ADHS diagnose erhalten mit 39. Frage zur Medikation

Hallo ihr lieben,

ich wollte mich mal kurz mit einem (hoffentlich) kleinen Fazit der ersten drei Tage zurück melden. Tag 1. Hatte ich Euch ja schon berichtet. Nun zu Tag 2. und 3.

Tag 2.

Mir ging es relativ gut. Das dissoziieren nach dem aufstehen war nicht so schlimm, wie den Tag davor. Wir haben im Garten ein Hochbeet aufgebaut, wobei meine Frau und ich zum ersten mal ohne irgendeine Streiterei Hand in Hand gearbeitet haben. Ich musste winzig kleine Muttern und Schrauben zusammenschrauben, was wirklich gut geklappt hat. Vorher wäre sowas undenkbar gewesen. Ich habe zwar nur für max. 3 Stunden mitgeholfen (mit vielen Pausen) aber es war ein gutes Gefühl. Allerdings. Es wurde mir irgendwann alles zuviel und ich war völlig überfordert. Auf Nachfrage der Höflichkeit halber habe ich abgebrochen. Mein Schwager war zum Glück da und die beiden konnten das Projekt Hochbeet beenden. Ich Um es wirklich kurz zu machen eine kleine positiv/ negativ Liste:

Positives:

Nach wie vor kein Tremor, ich habe weiter mein eigenes Tagebuch zur Elvanse Einnahme und meinem allgemeinem Wohlbefinden geführt, keine Streitereien oder unnötige Diskussionen, bessere Laune, kein Kopfgewitter. Arbeiten mit Musik gemeinsam mit zwei Leuten (ging vorher gar nicht. Ich habe immer allein gearbeitet.)Ich hatte absolut nicht mehr dieses Gefühl gleich explodieren zu müssen. Ein recht positiver, wenn auch anstrengender Tag, was ich heute massiv zu spüren bekomme.

Negativ:

Kopf- und Nackenschmerzen, leichter Schwindel, Tinnitus, zum Schluss war ich total Erschöpft.

Tag 3. (Heute)

Es sieht heute alles ganz anders aus.
Für meine Verhältnisse spät aufgewacht aber sehr gut geschlafen. Ich wollte eigentlich mit einem guten Freund telefonieren, was ich aber abgesagt habe und auch ehrlich zu ihm gewesen bin. Sonst habe ich mir immer irgendeine ausrede ausgedacht um nicht mit ihm oder anderen Leuten sprechen zu müssen. (Das gleiche gilt für Termine).

Positiv:

Morgens war die Laune ok, was sich später ein wenig geändert hat Sie wurde zwar nicht schlechter. Ich würde sagen so ein Mittelding. Weiterführen des Tagebuchs, weiterhin keinen drang gleich ausrasten zu müssen, ich bin weiterhin sehr gelassen geblieben, trotz der negativen Dinge, die passiert sind (wenn man überhaupt negativ dazu sagen kann).

Negativ:

Morgens wieder am dissoziieren was auch am frühen Nachmittag wieder gekommen ist. Sehr starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Tinnitus (Skala 1 - 10 eine glatte 10 hält bis jetzt an), Sehstörungen alles ist verschwommen. Neurpatische Schmerzen nach wie vor.

Eine Sache hat mich heute für einen Moment komplett aus der Bahn geworfen. Wir waren mit dem Hund im Garten, er hat wiedermal rumgebuddelt und sah aus wie ein kleines Drecksschwein. Meine Frau und ich saßen am Gartentisch und haben Skipbo gespielt. Dann kam er zu meinem Gartenstuhl und hat diesen eingesaut. Ich bin für einen Moment komplett erstarrt und habe es nicht geschafft diese Situation zu lösen. Ich fühlte mich wie komplett erstarrt. Ich habe meine Frau dann um Hilfe gebeten. Aber ich bin trotzdem ruhig und gelassen geblieben. Ka was da mit mir los war.

Ich weiß, das ich geduldig sein muss mit Elvanse und das es gerade mal der dritte Tag ist. Was ich niedergeschrieben habe dient lediglich zur Info und Austausch. Sorry, wenn es zuviel ist oder ich damit störe. Ich fühle mich einerseits ein wenig unbehaglich andererseits fühle ich mich gut, das ich mich traue dies in einem forum schreiben zu dürfen. Vorher war ich immer der Stille Mitleser.

Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung aussieht.

Vielen Dank fürs lesen.

Ich wünsche allen weiterhin einen schönen Restsonntag.

Liebe Grüße

Rudi

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@ruhardt
Hallo lieber Rudi,

ich melde mich erst heute - bitte um Nachsicht. Ich war am Wochenende in einer ADHS-Selbsthilfegruppe und meiner Kirchengemeinde stark eingebunden und hatte meinen Kopf voll.

Zuerst möchte ich dir zweimal (mindestens) danke sagen für

  1. deine Anerkennung für meine Aktivität mit meinen 76 Jahren.
    Ich geh seit 13 Jahren nicht mehr arbeiten, machte und mache aber vieles ehrenamtlich (die wichtigsten waren Vorleser und Hausaufgabenbetreuer und sind immer noch Seelsorger und Vereinsvorsitzender). Manchmal fühle mich mental oft wie Anfang 20 (albern, experimentierfreudig, unerwachsen, energiegeladen), körperlich fühl ich schon ein gewisses Alter, aber jünger als die meisten meiner Altersklasse. Mich als Rentner im Schaukelstuhl auf die Veranda setzen und langweilen und auf den Tod warten, war keine Option. Zumal ich die Absicht habe einigermaßen fit mit ein bisschen Sport und Bewegung jeden Tag 120 Jahre - so Gott will - alt zu werden. Mein Tipp für Rentner: Engagement in sinnstiftenden Ehrenämtern gibt Struktur, Abwechslung und positives Feedback und hält jung und flexibel.

  2. für deinen offenen und ehrlichen Bericht
    Ich finde ihn sehr interessant. Ein paar (ungeordnete) Anmerkungen von mir dazu.
    Tinnitus: Hatte ich schon seit vielen Jahren. Mit den ADHS-Medikamenten (Stimulanzien, ich hatte verschiedene Medikamente) wurde er lauter , was mich erschreckte und ärgerte. Nach ein paar Wochen wurde er leiser und leiser. Manchmal merke ich ihn heute sogar nicht mehr. Hörbar wird er eher dann bei Stress oder Erschöpfung.
    Tagebuch: Find ich sehr gut, um den Überblick zu behalten.
    Nackenschmerzen: Hab ich auch oft. Kommt von der fast permanenten Anspannung mit ADHS. Meine Maßnahme, die leider nur vorübergehend hilft, deswegen mach ich es immer wieder. Ganz bewusst die Muskeln entspannen, Schultern fallen lassen. Kannst du dir Krankengymnastik/Massage verschreiben lassen für Tipps vom Physiotherapeut?
    Erschöpfung (Tag2): ist (leider) normal und okay. Du bist in Aktivität gegangen - toll. Möglicherweise hast du dir zu viel vorgenommen für den Anfang. Hast aber Sachen gemacht, an die vorher nicht zu denken war. Das ist anstrengend. Deswegen darfst du erschöpft sein.
    Dissoziieren: Ich kenne den Begriff unter anderem im Zusammenhang mit Hypnotherapie. Was verstehst du unter dissoziieren?
    Hund - Dreckschwein: Von den menschlichen emotionalen Notprogrammen (Kampf oder Flucht oder Totstellen) hat dein Unterbewusstsein das “Totstellen” gewählt. Ja und? Was hätte es stattdessen sein sollen? Dein “Notausgang” war deine Frau, die du gebeten hast . Sehr vernünftig.
    Noch ein Punkt von dir: Ich zitiere: ”Sorry, wenn es zuviel ist oder ich damit störe.” Meine Anmerkung dazu: Wer sich daran stören möchte, dass du etwas schreibst, ist selbst schuld. Niemand ist gezwungen, das zu lesen; kann ja weiterblättern. Mein Verständnis von Forum ist: Angebot zum Gedankenaustausch und Erfahrungsaustausch. Du machst das schon richtig.
    Stiller Mitleser: warst du! Jetzt gehst du kommunikativ nach vorn. Auch ich bin mit den Medikamenten öfter kommunikativer geworden. Auch in persönlichen Gesprächen. Aber ich brauche immer noch meine Pausen, weil ich sonst gereizt (überfordert) in Gesprächen reagiere.

