ADHS Diagnose ausgeschlossen nach 45Min

Hallo ihr Lieben!

Heute war es soweit,ich hatte meinen Diagnosetermin für ADHS und ich bin wirklich schockiert!

Ich musste zum Termin selbst einen Fragebogen,meine Zeugnisse und Blutwerte mitbringen.

War von 10-10:45Uhr und er hat mich ein paar Dinge gefragt und nein,ich habe kein ADHS und entweder entsteht es in der Kindheit und ansonsten ist es eine Angststorung mit Anpassungsschwierigkeiten.

Meine Grundschulzeugnisse zeigen keinerlei Anhaltspunkte für ADHS.

Ich konnte auch leider nicht mehr reagieren weil meine „Zeit“ um war und nun weiß ich nicht weiter.Lasse ich es so stehen oder suche ich mir einen Profi?Selbst von meinem Sohn weiß ich,dass er mehrere Termine wahrnehmen musste und ADHS auszuschließen.

Ich möchte nicht unbedingt die Diagnose,aber das was da war fand ich wirklich ein abspeisen,gerade weil ich michauch viel informiert habe.Ich möchte endlich wieder ein normales Leben führen eher gesagt endlich ein normales Leben führen!

Sry dafür aber habt ihr Tipps wie es jetzt weitergeht?

Liebe Grüße Nadine

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Hallo Nadine,

ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter ist eine schwierige Sache.
Viele hier berichten, dass sie mehrere Anläufe brauchten.
Voraussetzung für die Diagnosestellung ist, dass die Probleme schon in der Kindheit begonnen haben. Problem ist aber, dass -gerade Mädchen- als Kind oft nicht so auffällig hyperaktiv den Unterricht stören , was dann im Zeugnis vermerkt wird, sondern durch Anpassungsstrategien und Masking eher ruhig und angepasst sind und in der Schule gar nicht weiter auffallen. Vielleicht etwas schüchtern, verträumt und verpeilt, aber das fällt halt nicht so extrem auf. Und auch Hausaufgaben, Termine etc können bei klaren Strukturen im Elternhaus halbwegs zuverlässig erledigt werden.

Ich habe auch 2 Versuche gebraucht. Beim ersten Mal ist es daran gescheitert, dass ich nicht darauf vorbereitet war, an dem Tag etwas über meine Kindheit zu erzählen. Dachte es kommt als erstes ein IQ-Test :see_no_evil_monkey:
Meine Antworten waren dann so konfus, dass niemand eine Diagnose daraus hätte ableiten können. Obwohl dieses Chaos im Kopf ja gerade Teil des Problems ist.
2. Versuch als Selbstzahler bei einem wirklich jahrelang ADHS-erfahrenen Experten: 100% ADHS.
Hätte der mir plausibel begründet, dass meine Probleme woanders herkommen, hätte ich das akzeptiert.

Kurzum: wenn dich die Begründung nicht überzeugt, starte einen 2. Versuch , sonst wirst du nie Gewissheit haben!
Unauffällige Grundschulzeugnisse sprechen nicht gegen die Diagnose.
Versuch, dir im Vorfeld einen möglichst klaren Kopf bzgl. Problemen in der Kindheit zu verschaffen, mach dir eine Stichpunktliste für den Termin…

LG und alles Gute :four_leaf_clover:

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Das tut mir leid.

Ich könnte schon verstehen, wenn eine Ärztin sich nach 45 Minuten nicht sicher ist, aber es so schnell ausschließen ist schon heftig.

Und dann auch noch so flott eine andere Diagnose aus dem Hut gezaubert. Angststörung mit Anpassungsschwierigkeiten.

Du schriebst vorher, es gab Schwierigkeiten, die Unterlagen von deiner Therapeutin zu bekommen. Wie stand sie denn zu dem Verdacht, und hast du von ihr jetzt etwas vorweisen können?

Und bei deinem Sohn wurde auch ADHS ausgeschlossen? Magst du etwas mehr von ihm erzählen? Wenn Mutter und Sohn Symptome in dieser Richtung haben, wäre es ein Argument dafür, dass beide eventuell doch ADHS haben wegen der Erblichkeit.

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Liebe Nadine

Ich hatte eine ähnliche Erfahrung. Ich war bei einer Psychologin, wegen Prokrastination. Nach kurzer Zeit fand sie dann, dass sie das Gefühl hat, dass ich all diese Probleme wegen ADHS (unaufmerksamer Typ) haben könnte. Sie hat mit mir dann Fragebögen ausgefüllt. Die Resultate liessen schon auf ADHS schliessen. Deshalb meldete mich meine damalige Psychologin für eine Diagnostik an.

