ich habe mich in diesem Forum angemeldet und hoffe auf Tipps und Ratschläge zum besseren Umgang mit ADHS, was bei unserem 7-jährigen Sohn im Frühjahr diagnostiziert wurde. Er ist zudem Entwicklungsverzögert (ca. halbes/dreiviertel Jahr) und wurde bereits ein Jahr später eingeschult. Zudem hat er Einschränkungen in der Feinmotorik, da er muskuläre Hyper- und Hypotonie im Ober- und Unterkörper hat.
Wir haben in den Sommerferien mit der Kinderärztin, die ebenfalls ein ADHS-Kind hat, glücklicherweise vereinbaren können, dass er trotz ihres Urlaubs mit der Einstellung beginnen kann da wir nicht wollten dass er zum Schulstart eventuelle Nebenwirkungen wie Kopf- oder Bauchschmerzen mit der Schule verknüpft. Er hat Medikinet eigentlich zum Start sehr gut vertragen und war bei 10 mg Retard. Dies sollte dann nochmal auf 15 mg retard erhöht werden, womit er jedoch sehr ruhig/abwesend in der Schule war und wir sofort eine Rückmeldung von der Schule erhielten. Nach Rücksprache mit der Kinderärztin sind wir dann direkt wieder auf 10 mg zurückgegangen.
Bis zu den Herbstferien lief es in der Schule auch ganz gut, danach war es eine Katastrophe. Das Rechnen bis 10 fällt ihm schwer, er kommt nicht gut mit und war Richtung November/Dezember richtig schlecht drauf und traurig, wir haben ihn nicht wiedererkannt. Er ist immer recht schüchtern und zurückhaltend aber so war das absolut kein Tun mehr. Das fröhliche Kind, was einen mit glänzenden Augen anschaut, war nicht mehr da.
Daraufhin haben wir mit der Ärztin gesprochen und das Medikinet komplett abgesetzt. Sie verwies uns zurück ans SPZ, sodass ein neues Präparat verschrieben werden sollte. Das katastrophale SPZ in Krefeld, was jedoch nur eine Diagnosestelle ist, verwies uns zurück an die Kinderärztin. Hilf- und Ratlos wurden wir zum Spielball und gingen zurück zur Ärztin, die uns dann an die Kinder- und Jugendpsychatrie verwies, sodass dort ein neues Präparat verordnet werden soll. Ist dieser Weg normal?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht mit den Medis? Oder das euer Kind nicht in der Schule mitkommt und mit Medis auf einmal gut mitkommt?
ich glaube das Problem liegt am fehlenden Kind und Jugendpsychiater der die Medikation übernehmen muß. Bei Erwachsenen ist das auch das übliche Problem weil Hausärzte keine Psychiatrischen Medikamente eindosieren sondern nur die Erhaltungsdosis verordnen dürfen sonst sind sie voll regresspflichzig gegenüber den Kassen durch die KV wird dann geprüft und der Regress eingefordert. So ein Regress kann bestenfalls mit ein paar tausend aber meist für viele zu „unrecht“ verordnete Medikamente und Therapien und kann selbst bei Fachärzten schnell 30.000, 50.000 unf mehr Euro betragen, da ist es verständlich das eure Ärztin das nicht bereit ist zu tragen. Wärst du wahrscheinlich auch nicht bereit gewesen zu tragen - ein großes Problem unseres Gesundheitswesens weshalb viele Probleme haben einen Facharzt oder Therapien zu finden
Das passt für mich nicht zu “Medikinet ist plötzlich nicht mehr das Richtige” sondern könnte viele andere Gründe haben.
Richtig ist der Weg zum Kinder und Jugendpsychiater, SPZ machen die meisten hier schlechte Erfahrungen. Langfristig solltet ihr an eine Praxis angebunden sein. Bis dahin würde ich persönlich nicht deswegen das Medikinet absetzen, sondern an anderen Stellschrauben drehen. Dyskalkulie wäre möglich, nur um eins zu nennen. Schulpsychologischer Dienst wäre eine Anlaufstelle und natürlich immer im Austausch der Klassenlehrerin bleiben.
Das ist ja unter anderem das Ziel eine Medikation. Heißt aber nicht im Umkehrschluss dass das Medikament falsch ist, wenn das Kind in der Schule nicht mitkommt. ADHS und seine Behandlung ist ganzheitlich und kann nicht an schulischer Leistung gemessen werden.
bei meinem Sohn wirken die Medikamente öfter nicht, wenn er einen Infekt hat und auch noch Tage nach völliger Genesung und zwar nicht nur bei Magen-Darm, sondern auch bei Erkältungen.