Ich habe gerade mal zurückgeblättert an den Anfang der Unterhaltung am 17.3. Wow. du hast eine tolle Entwicklung genommen. In 6 Tagen! :+1:

Machs weiter gut und berichte - bitte! :waving_hand:

Liebe Grüße :hugs:

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Hallo ihr lieben,

da bin ich wieder. Wollte mal kurz ein (hoffentlich) kleines Feedback zu Tag 4 & 5 mit Elvanse abgeben.

@Iwan danke für deine netten Worte. Das baut auf :blush:. Ich finde es klasse, das es Menschen wie Dich gibt, die sich ehrenamtlich engagieren und sich noch die Zeit zu nehmen für so viele andere Dinge :+1:t2::+1:t2::+1:t2:. Wie gesagt. Mein Schwiegervater sollte sich eine gewaltige Scheibe von Dir abschneiden er könnte das auch machen. Er ist 73 ansich „fit“ und wartet wie Du so schön gesagt hast vor lauter Langeweile im Gartenstuhl auf den Tod. Er hat damals als er in Rente gegangen ist gesagt „ich habe jetzt 45 Jahre gearbeitet, jetzt mach ich nichts mehr!“. Das ist kein Spass . Das macht er wirklich. Das einzige was er macht ist sich sinnlos den Kopf über ungelegte Eier zu zerbrechen und unnötige Diskussionen anzetteln. Sowas ist doch kein Leben, den ganzen Tag Löcher in die Luft gucken. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Aber ok, genug davon um ihn geht es hier nicht.

Kurz zu dem Begriff dissoziieren:

Ich habe eine dissoziative Störung. Diese macht sich so bemerkbar, daß ich das Gefühl habe ständig neben mir zu stehen. Also Du kannst Dir das so vorstellen: Du bist zwar anwesend, aber gleichzeitig abwesend. Das ist so ein Ding dazwischen. Du bekommst alles mit, aber irgendwie auch nicht. So als würde man seinen Körper von außen betrachten. Ich weiß nicht, ob ich das so richtig erklärt habe, aber so würde ich es beschreiben. Die damalige Psychologin hat diese Aussage bestätigt. Und seit Elvanse tritt es wieder häufiger auf. Gestern und heute hatte ich das glücklicherweise nicht so schlimm.

Wieder zurück zum Thema:

Tag 4 (Montag 23.05.2026)

Ich mache jetzt mal nur eine positiv/ negativ Liste, um nicht wieder einen ganzen Roman zu schreiben :sweat_smile:.

Positiv:

  • Super geschlafen
  • wenig dissoziieren
  • bessere Laune
  • innerlich ruhig und gelassen
  • konzentriert/ fokussiert
  • ein dickeres Fell entwickelt (nicht gleich über Kleinigkeiten aufgeregt und innerlich explodiert)
  • Kontakt zu anderen Menschen aufgenommen, mit denen ich eigentlich nichts zu tun haben will (z. B. Schwiegervater da das Verhältnis sehr schwierig ist)
  • positive Bestärkung erfahren durch eine Sprachnachricht von einem sehr guten Freund in der er mir sagte „Mensch, was ist denn los mit dir? Du hörst dich so anders an. So kennt man dich ja gar nicht“
  • eigentlich wollte ich mit eben diesem Kumpel ein Telefongespräch führen, aber es passte zeitlich bei ihm nicht. Normalerweise würde ich im Leben nicht den Vorschlag zum telefonieren machen oder ich hätte mich mit irgendeiner ausrede/ Lüge rausgeredet, wenn er mich gefragt hätte ob ich Zeit zum telefonieren hätte.
  • viel mit unserem Goldie beschäftigt
  • Hausarbeiten Strukturiert abgearbeitet (mit einem dicken ABER dahinter. Kommt gleich in der negativ Liste)
  • Abends wieder super eingeschlafen

Negativ:

  • Erstmal zum dicken ABER bei den Hausarbeiten. Ich habe diese zwar punkt für punkt abgearbeitet, aber ich bin in ein altes Muster gefallen. Ich habe alles ohne Pausen gemacht. Ka wieso, aber irgendwie war ich im Flow und hab einfach immer weiter gemacht. Ich denke ich muss das mal mit meinem Pschologen besprechen, damit wir da eine richtige Struktur reinbringen wo auch Pausen mit eingeplant sind.
  • wiedermal einen online Einkauf getätigt der nicht hätte sein müssen. Ich habe mich nicht drüber geärgert, aber gedacht "das war doch jetzt wirklich nicht nötig oder? " auch etwas, worüber ich mit meinem Psychologen sprechen werde.
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Tinnitus wiedermal super im Vordergrund

Am späten Nachmittag ist etwas ganz merkwürdiges passiert. Ich stand mit meinem Fahrrad auf einem öffentlichen Parkplatz vor unserer Dorfkirche. Daneben waren weitere Plätze frei. Eine jüngere Frau kam angefahren und guckte mich recht böse an und wollte umbedingt auf den Parkplatz auf dem ich mich extra hingestellt hatte um ein Smartphone Spiel zu spielen und andere nicht zu stören. Mein Körper hat wie von selbst reagiert und ich bin ohne irgendein Wort auf den nächsten Parkplatz gewechselt.

Vor Elvanse wäre das so abgelaufen:

„Sagen Sie mal geht’s noch? Gehört der Parkplatz hier an der Kirche jetzt Ihnen? Sie haben doch gesehen, das ich hier mit meinem Fahrrad stehe und das noch jede Menge Parkplätze frei sind. Unverschämtheit sowas. Sie sind doch nicht ganz sauber. Respektloser geht’s nicht.“

Das natürlich Laut und in einem aggressiven Ton.

Ich selber war wie erstarrt. Ich habe mich ganz komisch gefühlt und mich nicht wiedererkannt. Im tiefsten inneren hat mich diese Situation stark ins grübeln gebracht. Wieso hat mein Körper geradezu von selber gehandelt? Letztlich habe ich eine kleine Panik Attacke bekommen. Ich habe dieses mal kein Medikament zur beruhigung genommen, sondern erstmal mit meiner Frau über diese Situation gesprochen. Sie war stolz auf meine Reaktion und sagte „Ja, so wie du das beschreibst hättest du normalerweise reagiert. Aber du hast richtig gehandelt“.

Ich habe danach auch nicht weiter darüber nachgedacht, doch wenn ich jetzt so darüber schreibe wird mir wieder anders. Ich weiß es klingt eigentlich harmlos, aber für mich war das eine riesen Sache.

Das war es an diesem Tag auch schon. Danach gings ins Bett und der Schlaf war wieder tief und fest bis…

Tag 5 (Dienstag 24.03.2026)

Mhhh… Heute ist ein schwieriger Tag. Ich habe seit heute morgen das Gefühl, das das Medikament nicht wirkt. Ich hatte auch Probleme mit meinem Magen-Darm-Trakt.

Einige positive Sachen waren allerdings doch vorhanden:

  • Das dicke Fell ist geblieben (wir waren zu einer Kontroll Untersuchung beim Augenarzt. Dort mussten wir lange warten und im Wartebereich der Sehschule haben kleine kiddies viel krach gemacht) Hat mich nicht wirklich gestört. Beim vorletzten Kontrolltermin hat mich das rasend gemacht. Bin immer nervöser und innerlich wütend geworden.
  • Hausarbeiten wie am Vortag erledigt, aber wieder ohne Pausen.
  • ABER ich habe es geschafft mich selbst zu stoppen. Eigentlich wollte ich am Nachmittag noch was im Garten machen. Ich habe mir dann gesagt „der Mutterboden für das neue Hochbeet liegt auch in den nächsten Tagen noch da, also keinen Stress“.
  • Ich bin zur Physiotherapie und meine Therapeutin war ebenfalls erstaunt über meine Laune etc. Wobei ich wie gesagt nicht das Gefühl hatte, das ich jetzt die beste Laune hatte.
  • Kein unnötiger Einkauf

Negativ:

  • Wie bereits gesagt. Ich habe so das Gefühl, das es mir im allgemeinen nicht so gut geht und das das Elvanse nicht gewirkt hat. Vielleicht täusche ich mich auch und erwarte zuviel. Mal abwarten was die nächsten Tage so bringen.
  • Nachmittags wieder Kopf und Nackenschmerzen
  • Tinnitus allerdings nicht so stark.

