Abstinenz mit ADHS realistisch, oder Traumdenken?

liebe alle, sicherlich kennen einige von euch das alles oder nix / schwarz-weiß-denken.

Ich habe den Triathlon für mich entdeckt und auch den ersten absolviert. Jetzt will mein Kopf natürlich nach dem Weltmeistertitel und Ruhm und unmenschlicher Leistung streben (wer kennts nicht​:joy: ?)

Ich trinke gelegentlich (tatsächlich auch 1-2 kleine Bier ca. 5-7 Stunden nach der letzten Medikineteinnahme :face_with_peeking_eye::shushing_face:) und konsumiere seit der Medikation echt auffällig viel mehr Snus. Musste das schon aus dem Büro verbannen. Vielleicht liegt es auch an der Toleranz. Oder ich muss die Medikation anpassen das steht mich beim Arzt aus. Denke ich muss auf 2x20mg und 1x10 gehen, damit der Rebound nicht so stark kommt .

Long Story Short…

Ich will eh damit aufhören und verpasse auch nichts, wenn ich n alkoholfreies Getränk trinke. Also denke ich mir, Tabula Rasa zu machen und die nächsten 12 Monate (Triathlon Saison) nichts mehr zu konsumieren außer der Medikamente. Kein Alkohol, kein Nikotin und von allem anderen ganz abgesehen.

Wie ist da eure Erfahrung? Ist es mit ADHS überhaupt realistisch oder tut man sich keinen Gefallen damit? Dinge aus purer Disziplin durchzuhalten ist ja bekanntlich nicht so das stärkste Mittel für ADHSler.

Aber ich habe auch Bock mit meinem alten Körper (BJ 89), nochmal zu schauen, wie weit ich gehen kann :thinking:

Vielleicht habe ich tief in mir Angst, etwas zu verlieren, das mir lange Zeit vertraut war.

Also wie sind eure Erfahrungen? Platz nach zwei drei Wochen zu 100% die Bombe und der Konsum steigt ins Unermessliche? Oder habt ihr Wege gefunden es zu managen und wenn ja, welche? Und wer kommt mit ab und zu mal Schabank bestens zurecht und wenn ja, Wo ist das Geheimnis (oder eher das Häufchen :grimacing:)?

VG

Mein Leben hat sich seit ich alles abgesetzt habe außer meiner Medikation in fasr allen Lebensbereichen zum positiven verändert und auch meine ADHS bedingten Probleme sind etwas besser geworden.Nachteil ist höchstens das ich mich mehr mit mir auseinander setzte und meine Gefühle nicht durch Konsum verändere. Was aber glaube ich ganz gut ist:) Ich kann es dir nur empfehlen. Probiere es doch Mal ein Jahr. Und im sportlichen Bereich werden sich deine Leistungen ohne Nikotin auf jeden Fall verbessern.

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Hey Don, danke für deine Nachricht. Und Respekt, dass du den Mut hattest es durchzuhalten. Ist sicherlich heute noch schwierig?

Ich werde deinen Rat befolgen. Mich treibt es immer mehr in diese Richtung, zumal ich nach all den Jahren auch keine wirkliche Befriedigung mehr darin finde.

Ich freue mich innerlich sehr auf diesen Tag, wenn ich auch mal soweit bin wie du :slight_smile:

Wie ist dein Umfeld damit umgegangen?

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Moin!

Ich verzichte gleich auf alles, also sowohl auf Triathlon als auch auf Nikotin und Alkohol. :wink:

Aber mal im Ernst: Während meiner Studienzeit habe ich auch mal Alkohol getrunken, danach aber nicht mehr und würde es auch nie wieder tun (kann auch ohne sozialen Klebstoff Gespräche führen und finde es auch peinlich, dass Alkohol noch immer gesellschaftlich so akzeptiert ist - mir hilft dieser Gedanke jedenfalls auch, nichts mehr zu trinken, wobei ich aber auch nie einen Blackout hatte).

Ironman muss man im Leben auch nicht geschafft haben. Manchmal frage ich mich, warum wir als Menschen nicht größere, hehre Ziele verfolgen wie beispielsweise das Ziel, gute Menschen zu werde, was schon mehr als herausfordernd ist. Warum so viel im Außen unterwegs sein und nicht sich mehr nach innen wenden!? Braucht es immer eine Medaille, eine Auszeichnung „zum Vorzeigen“? Solange der Anreiz im Außen liegt, wird es schwer sein - so meine weise Prognose :wink: - etwas im Inneren zu verändern…

Für mich wäre es ein viel stärkeres Zeichen eigene innere Schwächen zu überwinden als irgendwo in der Öffentlichkeit eine Art Throphäe zu gewinnen, die mir nur für den Moment ein Glücksgefühl gibt, das so schnell wieder verblasst.

Ja gibt sicherlich auch heute noch genug schwierige Tage. Mache das jetzt seit bald 3 Jahren so. In meinem Umfeld war es so: Die Freundschaften die mich dabei unterstützen simd besser den je und die Menschen mit denen man nur ausgeht mit denen hab ich nicht mehr so viel zu tun. Meine Gefühlswelt ist halt irgendwie nochmal deutlich intensiver geworden das hat Vor und Nachteile:) Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und Erfolg dabei. Es ist auf jeden Fall eher ein Marathon als ein Sprint im übertragenen Sinne!

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Das hast du falsch interpretiert. Mein Leben ist ein durchaus gutes. Ich gebe nicht mehr viel auf Dinge die ich zeigen kann (anders als früher).

Die übermenschliche Leistung ist eine Übertreibung. Viele Menschen mit ADHS kennen das, dass sie von jetzt auf gleich, ALL ihre Energie und Zeit in etwas investieren.

Der Sport ist gut für den Geist. Und wenn er mich ausgleicht, zufriedener macht, mir Beweise für Selbstwirksamkeit gibt, agiere ich (oder andere auch) doch automatisch als bessere Menschen in der Gesellschaft :wink:

Mir ging es in dem Post nur darum, die Erfahrungen von anderen Menschen zu lesen, um positive Beispiele zu finden und mein Vorhaben zu bestärken. Damit hat @Don es bereits sehr schön auf den Punkt gebracht

Das glaube ich dir glatt. Hast du ein Ventil gefunden? Oder schaffst du es echt mit Nichtstun oder Langeweile umzugehen?

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Na so richtig langweilig ist mir irgendwie nie. In meinem Kopf ist ja immer was los. Aber ich mache auch viel Sport und Gärtnere vor mich hin das sind ja auch Beschäftigungen wo ständig etwas passiert. Und arbeiten nimmt ja auch noch Zeit ein..Ich bin eher hyperaktiv, gehe aber auch auf die 40 zu und Versuche das zu kanalisieren was mir Mal mehr, mal weniger gut gelingt

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Oh, dann habe ich dich tatsächlich missverstanden. Ich war davon ausgegangen, dass du von Nikotin und Alkohol wegkommen wolltest. Daher mein inhaltlicher Beitrag dazu.

Ich trinke weder Kaffee noch Alkohol zurzeit. Alkohol war nie ein Problem habe auch vorher schon überwiegend Abstinent gelebt.