Im September hatten wir uns durch einen schlechten Fisch den Magen verrenkt, keine schlimmen Probleme, aber ca. 3 Wochen lang nicht ganz in Ordnung. Er war in der ganzen Zeit völlig verpeilt/neben der Spur, seine Lehrerin hat ihn nicht wiedererkannt. Und er hat schlechte Noten geschrieben. Auch die Hausaufgaben waren eine Katastrophe, so übel wie ohne Medis. Wir waren verzweifelt und haben von Medikinet auf Ritalin gewechselt (jeweils nicht retardiert), aber der Wechsel fiel mit dem Ende der “Fisch-Symptome” in der ganzen Familie, so auch bei ihm, zusammen. Deshalb wissen wir nicht sicher, ob der Wechsel (zusätzlich) geholfen hat, oder ob es nur das (symptomatisch wie gesagt sehr leichte) Magen-Darm-Thema war. Jedenfalls läuft es seitdem (bis auf Wirk-Pausen während Erkältungen) gut.
Klingt etwas abseitig, aber vielleicht ist es bei eurem Sohn auch irgendwas im Darm, was die Aufnahme deutlich verschlechtert hat und ihn auch zusätzlich mitnimmt?
Hallo, sorry das ich mich jetzt erst wieder melde. Du spielst vermutlich Richtung Dyskalkulie an? Oder was meinst du damit, dass Lernprobleme eine ähnliche Auswirkung haben könnten?
Sorry, das ich mich jetzt erst wieder melden. Wir haben von der Kinderärztin nun eine Empfehlung auf Elvanse bekommen und haben glücklicherweise Anfang März einen Termin beim Kinder- und Jugendpsychiater zur Vorstellung. Ich hoffe sehr, dass es Besserung für die Schule bringt.
Sorry, das ich mich jetzt erst melde und danke für deine Antwort.
Zu deiner ersten Antwort:
Ja klar, das kann viele andere Gründe haben. Davor verschließen wir ja auch nicht die Augen. Wir haben das Medikinet in Absprache mit der Ärztin abgesetzt, weil wir kein Kind zu Hause oder in der Schule haben wollten, das durchweg traurig ist und nicht weiß, was mit ihm gerade passiert.
Zu deiner zweiten Antwort:
Das ist klar, wir haben Anfang März einen Termin beim Kinder- und Jugendpsychiater und hoffe auf Besserung. DIe Kinderärztin hat eine Empfehlung für Elvanse ausgesprochen. Wir sind gespannt.
Ist Ritalin retard wieder was anderes als Medikinet retard?
Von Lisdexamfetamin habe ich noch nichts gehört ehrlich gesagt, dass google ich mal. Welche Vorteile empfindest du bei diesem Präparat?
Hallo Sandra, danke für deine Nachricht. Was meinst du mit dem Darm bzw. woran denkst du bspw.? Darm habe ich in der Verbindung noch nicht gehört und war auch bei der Kinderärztin bisher kein Thema. Wenn du da Tipps oder HInweise hast, gerne her damit.
Was ist der Unterschied zwischen MEdikinet retard und Ritalin retard?
Unser Sohn hatte in der Zeit keinen Infekt und war nicht einmal krank. Es war einfach nur schlimm zu sehen, dass man charakterlich und vom WEsen sein KInd nicht wiedererkennt. Deswegen war es in Absprache mit der Kinderärztin für uns nur die Option, das Medikinet abzusetzen.
Leider habe/weiß ich nichts zum Thema “Wirksamkeit von Medikamenten während mehr oder weniger merklichen Infekten” außer den Beobachtungen/Erfahrungen bei unserem Sohn, die ich oben beschrieben habe.
Ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass es (zumindest bei ihm) manchmal Phasen geben kann von Tagen/Woche bis hin zu ca. einem Monat, in denen die Tabletten null wirken und die ADHS-Symptomatik mindestens so heftig ist wie ohne. Und dass in der Zeit meistens auch ein Infekt (teils kaum merklich) vorliegt.
Noch ein abseitiges Thema: wir hatten auch mal Fadenwürmer aus der Kita abbekommen, bis das diagnostiziert wurde, war unsere damals noch recht kleine Große (kein ADHS, sehr ausgeglichen) mehrmals am Tag eine Furie und teils nicht wieder zu erkennen (und nein, bei ihr hat es am Po nicht gejuckt, aber sie war völlig durch den Wind). Aber wie gesagt, vermutlich weit ab von Thema, wollte es nur erwähnt haben zum Thema Darm. Und hier weiß ich nicht,wie sich das auf Wirksamkeit von Medikamenten ausgewirkt hätte, da Sohnemann damals noch sehr klein war und noch lang keine ADHS-Medikamente bekommen hat.
Ritalin adult ist ein Konkurrenzprodukt zu Medikinet adult / Medikinet retard, nur dass man vor der Einnahme nichts essen muss.
Lisdexamfetamin ist das Prodrug in Elvanse, das im Körper zu Dextroamfetamin umgebaut wird. Elvanse ist Lisdexamfetamin.