Heute findet auch nichts großartiges mehr statt. Wenn meine Frau gleich Feierabend hat gibt’s nen leckeres Steak und wir gucken unsere Serie :+1:t2:. Das ist immer ne schöne Sache auf die ich mich freue.

Liebe Grüße zurück :waving_hand:t2::+1:t2:

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Hehe Rudi,
ich bin ziemlich begeistert von dir.

Von diesem Effekt habe ich nicht nur oft gehört und gelesen. Ich habe ihn selbst auch erlebt. Selbst wenn du nichts zu fühlen glaubst, so ist dennoch das Medikament in deinem Gehirn aktiv. Die anderen merken aber was. Du hast die Freiheit anders zu reagieren, weil du bewusst oder auch unbewusst mehr Kontrolle über dein Gehirn hast - siehe Parkplatz (super!). Du kannst einfach nur “sein”, ohne ständig maskieren zu müssen.

Kann ich mir vorstellen. Urplötzlich und ohne nachzudenken handelst du auf dem Parkplatz wie ein freundlicher, höflicher Mensch :+1: :heart_hands: . So ein “Kontrollverlust” :roll_eyes: erschreckend? Oder was hat dich erschreckt? Von dieser Art Kontrollverlust wünsch ich dir noch mehr :hugs:

Die Fähigkeit mich stark zu fokussieren ist mir auch geblieben und wird bei mir durch Medikamente nicht sehr gedämpft - meine Frau unterbricht mich dabei gelegentlich verbal - hilfreich.

Neben sich zu stehen ist auch eine sehr nützliche Fähigkeit. “Dissoziieren” kenne ich im therapeutischen Zusammenhang (aus meiner Coaching-Weiterbildung kurz vor der Rente), besonders bei Angst- oder Vergangenheits-Traumabewältigung (z.B. Fast-Phobia-Cure oder Timeline-Arbeit) als sehr nützlich.
Wenn ein Mensch von seinen Gefühlen überschwemmt wird, dann ist es eine gute Option, ihn aufzufordern, sich tatsächlich einmal neben sich zu stellen. Das schafft Distanz zu den übermächtigen Gefühlen. Ob ich das als Störung bezeichnen würde, weiß ich nicht. Das kommt auf dich an, inwieweit du das als belastend empfindest.

An einem schönen Erlebnis von mir möchte ich dich noch teilhaben lassen. Am vergangenen Samstag veranstaltete eine ADHS-Selbsthilfe-Gruppe aus meiner Umgebung einen Spaziergang in Wald und Wiesen - etwa 3 Stunden lang. Ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt noch niemanden aus der Gruppe persönlich. Trotzdem tat es mir gut, einmal unter “meinesgleichen” zu sein. Sein und reden können, wie ich bin, kein Maskieren wie sonst unter Normalos. Da die ADHS Medikamente keinen total anderen Menschen aus mir machen, sondern “nur” ADHS dämpfen, achte sonst ich unter “Normalos” schon darauf, was und wie ich was sage. Jedenfalls hab ich mich und ADHS-Menschen gefühlt wie ein Fisch im Wasser.

Hast du schon mal geschaut, ob es bei dir im Umkreis auch so eine ADHS-SHG gibt?

So, jetzt beende ich meinen Hyperfokus auf unsere Unterhaltung. Seit drei Stunden wartet ein frisch (haha) gekochte Tee auf mich. Freundlicherweise hat meine Frau den Teebeutel raus getan und mich erinnert.
Schönen Abend für alle Anteilnehmenden und besonders dich.
Liebe Grüße
Iwan :grinning_face:

P.S. @Lumina88 vielleicht interessiert dich diese (ganze) Unterhaltung?

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Hey @Iwan,

das freut mich und das kann ich ebenso zurückgeben :blush:.

Stimmt, das ständige verstecken der Symptome war teilweise eine Mammut Aufgabe. Vor allem war ich es irgendwann leid, mir immer wieder neue ausreden/ Geschichten auszudenken und vor allem andere zu belügen, nur weil ich es wiedermal nicht konnte. Das schlimmste für mich waren immer direkter Augenkontakt bei Gesprächen mit anderen Leuten, Telefonate, treffen mit mehreren Leuten (ich glaube das war sogar noch schlimmer als der direkte Augenkontakt), dazu diese heftigen Stimmungsschwankungen und viele andere Dinge, die ich Dir und allen anderen Betroffenen nicht erklären muss. Gerade meine Frau hatte zu dieser Zeit null Verständnis dafür. Sie ist ein sehr rational denkender Mensch, während ich hauptsächlich nach Gefühl handel und denke. Das beste Beispiel sind die sogenannten Familien feiern. Für Sie sind das Pflichtveranstsltungen an denen teilgenommen werden muss. Auf der Seite meiner Familie gab es diese Pflichtveranstaltungen nicht. Für mich ist das was völlig neues gewesen. Es war jedes Mal der gleiche Zirkus. Alle haben jedes Mal über denselben Mist geredet, während ich einfach nur still zugehört habe und meist eingeschlafen bin, weil mir dieses Gerede, das von allen Seiten auf mich eingeprellt ist zuviel war. Zum Schluss war es so schlimm, daß ich direkt meine Hirntumor Erkrankung als Vorwand genutzt habe, um gar nicht erst mit zu müssen. Ich konnte das einfach nicht mehr ertragen. Mir wurde dann immer an den Kopf geworfen, das ich mich aus allem rausziehe, keine Lust hätte, faul wäre und vieles anderes. Wenn man dann solche Sachen an den Kopf geworfen bekommt ist das echt nicht gerade förderlich. Ich habe das dann immer runtergeschluckt und versucht so gut es ging das ganze über mich ergehen zu lassen oder zu überspielen. Auch auf der Arbeit war es meist schwierig. Irgendwann habe ich es geschafft einen Arbeitsplatz zu bekommen, wo ich für mich alleine bin. Naja, bis auf einen Tag in der Woche. Da war es nicht anders möglich. Ich habe dann oft folgendes gemacht:

  • Extra früher anfangen ohne einzustempeln (ich bin dann später zurück zur Stempeluhr und habe zur richtigen Zeit eingestempelt. Das war Stress pur)
  • Mit vollgas und wie im Rausch den größten Teil der Arbeit erledigen, damit ich so wenig wie möglich an diesem Tag mit den anderen Kollegen zusammen arbeiten musste. Das hat körperlich und psychisch natürlich derbe reingehauen. Besonders, wenn man Kollegen dabei hat die man nicht leiden kann.

Durch diesen ganzen Stress, bin ich abends immer sehr früh auf der Couch eingepennt. Meine Frau wusste immer ganz genau, wann ich einschlafe. Ich konnte mich einfach nicht mehr wachhalten, da ich so ausgebrannt war. Dazu kommt, daß ich einen langen Arbeitsweg hatte. 62km ein Weg. Der hinweg ging noch. Auf dem Rückweg kam es häufig zu Sekunden Schlaf. Ich habe dann immer angehalten und eine Pause eingelegt. Jemanden zu gefährden wäre für mich das schlimmste gewesen. Andererseits wollte ich immer so schnell wie möglich nach Hause.

Ich glaube, das meine kleine Familie die ich noch um mich habe das ganze nun wesentlich besser verstehen kann, warum ich all die Jahre so gewesen bin.

Ich glaube ich war im allgemeinen einfach überfordert mit der Situation. Im tiefsten inneren wäre ich gerne wie vorher gewesen, aber ich bin doch froh, daß mein Körper so gehandelt hat.

Als ich gestern mit meinem hyperfokus durch war, bin ich zu meiner Frau und habe ihr gesagt, das ich jetzt zwei Optionen habe:

Option A: Kurze Pause und anschließend in den Garten
Option B: aufhören.

