stießen, sei das Programm nun auch ohne Begleitung zugänglich."

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... Verfuegung

Ich kenne das Programm (ifightdepression) selbst nicht, aber fand das ganz interessant, ggf. als Überbrückungshilfe bei Bedarf.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Maxmalwieder » So 22. Mär 2020, 15:56

Wenn es eine Art von Forum gibt, wo ich eine gewisse thematische Ungenauigkeit nicht nur völlig in Ordnung finde, sondern sogar erwarte, ist das ein AD(H)S-Forum. (Zugegeben, gleich im ersten Post ist schon recht sportlich.) Mir wäre nur wichtig, dass man nicht stört, wenn man dann doch was zum ursprünglichen Thema posten will.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von UlBre » So 22. Mär 2020, 14:33

Es braucht vielleicht bestimmte intellektuelle Fähigkeiten, um

- das Konstrukt Werte von dem Konstrukt Lösungen zu unterscheiden.
- Stimmen, die einen Wert oder ein Argument thematisieren, nicht damit abzuwerten (oder diffamieren) zu versuchen, dass ihnen unterstellt wird, dass sie Nachteile, die aufgrund einer Werteverschiebung entstehen, wollen würden.

Das ist der Populismus, der Rechtsradikalen, Linksradikalen oder sonst wie Radikalen Auftrieb verschafft - oder der (in anderen Foren) verbreitet, AD(H)S gäbe es gar nicht.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Andromache » So 22. Mär 2020, 11:10

Overthesky hat geschrieben:
So 22. Mär 2020, 10:50
Selbstwirksamkeit ist auch subjektiv.

Abseits davon, ich finde den Artikel von Kathrin Weßling ja gut, daher auch der Link, aber mindestens der Vollständigkeit halber gehört der Verweis auf materielle Probleme breiter Bevölkerungsschichten in dieser Krise ebenfalls mit dazu.
In diesem sehr guten Artikel geht es aber ausschließlich um die Isolation in dieser Zeit und um Depressionen. Das es hier auch knallhart um tausende Existenzen geht, das kann ja auch niemand bezweifeln, aber darum geht es in diesem Artikel nun mal nicht. Warum bleibst du dann nicht einfach mal bei diesem einen Thema, sondern vermischt die Themen wiedermal?
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » So 22. Mär 2020, 10:50

Selbstwirksamkeit ist auch subjektiv.

Abseits davon, ich finde den Artikel von Kathrin Weßling ja gut, daher auch der Link, aber mindestens der Vollständigkeit halber gehört der Verweis auf materielle Probleme breiter Bevölkerungsschichten in dieser Krise ebenfalls mit dazu.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Andromache » So 22. Mär 2020, 10:39

Overthesky hat geschrieben:
So 22. Mär 2020, 08:18
Materiell gut situiert, nicht gut situiert, was die Lenbenssituation insgesamt angeht, das will ich noch konkretisieren.
Bitte verschone uns wenigstens in Zeiten dieser Krise mit deinen vorwurfsvollen und sehr subjektiven Ausführungen zum Thema verschiedene monetäre Lebensvoraussetzungen! :roll:

Leiden ist immer subjektiv!
PS: Und wenn es um Depressionen geht - und genau um dieses Thema geht es doch in diesem Thread - solltest du eigentlich wissen, dass der wirtschaftliche Background dabei überhaupt keine Rolle spielt, will sagen, dass auch wirtschaftlich gut gestellte Personen Depressionen haben. Und es hat niemand das Recht, diese zu relativieren. Tut man das dennoch, muss man sich auch mal den Vorwurf des Sozialneids gefallen lassen.
Zuletzt geändert von Andromache am So 22. Mär 2020, 10:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » So 22. Mär 2020, 08:18

Materiell gut situiert, nicht gut situiert, was die Lenbenssituation insgesamt angeht, das will ich noch konkretisieren.
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Leben mit Depressionen und ADHS in Zeiten der Corona-Krise

Ungelesener Beitrag von Overthesky » So 22. Mär 2020, 08:12

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/ ... angssperre

Kathrin Weßling schreibt quasi immer sehr gute Artikel. Auch dieser ist wieder gut.
Was in meinen Augen noch dazu gehört: im Gegensatz zu Kathrin Weßling, die allein mit diesem Artikel wieder gutes Geld verdienen wird, haben ganz viele Leute in Deutschland gerade materiell handfestere Probleme. Mein Onkel macht jetzt Pleite mit seiner Event-Agentur, der kann über die in Aspekten (in Aspekten, nicht insgesamt) Selbstbeschäftigung der gut situierten Kathrin Weßling nur lachen...
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