Ich habe mich vor der Therapie schon gefragt, ob ich evtl. ADHS haben könnte. Einfach eine unauffällige Form, denn ich war früher in der Schule immer sehr gut. Ich hatte einfach mit Strukturen Probleme (Rechtschreibung, Texte schreiben, Vorträge oder Plakate einteilen), hatte immer ein Chaos, obwohl ich immer versuchte, aufzuräumen. Ich kam oft zu spät, musste schnell weinen, und habe dann im Gymnasium erst mitten in der Nacht auf die Tests lernen können. Ausserdem hatte ich beim Fahren immer grosse Mühe mit der Aufmerksamkeit und dem Überblick. Ich bin schnell stressanfällig und arbeiten war immer eher schwierig, weil ich mir so einen Druck machte und ich auch schnell an allem Zweifle, ausserdem habe ich Mühe mit Abläufen und mit meiner Vergesslichkeit. Ich kann zwar super gut zuhören, lasse mich aber beim Arbeiten extrem schnell ablenken.

Der erste Arzt bei dem mich die Psychologin anmelden wollte, hatte keine Kapazität. Deshalb hat sie mich bei einem Psychiater angemeldet, der eigentlich schon im Ruhestand war. Ich musste auch ausgefüllte Fragebogen mitnehmen. Es waren 2 mit je 25 Fragen. Als ich am Termin da war, hat er mich als erstes gefragt, ob ich den Fragebogen auch anders hätte ausfüllen können. Ich fand nicht nur diese Frage eigenartig. Er hat mir sehr viel von sich erzählt und meinte bei vielen Dingen: “Das ist typisch ADHS!”. Zum Beispiel tierlieb sein. Was ich auch speziell fand. Ich habe dann auch selbst einige Fragen komisch beantwortet, weil er aber auch ganz eigenartig gefragt hat. Der ganze Termin war sehr unstrukturiert, sodass ich meiner besten Freundin sagte, dass der Psychiater bestimmt selbst ADHS hat. Ich hatte dann einen weiteren Termin bei ihm. Dort sagte mir der Arzt, dass er selbst ADHS hat. Was mich natürlich nicht überraschte. Bei diesem Termin erklärte er alle meine Probleme mit einer Angststörung (ein Fragebogen musste ich so schnell, schnell selbst in 5 Minuten ausfüllen). Er meinte dann ich solle Betablocker nehmen, wieso genau, wann und wie hat er mir aber nicht erklärt. Als ich fragte, was mir das jetzt bringt, meinte er, dass ich nun ja wisse, dass ich kein ADHS habe.
Ich brauchte etwas länger, bis ich das Ganze etwas verarbeitet hatte.

Nach einem halben Jahr, in dem ich mit der Psychotherapeutin versuchte mein Aufschieberverhalten zu verringern, und nichts half, meinte ich zu ihr, dass ich mir eine Zweitmeinung wünsche. Sie fand das eine gute Idee und meldete mich bei dem Arzt an, wo sie mich schon das erste Mal anmelden wollte. Der hatte dann zum Glück wieder Kapazitäten.

Ich hatte nur einen Termin bei ihm, dafür sehr strukturiert und relativ lang. Ich wurde sehr ausführlich befragt und musste ein paar Tests machen. Bei denen ware ich zwar sehr gut, aber alles andere wies auf ADHS hin.

Deshalb erhielt ich von ihm dann einige Wochen später eine Diagnose.
Ich hätte nicht gewusst, wieso ich sonst so grosse Probleme mit mir habe. Darum war ich sehr froh eine Diagnose bekommen zu haben. Wenn er aber auch gemeint hätte, dass es kein ADHS wäre, hätte ich es bestimmt besser akzeptieren können, weil ich das Ganze als viel seriöser und fundierter empfand.

Wahrscheinlich hätte ich mich auch dann ab und an gefragt, ob ich nicht vielleicht doch in Richtung ADHS tendiere, einfach vielleicht subklinisch bin.

Aber ich zweifle auch immer wieder an meiner Diagnose. Ich glaube, das gehört einfach etwas dazu, da es ja nicht eine einfach zu stellende Diagnose ist.

Fazit: Ich empfehle dir sehr, dass wenn du die ganze Diagnose als speziell empfandest, dir eine Zweitmeinung einzuholen.