Meine Frau sagte direkt bei B „genau das wirst du jetzt machen. Du hast genug gemacht und brauchst deine Pausen. Die Gartenarbeit läuft nicht weg“

Ich emfpinde das dissoziieren als sehr belastend, da ich einfach nicht ich selbst bin. Für mich ist es einen furchtbare Sache.

Das freut mich sehr für Dich, diese neue Erfahrung gemacht zu haben :blush::+1:t2:. Du hast völlig recht, das Medikament macht keinen anderen Menschen aus einem, sondern dämpft lediglich das ADHS. Ich muss mich jetzt erstmal darauf einlassen und abwarten, wie sich das entwickelt.

Nein, das habe ich noch nicht gemacht. Ich fühle mich dafür auch noch nicht bereit. Ich möchte erstmal lernen mit der jetzigen Situation umzugehen. Ich fühle mich auch noch recht unwohl unter anderen Menschen zu sein. Zwar nicht mehr so wie vorher, aber ein gewisses Unbehagen ist da noch.

Ich beende jetzt auch mal meinen Hyperfokus :blush:. Auf mich wartet zwar kein Tee, aber meine Frau ist gerade von der Arbeit gekommen und ich würde gerne ein wenig durchhalten und mit ihr was schönes auf dem Glotzkasten gucken, denn ich bin mittlerweile echt fertig und werde müde :sweat_smile:.

Eines noch kurz zum 6. Tag mit Elvanse

Der Tag ist weitestgehend super verlaufen. Ich würde fast schon sagen, daß heute mein bester Tag mit Elvanse war. Ich habe es sogar geschafft Pausen einzulegen. Das einzig störende war morgens. Ich hätte lieber noch etwas weiter geschlafen, aber jemand muss nunmal auf unseren Goldie aufpassen. Er ist jetzt 8 Monate und kommt gerade in die Pubertät. Da hat er gerne mal die ein oder andere flause im Kopf :grin:. Aber ansonsten ist er ein ganz lieber. Ich bin auch durch die ganze Schreiberei (nebenbei noch das Tagebuch geschrieben) echt fertig und kaputt. Der Tag war wirklich super. Hat mir gut gefallen.

Dankeschön für das Feedback und alles. Darüber freue ich mich sehr :blush::+1:t2:. Und ich freue mich natürlich auch für Dich, das du diese neue Erfahrung gemacht hast und es gut für Dich war :+1:t2::+1:t2::+1:t2:.

Dir und allen anderen natürlich auch einen schönen Abend.

Liebe Grüße

Rudi

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Hallo ihr lieben,

ja, ich lebe noch :joy:. Ich hatte die letzten Tage sehr viel um die Ohren und von daher wenig Zeit. Ich habe es nichtmal geschafft mein Tagebuch richtig fortzuführen :woozy_face:. Ich wollte mal ein kurzes Fazit der letzten Tage mit 30mg Elvanse abgeben.

Im großen und ganzen komme ich mit Elvanse gut klar. Was mir jedoch stark auffällt ist der rebound am späten Nachmittag. Teilweise auch schon mittags. Ich falle dann wieder in alte Muster.

Heißt:

Meine Ängste kommen stärker wieder als sie vorher waren und die Depression hat mich teilweise gut im Griff. Ich vernachlässige dann wieder vieles und das ärgert mich. Elvanse wirkt zwar und ich bin weiterhin fokussiert, kann mich besser konzentrieren und habe nach wie vor ein extrem dickes Fell, was ich vorher so nie hatte. Ein gutes Beispiel hierfür ist, das wir aktuell an unserer Hauptstraße in unserem kleinen Örtchen eine Baustelle haben bzw. Die komplette Hauptstraße soll erneuert werden. Das erste Problem ist, das sie mit Abschnitt 2. statt mit Abschnitt 1 angefangen sind. Das ist schon ne große Sache. 5 Monate sind dafür angesetzt. Meine Frau regt sich tierisch darüber auf, weil ihr Arbeitsweg dadurch komplizierter geworden ist. Mich hingegen juckt das kein bißchen. Es gibt zwei Nebenstraßen, die genutzt werden könnten, aber in einer der Nebenstraßen (dort stehen in großen Abständen 5 Häuser) regen sich die Anwohner über den Verkehr auf und diese Straße wurde jetzt gesperrt, was wirklich albern ist. Also nur noch für Anwohner und Fahrradfahrer. Daneben ist eine Straße, welche früher eine normale Nebenstraße war. Diese wurde vor zwei Jahren zu einer Fahrradstraße gemacht, weil eine gewisse Partei es so durchgesetzt hat. Jeder hier im Ort hält dies für völligen Schwachsinn. Es fahren so gut wie keine Räder durch diese Straße. Und jetzt, wo die Hauptstr. Neu gemacht wird, gibt unser toller Bürgermeister die ehemalige Nebenstraße „Fahrradstr.“ nicht für PKW frei. Das wäre eine sehr einfache Möglichkeit das Problem mit der Hauptstr. zu umgehen. Was das betrifft hat meine liebe Frau völlig recht. Nichts desto trotz führen viele Wege nach Rom. Ich hatte ihr einige gute Möglichkeiten erklärt, aber Sie meint, das diese zu umständlich wären und darüber regt Sie sich auf. Ich denke mir meinen Teil, was ich früher nicht gemacht hätte. Ich habe gar keine Lust mehr mich aufzuregen. Mir persönlich gefällt das sehr gut. Was mich jedoch stört ist, das die Depression teilweise stärker als vorher ist und auch die Angststörung kommt in voller Blüte zum vorschein. Wenn es wirklich gar nicht mehr geht, greife ich zu meinen Rivotril tropfen, was auch mit dem Psychiater so abgesprochen ist. Ein anderes gutes Beispiel für das dicke Fell ist unser Ostereinkauf am Donnerstag Abend gewesen. Es war die Hölle los. Normalerweise bringt mich das in Rage. Auch die vielen Leute machen mich wahnsinnig. Dieses Mal bin ich komplett ruhig geblieben. Ich habe ganz in Ruhe eingekauft ohne laut zu werden oder einen dummen Kommentar abzugeben. Meine Frau hingegen hat sich tierisch aufgeregt, wie voll es ist und und und. Es kam mir vor wie ein Rollentausch. Es ist interessant sowas mal von der anderen Seite zu beobachten. Naja, nichts
Desto trotz machen mir diese Depressionen und Angststörung zu schaffen. Natürlich habe ich über all die Jahre, Therapien etc. gelernt besser damit umzugehen. Schön ist es dennoch nicht. Ansonsten ist es erstaunlich, was das Elvanse bewirkt. Es ist kein Wundermittel und ich bin in vielen Dingen noch eingeschränkt, aber ich komme dafür besser mit meinem Alltag zurecht.

Ich bin mal gespannt, wie es in diesem Jahr mit dem Osterfrühstück klappt. Normalerweise bin ich der erste der kommt und auch der erste der geht. Ich habe es sonst nie lange ausgehalten, mir das ganze gelaber anzuhören. Mal gucken, wie es dieses Mal wird.

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest.

Nette Grüße

Rudi

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Hallo, bin zwar nicht ganzneu hier, vllt so 1-2 Monate, hab aber noch nicht viel geschrieben in diesem Forum.

Gestern abend hatte ich ein komisches tief und hab hier nach Ablenkung gesucht, und bin auf diese Unterhaltung gestoßen.

Gestern habe ich ein großen Teil gelesen und heute den Rest.

Hab jetzt auch auf allen Beiträgen das Herz markiert.

Irgendwie tut es mir gut eure Unterhaltung zu lesen. Hoffe es wird noch lange gehen.

Ich kann mir nie viel merken, vergesse ganz schnell vorallem Namen, hatte Panik heute eure Stelle nicht wieder finden zu können. Bin echt glücklich es doch wieder gefunden zu haben.

Bitte hört nicht auf euch hier zu unterhalten, mir tut es richtig gut.

Noch bin ich nicht bereit mich zu beteiligen und was von mir zu erzählen, aber freue mich über eure Beiträge und wer weiß vllt schreibe ich auch mal mit.

