A(u)DHS, HET, psych. Komorbidität spez. Depression und Einstellung auf derzeit Elvanse - etwas Hilfe gefragt

Hallo. Ich bin 55 und bin bisher in meinem Leben mit meinem ADHS ganz gut klargekommen, bin immer meinen eigenen Weg gegangen - trotz psychischer Grunderkrankung mit Depressionsneigung(vererbt und erworben).

Durch eine Krebserkrankung hat es mich vor über 4 Jahren abrupt in die Wechseljahre gehauen und seither struggle ich stark, da das Gesamtpaket einfach zu groß wurde. Dank HET (Gynokadin + Duphaston) und diverser Vitaminzusätze (ärztl. abgeklärt über BB was notwendig ist) ist die Basis wieder ok, aber die Konzentration und Belastbarkeit war nicht mehr gegeben für ein normales Leben, deshalb hatte ich dann den Weg zu Ritalin bzw. jetzt Elvanse begonnen.

Ritalin hat bei einer Dosis von 30 mg sehr gut funktioniert, ich fühlte mich auf Arbeit wieder leistungsfähig und war (ganz neu für mich) auch sehr sozialtauglich. Allerdings war der Reboundeffekt so stark, dass ich ab Nachmittags nicht mehr Herr meiner Sinne war und Abends nur noch liegen und jammern konnte. Dazu fühlte ich mich von meinen Gefühle abgeschnitten. Deshalb der Umstieg auf Elvanse.

Da bin ich jetzt bei 40 mg gelandet, was gut funktioniert, der Reboundeffekt ist nur gering vorhanden, Konzentration gut - allerdings nicht so gut wie bei Ritalin und der positive Schwung wie z.B. beim Sozialverhalten fehlt - eventuell müsste ich mal probehalber auf 50 mg hochgehen (?).

Was jedoch mein derzeitig größtes Problem ist, ist die Psyche bzw. die Depression. Es kann natürlich sein, dass sich jetzt die Depression zeigt, die durch die Dinge vorher (wie Nebelwand, Rebound usw) nicht sichtbar war, aber ich es gibt Anzeichen, die mich denken lassen, dass es auch zum Teil am Elvanse liegen könnte. Und zwar bin ich insgesamt deutlich empfindsamer als sonst, als wenn der „Stoßdämpfer“ fehlt und so jede Bodenwelle ungefedert durchkommt. Auf der eine Seite finde ich es schön wieder intensiv fühlen zu könne, auf der anderen ist das natürlich anstrengend. Ich bin extreme Gefühlsstürme durchaus gewohnt, aber die Heftigkeit vor allem im Negativbereich ist doch neu.

Und was mir besonders zu denken gibt: aufgrund meiner Herkunft gibt es die Möglichkeit einer vererbten Neigung zu Psychosen - und ich habe seit dem Elvanse zum Teil extreme Träume oder auch kurze Wachsequenzen, die mir Angst davor machen, dass da etwas entstehen könnte.

Daher meine Fragen:

  1. hat jemand eine Idee für eine Art „Dämpfer“ auf Naturbasis, die das Elvanse in der Wirkung nicht beeinträchtigen - ich möchte keine Antidepressiva nehmen.
  2. Gibt es Erfahrungen zum Thema Elvanse und Psychoseneigung? Kann durch die Hirnanregung auch derartiges hochkommen?

Mein nächster Termin bei meiner Ärztin ist am Donnerstag - da werde ich das mit ihr besprechen, wäre aber vielleicht gern schon etwas vorbereitet…

Was bezweckst du denn mit den Steigerungen von Ritalin? Gerade wenn 30 mg gut funktioniert?
Ritalin ist kein Lisdexamfetamin und spätestens nach 8 std hat Ritalin keine Wirkung mehr. Ritalin nimmt man 2 mal täglich üblicherweise für eine Tagesabdeckung mit Lisdexamfetamin/ Elvanse wird eine längere Wirkungzeit für eine höhrere Einmalwirkstoffeinnahme lt. Richtlinie/ Eindosierleitfaden.

Je nach dem wie lange der Tag ist nehme ich auch 3 Einnahmen Ritalin, ich nehme es 2 std vor Wirkende um die Wirkung zu halten

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Ritalin (Einnahme erfolgte 2 x täglich) habe ich wegen des massiven Rebound-Effektes und der Abschneidung vom Gefühl abgesetzt. Der Rebound-Effekt war so heftig, dass ich abends nicht mehr klarkam. Deshalb hab ich auf Elvanse umgestellt und bin da in der Eingewöhnung (Einnahme jetzt die 4. Woche) und derzeit bei 40 mg.

Ich will also nicht das Ritalin steigern, sondern das Elvanse weiternehmen und muss noch schaue, ob sich bei höherer Elvanse-Dosis noch etwas verbessert. Deshalb eventuell Steigerung vom Elvanse auf 50 mg, aber erst nach Absprache mit meiner Ärztin. Es ging mir jetzt um die Nebeneffekte vom Elvanse bei mir, ob es da Möglichkeiten gibt das zu verbessern (s. Pkt 1+2)

Um mal für (vielleicht) interessierte aufzuklären, was meine Ärztin zu meinen Fragen/Bedenken sagt:

Elvanse hat definitiv eine höhere Wahrscheinlichkeit bei Psychoseneigung diese auszulösen als Ritalin. Sie nimmt meine Angst bzw. meine Beobachtungen/Gefühl dazu sehr ernst und überlegt deshalb das Elvanse abzusetzen und es wieder mit einem anderen Ritalinprodukt zu versuchen. Aber das wollte ich nicht, da ich gerade den Wirkeffekt vom Elvanse als gut und passend für mich finde. Also machen wir weiter mit kurzem Kontrollintervall.

Auch hat sie meine Depressionen sehr ernst genommen und ich soll weiter und genauer beobachten, ob das Elvanse eventuell dies auch verstärkt. Das kann ebenso durchaus sein. Sie hat mir pflanzliches Mittel genannt, was ich ausprobieren soll.

Mir zeigt das Ganze(mal wieder), dass ich mich auf mein Gefühl/Beobachtungen verlassen kann.
Und dass sie eine gute Ärztin ist, da sie mich ernst nimmt und mit mir und nicht gegen mich arbeitet. Sie hat sich auch sehr besorgt nach dem Fortschritt der Therapie erkundigt.

Dieses Gefühl ernst genommen zu werden, gibt mir ein gutes Gefühl… und jedes positive Gefühl ist ein kleiner Baustein aus der Depression…