Liebe Grüsse

Nicole

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Deinem Text entnehme ich, daß das kein Profi war.

Tipp: Zu einem seriösen Test im Erwachsenenalter gehört unbedingt auch Differentialdiagnostik um andere Diagnosen auszuschließen. Außerdem Tests für Intelligenz und emotionale Intelligenz. Und das Einbeziehen von Familienmitgliedern (Eltern, Geschwister, Partner).

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Wahrscheinlich hast du kein Adhs mit Hyperaktivität eher was als Ads bezeichnet wird weil dummerweise diese Mädchen in der Schule als viel zu unauffällig und angepaßt gelten und eher verträumt und faul bezeichnet wurden (hättest du dich doch mehr angestrengt…) und das wird auch immer wieder auf den Adhs Tagen gesagt das diese Frauen ggf. noch mehr Leidensweg bis zur Diagnose haben weil sie auch erwachsen zu oft durchs Raster fallen.

Nicht entmutigen lassen und definitiv einen anderen Arzt suchen. Du mußt ja nichts von der Diagnose sagen und das wird auch nirgends registriert.

Ich würde ggf. eine der ganz bekannten Ärztinnen anschreiben und fragen was du machen kannst bzw. wen sie in deiner Umgebung empfehlen können weil wohl deine Ads nicht diagnostiziert wurde aber dein Leidensdruck hoch ist und du jetzt nicht weiter wüßtest

Alternativ kannst du dir auch Hilfe bei Adhs Deutschland suchen die auch persönlich beraten

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Ich bin auch erst im zweiten Anlauf zu meiner Diagnose gekommen. Die erste Diagnostikerin war Psychologische Psychotherapeutin in Ausbildung. Der zweite ein Psychiater mit viel Erfahrung.

Ich empfehle Dir, mache Dich auf den Weg zur Zweitmeinung. Führe bis zum Termin ein Symptom-Tagebuch. Sammle Beispiele aus der Kindheit. Unterhalte Dich, wenn möglich, mit Deinen Eltern oder anderen Bezugspersonen.

Mache Selbsttests. Bewerte Dich dabei mal vergleichend sehr streng (bei Zweifel den niedrigen Wert ankreuzen) und mal sehr wohlwollend (bei Zweifel den höheren Wert ankreuzen). Schau wie sich die Auswertung ändert. Und schau Dir WURS-k online mal an. Das ist der Kindheitsfragebogen.

Ich habe festgestellt, je vorbereiteter man hin geht, desto besser.

Hier bei ADXS.org gibt es jede Menge Fragebögen, auch zu Differentialdiagnosen wie Autismus.

Und eher auf die Symptome konzentrieren, die auch in ICD-10 oder ICD-11 genannt werden. Es gibt auch Symptome, die dort nicht erwähnt werden, die auch ADHS sind aber eben in der Diagnostik keine Rolle spielen.

Danke erst einmal für eure ganzen Antworten!

Ich denke mittlerweile auch, dass es kein Profi war Und ich wohl oder übel noch einmal das Internet durchforsten muss, wo ich eine ADS Diagnostik durchführen lassen kann.

Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht mit der online Diagnose, die man dann privat bezahlen muss? Vielleicht ist ja jemand von euch dabei, der sich im Umkreis von dem HSK und Ruhrgebiet auskennt und jemanden empfehlen kann.

Liebe Grüße an euch

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Online-Diagnose zum Privat bezahlen?

Nein, damit habe ich keine Erfahrung. Allerdings sagt mein Bauch deutlich “FINGER WEG!”

Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, dann melde Dich einfach bei einer Autismusambulanz bei der nächsten Uni-Klinik an und lass Dich auf die (sehr lange) Warteliste setzen. So habe ich es seinerzeit gemacht. Dann kannst Du immer noch nach einer anderen Diagnosemöglichkeit suchen - hast aber zumindest mal einen sicheren Termin bei garantiert kompetenten Ärzten, der Dich zudem nichts kostet.

Hallo, ich hatte mal das erste kostenlose Vorgespräch bei so einem online-Anbieter. Ich fand es sehr gut und auch sehr persönlich. Mein Problem war aber gar nicht die Diagnose, sondern die Verschreibung der Medikamente. Das machen die ungern und betreuen dann nicht die Einstellung. d.h. Du kommst an dem Psychiater nicht vorbei. Nur die Diagnose hat bei mir eine Psychotherapeutin gemacht. Mit der Diagnose bekam ich dann schnell einen Termin bei einer Psychiaterin, die mir dann die Medis verschrieben hat.