Habe zwar eine Diagnose, hab aber leider keinen richtigen Termin zur Verschreibung von Medikamenten bekommen. Mal sehen wann..

Benutze aktuell ei Medikament was man eigentlich nur bekommt wenn dir Stimulanzien nicht geholfen haben.

Freue mich auf eure Beiträge!

LG

Fati

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Hall Rudi,
schön von dir zu lesen :grinning_face:

Mir auch :grinning_face: ! - Jedes Stück Abstand und/oder Gelassenheit wirkt gegen die Depri. Weil (wir) ADHSler jede Menge von negativen Erfahrungen gemacht haben, sind die neuronalen Spuren der Depri ziemlich tief eingegraben. Weil aber Depris etwas Gelerntes sind, können sie auch verlernt werden. Auf diesem Weg scheinst du zu sein. Dass sich der depressive Persönlichkeitsanteil nicht so einfach zurückzieht (aufgibt), wundert mich nicht. Das braucht noch ein paar (viele) positive Erfahrungen. Ähnlich isses mit den Ängsten.
Depressionen und Ängste sind glücklicherweise nicht angeboren, sondern nur gelernt. Im Gegensatz zum ADHS, das angeboren ist und - wenn lange genug unbehandelt - Depression und Angst zur Folge hat. Wenn ADHS gut behandelt wird, wird - über kurz oder lang - Depri und Angst weniger.
(Sorry, soviel wollt ich eigentlich nicht rum schwadronieren. )

Wow, wie toll.

@Fati
Jetzt bin ich aber gespannt, was du (bald?) schreibst.

Jetzt wünsche ich - auch allen stillen LeserInnen - ein friedevolles, entspanntes und gesegnetes Osterfest.
Liebe Grüße
Iwan

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Hi ihr lieben,

ich bin es mal wieder :woozy_face:, heute war ein interessanter Tag. Morgens aus dem Bett zu kommen, war der Horror. Schlechteste Laune ever. Sowas hatte ich sonst nie. Ich hatte keinen Antrieb und somit auch nicht das Bedürfnis aufzustehen (sämtliche Wecker habe ich wiedermal ausgeschaltet) Hier kommen wir an den Punkt, wo die Katze sich in den Schwanz beißt.
Ich muss aufstehen, weil:
A: Ich vor lauter Schmerzen nicht mehr richtig liegen konnte
B: und da meine Frau früh zur Arbeit muss, muss ich auf unseren 8 Monate alten Goldie Knut aufpassen. Früher war ich nie der Langschläfer. Ich hasse es lange zu schlafen. Das fühlt sich einfach merkwürdig an. Vor Elvanse war ich immer zeitig wach, hatte gute Laune und war meines Erachtens zufrieden. Jetzt ist es so, daß ich wie mein Schwager (ich habe immer zu ihm gesagt „Du bist doch bekloppt, eine Stunde früher aufzustehen nur um klar zu kommen“) meine 1 - 1 1/2 stunden brauche um überhaupt klar zu kommen. Eigentlich war es die letzten Wochen so, daß ich aufgestanden bin (sofern das weiche Bett mich gelassen hat), ich mich fertig gemacht habe, direkt mit unserem Knut raus, dann meine Pillen genommen habe und eine halbe Stunde später das Elvanse. Alles zusammen zu nehmen funktioniert irgendwie nicht. Deswegen lass ich eine halbe Stunde dazwischen frei. Das hat bis heute immer gut funktioniert. Heute war es jedoch komplett anders. Ich war den ganzen Morgen unzufrieden mit mir selber. Teils depressiv, teils sehr genervt und meine Schmerzen hatten mich wieder komplett im Griff. Irgendwann, nachdem ich dann eine akut Tablette genommen hatte, ging es. Ich war wieder besser drauf, bin mit Knut ne ganze zeitlang Gassi gegangen, habe aufgeräumt und im Anschluss geduscht. Danach ging es wieder bergab. Ich hatte bei meinem Hausarzt angerufen, weil ich wissen wollte, ob die auch gegen Zecken impfen. Knut ist ein Zecken magnet. Ihm können sie nichts anhaben, da er ausreichend geschützt ist wir jedoch nicht. Und als Träger einer VA Shunt Anlage ist sowas ansich sinnvoll. Ich habe dann bei meinem Hausarzt angerufen, als ich dann die nette MTA fragte, ob wir das mit der Impfung morgen machen könnten, wenn ich zur EKG Kontrolle komme (ich nehme Beta Blocker aufgrund meines essentiellen Tremors) sagte Sie „Sie haben aber gar keinen Termin.“ Ich darauf „Wieso Termin? Mein HA hat gesagt ich könnte jederzeit vorbei kommen und ein EKG machen lassen, was bis vor kurzem auch noch so gewesen ist. Sie meinte, das das jetzt nicht mehr so ist, weil die Praxis 700 Patienten aus einer anderen Praxis aufgenommen hat, da diese geschlossen wurde. Ich habe dafür vollstes Vertändnis, habe mich allerdings sehr sehr schlecht gefühlt und kam ins große grübeln. Ich sagte ihr, das ich das nicht wusste und mein HA mir das nicht gesagt hat. Ich habe mich wirklich miserabel gefühlt. Sie sagte „Es ist alles ok. Kommen Sie morgen direkt um 8 und wir machen das eben.“ danach habe ich weiter nachgedacht und mich immer schlechter gefühlt. Ich habe dann nochmal angerufen und mich entschuldigt und ihr erklärt, daß es nicht meine Absicht ist mich vorzudrängeln und anderen Mitpatienten einen Platz wegzunehmen. Sie sagte“ alles ok, machen Sie sich keine Sorgen. Das passt schon so." in meinem Kopf war völliges Chaos ausgebrochen, bis hin zur Panikattacke. Ich habe dann etwas von meinem notfall Medikament genommen und so langsam hat sich die Situation beruhigt. Ich fühle mich trotzdem schlecht und möchte morgen ungern zum Hausarzt fahren. Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Ich gehe heute mal eher ins Bett, um zu gucken, wie es sich morgen entwickelt. Angst habe ich dennoch, das der morgige Tag so anfängt wie dieser. Nicht schön.

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und eine gute Nacht. Sorry, wenn das geschriebene von mir etwas chaotisch rüber kommt.

Nette Grüße

Rudi

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Hallo ihr Lieben :person_raising_hand:,

ich bräuchte mal euren Rat zum Thema „Rebound“ und „morgens aus dem Bett kommen“. Wie ich in meiner vorherigen Antwort bereits erwähnt hatte, habe ich echt Probleme morgens aus den federn zu kommen. Ich bin maximal depressiv, meine Angststörung tobt sich regelrecht aus und mein Antrieb ist im Nirvana verschwunden.

Hier mal ein kleiner Ablauf zu meinem Schlafrythmus:

  • Ich schlafe abends recht früh ein, was allerdings auch vorher schon der Fall war.
  • Ich schlafe wunderbar. Wie ein Fels in der Brandung.
  • Ich stelle mir mittlerweile etliche Wecker, allerdings passiert folgendes sobald der erste klingelt „ach… Kannst ja noch ein bißchen liegen bleiben. Alles halb so wild“.
  • Im selben Moment stelle ich sämtliche andere Wecker aus.
  • Da wir einen Hund haben, muss dieser morgens irgendwann raus. Vorher war das kein Problem. Jetzt ist es eine Qual. Meine Frau macht das aktuell so, daß sie ihn runter bringt und wenn ich dann irgendwann runter gehe, ich mit ihm rausgehe. Schlimmer ist es, wenn meine Frau kein Homeoffice macht. Dann muss ich ebenfalls um 4 Uhr mit aufstehen. Meist wird es 4:30 Uhr, da meine Frau mich noch weiter schlafen lässt.
  • Wenn ich mich dann aus dem Bett quäle und das meine ich wörtlich, ist es einfach nur die Hölle auf Erden. Ich bin depressiv, voll in der Angststörung, völlig Antriebslos, genervt und mich kotzt alles maximal an.

Sobald ich dann meine Medis und auch das Elvanse genommen habe, ist die Welt wieder in Ordnung. Ich weiß, daß Elvanse kein klassisches Retard Präparat ist, wo man alle 12 Stunden eine Tablette nimmt, sondern das damit der Tag abgedeckt wird.

