3 Wochen elvanse! Update!

Hallöchen, wir nehmen seit 3 Wochen das elvanse 20 mg. Mein Sohn ist 10 Jahre alt. Ich hatte letztens schonmal hier diesbezüglich was geschrieben. Am sich verträgt er es ganz gut. Er ist laut Schulbegleiter und Lehrer konzentrierter und fokussierter. Was ja schon mal gut ist. Auch mein Sohn meint er findet es sehr schön das er wie auch die anderen Kinder die Aufgaben gut lösen kann und Aufgaben flink erledigt ohne immer der letzte sein zu müssen. Zuhause habe ich aber den Eindruck das die Tabletten überhaupt nicht wirken. Weder nach Schulschluss noch am WE. Er ist am WE schnell frustriert, aggressiv und einfach schlecht drauf. Jetzt habe ich gerade mit der Ärztin telefoniert. Sie meinte ich soll das elvanse weiter geben und tatsächlich auch erst einmal bei 20 bleiben. Solange er im Unterricht gut Klar kommt ist alles prima. Da auch die Lehrer zufrieden sind. Wenn dem nicht mehr so sein sollte , kann man immer noch erhöhen. Da sollen wir im Austausch mit dem Lehrer und Schulbegleiter bleiben. Am WE hingegen sollen wir mit elvanse pausieren. Da sie scheinbar nur gut wirken wenn er geistig gefordert wird. Soll angeblich für den Körper nicht schlimm sein weil ich meine Ängste geäußert habe, dass dann evtl jedesmal wieder neue Nebenwirkungen dazu kommen könnte.was meint ihr dazu? Gibt ihr immer oder nur in der Schulzeit?

Jetzt ne andere Frage. Und zwar hat mein Sohn am Dienstag Abend 20 Uhr brechen müssen. Ihm war sehr übel. Ich hab ihn dann Mittwoch Zuhause gelassen. Ohne Tabletten. Donnerstags ist er wieder zur Schule. War auch alles wieder ok. Am Abend gegen 20 Uhr dann wieder.. Übelkeit und erbrechen. Kann ein Magen Darm Infekt sein kann aber auch jetzt noch als Nebenwirkungen der Tabletten Kommen??? Ich meine die wirken dann doch nicht mehr Oder? Ich bin irgendwie verwirrt. Die Ärztin wußte dazu auch nix. Meinte nur beobachten paar Tage …

Bei der Eindosierung sollte man nicht ständig Pausen machen

Pausieren macht grundsätzlich bei Elvanse keinen Sinn da Elvanse einen Steady-state von 5 Tagen hat. 2 Pause kann dann Probleme bereiten weil Elvanse ist kein Methylfinidat wirkt vereinfacht gesagt 1 1/4 Tag und nach ca. 5 Tagen führt man quasi so viel zu wie der Körper rausnimmt ist vergleichbar mit einem erreichten Spiegel ist aber kein Spiegel weil Spiegelmedikamente noch ganz anders funktionieren könnte aber Psyche und co belasten wenn du einfach Elvanse pausierst.

Die Ärztin kennt sich damit wohl nicht gut aus das sie das vorschlägt. Elvanse kann aber innerhalb der ersten Wochen auf gleicher Dosis noch sehr viel auch positives mit der Psyche machen daher ist halten nie verkehrt statt zu schnell aufzudosieren. Wird es nicht besser oder innerhalb von 3 Wochen schlimmer würde ich nochmal mit der Ärztin sprechen

Sorry, das ist Bullshit…
Goldene Regel: hochdosieren und Veränderungen dokumentieren.

Und ja, Übelkeit und Erbrechen können Eindosierungsnebenwirkungen sein, Geben sich in der Regel innerhalb der ersten Wochen.

Wir haben leider nur 20 mg Tabletten da und die Ärztin ist nun 2 Wochen im Urlaub. Er ist dieses WE schon wieder so aggressiv gewesen . Mischung aus Aggressivität und depri. Kaum zu ertragen

Wir haben uns dazu entschlossen nicht am WE zu pausieren. Die Ärztin bzw die Sprechstunden Gehilfin hat uns nochmal 20 mg aufgeschrieben da wir um hohr zu dosieren erst mit der Ärztin sprechen müssen. Die ist aber noch im Urlaub. Überlege jetzt einfach dennoch auf 30 zu dosieren. Wie gesagt in der Schule wirken sie Prima. Zuhause ganz schlimm . Der ist richtig ekelig aggressiv, einfach furchtbar den ertragen zu müssen. Dieses elvanse hat das Verhalten uns gegenüber jedenfalls noch schlimmer gemacht. Meint ihr das eine Erhöhung nochmal was ausmachen könnte???

1 „Gefällt mir“

Vielleicht eine demaskierte agitierte Depression?
Aggression ist keine typische Nebenwirkung von ADHS-Medikamenten. Aggression oder Depression kann allerdings freigesetzt werden, wenn das ADHS wegfällt, das darunterliegende Probleme maskiert hat.

Du sagst, in der Schule hilft es ihm und er ist nicht aggressiv?
Maskiert er dort stark und muss es ablassen, wenn er zuhause ist?

