Abbruch medikamentöser Therapie - wie umgehen mit Leidensdruck?

Hallo! Ich habe vor rund zwei Monaten meine Diagnose bekommen und habe dann eine Therapie mit Medikinet gestartet. Ich habe es gut vertragen und war sehr zufrieden mit der Wirkung. Dann hat mein Psychiater allerdings die Therapie abgebrochen und mir kein Folgerezept mehr ausgestellt, weil ich von meinem Cannabiskonsum erzählt habe, mit dem Hinweis, wenn ich damit aufhören könnte ich in ein paar Wochen wiederkommen und weitermachen.

Gesagt, getan; nur hat er jetzt seine Meinung geändert, ein paar Wochen Abstinenz reichen nicht aus weil ich ja rückfällig werden könnte, außerdem würde er regelmäßig Drogentest bei mir durchführen, und falls dort einer positiv sein sollte (sei es falsch-positiv oder durch Passivkonsum) bricht er meine Behandlung völlig ab und nimmt mich nicht mehr als Patient an.

Das Vertrauensverhältnis wurde dadurch natürlich völlig zerstört und ich hab mich auf die Suche nach einem neuen Psychiater gemacht. Leider erhalte ich trotz bestehender Diagnose und bereits beginner Therapie nur absagen.

Ich hatte mich an das Methylphenidat schon gewöhnt und auch mein Leben danach ausgerichtet, dementsprechend hart ist die plötzliche Umstellung für mich. Habt ihr Tipps wie ich damit umgehen könnte? Vielen Dank!

Der Arzt will sich vermutlich einfach nur absichern und kann den Konsum aus ärztlicher Sicht nicht medizinisch befürworten.

Deutsches Ärzteblatt

NetDoktor

Entweder suchst du einen neuen Arzt und bist ohne Medikation oder du tanzt nach den Regeln des alten Arztes bis du jemanden neues gefunden hast , der zugleich auch keine Bedenken hat.

Bist du dir den sicher, dass Beides zusammen bedenkenlos geht ?

Danke für deine Antwort!

Ich kann zu der Praxis kein Vertrauen mehr aufbauen, weil ich nicht jedes mal vom selben Arzt behandelt werden kann und die Ärzte widersprüchlich handeln, außerdem ist für mich die Gefahr eines erneuten Therapie-Abbruchs bei einem Positivtest (aus welchen Gründen auch immer, seines Rückfall, sei es falsch-positiv, sei es Passivkonsum) zu groß für mich.

Deswegen suche ich mir einen neuen Arzt, aber leider ist das in meiner Region auf absehbare Zeit wohl unmöglich, zumindest habe ich nach ein paar Tagen bereits Dutzende Absagen, weil nirgendwo neuen Patienten aufgenommen werden.

Ich teile auch grundsätzlich die Bedenken des Arztes; so wie ich Cannabis vor der Therapie missbraucht habe läuft das der Therapie mit Methylphenidat entgegen. Darum geht’s mir ja auch gar nicht. Es geht mir darum, wie ich mit diesem plötzlichen Therapieabbruch und dem daraus entstehendem Leidensdruck besser umgehen kann.

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Gut dann hast du zumindest gelernt nie wieder eknem Arzt über Cannabis zu erzählen und falls Drogen mal ein Thema waren auch nicht, denn es wird eigentlich fast nie gewürdigt bzw. gewertschätzt und könnte in die elektronische Patientenakte kommen.

Falls du der elektronischen Patientenakte nicht widersprochen hast wäre das morgen sofort der erste und richtige weg, denn die Pflicht in angelegte Akten einzutragen kommt spätestens Anfang 2026 und du hast keine Kontrolle welcher Arzt was dort einträgt auch aus dieser Praxis nicht und wenn du ihnen nicht vertraust könnte es dann in einer anderen Praxis unangenehme Überraschungen geben wenn da dieser Medikamentenabbruch wegen ehemaligen oder aktuellen Canabiskonsum steht/stünde…

Wenn du keine Praxis findest und du ein Gutachten über die Adhs Diagnostik hast könntest du in eine Akutambulanz gehen und bitten das sie sich bis du eine Praxis gefunden hast die die Behandlung mit Adhs Medikamenten übernimmt.