Wie läuft das bei euch so ab, wie macht ihr das so? Ich habe nächste Woche Donnerstag einen Termin bei Termin bei meinem Psychiater, um darüber zu sprechen wie wir weiter vorgehen mit dem Elvanse. Meine Überlegung ist, das ich mir Elvanse und ein Glas Wasser auf meinen nachtisch stelle, um 5 Uhr die erste Tablette nehme und dann gegen Mittag/ Nachmittag so gegen 14/15 Uhr die nächste nehme. So wäre doch theoretisch der ganze Tag abgedeckt und ich könnte auch mal den Abend mit meiner Frau zusammen genießen und würde nicht ständig auf der Couch einpennen. Was meint ihr dazu?

Liebe Grüße

Rudi

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Hallo,

ich weiß nicht, was aktuell mit mir los ist, aber ich denke ich schließe dieses Thema. Ich fühle mich sehr depressiv und von meinem näheren Umfeld bin ich enttäuscht. Ich habe kaum Freunde (was mich persönlich nicht stört, da ich lieber für mich alleine bin und auch sehr großes misstrauen in andere Menschen habe), besonders von Leuten (von denen ich immer geglaubt habe Sie gut zu kennen, bin ich besonders enttäuscht). Ich kann nicht genau sagen, ob es an der Depression liegt, ob es die starken Selbstzweifel sind oder was auch immer so in mir rumort. Glücklich fühle ich mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich drifte immer weiter in eine Ecke ab, in die ich nicht mehr zurück wollte. Momentan will ich einfach nur noch meine Ruhe und mich komplett zurückziehen. Die aktuelle Situation beschäftigt mich sehr stark und es schmerzt im tiefsten inneren. Hierzu möchte ich aber nichts weiter schreiben, da ich nicht alles preis geben möchte. Leider muss ich immer wieder feststellen, daß diese Welt zum größten Teil aus blendern. 4und feiglingen besteht. Traurig, daß man sowas in den eigenen Reihen hat, aber das ist ja leider sehr häufig der Fall. Ich kann die Menschen nur bewundern, die mit ihrer Lebenssituation gut zurecht kommen. Ich kann das von mir nicht behaupten. Momentan komme ich mir vor wie Luft. Als ob ich gar nicht da wäre und alles um mich herum durch mich hindurch sieht. Einzig wenn es um irgendwelche Aufgaben geht, bin ich wieder gut genug. Wenn ich höre, wie ein Teil meiner Familie auf der gegenüberliegenden Terrasse sitzt und ihre Witze macht, stößt es mir übel auf. Eine Person enttäuscht mich besonders. Wenn ich diese dann lachen höre, frage ich mich „wir hatten doch mal abgemacht auf WhatsApp Nachrichten zu reagieren.“ seit dem Wochenende habe ich keinerlei Reaktion erhalten oder sonstiges. Jetzt sitzt die Person drüben und lacht über irgendwelche Witze. Ich höre mir das ganze an und glaube, das ich mich selbst bemitleide. Ich verstehe das nicht. Mir wird das einfach alles zuviel und ich habe darauf keine Lust mehr. Ich habe jedes Mal das Gefühl, das ich nicht verstanden werde. Oder vielleicht will mein Verstand nicht akzeptieren, daß ich verstanden werden will. Das wäre auch eine Möglichkeit. Ich weiß es einfach nicht. Ansich ist es für mich nicht schlimm mit dem Gefühl der Einsamkeit klar zu kommen. Aber von außen betrachtet ist es wohl doch eine starke Belastung.

Es wäre schön antworten auf gewisse Dinge/Probleme zu bekommen, aber ich denke darauf kann ich ewig warten.

Mit Enttäuschungen kann man lernen klar zu kommen oder nicht. Das ist jedem selbst überlassen. Ich habe gerade in so Situationen wie diesen sehr starke Schwierigkeiten damit. Ich fühle mich regelrecht unsichtbar. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das auch ein Teil von ADHS ist. Eigentlich müsste ich das ja nach 39 Jahren wissen.

Nunja. Ich danke euch fürs Lesen meiner Beiträge und wünsche euch das beste. Ich ziehe mich erstmal zurück.

Nette Grüße

R.

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@ruhardt Hallo mein lieber Rudi,

seit unseren letzten Kontakten ist bei dir einiges passiert. Du warst ja auf einem guten Weg.

Was hat dazu geführt, dass du dich selbst so niedermachst? Du schilderst einige Einzelheiten sehr detailliert. Nur kann ich leider den Punkt/Auslöser nicht erkennen, an dem du und warum du gekippt bist.

Es tut mir sehr leid, dass du zumindest von meiner Seite lange nichts gehört/gelesen hast. Ich finde es sehr wichtig, sich mit anderen ADHSlern austauschen zu können. Wenn das nicht geht, kommt schnell ein Verlassenheitsgefühl auf (bei mir).
Dass du dich unsichtbar und unwichtig fühlst, ist auch Teil von ADHS. Enttäuschungen (schmerzhaft) sind das Ende von Täuschungen (also Chance auf Neues).

Ich würde es schade finden, wenn du dich zurückziehst.
Die unsichtbare LeserInnen-Gemeinde bitte ich hier drunter “Daumen hoch” oder sowas anzuklicken, wenn weiter Interesse an Beiträgen hier besteht. Ansonsten können wir (du und ich) auch nur zu zweit weitermachen und auf persönliche Nachrichten umsteigen.

Ich picke mir aus deinen vorhergehenden Beiträgen mal was raus, was ich kommentieren zu sollen glaube.

Da hast du dir dein Chaos mit Panik selber gebaut! ich finde, du solltest deinen Gesprächspartnern auch Glauben schenken. Wenn ich an der Stelle der MTA gewesen wäre, wäre ich eher beleidigt gewesen, dass Du mir nicht glaubst, wenn ich zweimal sagen muss “alles ok”.
Für alle menschlichen Verhaltensweisen gibt ja gute Gründe - auch wenn sie negative Konsequenzen haben für einen selber. Was ist für dich “der gute Grund” dich selber so klein zu machen? Und damit dir letztendlich selber zu schaden? Je negativer und kleiner du von dir denkst, desto schlechter wird es dir gehen. Dein Denkapparat setzt das, was du über dich denkst, ja prompt in körperliche Elends-Symptome um.

“Situation beruhigt” interpretiere ich so: Du hast Teile deiner Persönlichkeit erstmal betäubt. Wirklich geholfen hat es nicht, denn du fühltest dich “trotzdem schlecht”. Ich komme nochmal auf “gute Gründe” zurück.
Irgendeinen Nutzen musst du schon davon haben, wenn du dich (entgegen dem “alles ok” der MTA) “trotzdem schlecht” fühlst. Es gibt einen interessanten medizinischen/psychologischen Begriff “Sekundärgewinn von Krankheit”. Hast du über so etwas schon mal nachgedacht/nachgeforscht?

Ich gebe mal ein Beispiel: Ein Student (hochintelligent, mit hervorragenden Zwischenergebnissen) wurde mit seinem Studium nicht fertig, weil er an entscheidenden Examenstagen entweder krank wurde oder die Examensarbeit versiebte.
Die Ursache war eine unterbewusste Sorge/Angst. Wie sich herausstellte, glaubte der junge Mann, dass er, wenn er das Examen besteht und anfängt arbeiten zu gehen, er aus dem Elternhaus ausziehen müsste. Weiter glaubte er, dass, wenn er weg wäre, seine Eltern sich zerstreiten würden und scheiden lassen würden. Sein Unterbewusstsein sorgte also dafür, dass er quasi als “Ehekitt” zu Hause blieb. Nachdem das mit seinen Eltern angesprochen wurde, versicherten sie ihm, dass Scheidung überhaupt kein Thema sei. Den nächsten Examenstermin hat er mit Glanz und Gloria bestanden.

Welchen Nutzen hast du andererseits davon, dass du dich einerseits “trotzdem schlecht” fühlst? Wie würde es dir gehen, wenn du dich entscheidest, dass es dir “trotzdem gut” geht? Welche Seite deiner Persönlichkeit würde protestieren? und warum?