Wieviel Autismus ist in der Mischung mit drin?

In der Schule und auch woanders ist er nicht so. Er legt auch sehr viel wert darauf nicht negativ aufzufallen. Das wäre ihm extrem unangenehm. Eigendlich hat er kein besonderes Selbstwert, aber Zuhause denkt er er wäre der bestimmer der sich nix sagen lässt und sein Ding macht

Was halt ganz schlimm ist , und wo es am meisten auffällt ist wenn er Langeweile hat. Das löst bei ihm direkt diese Emotionen aus. Er muss nonstop beschäftigt werden. Er wird sofort depri und jammert. Aber egal was man anbietet zb Gesellschaft Spiele, lego usw. Er hat keine Lust.

Auch Langeweile ist ein ADHS-Symptom.
Dysphorie bei Inaktivität und ADHS-typische Problematik, nicht anfangen zu können (beides in Extremform)?
Wenn mal was angefangen wurde, ist es leichter?

Emptionale Dsysregulation ist bei ADHS häufig; ich halte sie für ein Kernsymptom…

Und was kann man da tun? Sollen die Medikamente da nicht auch unterstützen? So wurde es uns gesagt! Wa ist echt so krass das ich mittlerweile Langeweile schon als “Krankheit” sehen könnte. Weiß nicht wie ich mich anders ausdrücken kann. Wenn er denn was anfängt wenn kann er sich auch einige Zeit daran halten. Aber ihm ist Zuhaus immer langweilig. Woanders mit Freunden alles perfekt. Auch Schule aktuell sehr gut. Dies sagt er auch selbst.

Ja, da gibt es was, aber das klingt erst mal ganz blöd.

Fast alle ADHSler haben den „Du kannst doch wenn du willst“-Schaden und bekommen bei „Einfach…“-Sprüchen berechtigterweise allergischen Spontanausschlag auf der Seele.

Das mit dem „Einfach Anfangen“ ist da allerdings eine Ausnahme.
Bei ADHS ist die Aversion gegen das Tun sehr viel größer als die spätere Realität.
In der Vorstellung fühlt sich das Machen weitaus schlimmer an, als es ist, wenn man es tatsächlich tut.
Hintergrund ist, dass ein Tun (solange es nicht verhasst ist) bereits Dopamin ausschüttet. Und das spannt die Brücke über das Tal des Dopaminmangels, durch das man eigentlich erst durch muss, um etwas beginnen zu können…

Mehrere Schritte können helfen:

  1. Psychoedukation dazu, dass die Anfang-Aversion bei ADHS eine emotionale Fata Morgana ist, ein Scheinriese, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt.
  2. Anfangen üben. Je kleiner die Aufgabenteilchen, die man sich vornimmt, desto geringer die Aversion. Etwa entstehenden Hyperfokus dann nicht bremsen :wink:
  3. Retrospektive Beobachtung: Beim Tun kurz innehalten und die Emotion mit der Aversion davor vergleichen, könnte helfen, die Anfang-Aversion zu rejustieren. Nur nicht belehrend (habe ich dir ja gesagt), sondern so, dass er die Psychoedukation annehmen kann…

Bei Kids:

  • extrinsische Motivationsanreize erhöhen
    • dass bei ADHS intrinsische Motivation überwiegt, heißt nur, dass die extrinsische Belohnung deutlich höher sein muss als bei Nichtbetroffenen, um dieselbe Wirkung zu entfalten - daher bitte keine „Normal“-Maßstäbe bei der Belohnung
    • Belohnungen müssen bei ADHS möglichst kurzfristig sein; je später, desto weniger sind sie bei ADHS subjektiv wert
  • Gamifikation
  • Wettbewerbe draus machen (für Wettbewerbsaffine; es gibt auch Wettbewerbsaversiker)
  • eigene echte Begeisterung aktiv teilen (Role model sein)
  • etwas toll reden (aber nicht zu sehr schummeln)
  • Sachen finden, die er besonders gut kann (beinhaltet die intrinsische Motivation, die dafür zustehende Anerkennung zu erhalten, aufrichtig gelobt zu werden - ADHSler durchschauen Scheinlob sehr schnell)
  • herausfinden, was ihm wirklich Spaß macht (manche Menschen lieben es tatsächlich, Zäune zu streichen)
  • Bodydoubling (mit Elternteil oder anderen Kids; ggf. in Kombination mit Gamifikation - wer ist zuerst fertig? Wer hat am wenigsten Fehler?)
  • ins Anfangen reintricksen (Kannst du mir mal kurz helfen?)

Das sollten sie definitiv. Innerhalb der Wirkdauer.
Stimulanzien erhöhen Antrieb und Aufmerksamkeit.
Emotionale Dysregulation ebenso, aber nicht so stark wie durch Nichtstimulanzien, die vor allem den ganzen Tag wirken. Im Zweifel könnte eine Kombinationsmedikation einen Versuch wert sein.

2 „Gefällt mir“

Ich danke dir für deinen Text. Er nimmt die 30 mg ( also 10 mehr ) jetzt zwei Tage und er ist sowas von depressiv. Unglaublich was 10 mg mehr ausmachen :sob:

1 „Gefällt mir“