Ich würde dort nichts von den Problemen berichten, ich würde wahrscheinlich eher über mangelndes Vertrauen weil nicht richtig zugehmrt wurde, immer andere Ärzte dort behandeln und man dadurch dich nicht ernst nimmt und du deine Bedürfnisse und Symptome so nicht richtig gesehen siehst ausführen und das dichcdas psychisch so gestresst und belastet hat, da@ du keinen Ausweg sahst als die Medikamentöse Therapie abzubrechen weil diese Art dort/ dieses Klima sogar eher noch Angstzustände mit leichter Panik erzeugt hätte.

Das ist nahe dran aber nicht zu genau und könnte dir eine Chance bieten.

Was ist mit fahren? awer in Köln wohnt kann z.B. nach Düsseldorf oder Essen fahren, doof aber erst mal eine Lösung um vom Leidensdruck befreit zu werden und dann sichen was das Zeug hält.

Vielleicht konnte ich ja so ein paar Ideen mitgeben aus denen du dir ggf. handfestere Lösung erstellen kannst - aber ich fürchte es ist nicht einfach und wenn du dir illegal was besorgst bzw. Drogen nimmst mußt du rechnen das es eher mehr Schwierigkeiten gibt. Sag dir das bitte damit es nicht komplizierter wird seufz

Viel Glück

Hallo,

frage dich doch mal selbst, ob du das ehrlich meinst. So häufig sind falsch-positive Drogentests auch nicht, und auch Passivkonsum passiert nicht einfach so. Kiffende Bekannte zu meiden, empfiehlt sich ohnehin, wenn du nicht rückfällig werden willst.

Daher denke ich, du hast bei dieser Arztpraxis die Wahl, entweder Cannabis zu konsumieren oder Methylphenidat verordnet zu bekommen. Bitte um eine schriftliche Auskunft, welchen abstinenten Zeitraum du nachweisen musst, um keine erneute Überraschung zu erleben.

Ein Rückfall wäre dann wohl eine dumme Sache. Aber erstens ist dann die Schwelle, rückfällig zu werden, ziemlich hoch, wenn du weißt was auf dem Spiel steht. Und wenn es doch passiert, weißt du ja wieder den Zeitraum.

Ich frage mich ja, wieso Dein Arzt nichts von Deinem Cannabis-Konsum wusste. Üblicherweise wird das bei der Diagnostik und auch vor der Medikation abgefragt. :adxs_noidea:
So ganz unwichtig ist das ja auch nicht, wegen möglicher Wechselwirkungen.

Also wenn Du den Konsum da verschwiegen hast, kann ich auch den Arzt verstehen, dass er Dir jetzt ohne regelmäßige Drogentests erst Mal gar nichts mehr glaubt.

Vertrauen ist halt keine Einbahnstraße.
Dein Arzt dürfte sich jedenfalls auch ziemlich verarscht vorkommen, wenn Du erst nach Monaten damit rausrückst, dass Du regelmäßig und anscheinend auch nicht wenig Cannabis konsumierst. Dass der Dir jetzt nicht fröhlich weiter BTM-Rezepte in die Hand drückt (und somit Deinen unkontrollierten Misch-Konsum weiter fördert), finde ich völlig nachvollziehbar.

Mir sind die positiven Aspekte von ADHS-Medikation auf Suchtverhalten bekannt. Sofern keine Abstinenz vorliegt, gehört die ADHS-Therapie jedoch eigentlich (auch nach Leitlinie) in die Hände eines erfahrenen Suchtmediziners. Wenn der Psychiater kein solcher ist und er sich absichern will, dann bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als für die BTM-Verschreibung Abstinenz zu fordern und auch zu kontrollieren.

Bei allem Verständnis, dass Deine Situation jetzt ziemlich bescheiden ist, sehe ich den Fehler hier ausnahmsweise mal nicht beim Arzt - und das kommt wirklich selten vor.

Ob Deine Lösung jetzt ist, zum nächsten Arzt zu gehen und den Cannabis-Konsum wieder zu verschweigen oder den Vorfall zum Anlass nimmst, ernsthaft eine Cannabis-Abstinenz anzustreben, damit Du beim jetzigen Arzt wieder ADHS-Medis bekommst, musst Du für Dich entscheiden.