Wie wäre es mit einer Konferenz? Einer Konferenz aller beteiligten Persönlichkeitsanteile von dir, wo du, der wahre Rudi, die Konferenz leitest und dafür sorgst, dass alle Gesichtspunkte angesprochen und gewürdigt werden. Lass dich (positiv) überraschen. Wenn alle Seiten ihren Beitrag geleistet haben, kannst du, der wahre Rudi, entscheiden, wie du dich fühlen willst und wirst.

Das ist doch mal ein guter Gedanke! Ich habe, als ich auf Lisdex war, auch zweimal am Tag eine Dosis genommen. Allerdings die zweite nicht nach Mittag, sonst habe ich Schlafschwierigkeiten bekommen. Kannst du nur ausprobieren rauskriegen.
interessant ist die Frage, wie dein Doc über zweimalige Gabe von Elvanse denkt. Ich würde das Thema vorsichtig ansprechen, aber wenn du ihm dein Elend bei noch nicht vorhandener bzw. bei nachlassender Wirkung des Medikaments deutlich schilderst, und wenn du auch “endlich den Abend mit deiner Frau genießen können” ansprichst, wird er vielleicht zustimmen.

Toi toi toi und Liebe Grüße
Iwan

Wen von euch interessiert es noch? @Fati @Optimistin @Falschparker @Kathy @Nelumba_Nucifera

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Hallo ruhardt,

du nimmst jetzt gute 3 Wochen Elvanse, oder? Und wenn man deine Beiträge liest, ist deine Depression, deine Ängste und die Schmerzen seither schlechter geworden.

Ich habe mit Elvanse genau das erlebt:
Obwohl die positiven Auswirkungen mega gut waren, kam es zu einer deutlichen Verschlimmerung von depressiven Symptomen als Nebenwirkung. In 2 verschiedenen Versuchsphasen, mit Dosierungen zwischen 20mg und 60mg. Nix zu machen: Elvanse schlägt mir übel auf die Stimmung. Nicht nur im Rebound, sondern immer. Es wird schlimmer, je länger Elvanse eingenommen wird. Zum Kotzen :sob:

Daher meine Empfehlung:
Setzte Elvanse ab. Und schaue dann, ob es bei dir nach 7-10 Tagen wieder heller wird.
Bei mir ging das wirklich so schnell wieder besser. Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

:four_leaf_clover: :people_hugging:

Schön wäre es, wenn du uns weiterhin berichten würdest, wie es bei dir weitergeht. Ohne Druck, schreiben zu müssen.

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Hallo nochmal Ich,

Ich glaube auch dass dich zurückziehen jetzt genau das falsche wäre. Auch wenn du überzeugt bist das zu tun tue es nicht!

Versuche alles andere abzuschalten und ziehe dich wenigstens hier nicht zurück!

Tatsächlich ist mir das am Anfang von Atomixetin auch passiert, ich bin soo tief gefallen, dass ich mich total abgekapselt habe, und alles falsch interpretiert habe, bis mich eine gute Freundin da so richtig rausgeholt hat.

Ich habe alles zwar mitgelesen, aber ich habe ein so schlechtes Gedächtnis, dass ich mir nichts merken kann.

Ich weiss nur noch mein Gefühl beim Lesen, dass du dich sehr schön entwickelt hattest, dich sogar selber gesehen hattest das du Schritte machst.

Vllt hörst du auf die Person die meinte dass es ihr oder ihm genauso passiert ist und mir am Anfang auch..

Zieh dich nicht zurück, schreib einfach alles hier rein wann du willst und wie du willst.

Wir werden nicht lachen oder es ignorieren..

LG Fati

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Hallo ihr lieben,

zuerst einmal möchte ich mich aufrichtig bei Euch für den guten Zuspruch bedanken. Ich habe mir einen ruck gegeben und melde mich nach einigem hin und her zurück. Ich habe den gesamten gestrigen Abend darüber nachgedacht, ob es wirklich der richtige Weg ist zu flüchten oder weiter am Ball zu bleiben. Dank eurer Antworten bin ich mir im klaren, daß Rückzug keine Lösung ist. Das ist auch etwas, was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe. Wenn man allerdings in einer Situation steckt, wo sich psychisch sämtliche Dinge überlagern, dann ist das eine Mammut Aufgabe. Aber ich denke, das viele hier selber wissen, wovon ich spreche. Kurz zu einigen Dingen. Entschuldigt bitte, wenn ich nicht gezielt zitiere. Ich nehme Elvanse jetzt seit 3 Wochen und 5 Tagen. Mein Psychiater hatte mir die Wahl zwischen Elvanse und Medikinet adult gelassen. Ich habe mich für Elvanse entschieden, da ich dieses Medikament ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme einnehmen kann. Anfangs lief alles gut mit Elvanse. Ich habe morgens um 7 Uhr immer zuerst meine Standard Medikation eingenommen (hierzu gleich etwas mehr um das ganze verständlicher zu machen) und eine Stunde später das Elvanse. Ich weiß nicht warum, aber meine Standard Medis und Elvanse zusammen passen irgendwie nicht zusammen. Bis auf die Sache mit dem „morgens nicht aus dem Bett kommen“ und dem Verlust des Zeitgefühls hatte ich keine größeren Nebenwirkungen. Verbessert hat sich meine Konzentration, ich bin mehr bei der Sache, war anfangs glücklicher und zufriedener. Die Vergesslichkeit ist leider geblieben, was allerdings auch mit meiner Hirntumor Erkrankung zu tun haben könnte. Die ersten zwei Wochen liefen ansich gut, bis ich irgendwann gegen 17/18 Uhr (manchmal auch schon eher) in ein Loch gefallen bin. Die Angststörung hat mich komplett im griff, ich fühle mich innerlich leer, das grübeln ist ausgeprägter als vorher. Nach 3 Wochen wurde das alles noch schlimmer und fing meist schon zur Mittagszeit an. Ich komme mir seitdem total hilflos vor und weiß einfach nicht, was mit mir los ist. Es hat doch alles so gut geklappt. Warum jetzt dieser massive Rückschlag? Die ein oder andere Erfahrung mit abhängig machenden Substanzen durfte ich bereits sammeln. Ich weiß wie schwer es ist von solchen Medis wieder weg zu kommen. Eigentlich wollte ich meine aktuelle Medikation hier reinschreiben, bin dann allerdings doch zu dem Entschluss gekommen es nicht zu tun, da ich nicht alles von mir preisgeben möchte, wobei ich mir vorstellen könnte, das das hilfreich sein könnte. Was ich Euch noch sagen kann. Seit Elvanse esse und trinke ich so gut wie nichts mehr. Ich denke mal, das dies ein mächtig großer Fehler ist. Aber ich habe einfach keinen Appetit/ Hunger mehr. Ich muss mich regelrecht zwingen etwas runter zu bekommen. Ich trinke keinen Alkohol mehr seit Elvanse (ich weiß nicht, ob die Kombination von Alkohol und Amphetaminen so eine gute Idee ist)
, ich rauche ab und an mal ne E-Piepe mit wenig oder gar keinem Nikotin, Kaffee und andere Koffeinhaltige Getränke trinke ich grundsätzlich nicht. Lediglich Wasser mit Zerup oder nur Wasser.

Morgen habe ich einen Termin bei meinem Psychiater. Was mich verwirrt, wieso will er mich in der Einstellungsphase erst nach 4 Wochen wiedersehen? Sollte so etwas nicht jede Woche kontrolliert werden? Ich weiß nicht, ob aktuell ein Wechsel auf eine andere Stimulanz sinnvoll wäre, da wir nächste Woche in den Urlaub fahren :person_shrugging:t2:.

Liebe Grüße

Rudi

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Lieber Ruhardt, falls du es noch Rechtzeitig liest bevor nicht mehr Editierbar für dich, kannst du bitte ein paar mehr Absätze einbauen zwecks Leserlichkeit. Danke. :heart: :+1:

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Hey,

leider zu spät gesehen sorry. Da hab ich auch nicht dran gedacht sorry. Fürs nächste mal ist es abgespeichert :+1:t2:.

Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, daß nur für eine gewisse Zeit editiert werden kann :woozy_face:. Das ist ja blöd.

Lg

Rudi

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Lieber @ruhardt ,
ich habe mich gefreut, hier (heute erst) deine Geschichte und zunächst guten Erfahrungen zu lesen.

Nach dem was ich jetzt lese, erinnert mich das an eine Freundin, die neben ADHS auch mit Depressionen zu tun hat.
Sie hat die Eindosierung zunächst mit Ritalin gemacht. Nach einiger Zeit hat sie sich eine bessere Wirkung gewünscht und LDX probiert. Darunter ist ist sie dann erst stimmungsmäßig sehr volatil geworden, wurde krank geschrieben und bekam dann sogar Suizidgedanken.
Nach Absetzen des LDX und Zurückwechseln auf Ritalin wurde das dann ziemlich schnell wieder besser. In einer Selbsthilfegruppe berichteten ihr andere von ähnlichen Fällen, auch wenn das wohl nicht im Beipackzettel steht und ihre Ärztin auch überrascht war.

Ich hoffe sehr, dein Psychiater konnte helfen.

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Hallo ihr lieben,

@Hei

es freut mich zu lesen, daß Dich meine Geschichte interessiert :blush:.

Also ich versuche mal in kurzen Texten zu Antworten, was mir ja leider nicht immer gelingt :joy:.

Zunächst war der Start mit Elvanse sehr gut. Die ersten beiden Wochen in der Einstellungsphase mit 30mg waren wie ein Traum. Wie ich schonmal geschrieben hatte, sehe ich die Stimulanz nicht als Wundermittel, aber ich muss schon sagen, daß ich echt überrascht war, wie es sich in der ersten Zeit entwickelt hat. Dinge die vorher undenkbar waren haben aufmal super geklappt. Da biste natürlich erstmal platt.

Darüber habe ich gestern auch mit meinem Psychiater gesprochen. Er sagte mir daraufhin, daß das bei all den ADHS Patienten die er betreut genau so wie bei mir abläuft. Die ersten zwei Wochen verlaufen super und dann kommt man in eine Art tief/ rebound, da der richtige spiegel erst aufgebaut werden muss. Ist ja logisch. Heißt ja nicht umsonst Einstellungsphase :sweat_smile:.

In der dritten Woche hab ich das dann auch so langsam zu spüren bekommen. Ich muss dazu sagen, daß ich noch Opiate und Benzodiazepine nehme (aufgrund von anderen Erkrankungen. Mehr hierzu gerne per PN). Die Benzos werden jetzt auf anraten der Ärzte und auch auf meinen eigenen Wunsch abgesetzt, wobei ich auch hier auf einem sehr guten Weg bin.

Mein Psychiater sagte mir gestern, das das Benzo und mein beta Blocker Einfluss auf das Elvanse nehmen. Das Opiat nicht, da die Dosis dafür zu niedrig ist.

Ich habe mit beiden Substanzen bereits 10 Jahre meine Erfahrungen machen dürfen, aufgrund einiger anderen Erkrankungen, Mehr hierzu gerne per PN.

Eines möchte ich jedenfalls im öffentlichen sagen. Aktuell bin ich bei sehr guten Ärzten untergebracht, was damals (bis auf wenige Ausnahmen) nicht der Fall war.

Zurück zum Thema. Wie bereits gesagt, in Woche 3 merkte ich langsam, das mein Zustand sich änderte. Ich bin wieder in alte Muster gerutscht und vor allem die Depression und Angststörung haben wieder angefangen sich zu manifestieren.

Von Tag zu Tag wurde es schlimmer. In Woche 4 wurde es dann so schlimm, daß ich wieder Angst- und Panikattacken bekommen habe. Die Depression hatte mich voll im Griff und ich wollte mich einfach nur zurückziehen. Letzten Endes hatte ich vorgestern einen Nervenzusammenbruch. Es ging nichts mehr.

Ich war wieder da, wo ich eigentlich nicht wieder hinwollte. Alles war wieder voll da. Suizidgedanken, die frage nach dem Sinn des Lebens, Stundenlanges grübeln, höllische Angst/Panik. Es kamen auch neue Sachen dazu, die ich vorher so nicht kannte. Ich habe jedem misstraut, egal wie gut ich ihn kenne. Ich hatte das Gefühl von allem und jedem hintergangen zu werden. Es war einfach nur furchtbar.

Ich habe daraufhin einen Fehler begangen. Obwohl es im Grunde kein Fehler war. Mein Psychiater sagte mir, daß ich, wenn ich wieder eine Angst/ Panikattacke bekommen sollte mein Benzo erhöhen darf. Ich denke, das dies die Situation verschlimmert hat.

Im gestrigen Gespräch war jedenfalls klar, daß das Benzo weg muss (was ja sowieso schon in Arbeit ist). Und wir haben das Elvanse erhöht auf 50mg. Er meinte, das das Elvanse mir helfen wird leichter vom Benzo weg zu kommen.

Ich habe gestern auch direkt das Elvanse 50mg erhalten. Die Apotheke in dem Ärztehaus ist aufgrund der dort ansässigen Ärzte zum Glück darauf ausgelegt die Medikamente vorrätig zu haben.

Ich habe allerdings mal wieder einen dummen Fehler gemacht. Ich wollte es ja besser wissen als mein Arzt. Ich hatte noch zwei Tabletten von den 30mg. Ich hatte ja bereits vor dem Termin eine 30mg Tablette genommen (der Termin war um 8 Uhr morgens) und habe mir gedacht, weil ich ja nicht die 50er obendrauf packen kann, das ich gegen Mittag einfach die andere 30er nehme.

Ich muss dazu sagen, daß es bereits 15 Uhr war, als ich die Tablette eingenommen habe. Am Abend ging es mir richtig dreckig. Also nicht im Bezug auf Herzrasen oder innere Unruhe, sondern das ich irgendwie komplett den Bezug zur Realität verloren habe. Es war furchtbar. Das ganze ging von 18 bis kurz vor 20 Uhr. Ich hatte mir gedacht, das ich die 30er nehme um abends mal länger wach bleiben zu können und das die 10mg mehr nicht wirklich was ausmachen sollten. Ein großer Fehler. Eigentlich sollte ich das aus vergangenen Zeiten besser wissen. Selbst kleinste Mengen können große Veränderungen hervorrufen. Und das ist dann natürlich auch passiert. Das ich abends immer so früh einschlafe, kommt nach wie vor von dem Benzo, was ich allerdings nicht glauben wollte. Mein Psychiater hatte mir das alles genau erklärt. Letzten Endes hat er natürlich recht gehabt.

Den heutigen Tag habe ich dann mit den 50mg gestartet. Ich hatte morgens zwar immer noch Probleme aus dem Bett zu kommen, aber das liegt halt am warmen Entzug vom Benzo. Als dann irgendwann die 50mg Elvanse angefangen haben zu wirken ging es mir wesentlich besser. Jetzt muss ich mal abwarten, wie sich das ganze entwickelt. Meinen nächsten Termin habe ich in 3 1/2 Wochen.

Bis ca. 18 Uhr ging es mir ganz gut soweit. Seit ca. 19:30 Uhr ist mir irgendwie schwindelig. Ka wieso. Ich könnte mir vorstellen, daß es vielleicht daran liegt, weil ich so gut wie nichts esse. Mein Psychiater meinte, das meine Medikation (auch im Bezug auf die anderen Medis) den Appetit extrem unterdrückt, ich aber sehen muss, daß ich etwas esse. Mir fällt das echt schwer. Wenn ich etwas zu essen sehe, kommt es mir regelrecht hoch. Vom Kopf her bin ich klar. Von der Müdigkeit geht es auch. Allerdings habe ich noch nicht meine Abend Medikation eingenommen. Ich wollte damit warten, damit ich wenigstens etwas Zeit mit meiner Frau verbringen kann, ohne einzupennen.

Liebe Grüße

ruhardt

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Das ist ja alles nicht einfach…

Und ich könnte mir schon denken, dass der Schwindel vom Hungern kommen könnte.

Kannst du wenigstens versuchen, morgens ordentlich zu essen, bevor das Elvanse wirkt, und auch abends, wenn es nachlässt?
Ohne Essen geht’s nicht.

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